Guttenberg: Gelungene SPON-Visualisierung der Vorwürfe

 

Die Visualisierung auf Spiegel online.

Wie vergleicht man eigentlich ein Plagiat, dass es die Leser einer Zeitung oder eines Online-Magazins gut verstehen? Richtig: Man legt die Texte übereinander. Spiegel online ist auf die Idee gekommen und zeigt, wie man mit den Möglichkeiten des Netzes gut arbeiten kann.


Der Fall Guttenberg ist also in vielerlei Hinsicht ein Lehrbeispiel. Auf der Seite werden die Passagen aus der beanstandeten Dissertation mit den mutmaßlichen Originalen verglichen. Per Schieber und Hervorhebungen kann man sehen, dass es nur rudimentäre Änderungen gab. Diese Methode ist eindringlich, zeigt sie doch die Dreistigkeit des Vorgehens.

Wer es genuer wissen woll, ruft dieser Tage freilich eher das GuttenPlag Wiki auf, in dem die Netzgemeinschaft ja akribisch nach nicht ganz korrekten Zitationen sucht. Die Detailtiefe ist mit Sicherheit tiefer als die des Spiegels, sieht man doch die ganze Zeit über beide Versionen. Hier liegt aber auch der Nachteil: Man muss beides lesen.

Das freilich ermöglicht eine verbesserte Wahrnehmung bei dem, den das Thema tiefergehend interessiert. Gleichwohl ähnelt es eher einem normalen gedruckten Text, haben doch Printobjekte eben diese Möglichkeiten rein technisch nicht. Was heute aber keine Redaktion davon abhalten sollte, das für ihre Online-Auftritte erstellen zu lassen. Denn der Leser ist für eine entsprechende Umsetzung dankbar, macht er doch Informationen plastischer.

Aber Datenjournalismus ist wohl noch sehr im kommen. Hoffentlich jedenfalls.

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