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Webvideopreis @ onlinejournalismus.de

Einige Zeit nachdem Roman Mischel hier bei onlinejournalismus.de auf die Ausschreibung für den ersten deutschen Webvideopreis hingewiesen hatte, habe ich mit mich ihm darüber unterhalten, ob die Veranstaltung eventuell das Problem haben könnte, dass in dieser relativ kleinen Welt Juroren und Nominierte zu eng miteinander verbandelt sind bzw. die Preise ausschließlich an solche Protagonisten gehen könnten, die Szene-Stars am nächsten kommen. Ein grundsätzliches Problem kann und konnte ich aber nicht erkennen: Schließlich ist es nicht unterwartet, wenn bei der ersten Verleihung eines solchen Preis zunächst einmal unter den Gewinnner eben jene sind, die nicht ohne Grund bereits bekannt sind. Und in der Jury sind ja Namen vertreten, die für Qualität bürgen.

Inzwischen stehen die Preisträger fest. Roman Mischel, der sich nicht nur hier seit Jahren mit dem Thema Webvideo auseinandersetzt, hat selbst in der Kategorie Dokumentation für seine Film Freddy den Publikumspreis gewonnen (herzlichen Glückwunsch!). Unter den Ausgezeichneten sind noch weitere bekannte, über die wir hier bereits berichtet haben – aber ebenso mir bisher unbekannte Perlen. Und die unglaubliche Menge an Einreichungen zeigt, dass sich bei einer Neuauflage des Preises das Bild schnell ändern könnte.

Ältere Beiträge über die Preisträger

Andere über den Webvideopreis

Mapping a Revolution

Screenshot New York Times

Die New York Times hatte bereits in den ersten Tagen des Protests gegen Ägyptens Präsident Mubaraks Visualisierungen dazu erstellt. Zunächst eine Überblickskarte mit den Schauplätze in Ägypten und der Kairoer Innenstadt (28. Januar), dann eine bei onlinejournalismus.de bereits besprochene, Satellitenfoto-Übersicht von Kairo. Diese wurde nachträglich um eine Auswahlmöglichkeit nach Tagen ergänzt (“Mapping the Protests, day by day”), die aber meiner Meinung nach für den User nicht ganz so deutlich war.

Nach dem Sturz Mubaraks hat man nachgelegt und – wohl auf dieser Basis – eine mit einem Zeitstrahl kombinierte Visualisierung der komplexen Ereignisse erarbeitet. Je nach ausgewählten Tag wechselt die Kartenperspektive. Unterhalb der Karte werden dazu ergänzend passende Inhalte von nytimes.com angeboten – also kein abgeschlossenes Flash-Ghetto.

Die BBC bietet ein interaktives Foto des Tahrir-Platzes, das erläutert, was sich auf dem Zeltplatz der Demonstranten wo befand – vom der provisorischen Apotheke über den Kindergarten bis zum Flaggenshop.

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de:

… im übrigen Internet:

Ägypten und Prozessjournalismus, Nachtrag

Als Nachtrag zu Lorenz Matzats Artikel “Ägypten und Prozessjournalismus: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen” der Hinweis auf zwei interessante Beiträgeüber Andy Carvin von NPR und seine Erfahrungen, Ägypten-Nachrichten über Twitter zu kuratieren.

Und ein Hintergrund: NPR Takes ‘Web-First’ Approach to Blogging. What Does That Mean? (September 2010)

Update, 14.02.2011:
Medial Digital empfiehlt noch einen weiteren Beitrag zum Thema beim Knight Digital Media Center, der wiederum auf einem Interview von Ethan Zuckermann mit Carvin basiert.

Bild.de: “Nix online auf keinen Fall”

Drei Tage alt, aber ein nahezu klassisches Beispiel: Bildblog dokumentiert, wie Bild.de als erstes mit dem Toten sprach Medium den Rücktritt Mubaraks verkündigte – mit einem vorab vorbereiteten, aber am Donnerstagabend leider nicht zutreffenden Bericht: Der Rücktritt vom Rücktritt.

