Erdbeben in Japan: Umschalten auf Live-Ticker

Eine Momentaufnahme: Gut zwei Stunden nach den ersten Eilmeldungen zum schweren Erbeben mit Tsunami in Japan haben etliche große Online-Medien für ihre Berichterstattung auf Liveticker umgestellt. So zum Beispiel Spiegel Online, sueddeutsche.de, FAZ.Net und Bild.de, Focus Online, inzwischen auch ZDF (heute.de) und ARD (tagesschau.de).

Die BBC bot zunächst ihren “nackten” Video-Livestream zum Erdbeben in Japan an. Mittlerweile hat sie ihr bewährtes Tool angeschmissen, das parallel Video-Livestream, einen Kasten mit „Key Facts“ und einen Ticker anbietet, in dem auch User-Reaktionen berücksichtigt werden (wegen der vorherigen Ägypten-Berichterstattung steht in der URL noch “middle-east”). Damit ist sie technisch den deutschen Medien wieder meilenweit voraus.

tagesschau.de überträgt den Livestream des japanischen Senders NHK English. Al Jazeera English bietet bisher hauptsächlich eine Textmeldung – die Fernsehliveberichterstattung wurde aber auf Twitter von mehreren Nutzern hoch gelobt.

Bei N24 findet sich online außer dem Livestream wenig. Auf N-TV.de setzt man vor allem auf große Bilder.

Update, 11:45 Uhr
Zeit Online hat die wichtigsten Internet-Quellen zum Erdbeben zusammengestellt.

Update, 16:41
Ein paar weitere Beobachtungen und Skurrilitäten: Alle Reaktionen haben schnell reagiert (die einen mehr, die anderen weniger) – was sicher auch am Zeitpunkt der Katastrophe lag. Nach den Großereignissen der vergangenen Wochen ist man in den Redaktionen die Berichterstattungen sicher auch mit größerer Routine angegangen. ARD und ZDF kam gleich zupass, dass man Korrespondenten aus Japan in die Morgensendungen schalten und online verwerteten konnte. Animationen und Hintergrundtexte zur Erdbeben hatten viele Redaktionen zu früheren Katastrophen erstellt und bereits auf Lager (z. B. BBC, ZDF).

CNN wies online prominent auf seine UGC-Subsite iReport hin. Dort waren auch bereits heute morgen mehrere Videos zu Erdbeben und Tsunami zu finden – skurrilerweise zunächst vor allem abgefilmte TV-Geräte, die die Berichterstattung der Fernsehsender zeigten. Wesentlich besser scheint es seitdem nicht geworden zu sein.

Bild.de bettete in seinen Bericht ein YouTube-Video unklaren Ursprungs ein, dass die Ausbreitung des Tsunamis mit abgefilten Seiten von Tsunami-Internet-Seiten illustrierte. Inzwischen ist es statt 300 Mal am Morgen mehr als 26.000 Mal abgerufen worden.

Spiegel Online hat seinen Ticker um eine Liste von Tweets zum Thema erweitert. Geplegt wird sie manuell: “Mit Mühe, händisch, Twittersuche, lesen, einordnen, entscheiden.”

Update 14.03.2011 hier

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