Abendblatt.de verliert im Dezember überdurchschnittlich Visits
Das “Hamburger Abendblatt” hat im Dezember deutlich an Reichweite eingebüßt. Die Zahl der bei der IVW gemeldeten Visits sank von 6,4 Millionen im November auf 5,6 Millionen im Dezember. Das sind fast 14 Prozent weniger als im November. Blickt man allein auf die Angebotsteile, die gegenüber der IVW als redaktioneller Content definiert werden, ergibt sich ein ähnliches Bild (13,2 Prozent weniger Kategorien-Visits aus dem Inland).
Sind die Verluste darauf zurückzuführen, das Besucher von Abendblatt.de seit dem 15. Dezember regionale Beiträge nur gegen Bezahlung abrufen können (es sei denn, sie kommen über Suchmaschinen)? Das lässt sich aus den Zahlen (Excel-Datei) auf den ersten Blick nicht herauslesen. Zwar waren die Visit-Einbußen stärker als im Vergleich November/Oktober (minus 5,4 Prozent). Aber im Dezember ist auch die Gesamtzahl der Visits aller bei der IVW gemeldeten Angeboten zurückgegangen (minus 3 Prozent), sicherlich wegen der Feiertage. Auch Spiegel Online verbuchte beispielsweise rund 7,5 Prozent weniger Visits, tagesspiegel.de und taz.de ähnlich wie das Abendblatt jeweils rund 14 Prozent Verlust.
Wie sieht es bei der “Berliner Morgenpost” aus, die ebenfalls zum Springer-Verlag gehört und zeitgleich mit dem “Hamburger Abendblatt” ein entsprechendes Bezahlmodell eingeführt hat? Dort sind die Visits im Dezember noch drastischer gesunken – um mehr als 20 Prozent. Das könnte möglicherweise ein Indiz dafür sein, dass der Rückgang bei beiden Sites tatsächlich mit der Bezahlschranke für die lokalen Inhalte zu tun hat, da diese bei der “Berliner Morgenpost” mutmaßlich noch eine größere Rolle spielen als beim “Hamburger Abendblatt”, die gerne ihren überregionalen Anspruch herausstreicht.
(Hinweise und Meinungen zur Deutung der Zahlen gerne in den Kommentaren.)
Weitere Links
… im übrigen Internet:
- Horizont.net Bild.de überholt Spiegel Online
- Meedia – mit ähnlichem Tenor aber ausführlicheren Betrachtungen.




Bei der Zählung einen Monat nach Einführung der Bezahlschranke sind die Einbußen noch zu verkraften und mitunter auch in dieser Höhe einkalkuliert; interessant wird die Entwicklung in den nächsten Monaten sein, auf welchem Niveau sich die Zahlen dann einpegeln und wie die Werbewirtschaft auf diesen Reichweitenverlust reagiert.