Archivierte Einträge für

SpokesmanReview.com, Videos

The Spokesman Review ist eine Zeitung im Nordwesten der USA mit einer Auflage irgendwo zwischen 100.000 und 250.000. Sie könnte vielen hiesigen Zeitungen als Vorbild dienen, wie man den schleichenden Prozess vom bedruckten Papier hinein ins Web zu einem vollständig multimedial arbeitenden Informations-Anbieter über die Jahre hinweg gestalten kann.

Unter anderem setzt die Zeitung auch auf individuell produzierte Videos – ein Trend, der sich in Deutschland so langsam erst bei einigen größeren Nachrichten-Sites durchsetzt.

Colin Mulvany war 17 Jahre lang als Fotograf für den Spokesman Review tätig – heute ist er Multimedia-Redakteur und hat Video für sich als neue Möglichkeit für das Storytelling entdeckt. Hauptsächlich veröffentlicht er seine Geschichten im Video Journal der Zeitung.

Wie sein Weg vom Fotografen zum Videographer und Multimedia-Redakteur aussah, welche Probleme unterwegs auftauchten, wie sich seine Arbeitsweisen verändert haben und mit welcher Technik er arbeitet, beschreibt er in einem lesenswerten Interview mit dem Online-Magazin Sports Shooter.

(gefunden bei Medianerds.de)

ARD/ZDF-Online-Studie 2006

Zitierfähiges Zahlenmaterial als Beweis dafür, dass in Sachen Internet-Nutzung und -Nachfrage irgendwie alles ansteigt, bietet die jährlich durchgeführte und repräsentative ARD/ZDF-Online-Studie in ihrer neuesten Auflage, die in Kürze zum Beispiel an dieser Stelle zu finden sein wird.

In der Pressemitteilung dazu werden bereits ein paar Fakten genannt, die wenig überraschen. Unter anderem zum Beispiel, dass die Hälfte aller Onliner in Deutschland mittlerweile über einen Breitbandanschluss verfügt – ein Grund dafür, dass auch die Nachfrage nach Video- und Audiomaterial steigt.

BBC News / Editors Blog

Nachdem es intern bereits einige Monate ausprobiert wurde, hat die BBC jetzt ihr neues Blog mit dem Titel The Editors freigeschaltet. Wie der Name verrät, schreiben dort die Redakteure – und zwar nicht über irgendein Thema, sondern über ihren Job.

Nachrichten-Chefin Helen Boaden schreibt in ihrem ersten Eintrag:

We are committed to being impartial, fair and accurate – these are the qualities which BBC News is rightly expected to uphold. But we also want to be open and accountable, and while this is nothing new [...], we are hoping this blog will be a fresh way of having a direct conversation with you, our audiences.

Mal angenommen, so ein Blog funktioniert – was voraussetzen würde, dass die Redakteure mit den Usern auf Augenhöhe kommunizieren – ist das ein großer Schritt nach vorn. Zuschauer könnten direkten Einfluss auf das Programm der BBC nehmen.

Allerdings wird das ganze von Offenheit leben, und die ist erst einmal eingeschränkt. Kommentare von den Nutzern erscheinen z.B. erst, wenn sie durch die Redaktion freigegeben wurden – was bei einem Angebot mit derartiger Reichweite zwar verständlich ist, aber so auch kritische Anmerkungen leicht unter den Tisch fallen können.

Erste Reaktionen über das Editors’ Blog u.a. bei Jeff Jarvis, Era Digital und jamesAntenne.

FIFA World Cup 2006 / Multimedia

Was tun, wenn man den Sieg der eigenen Mannschaft in Bild und Ton nacherzählen möchte, aber keine Rechte an den Bewegtbildern hat? Die Website der spanischen Tageszeitung Elpais.es baut z.B. aufwändige Infografiken, um die entscheidenden Spielzüge zu visualisieren. Das ganze – höchstemotional – unterlegt mit der Stimme eines enthusiastischen Reporters.

