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Neue ZEIT online

Zeit online relaunch
Von wegen Montag.Es ist Sonntagnachmittag und DIE ZEIT online klebt noch ein bisschen mehr am linken Bildschirmrand als sonst. Sie ist stark verschlankt, und gefällt ganz wie das gedruckte Mutterblatt über dem Knick mit viel Bild.

Die neue Startseite funktioniert, denn sie ist nicht länger nur Sprungbrett, sondern kann an vielen Stellen unmittelbar “benutzt” werden: ein kleiner Videoplayer, die Merkliste mit all den kleinen Merkzetteln, der Bildungshappen und der Servicekasten – man schaut nicht nur aufs Angebot drauf, sondern ist bereits mittendrin, obwohl man gerade erst gekommen ist.

Ein kleines Fragezeichen steht hinter der Drehscheibe, bei der jedem Betrachter schwindelig werden dürfte. Ein Großes steht hinter dreierlei Reiternavigationen, denn jede verhält sich anders. Und dann ist da noch die linke Spalte, die ihre irgendwie lieblose Gestaltung wieder wettmachen könnte, ließen sich die bereits stark modulhaft anmutenden Boxen auch tatsächlich als solche behandeln, also verschieben und vielleicht sogar personalisierbar an- oder ausknipsen.

In den Leser-Kommentaren überwiegt jedenfalls bislang eher die Skepsis gegenüber dem neuen Outfit – und ein schwer seufzendes “wir gewöhnen uns schon dran”.

Grimme Online Award – die Nominierten sind…

…toll! Aus mehr als 1300 Vorschlägen hat die Nominierungskommission* 20 Favoriten herausgefiltert.

Beachtenswert: Mit dem Ö-Blog, dem Zuender und ihrem Video-Angebot ist die ZEIT online gleich dreimal vertreten – beim Rest der überregionalen Branche konnte man zwar in den vergangenen Monaten im hohen Relaunch-Takt viele frisch angepinselte Seiten bestaunen, aber ansonsten: Ebbe im Karton.

Erwähnenswert: Den Reigen der Ö-R-Angebote eröffnet einmal mehr der BR-Online mit seinem Special zum Thema Heimatfilm, getragen vom Lola-Abräumer „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Unter den Nominierten außerdem zwei Mal das Zweite.

Sehenswert: Sind alle nominierten Angebote. Und es sind überwiegend gewachsene Projekte. Sie setzen konstant leise Akzente, leise, aber mit langem Nachhall, keine Feuerwerke, die nach ein paar Monaten wieder abgebrannt sind. Ins Auge stechen erneut Weblogs und private Initiativen, die sich wie schon im vergangenen Jahr selbstbewusst neben die Großen der Branche stellen.

Mitmachenswert: Ein schöne Mischung, eine schwere Wahl, Publikumspreis, hier.

*mit our very special own Fabian Mohr und Alexander Svensson, die hier und hier Eindrücke aus ihrer Arbeit in der Kommission schildern.

Social Bookmarking auf stern.de

Mister Wong, del.icio.us, Furl, YiGG, Yahoo, Taggle, Folkd, BlinkList, Linkarena und natürlich… Google – fein säuberlich aufgereiht prangen die dazu gehörigen Icons fortan unter jedem Artikel auf stern.de. Und da gehören sie auch hin.

Damit ist stern.de die erste große Nachrichtensite in Deutschland, die alle zehn Finger nach den Social Bookmarking-Tools ausstreckt (NYTimes.com etwa geht hier (erst) seit einigen Wochen und deutlich zurückhaltender zu Werke). Der bunte Footer über dem Footer ist übersichtlich und einigermaßen selbsterklärend – obwohl ein Fragezeichen als 11. Icon mit Sicherheit auch nicht schaden würde.

Was es bringt? Erstens Leser. Zweitens Leser. Und drittens einen ordentlichen PageRank Leser. Und damit meine ich Leser, denen ein Artikel wärmstens empfohlen wurde – und nicht etwa eine PageImpression, die nach zwei Sekunden wieder fort ist. Das ganze unabhängig davon, ob irgendein Redakteur das Thema an die Website-Oberfläche hievt oder Google News sein Trafficfenster einen Spalt breit öffnet. Fehlt also nur noch der Aggregator für die all Aggregatoren…

Keine ZEIT zum Ärgern

Stattdessen machte sich Verwunderung breit, als ich ausgerechnet bei den Kollegen aus Hamburg eine Werbeform entdeckte, die ich zwar nicht zum ersten Mal, eher selten aber bislang in deutschsprachigen Online-Medien zu sehen bekam. Die ach so große Ungerechtigkeit schimpft sich index_ad (eng verwandt mit splitscreen_ad und vom Schlage eines IntelliTXT) und verdeckte ganze 15 Sekunden, was ich suchte – lang genug, um zunächst mal meine Verwunderung voll auszukosten. Dann fragte ich mich noch schnell, warum Die Zeit nicht längst auf die Idee gekommen ist, ihre Zeitung komplett in bunt bedruckte Plastikfolie einzuschweißen, eine von der Sorte, die man ohne Schere beim besten Willen nicht aufbekommt – und war einen Augenblick später auch schon auf der “alten” Startseite. Erst eine dreifache Durchschnitts-Verweildauer später entdeckte ich im Meckerblog, dass a) die Diskussion darüber bereits im vollen Gange, und b) ich nicht der einzige war, für den die 15 Sekunden offensichtlich einfach nicht ausreichten…

