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Schwächen der Einbindung von Videos

Matthias Kretschmer kritisiert in seinem Blog Print To Internet, dass Videos auf Nachrichten-Sites oft wie Fremdkörper wirken, weil sich scheinbar kaum jemand Gedanken macht, wie man sie sinnvoll einbinden könnte.

In der Regel werden die Videos in einem separaten Video- oder Multimedia-Bereich abgelegt und nicht mit korrespondierenden Artikeln, Bildergalerien oder Umfragen kombiniert. Das ist ungefähr so, als würde man in der Zeitung erst alle Texte abdrucken, dann alle Fotos und abschließend alle Infografiken.

Der User muss in solchen Fällen auf der Site von Sektion zu Sektion springen, wenn er sich zu einem Thema umfassend mittels Text und Video informieren möchte.

Werden Videos direkt in einen Artikel eingebunden, vermitteln sie oft keine neuen Informationen. Der fehlende Mehrwert wird dadurch kaschiert, dass kurze, erklärende Texte – ähnlich einer Bildunterzeile – schlicht fehlen. So ist Video anschauen online meistens Glückssache.

Eigentlich liegen sinnvolle Text-Video-Kombinationen ja auf der Hand: Wird in einem Text beispielsweise ein Politiker zitiert, so könnte in der Nähe des Zitats das entsprechende Video-Interview platziert werden. Mehrwert: Für User würde deutlich, wie und auf genau welche Frage der Politiker geantwortet hat.

Räumt man Videos genug Platz in der Textspalte ein – wie es aktuell zum Beispiel tagesschau.de mit ihrem neuen Flash-Player tut -, könnte der Text gezielt auf das Video “hinarbeiten”. Text und Bild sind dann eine dramaturgische Einheit. Die hohe Kunst besteht bei solchen Kombinationen wohl darin, dass der Text auch ohne das Video noch irgendwie funktionieren sollte.

Die Welt der Überwachung als Flash-Animation

Panopti.com – Die schöne neue Welt der Überwachung lautet der Titel einer sehr sehenswerten, non-linear aufgebauten und vertonten Flash-Animation, die als Bachelor-Abschlussarbeit im Studiengang Digital Media an der Hochschule Ulm entstanden ist.

Inhaltlich geht es um das Thema Datenschutz. Anhand des Tagesablaufs einer fiktiven Person “Paul” wird nachgezeichnet, an welchen Stellen wir heute schon überall digitale Spuren hinterlassen.

(via Spreeblick)

Einschätzungen für 2007, heute: Thomas Knüwer

Wegen einer ganz anderen Frage hatte ich heute Thomas Knüwer im Düsseldorfer Verlagshaus Handelsblatt besucht. Weil ich meine Kamera ohnehin schon auf ihn gerichtet hatte, bat ich ihn auch um eine Einschätzung: Was wird das Jahr 2007 für den Online-Journalismus bringen?

Unter anderem geht Knüwer davon aus, dass die Zeit reif ist für Online-Journalisten, die sich mit ihrer eigenen Idee im Internet selbstständig machen wollen.


Online-Video und Zeitungen

Flash-Videoplayer auf Nachrichtenseite (Foto: Mischel)

“Video” war eines der Schlagwörter 2006. Und wie aus Branchenkreisen zu hören ist, wollen einige Online-Redaktionen im kommenden Jahr beachtliche Summen investieren, um ihre Berichterstattung mit bewegten Bildern zu bereichern. Grund genug für eine Momentaufnahme: Wie setzen deutsche Online-Redaktionen, deren Ursprung im Print liegt, heute Video ein? Ein kurzer Überblick.

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www.videojournalismus.net

Einsatzort Israel. Als der Chefredakteur mir dieses Angebot am Telefon nannte, schluckte ich. Katastrophen kannte ich, Krieg jedoch aus gutem Grund nicht. Schnell wurde aber klar, dass ich diesen Auftrag nicht ablehnen konnte.

