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tagesschau.de mit Video-Nachrichtenüberblick

Jetzt gibt es auch bei tagesschau.de einen mehrmals täglich aktualisierten Nachrichtenüberblick als Video direkt auf der Startseite. Die Nachrichtensendung stammt von EinsExtra.

Was mir sofort ins Auge gefallen ist: tagesschau.de verwendet ganz offensichtlich eine angepasste Version des FLV Flash Players von Jeroen Wijering. Dieser Player wird auch von vielen Bloggern eingesetzt.

Das Video selbst ist ca. anderthalb Minuten lang, bringt das Wichtigste also kurz auf den Punkt. Da die Abmessungen des Videos wegen der Randspalte nur 170 x 127 Pixel groß ist, sind einige der Texteinblendungen kaum zu lesen. Dafür gibt es dann die Großansicht, die sich in einem neuen Fenster öffnet.

Gestreamt wird das Video nicht, sondern – ähnlich wie bei Spiegel Online und fast allen anderen, die Videos im Flash-Format anbieten – in einem Rutsch heruntergeladen.

Insgesamt setzt tagesschau.de nun vier verschiedene Player und Verfahren zur Auslieferung von Videos auf seinen Seiten ein: Nach wie vor Real Video und Windows Media mit echtem Streaming (für die Tagesschau-Sendungen), einen Flash-Player mit ebenfalls echtem Streaming (für diverse Specials wie etwa dem Weihnachtskalender 2006) sowie den neuen pseudo-streamenden Flash-Player für den schnellen Nachrichten-Überblick.

Wall Street Journal gibt seine Videos für Blogs frei

Wer die Videos des Wall Street Journal in sein Blog einbinden will, kann das schnell und einfach über die im Player integrierte Funktion “Embed Code” erledigen. Laut Beet.TV ist das WSJ einer der wenigen Nachrichtenanbieter, der seine Videos auf diese Art und Weise auf die Reise schickt.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Werbung, die mit den Videos verbunden ist, wird auf diesem Weg viel breiter gestreut, was die Einnahmen für das WSJ steigen lässt.

Nachteil: Für Werbetreibende ist immer auch der Kontext wichtig, in denen ihre Werbespots erscheinen. Dieser Kontext wird nicht nur durch das Video selbst bestimmt, sondern auch durch die Websites, in die das Video eingebunden wird.

Das WSJ nutzt den Video-Dienstleister Brightcove (mehr dazu im Blog Digitaler Film), der sich von Diensten wie YouTube oder Sevenload (die natürlich auch über eine Embed-Funktion verfügen) vor allem darin unterscheidet, dass er sich hauptsächlich an professionelle Video-Produzenten wendet.

Ob eine Embed-Funktion in absehbarer Zeit wohl eine Rolle für Nachrichtenangebote wie Spiegel Online, Focus Online oder gar die Öffentlich-Rechtlichen spielt?

Und wie sieht es dann mit rechtlichen Fragen aus? Was wenn beispielsweise Musik in einem Clip genutzt wird? Wer zahlt dafür die Lizenzgebühren? Der Urheber des Videos? Oder der Blogger?

In eigener Sache: E-Mails erreichen uns zurzeit nicht

Unser Internet Service Provider hat derzeit ganz offensichtlich erhebliche technische Probleme, die dazu führen, dass E-Mails an onlinejournalismus.de nicht bzw. mit erheblicher Verspätung zugestellt werden. Leider ist auf der Website unseres ISP dazu nichts zu lesen, auch telefonisch konnte ich niemanden erreichen. Lediglich aus den Kommentaren einer Meldung im Heise Newsticker geht hervor, dass das Problem vermutlich noch einige Tage andauern könnte.

Falls Sie uns also geschrieben haben: Bitte etwas Geduld! Wir melden uns, sobald unser ISP die Probleme wieder im Griff hat.

Update (27.1.): Das Problem scheint behoben zu sein.

Schwächen der Einbindung von Videos

Matthias Kretschmer kritisiert in seinem Blog Print To Internet, dass Videos auf Nachrichten-Sites oft wie Fremdkörper wirken, weil sich scheinbar kaum jemand Gedanken macht, wie man sie sinnvoll einbinden könnte.

