Wie kann Pinterest Medien-Websites nutzen?

Pinterest-Logo mit Fragezeichen

Die Foto-Pinnwand-Plattform Pinterest wurde in den letzten Wochen durch die deutschen Netz-Resssorts gereicht. Dadurch angefeuert entwickelte sich das Interesse in Deutschland vom bisher äußerst geringen Niveau nach oben, auch wenn die Userzahlen längst noch nicht an das überraschend große Interesse in den USA herankommen.

Mich persönlich kann die Plattform, deren Funktionen sich auf das Teilen von eigenen und – in erster Linie – im Netz gefundenen Bildern konzentrieren, bisher nicht überzeugen. Sharen funktioniert mit einem Social Netzwork besser, weil ich und meine Freunde dort bereits Mitglied sind. Als Ersatz für Flickr ist Pinterest zum Katalogisieren und Finden von Fotos völlig ungeeignet. Pinterests Stärken: Es ist nicht zu kompliziert und das Design der Foto-Pinnwände sieht in den meisten Fällen ansprechend aus. [Aktualisiert am 03.04.2012]

Food, Fashion und Nischenthemen

Die optische Präsentation ist der Anreiz: Pinterest ist bisher vor allem ein Mittel zur Kreation einer persönlichen Mode- oder Food-Fotostrecke, wie ein Blick auf die Seite mit den “Popular”-Inhalten oder die Default-Kategorien für Pinboards zeigen – auch wenn es natürlich bereits grandiose Boards für visuelle Nischenthemen gibt.

Entsprechend drängen sich der Pinterest-Einsatz bisher am ehesten für E-Commmerce-Plattformen und Unternehmen auf. Erste deutsche Medien haben begonnen auf Pinterest zu experimentieren. Knalleffekte und klare zukunftsweisende Ideen für den redaktionellen Einsatz habe ich allerdings noch nicht wahrgenommen. Am erfolgversprechendensten schien mir bisher noch die Idee der Zeit, über gepinnte Rezeptfotos (passt zur Pinterest-Community) User zu seinem Rezept-Blog herüberlocken.

Allerdings wird der User bei Pinterest beileibe nicht so einfach vom gepinnten Foto zur Ursprungswebsite herübergeleitet, wie es Websitebetreiber gerne hätten. Er mus voller Absicht auf die dezente graue Quellenangabe unterhalb eines Fotos klicken.

Klick-Köder sorgt für Traffic

Das Blog SEO-News hat darüber berichtet, wie es nach eigenen Angaben innerhalb von 7 Tagen 100.000 Besucher über ein bei Pinterest gepostetes Bild auf die eigene Website locken konnte. Dafür musste aber schon ein speziell präparierter Klick-Köder ausgelegt werden, der bei followerstarken Nutzern der bisher US-dominierten Pinterest-Community auf Interesse steht. Das ist also nichts, was sich mal eben so mit jedem gewünschten Inhalt wiederholen ließe.

Zum Vergleich: Der Guardian hat vor mehr als einem Monat ein Pinterest-Board als “Tribute to Andy Warhol” eingerichtet und dort zwar immerhin rund 1300 Follower gewonnen, aber der Aufruf zur User-Beteiligung ist verhallt (nur 11 Re-Pins, 3 Likes, vermutlich keine Einsendungen von Usern).

Hinzu kommt – zumindest aus deutscher Sicht – die problematische Urheberechtssituation (mehr z. B. bei Hyperland, taz, dpa). Auch Spam und die Frage, welche grenzwertigen Inhalte auf Pinterest nicht erwünscht sind, sind Probleme.

Kennt jemand überzeugendere Beispiele, wie Redaktionen Pinterest einsetzen?

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