Vorschläge für Grimme Online Award gesucht

Bis zum 15. März können noch Vorschläge für preiswürdige Sites beim Grimme Online Award eingereicht werden, der in diesem Jahr zum elften Mal verliehen wird. Ausgezeichnet werden Websites in den Kategorien “Information”, “Wissen und Bildung”, “Kultur und Unterhaltung” sowie “Spezial”. Aus den Nutzer-Vorschlägen werden in einem zweistufigen Verfahren die Gewinner ausgewählt.

Was wird uns 2011 beschäftigen?

Jahresanfang, Zeit den Schreibtisch und die Gedanken zu ordnen. Welche Diskussionspunkte aus dem vergangenen Jahr werden uns 2011 im Onlinejournalismus weiterhin beschäftigen, welche neuen sind am Horizont schon absehbar? Da ich noch keine entsprechende Aufstellung gesehen habe, fangen wir hier einfach mal:

  • Das von den Verlegern geforderte und von der schwarz-gelben Koalition versprochene sogenannte Leistungsschutzrecht wird in einem Gesetzentwurf konkretisiert.
  • Mittelbar betrifft uns auch die gesetzliche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetdaten, nachdem das Bundesverfassungsgericht das bisherige Gesetz für ungültig erklärt hatte.
  • Wie beeinflusst die steigende mobile Internet-Nutzung journalistische Angebote? Welche Strategien bei der Entwicklung von Apps durch Medienunternehmen sind erfolgreich, welche eher nicht? Wird das iPad Ende 2011 weiter als Heilsbringer gefeiert?
  • Wie muss mit der weiterhin steigenden Bedeutung von Facebook umgegangen werden?
  • Wer bringt Open Data, Crowd Sourcing oder die Verbindung in Deutschland voran? taz, Zeit Online und Nichtregierungsorganisationen wären hier Kandidaten, die 2010 beispielhaft vorangehen könnten.

Ergänzungen gerne in den Kommentaren.

Nachtrag 05.01.2011
Don Alphonso macht sich in der Blogbar auch seine Gedanken, er erwartet, “dass wir 2011 bei den Verlagen keinen echten Paradigmenwechsel sehen werden”. Außerdem spricht er von “einem neuen, gut finanzierten und entschlossen durchgezogenen Projekt”, welches in diesem Jahr auf den Markt kommen soll: “Erst mal abwarten”.
Der Datenjournalist meint, dass 2011 deutlch werden könne, dass der Datenjournalismus ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Onlinejournalismus sei.

Nachtrag, 08.01.2011:
Adam Westbrokes Prognose für 2011 widmet sich u. a. Hyperlocal-Sites, Online-Video (“huge”) und Social News.

Google und die Adresszeile

Browser-Puristen wird die Galle hochkommen: Die Liste der am häufigsten bei Google eingegebenen eingegebenen Suchbegriffe zeigt einmal mehr, wie viele Menschen inzwischen das Internet benutzten, ohne der Adresszeile ihres Browsers Beachtung zu schenken, um dort ordnungsgemäß eine URL einzugeben (Angaben für Deutschland 2010):

Die häufigsten Suchbegriffe:
1. Facebook
2. YouTube
3. Berlin
4. eBay
5. Google
6. Wetter
7. TV
8. GMX
9. You
10. Test

Am schnellsten wachsende Suchbegriffe:
1. WM 2010
2. Chatroulette
3. iPad
4. DSDS 2010
5. Immobilienscout24
6. iPhone 4
7. Facebook
8. Zalando
9. Street View
10. Studi VZ

Gefettet habe ich die Begriffe, bei denen ohne Zweifel einfach nur eine Website angesteuert werden sollte und der User auch “Facebook.com” oder “GMX.de” hätte eingeben können. “You” könnte auch gut der erste Teil des Suchbegriffs “You Tube” sein. Schleierhaft ist mir allerdings, warum man bei Google nach “Google” sucht. Sind das die Menschen, die noch nicht mal wissen, dass sie sich auf der Google-Homepage befinden bzw. das Suchfeld in ihrem Browser eine Google-Anfrage ist?