In der Regel werden die Videos in einem separaten Video- oder Multimedia-Bereich abgelegt und nicht mit korrespondierenden Artikeln, Bildergalerien oder Umfragen kombiniert. Das ist ungefähr so, als würde man in der Zeitung erst alle Texte abdrucken, dann alle Fotos und abschließend alle Infografiken.

Der User muss in solchen Fällen auf der Site von Sektion zu Sektion springen, wenn er sich zu einem Thema umfassend mittels Text und Video informieren möchte.

Werden Videos direkt in einen Artikel eingebunden, vermitteln sie oft keine neuen Informationen. Der fehlende Mehrwert wird dadurch kaschiert, dass kurze, erklärende Texte – ähnlich einer Bildunterzeile – schlicht fehlen. So ist Video anschauen online meistens Glückssache.

Eigentlich liegen sinnvolle Text-Video-Kombinationen ja auf der Hand: Wird in einem Text beispielsweise ein Politiker zitiert, so könnte in der Nähe des Zitats das entsprechende Video-Interview platziert werden. Mehrwert: Für User würde deutlich, wie und auf genau welche Frage der Politiker geantwortet hat.

Räumt man Videos genug Platz in der Textspalte ein – wie es aktuell zum Beispiel tagesschau.de mit ihrem neuen Flash-Player tut -, könnte der Text gezielt auf das Video “hinarbeiten”. Text und Bild sind dann eine dramaturgische Einheit. Die hohe Kunst besteht bei solchen Kombinationen wohl darin, dass der Text auch ohne das Video noch irgendwie funktionieren sollte.

Die Welt der Überwachung als Flash-Animation

Panopti.com – Die schöne neue Welt der Überwachung lautet der Titel einer sehr sehenswerten, non-linear aufgebauten und vertonten Flash-Animation, die als Bachelor-Abschlussarbeit im Studiengang Digital Media an der Hochschule Ulm entstanden ist.

Inhaltlich geht es um das Thema Datenschutz. Anhand des Tagesablaufs einer fiktiven Person “Paul” wird nachgezeichnet, an welchen Stellen wir heute schon überall digitale Spuren hinterlassen.

(via Spreeblick)

Einschätzungen für 2007, heute: Thomas Knüwer

Wegen einer ganz anderen Frage hatte ich heute Thomas Knüwer im Düsseldorfer Verlagshaus Handelsblatt besucht. Weil ich meine Kamera ohnehin schon auf ihn gerichtet hatte, bat ich ihn auch um eine Einschätzung: Was wird das Jahr 2007 für den Online-Journalismus bringen?

Unter anderem geht Knüwer davon aus, dass die Zeit reif ist für Online-Journalisten, die sich mit ihrer eigenen Idee im Internet selbstständig machen wollen.


Online-Video und Zeitungen

Flash-Videoplayer auf Nachrichtenseite (Foto: Mischel)

“Video” war eines der Schlagwörter 2006. Und wie aus Branchenkreisen zu hören ist, wollen einige Online-Redaktionen im kommenden Jahr beachtliche Summen investieren, um ihre Berichterstattung mit bewegten Bildern zu bereichern. Grund genug für eine Momentaufnahme: Wie setzen deutsche Online-Redaktionen, deren Ursprung im Print liegt, heute Video ein? Ein kurzer Überblick.

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www.videojournalismus.net

Einsatzort Israel. Als der Chefredakteur mir dieses Angebot am Telefon nannte, schluckte ich. Katastrophen kannte ich, Krieg jedoch aus gutem Grund nicht. Schnell wurde aber klar, dass ich diesen Auftrag nicht ablehnen konnte.

Das Besondere an dem Projekt: Ein Dreier-Team (Reporter, Producerin und Moderator) ohne SNG, dafür mit Kamera und Laptop. Das Zauberwort aber hieß FTP, es ging also um das Überspiel von Bildern über das Internet.

Auszüge aus einem der ersten Einträge von Videojournalist Markus Böhnisch im neuen Weblog videojournalismus.net, an dem ich als Gastautor mitwirken werde.

