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Stör/Element will Politik auf YouTube erklären

 

Politische Bildung? Klingt für die Jugend von heute öde. Zumindest, wenn es um die politische Bildung klassischer Medien geht. Die erreichen viele Jugendliche und junge Erwachsene gar nicht mehr. Wenn die Leute nicht mehr zu den politischen Bildungsangeboten kommen, dann wollen die politischen Bildungsangebote dahin gehen, wo die Leute sind: zu YouTube. Genauer gesagt: Stör/Element will das. Einen YouTube-Channel, auf dem Politik erklärt wird.

Einmal pro Woche soll es ein sechs bis acht Minuten langes Video geben, in dem  „komplexe politische Zusammenhänge in einem Video plastisch, kompetent, aber auch provokativ aufbereitet werden“, wie es im Konzept heißt.

Die Videos sollen sich aus zwei bis drei Beiträgen durch Community-Redakteure zusammensetzen, eingerahmt durch eine Moderation. Die Beiträge wiederum können bestehen aus Straßenumfragen, Interviews, Animationen. Bei Politiker-Interviews will die Redaktion einen frecheren Stil etablieren:

„Floskeln von Politikernkommen bei uns nicht durch. Wir lassen uns nicht abwimmeln, bevor wir keine klare Antwort bekommen haben“, heißt es im Pitch-Video.

Erstes Thema soll das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU sein. „Knackpunkt dabei wird sein, inwieweit Verhandlungen hinter verschlossenen Türen Auswirkungen auf meine konkrete Lebenswelt haben, von Jobs bis eher problematischen Angleichungen von bsp. Lebensmittelstandards“, sagt Produktionsleiter Arne Fleckenstein. Neben ihm zählen noch Producer & Channel Manager Axel Kersten und Redaktionsleiter & Moderator Julian Frederik Nelting zum engen Stör/Element-Team. Alle drei sind Ende 20 und im Raum Köln zuhause. Die Beiträge sollen aber maßgeblich aus der Community kommen, gefragt sind etwa Politik-Studenten, Journalistenschüler oder Leute mit Erfahrung aus dem Uni-Radio. Die Community soll auf einer Facebook-Seite Themen vorschlagen können, zudem sollen die Recherchen in einem Blog transparent gemacht werden.

Auf Starnext haben die drei Kölner 2774 Euro eingeworben, davon sollen nun die ersten fünf Folgen produziert werden.

Und warum heißt der Kanal Stör/Element? „Der Kanal will junge Leute befähigen, sich einzumischen und die politischen Prozesse zu stören“, sagt Arne. „Mit einem Darf ich stören?“, werden die Redakteure folgerichtig Ihren Straßenumfragen einleiten.

Stör/Element hat sich da eine große Aufgabe vorgenommen, aber es gibt auch Beispiele wie CPG Grey oder Tilo Jungs „Jung&Naiv“, die zeigen, dass man komplexe Politik auch unterhaltsam erklären kann.

Völkerschlacht: MDR holt Geschichte in die Gegenwart

Vier Tage währte 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig – und vier Tage lang hat nun der MDR die Ereignisse von damals quasi live nacherzählt. Das klingt abenteuerlich, ist aber innovativ – und allemal lehrreicher als die eventmäßige Nachstellung der Schlacht.

MDR: "Die Völkerschlacht erleben" - Startseite des Themenspecials

MDR-Themenspecial zur Völkerschlacht

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Offshoreleaks goes public

Die Offshoreleaks sind bislang der größte journalistische Scoop 2013. Nun ist ein Teil der Datenbank, die dokumentiert, wer sein Geld legal oder illegal jedoch meist auf verschlungenen Pfaden in Steuerparadiese geschleust hat, online.

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Firestorm: Storytelling ohne Streuverluste

Wenn weniger mehr ist: die Guardian-Web-Dokumentation Firestorm setzt Multimedia-Elemente so geschickt ein, dass sie den Lesefluss nicht behindern. Ein Storytelling-Beispiel, das Schule machen sollte. Weiterlesen…

Was macht multimediales Storytelling aus?

Am 19. März habe ich hier über die Web-Reportage „Keine Zeit für Wut“ der NZZ gebloggt. Ein ambitioniertes Multimedia-Projekt, dessen Umsetzung in Sachen Usability meines Erachtens aber nicht so gut gelungen ist. Vor kurzem hat sich dazu auf Twitter zwischen Sylke Gruhnwald, Lorenz Matzat, Daniel Drepper, Michael Hauri und mir eine kleine Diskussion entwickelt, wie man denn Web-Reportagen möglichst objektiv bewerten kann. Geht das überhaupt? Oder bleibt das immer subjektiv? Dabei entstand die Idee, in einem Google Doc Bewertungskriterien zu sammeln.     Nachdem die Sache hier auf Onlinejournalismus.de ihren Ausgang nahm, rufe ich unsere Leser auf, (z.B. via Blogpost-Kommentar) ihren Input zu geben. Was macht eine gute Multimedia-Reportage im Web aus? Konzeptionell, von der Usability her, wodurch entsteht Mehrwert, wie wichtig ist Interaktivität, wie viel Multimedia darf es auf einmal sein? Und jetzt ihr! Update 9.4.: Via Twitter sind schon ein paar Tipps reingekommen, die ich hier einbette:  

NZZ-Multimedia-Reportage: Muster ohne (Mehr-)Wert

Die NZZ hat eine opulente Multimedia-Reportage zu zwei Jahren Fukushima produziert. Das ambitionierte Ensemble aus Bildern, Videos, Karten und Animationen ist schön anzuschauen, leider aber unzureichend erklärt. Ohne Kontext nutzt das größte Multimedia-Feuerwerk wenig. Weiterlesen…

Aufschrei über das Aus für den Google Reader

Weckruf durchs Leistungsschutzrecht

Das Leistungsschutzrecht (LSR) ist da, doch die Verlage wissen offenbar noch nicht so recht, was sie genau damit anfangen sollen. Die emotionale Debatte um das Gesetz hat aber viele Verlage aus dem digitalen Dornröschenschlaf aufgeweckt und sie motiviert, sich Gedanken um eigene digitale Geschäftsmodelle zu machen.

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Fernseh-Senioren brauchen Internet-Erklärbären

Digital Natives machen sich gerne über „Twitter-Tussis“ und „Internet-Vorleser“ im Fernsehen lustig. Weil der durchschnittliche Zuschauer im Öffentlich-Rechtlichen aber 60 ist, werden die Erklärbären noch eine Weile auf Sendung sein.

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Optimismus im Zeitalter des Zeitungssterbens

Die FR ist pleite, um die FTD ranken sich hartnäckige Einstellungsgerüchte. Eine Reihe bekannter Medienschaffender sieht trotz „Zeitungssterbens“ gute Chancen für die Zukunft des Journalismus – wenn er bei Inhalten und Finanzierungsmöglichkeiten orignell ist. Eine Webschau.

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