Ein paar Highlights der multimedialen WM-Berichterstattung sind bei Interactive Narratives verlinkt.

augenzeuge@n24.de / Video-Einsendungen

Ich würde es mir dreimal überlegen, bevor ich diesem Aufruf des Nachrichtensenders N24 folge. Dort sucht man nämlich nach Augenzeugen interessanter Ereignisse, die kostenlos ihre Bilder und Videos davon an die Redaktion schicken. Die trifft dann eine Auswahl und sendet das Ganze im Fernsehen. Als Anreiz soll offenbar dienen, dass der Name des Urhebers genannt wird.

Dieser tritt mit Einsendung des Materials aber gleich alle Rechte ab. Bei N24 heißt es:

Mit dem Einsenden des Materials überträgt der Einsender N24 kostenlos sämtliche im Zusammenhang mit dem Material bei ihm entstandenen, entstehenden und/oder hierfür von ihm erworbenen oder zu erwerbenden urheber-rechtlichen Nutzungs-, Leistungsschutz- und sonstigen Rechte, insbesondere das Senderecht, das Recht zur Verfügungsstellung auf Abruf, das Bild- und Tonträgerrecht, das Audiotex- und Teletextrecht, das Datenbank(übertragungs)recht, das Drucknebenrecht, das Bearbeitungs-, Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht, das Recht zur Werbung und Klammerteilauswertung etc., zur nicht-ausschließlichen, frei übertragbaren, zeitlich, räumlich und sachlich uneingeschränkten Nutzung.

Und außerdem muss der Einsender garantieren,

  • dass N24 alle übertragenen Rechte und Befugnisse, insbesondere alle zur Ausstrahlung der Produktion erforderlichen Rechte erwirbt.
  • dass diese weder ganz oder teilweise auf Dritte übertragen noch mit Rech­ten Dritter belastet noch Dritte mit ihrer Wahrnehmung beauftragt wurden sowie
  • dass weder bei der Herstellung noch bei der Ausstrahlung des Materials Rechte Dritter verletzt werden, die zu Ansprüchen gegen N24 führen können.

Was aber, wenn der Einsender im guten Glauben eine Menge garantiert, es dann aber doch nicht einhalten kann, weil zum Beispiel Rechte Dritter verletzt sind, von denen er gar nichts weiß? Er kann dann nur auf die Sorgfaltspflicht der Redaktion hoffen, die schon bei Sichtung des Materials das Gespür haben sollte, eine mögliche Rechteverletzung zu erkennen. Ansonsten kann ich potenziellen Einsendern nur empfehlen, schonmal rechtzeitig eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

(via Olaf Nitz)

Anmerkung des Autors: Ich weise darauf hin, dass ich unter anderem für den Nachrichtensender n-tv arbeite. n-tv steht gewissermaßen in direkter Konkurrenz zu N24.

Videos traffic-freundlicher laden

Auf vielen Websites werden Videos ausschließlich im Flash-Format angeboten. Aus redaktioneller Perspektive ist das keine schlechte Wahl, will man doch das größtmögliche Publikum erreichen. Das Flash-Plugin ist (nach Hersteller-Angaben) viel weiter verbreitet als sämtliche Player-Alternativen wie Real, Windows Media oder Quicktime.

Wenn ich mir allerdings die Videoplayer auf bekannten Nachrichten-Sites in Deutschland anschaue, taucht immer wieder dasselbe Problem auf: Sie streamen nicht richtig. Beispiel: Der “Miniplayer” in der rechten Spalte auf der Startseite von Focus Online. Drückt man “Play”, wird das Video so schnell wie möglich geladen, und zwar komplett in einem Durchgang. Mit einer durchschnittlichen DSL-Verbindung sind die Videodaten also nach etwa einer halben Minute beim Nutzer angekommen.