Das Besondere an dem Projekt: Ein Dreier-Team (Reporter, Producerin und Moderator) ohne SNG, dafür mit Kamera und Laptop. Das Zauberwort aber hieß FTP, es ging also um das Überspiel von Bildern über das Internet.

Auszüge aus einem der ersten Einträge von Videojournalist Markus Böhnisch im neuen Weblog videojournalismus.net, an dem ich als Gastautor mitwirken werde.

Video-Offensive bei Handelsblatt.com

“Spannende Gespräche und Reportagen” im Bewegtbild kündigt Handelsblatt.com an und startet zwei neue Video-Formate: Ein mobiles Video-Blog, in dem Webreporter per UMTS-Handy live berichten. Und den Elektrischen Reporter, ein Video-Blog, in dem einmal wöchentlich Trends aus der Online-Welt vorgestellt werden.

Relaunch bei Spiegel Online

Ohne große Vorankündigungen hat Spiegel Online heute im Laufe des Nachmittags den Schalter umgelegt und sein neues Layout veröffentlicht. Relaunch Nr. 6 in der Geschichte von SpOn wirkt aufgeräumt und zeitgemäß. Die wichtigsten Änderungen hat SpOn-Chef Blumencron zusammengefasst.

Die Website ist weiterhin optimiert für eine Bildschirmauflösung von 800 Pixeln in der Breite. Werbung fehlt bisher, wird aber vermutlich in absehbarer Zeit wieder in voller Größe am oberen und rechten Bildschirmrand zu sehen sein, sodass eine Auflösung von 1024 Pixeln vorausgesetzt werden dürfte, um in den vollen Genuss zu kommen.

Die Navigationsleiste befindet sich nun am Seitenkopf und nicht mehr am linken Rand. Ein Trend, den viele Redaktionen bei ihrem Relaunch berücksichtigen und der durch die letzte Eyetrack-Studie bestätigt wurde. Spiegel Online hatte ja bereits vor zwei Jahren das Layout auf Artikel-Ebene angepasst: Die Navigation wanderte damals in ein Pull-Down-Menue am oberen Bildschirmrand, die Inhalte darunter wurden dann in zwei breiteren Spalten dargestellt (was mehr Raum für neue Werbeformen schaffte).

Auch in der aktuellen Version werden die Inhalte in zwei Spalten dargestellt. Auf der Centerpage ist die Hauptspalte etwas breiter, was auch größere Teaser-Fotos ermöglicht. Diese werden zwar noch spärlich eingesetzt, sind aber aktuell (6.9., 18:47 Uhr) zum Beispiel auf der Netzwelt-Centerpage zu sehen. Auf Artikel-Ebene ist die Hauptspalte etwa 100 Pixel schmaler, was für eine lesefreundlichere Formatierung des Textes sorgt.

Video und Multimedia-Elemente werden nach dem Relaunch stärker hervorgehoben: Der zweite Hauptnavigationspunkt heißt auch “Video”, sollte aber doch besser mit “Multimedia” beschriftet sein. Denn klickt man darauf, werden auch Punkte wie “Fotostrecken” aufgeführt.

Beibehalten wurde auch das farbige Leitsystem durch die Ressorts. Mit jedem Klick in eine andere Rubrik ändert sich jeweils die Farbe am Seitenkopf. Einigen Usern mag das als Orientierung dienen. Zu beobachten aber ist, dass andere Redaktionen sich von solchen Systemen wieder verabschieden, wie zum Beispiel n-tv.de. Dort zeigt sich die Site seit einigen Tagen quer durch alle Ressorts in einer Einheitsfarbe.

RSS-Feeds liefert SpOn nach wie vor leider nur als Schlagzeilen – keine Teaser, keine Bilder. Deutlicher hervorgehoben wird jetzt das Forum, doch eine Kommentierfunktion für zumindest einige Artikel (wie es beispielsweise stern.de vor einiger Zeit eingeführt hat) wäre schöner gewesen.

