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Videoeinbindung bei SpOn

Die Video-Experimente bei SpOn, auf die Matthias Eberl neulich schon hingewiesen hat, kommen jetzt nahezu täglich vor. Gleich zwei Videos werden aktuell auf der Startseite von Spiegel Online gezeigt, eines davon direkt – statt eines Fotos – neben dem Aufmacher-Teaser.

Technisch ist das ganze geschickt gelöst: Statt eines eingebetteten Videos, das nur über ein zusätzliches Plugin abgespielt werden könnte, wird zunächst ein statisches JPEG mit einer gefakten Player-Menueleiste gezeigt. Diese Startseite wird also auch mit Browsern angezeigt, die nicht mit zusätzlichen Plugins ausgestattet sind.

Das JPEG befindet sich in einem eingebettetem Frame (“IFRAME”). Erst beim Klick auf das Foto bzw. die Playerleiste wird eine neue HTML-Seite, die das Video enthält, direkt in den IFRAME geladen – und erst jetzt wird das Plugin vorausgesetzt.

Beim Streaming setzt SpOn auf Flash, vermutlich weil es nach Herstellerangaben unter den Browser-Plugins am weitesten verbreitet ist.

Die Videos selbst stammen zurzeit immer noch von Reuters – mal sehen, wann die erste Eigenproduktion online geht.

Vorratsdatenspeicherung Nebensache?

Mich wundert ein wenig, dass die gesamte Diskussion um die bevorstehende Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland auf den großen Nachrichtenseiten kaum eine Rolle spielt. Oder täuscht mich der Eindruck?

Hintergründe habe ich hauptsächlich bei heise.de gefunden, dank der Arbeit von Stefan Krempl, der sich offenbar tief in die Thematik eingearbeitet hat.

Vor wenigen Wochen hatten Fiete Stegers und ich im Rahmen einer umfassenden Recherche zum Thema die Gelegenheit, unter anderem mit dem Datenschutzbeauftragten in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zu sprechen. Er geht davon aus, dass die EU-Richtlinie nicht im Einklang mit unserer Verfassung steht – und deswegen keine Chance haben dürfte.


Ob Newsvine funktionieren wird?

Newsvine, bislang nur gegen Passwort auf Anfrage zugänglich, fasst viele Ansätze der Diskussion um Bürgerjournalismus unter einem Dach zusammen. Die Website ist eine Nachrichten-Site wie CNN oder SpOn, nur eben mit vielversprechenden Möglichkeiten für User, sich zu beteiligen.

So können beispielsweise Stories, die über Agenturen einlaufen, kommentiert oder in einem mit Flash realisiertem Chatroom live diskutiert werden. Und natürlich können User die Website als Reporter selbst mitgestalten. Dabei sollen sie am Gewinn, der durch Werbung eingespielt wird, beteiligt werden.

Einen umfangreichen Einblick in das Innenleben von Newsvine gibt es bei Solutionwatch, weitere Informationen im Online Journalism Review. Einen Überblick der Spielarten des Citizen Journalism hat Steve Outing zusammengestellt.

Irrwege in Forschung und Lehre

Schon merkwürdig: Da forschen Forscher seit Jahren auf dem Gebiet der Medien und kommen mehrheitlich zu dem Schluss, dass das Internet für den Journalismus in Zukunft wohl eine ziemlich bedeutende Rolle spielen wird.

Das Institut für Journalistik der Universität Dortmund, bekannt für seinen recht praxisnahen Ausbildungsansatz, hat das zum Beispiel sehr früh erkannt: Schon vor rund fünf Jahren wurde dort eine eigene Lehrredaktion Online ins Leben gerufen. In dem Online-Magazin DOnews experimentieren Studierende mit neuen Darstellungsformen – mit Audio, Video und allem, was den Online-Journalismus interessant macht.

Jetzt soll der Laden dicht gemacht werden – aus Kostengründen, weil der wesentlich geldhungrigen Lehrredaktion Fernsehen angeblich das Geld ausgeht. Während die Professoren sich einig sind und DOnews schließen wollen, fürchten viele Studenten einen Verlust in der Qualität der Lehre.

Text und Audios dazu bei DOnews.

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