Was wird uns 2011 beschäftigen?
Jahresanfang, Zeit den Schreibtisch und die Gedanken zu ordnen. Welche Diskussionspunkte aus dem vergangenen Jahr werden uns 2011 im Onlinejournalismus weiterhin beschäftigen, welche neuen sind am Horizont schon absehbar? Da ich noch keine entsprechende Aufstellung gesehen habe, fangen wir hier einfach mal:
- Das von den Verlegern geforderte und von der schwarz-gelben Koalition versprochene sogenannte Leistungsschutzrecht wird in einem Gesetzentwurf konkretisiert.
- Mittelbar betrifft uns auch die gesetzliche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetdaten, nachdem das Bundesverfassungsgericht das bisherige Gesetz für ungültig erklärt hatte.
- Wie beeinflusst die steigende mobile Internet-Nutzung journalistische Angebote? Welche Strategien bei der Entwicklung von Apps durch Medienunternehmen sind erfolgreich, welche eher nicht? Wird das iPad Ende 2011 weiter als Heilsbringer gefeiert?
- Wie muss mit der weiterhin steigenden Bedeutung von Facebook umgegangen werden?
- Wer bringt Open Data, Crowd Sourcing oder die Verbindung in Deutschland voran? taz, Zeit Online und Nichtregierungsorganisationen wären hier Kandidaten, die 2010 beispielhaft vorangehen könnten.
Ergänzungen gerne in den Kommentaren.
Nachtrag 05.01.2011
Don Alphonso macht sich in der Blogbar auch seine Gedanken, er erwartet, “dass wir 2011 bei den Verlagen keinen echten Paradigmenwechsel sehen werden”. Außerdem spricht er von “einem neuen, gut finanzierten und entschlossen durchgezogenen Projekt”, welches in diesem Jahr auf den Markt kommen soll: “Erst mal abwarten”.
Der Datenjournalist meint, dass 2011 deutlch werden könne, dass der Datenjournalismus ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Onlinejournalismus sei.
Nachtrag, 08.01.2011:
Adam Westbrokes Prognose für 2011 widmet sich u. a. Hyperlocal-Sites, Online-Video (“huge”) und Social News.




Ergänzungen:
- Natürlich Wikileaks, neue Leak-Projekte im Lokalen; der Datenjournalismus, der m. E. Online erst richtig aufblühen kann.
- Der Online-Journalismus im Lokalen, auch hier werden neue Projekte entstehen und manche vielleicht auch verschwinden; Regionalzeitungen werden verstärkt die lokale Karte auszuspielen versuchen. Wie wird es mit Projekten wie Heddesheimblog und Carta weitergehen, wobei es bei letzterem Angebot in der jüngsten Vergangenheit leider heftig knirschte?
- Auch spannend dürfte wieder die Frage “Was macht Google?” werden.
- Weiterhin interessant sind Themen wie seriöser Bürgerjournalismus, Nutzerbeteiligung – wie geht es da weiter, vor allem auch in medienethischer Hinsicht dürfte das interessant sein.
- In einigen Ländern dürfte auch interessant sein, wie sich der Online-Journalismus angesichts rigider Gesetzgebung weiterentwickelt. Interessant dürfte dieser Tage sein, wie der Prozess Erzdiözese Regensburg ./. Stefan Aigner ausgeht (11. Januar, Landgericht Hamburg). Apropos Rechtliches, wie geht es bei FAZ und SZ ./. Perlentaucher weiter?
- Wie wird sich der Dauerknatsch Verleger vs. öffentlicher Rundfunk weiterentwickeln; wann geht Depub.org wieder online …?
- Auch im Auge haben muss man die Rahmenbedingungen, etwa die Netzneutralität (siehe aktueller “journalist”, 1/2011).
- Ach, dann gäbe es da noch Twitter und und … was Wichtiges habe ich bestimmt vergessen. (-;