Google+: Platzhaltern und Probieren mit Seiten

“Goldgräber-Stimmung” macht Wortfeld aus, seit Google gestern Abend in seinem Netzwerk Google+ die angekündigten Seiten für Firmen, Marken und Organisationen freigeschaltet hat. Im Momen schießen die offiziellen Seiten aus dem Boden – man kennt die Rolle von Facebook-Seiten als Kommunikationsmittel, Viralträger und Trafficgenerator und will bei Google+ von Anfang an dabei sein. Dabei sind die Seiten bei Google+ bisher noch sehr beta.

  • Seiten für jedermann sind offenbar bisher an persönliche Googe+Profile geknüpft, die Möglichkeit, eine Seite von mehreren Usern administrieren zu lassen, hat bisher noch niemand entdeckt. Beides Sachen, über die sich Betreiber von Firmenseiten bei Facebook ärgern und die Google jetzt hier hätte besser machen können (siehe Jürgen Kuri).
  • Als Seitenbetreiber werde ich bisher offfenbar nicht über Interaktionen anderer Nutzer mit meinem Profil benachrichtigt (von den ausführlichen Nutzerstatistiken bei Facebook ganz zu schweigen).
  • keine Möglichkeiten zum Automatisieren via RSS-Feed, auch keine Ausgabe eines RSS-Feeds
  • kryptische URL zur Seite
  • die Auswirkungen des +1-Buttons bleiben undurchsichtig

Kurz gesagt: Außer, dass ich mich als Betreiber einer Seite nun möglicherweise eher konform zu Googles Regeln verhalte (statt “illegal” ein persönliches Profil dafür zu nutzen), sind bisher keine wirklichen Vorteile zu erkennen.

Möglicherweise ging es Google zunächst darum, den Wunsch nach offiziellen Präsenzen befriedigen zu können, ohne selbst wirklich liefern zu können.

Mehrere der Frühstarter sehen ihre Präsenz bei Google+ zunächst erst als Platzhalter. Andere experimentieren munter drauf los – meist im Facebook-Seiten-Stil (deutsche Medien bei Google+). Auch die von Google als offizielle Partner zum Start präsentieren Seiten wirken nicht gerade umwerfend.

Eine Ausnahme: Die New York Times kündigt einen klaren inhaltlichen Fokus an und bittet die Leser um weitere Anregungen, was sie bei Google+ erwarten. Ambitioniert auch die Sendung “Special Report” auf Fox News, die Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in “Hangouts” (Video-Chats) bei Google+ einladen will.

Ein von Google angekündigtes Killerfeature hat dagegen wenig mit den eigentlichen Funktionalität der Seite für den Betreiber zu tun: die Integration von Google+ Seiten mit direkter Abonniermöglichkeit. Wenn dort demnächst wie angekündigt bei der Suche nach beliebigen Begriffen an exponierter Stelle Google+Seiten beworben werden und abonniert werden können – eat this, Facebook!

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