Google und die Adresszeile
Browser-Puristen wird die Galle hochkommen: Die Liste der am häufigsten bei Google eingegebenen eingegebenen Suchbegriffe zeigt einmal mehr, wie viele Menschen inzwischen das Internet benutzten, ohne der Adresszeile ihres Browsers Beachtung zu schenken, um dort ordnungsgemäß eine URL einzugeben (Angaben für Deutschland 2010):
Die häufigsten Suchbegriffe:
1. Facebook
2. YouTube
3. Berlin
4. eBay
5. Google
6. Wetter
7. TV
8. GMX
9. You
10. TestAm schnellsten wachsende Suchbegriffe:
1. WM 2010
2. Chatroulette
3. iPad
4. DSDS 2010
5. Immobilienscout24
6. iPhone 4
7. Facebook
8. Zalando
9. Street View
10. Studi VZ
Gefettet habe ich die Begriffe, bei denen ohne Zweifel einfach nur eine Website angesteuert werden sollte und der User auch “Facebook.com” oder “GMX.de” hätte eingeben können. “You” könnte auch gut der erste Teil des Suchbegriffs “You Tube” sein. Schleierhaft ist mir allerdings, warum man bei Google nach “Google” sucht. Sind das die Menschen, die noch nicht mal wissen, dass sie sich auf der Google-Homepage befinden bzw. das Suchfeld in ihrem Browser eine Google-Anfrage ist?
Was heißt das?
1. Google bekommt eine gigantische Menge “Durchgangsverkehr” von Nutzern, die eigentlich nur zu einer ihnen längst bekannten Website wollen, die sie durch ein Bookmark oder direkte Eingabe der URL sofort ansteuern könnte. Und in der obigen Auswertung sind ja noch nicht einmal die Fälle enthalten, die zwar standardmäßig eine komplette URL samt “www.” eintippen – allerdings nicht in die Adresszeile, wo sie hingehört, sondern ins Google-Suchfeld.
2. Wer seinen Nutzer – etwa durch Bewerbung – beibringen will, eine lange und womöglich noch durch eine Schrägstrich getrennte URL in die Adresszeile einzugeben, kämpft bei vielen Zielgruppen auf verlorenem Posten.
3. Die Adresszeile wird zunehmend weniger wichtig werden. Klar, ehe man lange überlegt, ob man nun eher Sony.com oder Sony.de eingibt, um ans Ziel zu gelangen, ist es auch für Profi-Nutzer einfacher, die “Sony” ins Suchfeld einzugeben. Wer als Online-Redakteur Telefon-Support für orientierungslose Nutzer leisten muss und im Gespräch erst mal auf den Gedanken kommen muss, dass der Nutzer gar nicht von den Navigationspunkten auf der eigenen Website spricht, sondern die von Google als Shortcuts angebotenen “Sitelinks” unter dem ersten Suchergebnis meint, muss trotzdem erst mal tief durchatmen.
Weitere Links
- Google Zeitgeist – weltweiter Überblick




Muss man solche Artikel schreiben ohne Google mal zu fragen wie das zu Stande kommt?
Wenn man in der Adresszeile des Browsers lediglich “ebay” eintippt, dann wird diese Anfrage an Google gesendet und von dort aus wird man dann zur Webseite weiter geleitet. Dies passiert natürlich auch dann, wenn man Google eingibt. Das ganze wird bei Google als Suchbegriff registriert, obwohl man die Google-Seite nicht einmal zu sehen bekommt.
Das hat also nichts damit zu tun das jemand bei Google nach Google sucht, sondern vielmehr mit Tippfaulheit. Ich bin übrigens auch so ein Tippfauler.
Und an wen liegt es das alle bei Google landen? An den Machern von z.B. FireFox die dafür jede Menge Geld kassiert haben das dem so ist.
Vielleicht sollte man sich mal bei denen beschweren das die Adresszeile sich wie ein Google-Eingabefeld verhält. Denn wenn man in der Adresszeile ein Wort eingibt das nicht eindeutig in eine URL umgewandelt werden kann, wo landet man dann? Richtig, bei Google. Das funktioniert mit FireFox, Opera und wahrscheinlich mit Safari den ich nicht testen konnte weil heute anscheinend kein Jagdtag ist. Lediglich der Internet Explorer tanzt ein wenig aus der Reihe und schickt einen wohin? Richtig, zu Bing.