Unter der Haube setzt Spiegel Online nicht auf zeitgemäßes XHTML, sondern HTML 4.01 – allerdings wurde das Layout nicht mehr mit blinden Tabellen gebaut. Wer sich die Site mit größerer Schrift anschauen will, wird ab bestimmten Schriftgraden trotzdem mit merkwürdigen Überlappungen konfrontiert. Der obligatorische Validierungstest fördert am Tag 1 von Version 7.0 insgesamt noch 242 Fehler an die Oberfläche. Aber das wird vermutlich nach und nach am lebenden Objekt behoben.

Im Relaunch-Forum auf Spiegel Online hat sich mittlerweile eine lebhafte Diskussion entwickelt. Den ersten Meinungen nach scheint das neue Layout aber gut angenommen zu werden. Dem kann ich mich nur anschließen: Spiegel Online Version 7.0 sieht wirklich gut aus.

User-Agent: AboutUsBot Disallow: /

AboutUs.org (bewusst nicht verlinkt) ist einer dieser Dienste, die darauf spezialisiert sind, vollautomatisch Daten zu sammeln. In diesem Fall tragen Roboter jede Menge Informationen über Websites zusammen und bedienen sich bei den öffentlich zugänglichen WHOIS-Datenbanken.

In Deutschland sind diese Daten aber nicht ohne Grund rechtlich geschützt. Wer auf den Seiten der DENIC die Daten einer .de-Domain abfragen möchte, wird auf folgenden Hinweis stoßen:

Sie [Anm.: Die Daten] dürfen nur zum Zwecke der technischen oder administrativen Notwendigkeiten des Internetbetriebs oder zur Kontaktaufnahme mit dem Domaininhaber bei rechtlichen Problemen genutzt und ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis der DENIC eG weder elektronisch noch in anderer Art gespeichert werden. Insbesondere die Nutzung zu Werbe- oder ähnlichen Zwecken ist ausdrücklich untersagt.

Wem als Betreiber einer Website die Datensammelei nicht geheuer ist, sollte die auf dem Webserver liegende Datei robots.txt um die Zeilen

User-Agent: AboutUsBot
Disallow: /

erweitern.

Da man gegenüber Diensten, die ungefragt und ohne rechtliche Grundlage Informationen sammeln, ohnehin nie skeptisch genug sein kann, sollte man vielleicht noch wirksamere Mittel anwenden. Einige davon sind hier beschrieben.

(via)

oe24.at, erste Eindrücke

oe24.at, das Online-Angebot der neuen Tageszeitung “Österreich”, hinterlässt unter technischen Gesichtspunkten einen ersten überzeugenden Eindruck. Deutlich zu erkennen ist der multimediale Ansatz: Die Redakteure arbeiten aus einem Newsroom heraus sowohl für das Print- als auch das Online-Angebot.

Leider hatte ich die erste Ausgabe der Zeitung noch nicht in der Hand. Wohl aber Markus Schmeiduch, der in seinem Blog schreibt:

Auch sehr gut finde ich die starke Verschmelzung von Internetauftritt und Printzeitung. Hier wird vorgelebt, was seit Jahren diskutiert wird. Überall Verweise auf ergänzende Inhalte im Online-Auftritt. Vor allem sinnvolle Ergänzungen. Interviews als Podcast, etc.

Die Optik der Website ist wie immer Geschmackssache. Mit weißem Hintergrund und schwarzer Schrift macht man selten etwas falsch, ansonsten ist viel Rot im Spiel. Passend zu den Erkenntnissen aus der letzten Eyetrack-Studie wurde die Navigationsleiste am oberen Bildschirmrand untergebracht.

Über die Einteilung der Navigation lässt sich streiten. Übergeordnete Punkte sind “News”, “Life” und “Video”. Weil Videos ganz offensichtlich eine große Rolle bei oe24.at spielen und diese prominent in der Navigationsleiste hervorgehoben werden, kommt es zu merkwürdigen Dopplungen: Wer Sportnachrichten will, findet diese sowohl unter “News/Sport” als auch unter “Videos/Sport”.