Video-Offensive bei Handelsblatt.com

“Spannende Gespräche und Reportagen” im Bewegtbild kündigt Handelsblatt.com an und startet zwei neue Video-Formate: Ein mobiles Video-Blog, in dem Webreporter per UMTS-Handy live berichten. Und den Elektrischen Reporter, ein Video-Blog, in dem einmal wöchentlich Trends aus der Online-Welt vorgestellt werden.

Relaunch bei Spiegel Online

Ohne große Vorankündigungen hat Spiegel Online heute im Laufe des Nachmittags den Schalter umgelegt und sein neues Layout veröffentlicht. Relaunch Nr. 6 in der Geschichte von SpOn wirkt aufgeräumt und zeitgemäß. Die wichtigsten Änderungen hat SpOn-Chef Blumencron zusammengefasst.

Die Website ist weiterhin optimiert für eine Bildschirmauflösung von 800 Pixeln in der Breite. Werbung fehlt bisher, wird aber vermutlich in absehbarer Zeit wieder in voller Größe am oberen und rechten Bildschirmrand zu sehen sein, sodass eine Auflösung von 1024 Pixeln vorausgesetzt werden dürfte, um in den vollen Genuss zu kommen.

Die Navigationsleiste befindet sich nun am Seitenkopf und nicht mehr am linken Rand. Ein Trend, den viele Redaktionen bei ihrem Relaunch berücksichtigen und der durch die letzte Eyetrack-Studie bestätigt wurde. Spiegel Online hatte ja bereits vor zwei Jahren das Layout auf Artikel-Ebene angepasst: Die Navigation wanderte damals in ein Pull-Down-Menue am oberen Bildschirmrand, die Inhalte darunter wurden dann in zwei breiteren Spalten dargestellt (was mehr Raum für neue Werbeformen schaffte).

Auch in der aktuellen Version werden die Inhalte in zwei Spalten dargestellt. Auf der Centerpage ist die Hauptspalte etwas breiter, was auch größere Teaser-Fotos ermöglicht. Diese werden zwar noch spärlich eingesetzt, sind aber aktuell (6.9., 18:47 Uhr) zum Beispiel auf der Netzwelt-Centerpage zu sehen. Auf Artikel-Ebene ist die Hauptspalte etwa 100 Pixel schmaler, was für eine lesefreundlichere Formatierung des Textes sorgt.

Video und Multimedia-Elemente werden nach dem Relaunch stärker hervorgehoben: Der zweite Hauptnavigationspunkt heißt auch “Video”, sollte aber doch besser mit “Multimedia” beschriftet sein. Denn klickt man darauf, werden auch Punkte wie “Fotostrecken” aufgeführt.

Beibehalten wurde auch das farbige Leitsystem durch die Ressorts. Mit jedem Klick in eine andere Rubrik ändert sich jeweils die Farbe am Seitenkopf. Einigen Usern mag das als Orientierung dienen. Zu beobachten aber ist, dass andere Redaktionen sich von solchen Systemen wieder verabschieden, wie zum Beispiel n-tv.de. Dort zeigt sich die Site seit einigen Tagen quer durch alle Ressorts in einer Einheitsfarbe.

RSS-Feeds liefert SpOn nach wie vor leider nur als Schlagzeilen – keine Teaser, keine Bilder. Deutlicher hervorgehoben wird jetzt das Forum, doch eine Kommentierfunktion für zumindest einige Artikel (wie es beispielsweise stern.de vor einiger Zeit eingeführt hat) wäre schöner gewesen.

Unter der Haube setzt Spiegel Online nicht auf zeitgemäßes XHTML, sondern HTML 4.01 – allerdings wurde das Layout nicht mehr mit blinden Tabellen gebaut. Wer sich die Site mit größerer Schrift anschauen will, wird ab bestimmten Schriftgraden trotzdem mit merkwürdigen Überlappungen konfrontiert. Der obligatorische Validierungstest fördert am Tag 1 von Version 7.0 insgesamt noch 242 Fehler an die Oberfläche. Aber das wird vermutlich nach und nach am lebenden Objekt behoben.

Im Relaunch-Forum auf Spiegel Online hat sich mittlerweile eine lebhafte Diskussion entwickelt. Den ersten Meinungen nach scheint das neue Layout aber gut angenommen zu werden. Dem kann ich mich nur anschließen: Spiegel Online Version 7.0 sieht wirklich gut aus.

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