Online-Videojournalismus – wohin?

Online-Videos – eben noch große Hoffnung bei Zeitungen, jetzt schon in einem gefährlichen Abwärtstrend, weil sich Qualität nicht refinanzieren lässt? Videopunk Markus Hündgen fasst eine aktuelle Diskussion aus US-Blogs zusammen.
Dazu passt eine Umfrage von TNS Emnid, die unter anderem zu dem Ergebnis kommt:
40 Prozent der befragten Zeitungsleser ist Web-TV, also ein eigenes, breitbandig über das Internet übertragenes Fernsehprogramm, unbekannt. Ein Viertel der Befragten weiß nichts von der Möglichkeit, sich Videos zu den Nachrichten auf den Websites anschauen zu können. Entsprechend niedrig ist der Anteil der Nutzer: Lediglich vier Prozent haben diese Angebote auf den Websites der Tagszeitungen bereits genutzt – ähnlich gering ist der Anteil derjenigen, die sich diese Angebote dort überhaupt wünschen.
Befragt wurden Zeitungsleser, die auch Internetnutzer sind.
Update, 21.03.2010
Ein paar Details der Emnid-Studie zum Thema Web-TV:
- “ist mir unbekannt”: 40%
- “kenne ich zumindest dem Namen nach”: 41,7%
- “Habe ich schon einmal genutzt”: 9,3%
- “habe ich schon einmal auf der Website meiner Tageszeitung genutzt”: 3,9%
- “wünsche ich mir auch auf der Website meiner Tageszeitung”: 3,4%
Eine andere Frage aus der Studie betraf “Videos zu den Nachrichten zum Herunterladen auf der Website”: 48% sagten “kenne ich – zumindest dem Namen nach”, 15,6% “habe ich schon einmal genutzt”.
Zahlen für nicht zeitungslesende Nutzer wurden laut Emnid nicht erhoben.
Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de
- Audio-Slideshow vs. Video: Nie mehr als Nische?
- Plädoyer für den multimedialen Zeitungsjournalisten (2009)
- Ein Videopunk als Abteilungsleiter. Markus Hündgen im Porträt (2008)
- Zeitungs-TV im Netz. Ein Überblick (2007)




Das heißt also, dass 60 Prozent der Befragten Web-TV kennen – oder verstehe ich da etwas falsch? Das mag zwar nicht so berauschend sein, aber man könnte auch mal fragen, wie viele die Kurse der Terminbörse kennen und lesen in der Zeitung. Außerdem geht die Untersuchung doch am Kern vorbei. Mit Web-Videos versuche ich, die Youtube-Generation anzusprechen, nicht den Zeitungsabonnenten, der das Ding schon von Oma geerbt hat. Wenn die Zeitungen sich auf dieses “Kerngeschäft” konzentrieren, dann werden sie mit ihren Lesern aussterben, ob nun mit oder ohne Video.