Direkt unter der Navigationsleiste sticht die Aufmacher-Animation ins Auge: Im Abstand von einigen Sekunden werden verschiedene Bilder samt Schlagzeilen eingeblendet, die sich ressortweise abwechseln. Ein Design-Trend, über den wir vor kurzem berichteten. Das Flash-Plugin wird dabei vorausgesetzt. Wer es nicht hat, bekommt trotzdem eine Animation zu sehen. Die sieht dann zwar nicht mehr ganz so schön aus, funktioniert aber auch – allerdings nur mit eingeschaltetem Javascript. Wer auch das nicht hat, sieht statt eines Aufmachers nur eine große, weiße Lücke.

Der Inhaltsbereich ist dreigeteilt: In der Mitte eine mit etwa 300 Pixeln lesefreundlich dimensionierte Spalte für die Artikel, links eine schmalere für weiterführende Infos und Umfragen, rechts eine etwas breitere Spalte, in der ebenfalls zusätzliche Infos sowie Werbung Platz finden.

Inhaltlich ist oe24.at Boulevard mit etwas höherem Niveau als die Konkurrenz “Krone”, schreibt Frank Patalong:

Der Themenmix balanciert zwischen ernsthaften Nachrichten und “human touch”, was keine Schwäche ist: Gerade im Web erwarten das auch die Leser.

Wie die Leser allerdings mit Meldungen wie diesen umgehen, ist eine andere Frage. Gerade in die Rubrik “Digital” mischt sich schon nach dem ersten Tag der eine oder andere Text, der nach Schleichwerbung riecht (weil nicht nur sehr wohlwollend über ein Produkt geschrieben, sondern gleichzeitig auch die exklusive Bezugsquelle angegeben wird). Man kann so etwas natürlich als Service für die User interpretieren – die Grenzen sind da bekanntermaßen fließend.

Videos scheinen bei oe24.at wesentlicher Bestandteil der redaktionellen Arbeit zu sein. So werden beispielsweise Gespräche im Newsroom mit Studiogästen aufgezeichnet, eigene Berichte gedreht, sogar eine aus dem Newsroom moderierte Nachrichtensendung gehört zum Programm – davon könnten sich die Online-Auftritte vieler Fernsehsender eine Scheibe abschneiden.

(Kleiner Hinweis am Rande: Die eingebetteten Videos sollten nicht sofort anfangen zu laden, wenn man die Seite aufruft. Das nervt alle User, die mit einem Volumentarif surfen. Außerdem lässt es die Kosten für den Traffic explodieren.)

Unter der Haube setzt oe24.at auf zeitgemäßes XHTML 1.0. Am Code wird in den nächsten Tagen vermutlich noch gefeilt werden: Der Markup-Validator des World Wide Web Consortiums findet im Augenblick noch rund 100 Fehler auf der Startseite. Und die recht häufig auftretenden 404-Fehler hinter einigen Menuepunkten werden bald wohl auch der Vergangenheit angehören.

Video-Encoding, Studie

Eine aktuelle Studie der Indiana University-Purdue University Indianapolis ist eine gute Entscheidungshilfe für Redaktionen, die künftig Videos in ihr Angebot integrieren wollen. Fünf verschiedene Encoding- und Streaming-Technologien werden darin im Hinblick auf Qualität, Usability und Kosten miteinander verglichen.

Am besten geeignet sei die relativ unbekannte VX30-Technologie, da sie ohne einen speziellen Player auskommt (die Videos werden über ein Java-Applet abgespielt), der Encoder zügig arbeite und die Kosten sehr gering seien.

In kurzen Tutorials erklären die Macher der Studie, welche Parameter man wählen sollte, um Videos mit den verschiedenen Technologien zu kodieren.

Ein paar weitere Infos zur Studie habe ich hier aufgeschrieben.

(via)

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