Internet-Manifest, ein Diskussionsbeitrag

Ich wundere ich mich ein bisschen über einige Kommentare zu unserem Internet-Manifest (etwa hier und hier): Haben wir uns missverständlich ausgedrückt oder will man uns missverstehen? Die Überschrift sagt eigentlich eindeutig, dass es hier um Journalismus und dessen Verhältnis zum Internet geht. Nicht um interpersonale Kommunikation, nicht um E-Commerce und nicht um all die anderen Teilbereiche des Netzes – da gibt und gab es andere.

Nirgendwo steht, dass unsere Thesen in Stein gemeißelt sind, geschweige denn wird der von einigen hitzköpfigen Gemütern hereininterpretierte Alleinvertretungsanspruch für “das Internet” (eine absurde Vorstellung) formuliert.

Im Gegenteil: Wir freuen uns über Kommentare, Diskussion und Verbesserungsvorschläge, wie nicht zuletzt die Creative-Commons-Lizenz zeigt.

Der oder die eine oder andere Netznutzer wird auch sagen: “Klar, kann ich so unterschreiben. Im Grunde selbstverständlich. Traurig, aber da draußen gibt es viele, die es noch nicht kapiert haben.” Genau darum geht es.
Tagcloud (Quelle: smartondemand.de)Tagcloud gefunden bei smartondemand.de

Sehr gelungen finde ich übrigens Maiks Söhlers Kommentar in der Netzeitung, auch wenn er sich stellvertretend fragt:

Hat da einer was gesagt? Im Feuilleton der «FAZ», der «Süddeutschen», des «Spiegel» stand doch gar kein Manifest? Kein Mitarbeiter kann die Aufzeichnung des dreiminütigen Interviews mit Sascha Lobo in den Tagesthemen vom Montagabend vorlegen, niemand hat die Statements von Markus Beckedahl in der Sondersendung von Deutschlandradio Kultur mitgeschnitten. Und auch am Donnerstag in der «Zeit» findet der Offline-Verantwortliche vermutlich nichts, was seine bisherige Einschätzung der Medienkrise erschüttern könnte. Es gibt da nur diesen komischen Link, den einige jüngere Mitarbeiter gerade so oft herumschicken.

Wäre das Manifest als FAZ-Leitartikel erschienen, wäre das auch ziemlich scheel gewesen. Und dass es nicht in ein Print-Feuilleton schafft, ist noch nicht gesagt.

Immerhin gibt es schon eine englische, rumänische, finnische und spanische Übersetzung (eine niederländische Kurzfassung habe ich auch noch irgendwo gesehen).

Update, 11.09.2009: Neben weiteren Sprachversionen gibt es auch einen Beipack-Zettel von Mit-Autor Stefan Niggemeier.

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