Was heißt das?

1. Google bekommt eine gigantische Menge “Durchgangsverkehr” von Nutzern, die eigentlich nur zu einer ihnen längst bekannten Website wollen, die sie durch ein Bookmark oder direkte Eingabe der URL sofort ansteuern könnte. Und in der obigen Auswertung sind ja noch nicht einmal die Fälle enthalten, die zwar standardmäßig eine komplette URL samt “www.” eintippen – allerdings nicht in die Adresszeile, wo sie hingehört, sondern ins Google-Suchfeld.
2. Wer seinen Nutzer – etwa durch Bewerbung – beibringen will, eine lange und womöglich noch durch eine Schrägstrich getrennte URL in die Adresszeile einzugeben, kämpft bei vielen Zielgruppen auf verlorenem Posten.
3. Die Adresszeile wird zunehmend weniger wichtig werden. Klar, ehe man lange überlegt, ob man nun eher Sony.com oder Sony.de eingibt, um ans Ziel zu gelangen, ist es auch für Profi-Nutzer einfacher, die “Sony” ins Suchfeld einzugeben. Wer als Online-Redakteur Telefon-Support für orientierungslose Nutzer leisten muss und im Gespräch erst mal auf den Gedanken kommen muss, dass der Nutzer gar nicht von den Navigationspunkten auf der eigenen Website spricht, sondern die von Google als Shortcuts angebotenen “Sitelinks” unter dem ersten Suchergebnis meint, muss trotzdem erst mal tief durchatmen.

Weitere Links

SpeedLab Journalism

Deutschlandradio Wissen organisiert am 1. Dezember in Berlin ein “SpeedLab Journalism”. “Das SpeedLab versteht sich als Mischung aus Konferenz, Barcamp und Speeddating”, schreiben die Veranstalter. Inhaltlich geht es die Frage “Wie hat sich der Journalismus verändert und welche Transformationen warten noch auf uns?” Mit dabei sind unter anderem Joshua Benton, Leiter des Nieman Journalism Lab, Phil Fearnly, der “General Manager Future Media” der BBC.

Die Irak-Protokolle von WikiLeaks

Todesopfer in Bagdad (Screenshot von Guardian.co.uk)
Mit einem Twitter-Gewitter macht sich die parallele Veröffentlichung der Iraq War Logs bemerkbar. Diesmal hat Wikileaks für die Auswertung und Aufbereitung seiner geleakten Dokumente zum Irak-Krieg eine ganze Armada großer Redaktionen ins Boot geholt.
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Do-It-Yourself-Datenjournalismus bei der taz

Die “taz” macht einen Schritt Richtung offenen Datenjournalismus und zeigt, dass tatsächlich funktioniert, wovon andere in Deutschland nur reden: Daten mithilfe von kostenlosen, externen Tools darstellen und auch die Rohdaten verfügbar machen. Einen Bericht über die Schließung von Post-Filialen zugunsten von Post-Service-Agenturen in anderen Geschäften ergänzt die Online-Redaktion mit einer Google-Maps-Karte der verschiedenen Arten von Postvertretungen in Berlin (passt leider nicht in der richtigen Darstellungsgröße ins taz.de-Design), einem Chart zur Fillialentwicklung und zur Flächenabdeckung der Postfilialen. Im Print wird das Ganze abgerundet mit längeren Lesestrecken.

Vor gut einem Jahr hatte Sebastian Heiser für die “taz” schon mal die Standorte von Überwachungskameras auf einer Karte verzeichnet.

Update: Das Blog Datenjournalist hatte gestern schon die Machart des taz-Beitrags seziert.

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