Was aber, wenn der Nutzer nach 30 Sekunden feststellt, dass ihn die restlichen 2:30 Minuten nicht mehr interessieren? Er wird vermutlich stop drücken bzw. weitersurfen. Von den 100% übertragenen Videodaten hat er dann nicht einmal 20% angesehen. Pure Verschwendung. Ich habe zwar keine Ahnung, wieviel ein Großabnehmer wie Focus Online für 1 Gigabyte Datenverkehr zahlen muss – aber vermutliche ließe sich eine Menge Geld sparen.

Dasselbe Problem tritt auch bei Spiegel Online, YouTube, Google Video, Yahoo Video, MyVideo, Dailymotion etc. auf.

Insofern gehen Websites wie tagesschau.de oder heute.de, die Standard-Player wie Real oder Windows Media mit ausgereifter Streaming-Technik einsetzen, besser mit der wertvollen Ressource “Traffic” um.

Einen gut programmierten und sauber streamenden Flash-Videoplayer setzt c|net news ein. Dieses Video beispielsweise ist der Mitschnitt einer Pressekonferenz mit Bill Gates, der seine neue Rolle bei Microsoft erklärt. Dabei werden paketweise immer nur soviele Daten vorgeladen, wie auch tatsächlich benötigt werden, um das Video gerade noch ohne Aussetzer anschauen zu können – mehr aber nicht. Drückt man auf Pause, werden auch keine Daten mehr geladen.

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 4

Seit kurzem werden Werbespots vor einige der Videoclips bei Spiegel Online geschaltet (z.B. vor die von der Videoredaktion selbst produzierten Clips sowie Carsten van Ryssens WM-Kolumne; werbefrei bleiben alle alten Videos, Ehrensenf und auch die Reuters-Beiträge).

Die Werbung scheint tatsächlich noch von Redakteuren in die Videos geschnitten und nicht über einen Ad-Server geliefert zu werden. Denn einerseits läuft immer dieselbe Werbung (arena.tv), andererseits lässt sie sich geschickt überspringen (durch einfaches “Vorspulen” mittels Slider) – was dem Nutzer sehr entgegen kommt.

Übrigens: Was man an sämtlichen Videoplayern noch verbessern sollte, ist die Art und Weise, wie sie mit Traffic umgehen. Gerade bei den direkt in die Seite integrierten Videos kommt es doch häufig vor, dass man mal kurz auf Play drückt, nach kurzer Zeit aber das Interesse verliert und wieder auf Stop klickt. Auch wenn man jetzt vielleicht nur ein Drittel des Videos gesehen hat, wird der Rest weiter geladen. Bei Tausenden Abrufen täglich kann das für den Site-Betreiber richtig ins Geld gehen.

In eigener Sache: Dokumentarfilm “Alltag Überwachung”



Video-Trailer zum Dokumentarfilm “Alltag Überwachung”, Länge: 4:07 Min., ca. 15 MB. Vielen Dank an Juho “Blamstrain” Hietala für die Musik.

Updates:

  • Novmeber 2007: Der “Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung” hat in Berlin bis zum 15. November den “Kleinen Überwachungsladen” eingerichtet. Während dieser Zeit wollen die Speicherungsgegner dort auch mehrmals “Alltag Überwachung” zeigen, in dem die die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung und die Auseinandersetzung darum eines der Hauptthemen sind.
  • September 2007:Am Sonntag, 9. September, findet im Glashaus Jena unter dem Titel “Auf dem Weg zum Überwachungsstaat“ ein Informationsabend – organisiert von Vertretern des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Freiheitsredner“ – statt. U. a. wird unser Film “Alltag Überwachung” gezeigt.
  • Juli 2007: Am Mittwoch, 4. Juli, sind wir zu Gast im Leipzig bei der ersten Ausgabe des Salon Surveillance und stellen dort u. a. unseren Film vor. Hier ist die Einladung für alle Interessieren (PDF).
  • März 2007: Alltag Überwachung ist bei tagesschau.de nicht nur als vierteiliges Videodossier im Dezember 2006 veröffentlicht worden, sondern kann dort inzwischen auch im MPEG4-Format heruntergeladen werden (in vier Teilen oder in der Komplettfassung, ca. 350 MB).
  • März 2007: Kurz-Rezension bei Phlow.net
  • Januar 2007: Am Samstag, 13. Januar, wurde “Alltag Überwachung” in der Sendung “Blogspiel” auf DeutschlandRadio Kultur vorgestellt. Die Sendung ist auch als Audio abrufbar.

