“Texten fürs Web” von Stefan Heijnk

Buchcover "Texten fürs Web" von Stefan Heijnk (Foto: Fiete Stegers)

Wer noch ein Very-Last-Minute-Geschenk für eine angehende Internet-Redakteurin sucht oder einen Journalisten kennt, der sich im kommenden Jahr erstmals neben seinem althergebrachten Print- oder TV-Geschäft mit diesem Online beschäftigen soll, kann bedenkenlos zu Stefan Heijnks kürzlichem erschienenem Buch “Texten fürs Web” greifen.

Schon der Untertitel “Planen, schreiben, multimedial erzählen” verrät, dass der Begriff des Textens hier noch weiter als in der ersten Auflage des Buchs (2002) gefasst wird. Videos, Animationen, Audio-Slideshows, Datenvisualisierung, Optimierung für Tablets – alles keine Fremdwörter für Heijnk. Natürlich merkt man bei einem solchen Überblickswerk als Fachmann auf seinem jeweiligem Gebieten, wo Heijnk Aspekte nur anreißen kann kann, auch wenn er Tiefe nicht scheut. Auffallend ist allerdings, dass dem “Schreiben für Newsletter” umfangreicher Raum eingeräumt wird, während das Betexten von Social-Media-Angeboten so gut wie gar nicht vorkommt.

Nutzer- und suchmaschinenenfreundliche Textgestaltung

Seine Stärken hat das Buch unzweifelhaft im namensgebenden Bereich Schreiben und Textgestaltung, dem auch der größte Raum eingeräumt wird. Durchgehend und gegenüber der Erstauflage deutlich verstärkt wird der Aspekt der Suchmaschinenoptimierung (SEO) aufgegriffen. Aber auch Erkenntnisse der Nutzerforschung zur Usability spielen für Heijnk, der an der Fachhochschule Hannover Journalismus lehrt, eine große Rolle. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass sich vielfach auf Studien gestützt wird, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben – hier gibt es offenbar einen mangel an frei zugänglicher, wissenschaftlicher und doch praktisch orientierter Forschung.

Kaufempfehlung für Einsteiger

Optisch sind die rund 300 großformatigen Seiten ansprechend gestaltet. Häufig fassen Checklisten die wichtigsten Punkte für den Praktiker zusammen. Ob Heijnks zur Systematisierung genutzten Elemente wie die “Multimedia-Matrix” der “Dimensionen” (Aktualität, Interaktivität, Crossmedialität …) und “Modi” (Schrift, Foto, Audio …) oder die Begriffschöpfung “HMP” (“Hypermedia-Patchwork” = multimediale Darstellungsfunktion) hingegen wirklich so nützlich sind?

Dem erfahrenen Online-Redakteur wird das Buch nur an manchem Stellen Neues mitteilen (wenngleich es manchmal nicht schadet, dass eigentliche offensichtliche noch mal verdeutlich und/oder eingeordnet zu bekommen). Für eine umfassende Einführung ist es aber sehr gut gelungen, nachdem es auf diesem Gebiet lange nichts aktuelles gab. Auch auf die Gestaltung von Websites für Unternehmen oder Institutionen wird eingegangen, wenngleich der überdeutliche Schwerpunkt auf journalistischen Websites liegt.

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