9/11 – multimedial

Anlässlich des fünften Jahrestages der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA bringen Nachrichten-Sites umfangreiche Dossiers zum Thema. Viele mit eigenen Video-Zusammenschnitten der Ereignisse in New York. Einige mit erlebenswerten Multimedia-Features. Einige Beispiele, kurz kommentiert…

  • wdr.de mit einer Slideshow, teilweise mit Audio-Augenzeugen- oder Reporter-Berichten unterlegt. Schneidender, bedrückender Hintergrund-Sound.
  • SpiegelOnline erzeugt eine ähnliche Stimmung durch cineastische Schrift-Effekte und dramatische Klänge, die allerdings keine Fotos, sondern einige kurze chronologische Video-Clips unterlegen. Das ganze ansprechend im Design, leider fehlt der Hinweis im Teaser, dass man direkt in das Flash-PopUp katapultiert wird.
  • Ein schönes Multimedia-Dossier in dem Format, das bei tagesschau.de immer öfter genutzt wird.
  • oe24.at macht mit einem eigenen Video-Beitrag auf, in dem Österreicher schildern, wie sie den 11. September erlebt haben.
  • Ein außergewöhnlicher Ansatz bei zdf.de, und sehr umfangreich! In Zusammenarbeit mit dem International Herald Tribune und vielen Lesereinsendungen (Erinnerungen an den Tag des Grauens) entstand ein 3-D-Special, bei dem der User wie durch ein Museum läuft. In den einzelnen Räumen (Themen) verbergen sich hinter den “Bildern” an der Wand Audio-Slideshows und Video-Beiträge. Wem das zu schleppend geht (oder wer sich verlaufen hat), kann über die Sitemap schnell alles erreichen.
  • nytimes.com bringt neben dem wie üblich üppigen Grafik-Video-Foto-Audio-Mix einige interessante Features und besetzt damit einige Randthemen und Geschichten rund um den 11. 9.

Im Quotenparadies

Es soll ja Print-Journalisten geben, die fürchten sich davor zu wissen, was ihre Leser eigentlich lesen und was nicht. Und während der klassische Branchenpart noch zaghaft über Sinn und Zweck des “Reader Scan” diskutiert, hat sich in den Online-Redaktionsstuben längst der ständige Blick auf PageImpressions, Click-Through-Rates und HeatMap etabliert. Die Quoten werden immer genauer, immer schneller und immer besser in den Arbeitsalltag integriert.

Wie Klickzahlen die redaktionelle Arbeit verändern – ein Beitrag von Benedikt Tüshaus und Klaus Meier
Weiterlesen…

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 5

Roman weist in einem Beitrag darauf hin, dass Video schauen online reine Glückssache ist. Er findet einige Beispiele für Videos, die in Artikel eingebunden werden oder sogar als Teaser-Bild auf Startseiten erscheinen, denen aber noch jegliche Anmoderation oder ein Hinweis auf den eigentlichen Inhalt des Stücks fehlt. Das ganze wird zusätzlich erschwert, wenn auch noch das Thumbnail nichts mit dem Inhalt des Clips zu tun hat. Dazu ein aktuelles Zidane-Beispiel in diesem Artikel, in dem man angesichts des Teasers und des Artikeleinstiegs zumindest einen Teil des Geständnisses von Zidane, einen Ausschnitt von der PK, o.ä. erwartet. Das Video aber hat “nur” Kneipenatmo und viele Fans zu bieten…

Google in a box

Ein schönes Beispiel für eine Zweitverwertung. Oder sollte ich sagen: Neuverwertung? Das Multimedia-Dossier “Google – die Macht einer Suchmaschine” basiert auf einem Zapp-Spezial, das vor einigen Tagen im NDR lief und nun bei tagesschau.de in eine Media-Mix-Slideshow gepackt wurde; nach dem selben Prinzip, wie die Event-Box von sportschau.de. Ein durch und durch alltagstaugliches Format für die Redaktion, sicherlich nicht in einer Stunde produziert, aber dennoch die Möglichkeit, “mal schnell” mit Videos zu arbeiten und nicht mehr länger nur zu experimentieren (den Video-Giganten im Hintergrund immer vorausgesetzt). Mehr davon!

Übrigens: Die besten Voraussetzungen, den Unterschied zu spüren, den Schritt nach vorn, den diese Art der journalistischen Umsetzung ausmacht, haben wohl die, die sich zuvor haben berieseln lassen, vom Filmbeitrag im Dritten, in voller Länge, spätabends, müde…

Alles ein Brei?

Das fragte die taz Professor Klaus Meier zu den Plänen der Axel Springer AG, künftig Print und Online diverser Marken aus einer Zentralredaktion zu füttern. Der Leiter des Studiengangs Wissenschaftsjournalismus an der FH-Darmstadt stand bereitwillig Rede und Antwort und nebenbei auch noch im Stau.

Online-News am Frühstückstisch

Die belgische Tageszeitung “De Tijd” sucht 200 Testkandidaten, die auch mal auf Online-Nachrichten Marmelade-Flecken hinterlassen wollen. Der Versuch soll drei Monate dauern und mit einem neuartigen, ultradünnen e-paper erfolgen, das besonders flexibel ist und mit extrem geringer Energieversorgung auskommt. Noch müssen sich die Leser die neueste Ausgabe per Kabel-Adapter aus dem Internet herunterladen. Und sobald die ersten Exemplare mit WLAN-Verbindung ausgestattet werden, steht einer komfortabel und stetig aktuell gehaltenen Tageszeitung nichts mehr im Wege…



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