Ganz vorab: “Alltag Überwachung” ist ein 45-minütiger Dokumentarfilm. Darin gehen wir einer Frage nach, die sich angesichts immer neuer Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung stellt: Leben wir mittlerweile in einem Überwachungsstaat? “Alltag Überwachung” ist eine freie Produktion, die teilweise mit einem Recherchestipendium finanziert wurde. Gesucht wird noch ein TV-Sendeplatz (Kontakt für Redaktionen) Weiterlesen…

Relaunch von kicker.de

Pünktlich zur WM wurde die Website von kicker.de gründlich überarbeitet. Was zuerst auffällt: Die Seite wirkt sehr viel aufgeräumter als zuvor. Das neue Layout ist nunmehr in fast fehlerfreiem XHTML 1.0 transitional kodiert – ein deutlicher Schritt nach vorn in Richtung Barrierefreiheit mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass der Code nur noch halb so viel auf die Waage bringt wie zuvor.

kicker.de Relaunch
kicker.de: vorher und nachher.

Die Seite ist für eine mittlere Bildschirmauflösung von 1024×768 Pixeln optimiert, wobei der rechte Rand ausschließlich für Werbung vorgesehen ist. Weil die damals links positionierte Navigationsleiste jetzt am oberen Bildschirmrand ist, wird der 768 Pixel breite Inhaltsbereich in zwei recht üppige Spalten geteilt: links die Artikel, rechts Schlagzeilen, Teaser und anderes. Die breiten Spalten lassen zusätzlichen Raum für Werbung. Ein Trend, der sich damals ja schon beim kleinen Relaunch von Spiegel Online (außer auf der Startseite) durchgesetzt hat, oder zum Beispiel auch bei stern.de zu sehen ist.

Urheberrechte, Haftung, Citizen Journalism

Am Beispiel der neuen Foto-/Video-Community Focus Live greift Don Alphonso in der Blogbar ein spannendes Thema auf: Wie sieht es eigentlich mit den Urheberrechten aus, und vor allem: Wer haftet, wenn Rechte Dritter verletzt wurden? Die User? Oder das veröffentlichende Medium?

Im Grunde ist die Frage übertragbar auf alle Angebote, die ihre User um Inhalte bitten. Denn jedes Foto, jedes Video birgt die Gefahr, dass dort Personen abgebildet werden, die das gar nicht wünschen. In welchen Fällen keinerlei Rechte verletzt werden, ist ohne Wissen des Kontextes, in dem das Foto/Video angefertigt wurde, oft schwer zu beurteilen. Das Risiko pauschal auf die User zu verlagern, ist sicher etwas zu kurz gedacht.

Und wie schaut es zum Beispiel mit Musikrechten aus, selbst wenn Musik von Netlabels benutzt wird, die unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht wurde? Die kommerzielle Nutzung wird durch eine CC-Lizenz meistens ausgeschlossen. Mal angenommen, ein musikuntermaltes Video landet zum Beispiel bei Focus Live – ist das dann kommerziell genutzt, weil Focus Online ohnehin wirtschaftliche Ziele verfolgt? Oder nichtkommerziell, weil die User ja kein Geld damit verdienen, anderen ihre musikuntermalten Videowerke zur Verfügung zu stellen?

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