Archivierte Einträge für

Startseitenschwergewichte

Vor zwei Jahren hatte ich mal gemessen, wieviele Kilobytes eigentlich die Startseiten einiger Nachrichtenangebote auf die Waage bringen. Die Frage ist nicht ganz unwichtig, auch in Zeiten hoher Bandbreiten. Überladene Seiten stellen nicht nur langsam angebundene User auf eine Geduldsprobe, sie treiben auch die Kosten für den Traffic unnötig in die Höhe.

Damals lag die FAZ mit 383 Kilobytes an der Spitze einer kleinen (willkürlichen) Auswahl von deutschen Nachrichtenseiten. Heute geht sie mit 378 Kilobytes eher als Leichtgewicht durch. Die übrigen Testkandidaten haben alle zugelegt.

Weiterlesen…

stern.de mit neuer Kommentarfunktion

stern.de lässt in Meinungsartikeln neuerdings seine User zu Wort kommen. Ähnlich wie in Blogs können Kommentare direkt unter dem Beitrag angefügt werden, allerdings muss man sich vorher registrieren.

Kommentare direkt unter dem Artikel funktionieren sicher besser als ein angedocktes Diskussionsforum, das einige Klicks weit entfernt liegt. Lediglich an der Usability könnten die Designer/Programmierer von stern.de noch etwas feilen: Wer sich registrieren will, muss das benötigte Formular (ganz am Ende der Seite unter den Kommentaren) wirklich suchen…

Newsvine jetzt frei zugänglich

Newsvine hat seinen beta-status verlassen und ist seit rund zwei Wochen frei zugänglich.

Newsvine ist ein Experiment, das einige der “Web 2.0″-Schlagwörter unter einem Dach vereint: es ist hochgradig vernetzt, interaktiv und persönlich, zum Beispiel durch blogähnlich kommentierbare Nachrichten (die zurzeit ausschließlich über AP ins System fließen), user-initiierte News-Seeds, Foren und Chats, einem Bewertungssystem usw.

Eine Übersicht über die Funktionen von Newsvine gibt’s auf der Website von Jonathan Dube [#1, #2]. Dass es natürlich auch bei Newsvine zu Problemen kommen kann, wenn man seine Community allzu weit öffnet, dokumentieren diese beiden Einträge in den E-Media Tidbits.

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 2

Da ist es jetzt, worauf wir seit einiger Zeit warten: Das offenbar erste, selbstgemachte Video im Angebot von Spiegel Online (mit Material von Spiegel TV, Reuters, dpa, ddp, AP und Deutschlandfunk). Selbstgemacht heißt in diesem Fall selbst geschrieben, geschnitten und gesprochen – jedoch nicht selbst gedreht.

Zur Machart: Das Portrait über Angela Merkel könnte in dieser Form locker in jedem Fernsehprogramm laufen. Gearbeitet wurde mit einer Mischung aus Archiv-Bewegtbildern, vorzugweise in Slow-Motion, von links nach rechts bzw. oben nach unten oder vergrößerten bzw. verkleinerten Fotos und sehr vielen Blenden zwischen den Übergängen. Das ganze wurde mit Musik abgerundet, darüber liegt die Stimme des Sprechers.

Der Vorteil beim Fernsehen ist ja, dass einem jede Menge MBit Bandbreite für die Übertragung von Bild- und Toninformationen zur Verfügung stehen. Da spielt man zuweilen gern mit langen Überblendungen und anderen Effekten. Aber online? In Briefmarkengröße? Da treten dann schon mal Klötzchen auf, die – auch bei schnellen Verbindungen – eine Blende noch künstlerischer aussehen lassen als vielleicht gewollt.

Was hätten wir anders gemacht? Zum Beispiel hart geschnitten, keine Musik verwendet, Schwenks und Zooms nur dann, wenn’s wirklich nötig ist – und ansonsten voll auf die innere Bewegung der Bilder gesetzt.

Videoeinbindung bei SpOn

Die Video-Experimente bei SpOn, auf die Matthias Eberl neulich schon hingewiesen hat, kommen jetzt nahezu täglich vor. Gleich zwei Videos werden aktuell auf der Startseite von Spiegel Online gezeigt, eines davon direkt – statt eines Fotos – neben dem Aufmacher-Teaser.

Technisch ist das ganze geschickt gelöst: Statt eines eingebetteten Videos, das nur über ein zusätzliches Plugin abgespielt werden könnte, wird zunächst ein statisches JPEG mit einer gefakten Player-Menueleiste gezeigt. Diese Startseite wird also auch mit Browsern angezeigt, die nicht mit zusätzlichen Plugins ausgestattet sind.

Das JPEG befindet sich in einem eingebettetem Frame (“IFRAME”). Erst beim Klick auf das Foto bzw. die Playerleiste wird eine neue HTML-Seite, die das Video enthält, direkt in den IFRAME geladen – und erst jetzt wird das Plugin vorausgesetzt.

Beim Streaming setzt SpOn auf Flash, vermutlich weil es nach Herstellerangaben unter den Browser-Plugins am weitesten verbreitet ist.

Die Videos selbst stammen zurzeit immer noch von Reuters – mal sehen, wann die erste Eigenproduktion online geht.

Vorratsdatenspeicherung Nebensache?

Mich wundert ein wenig, dass die gesamte Diskussion um die bevorstehende Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland auf den großen Nachrichtenseiten kaum eine Rolle spielt. Oder täuscht mich der Eindruck?

Hintergründe habe ich hauptsächlich bei heise.de gefunden, dank der Arbeit von Stefan Krempl, der sich offenbar tief in die Thematik eingearbeitet hat.

Vor wenigen Wochen hatten Fiete Stegers und ich im Rahmen einer umfassenden Recherche zum Thema die Gelegenheit, unter anderem mit dem Datenschutzbeauftragten in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zu sprechen. Er geht davon aus, dass die EU-Richtlinie nicht im Einklang mit unserer Verfassung steht – und deswegen keine Chance haben dürfte.


Ob Newsvine funktionieren wird?

Newsvine, bislang nur gegen Passwort auf Anfrage zugänglich, fasst viele Ansätze der Diskussion um Bürgerjournalismus unter einem Dach zusammen. Die Website ist eine Nachrichten-Site wie CNN oder SpOn, nur eben mit vielversprechenden Möglichkeiten für User, sich zu beteiligen.

So können beispielsweise Stories, die über Agenturen einlaufen, kommentiert oder in einem mit Flash realisiertem Chatroom live diskutiert werden. Und natürlich können User die Website als Reporter selbst mitgestalten. Dabei sollen sie am Gewinn, der durch Werbung eingespielt wird, beteiligt werden.

Einen umfangreichen Einblick in das Innenleben von Newsvine gibt es bei Solutionwatch, weitere Informationen im Online Journalism Review. Einen Überblick der Spielarten des Citizen Journalism hat Steve Outing zusammengestellt.

Irrwege in Forschung und Lehre

Schon merkwürdig: Da forschen Forscher seit Jahren auf dem Gebiet der Medien und kommen mehrheitlich zu dem Schluss, dass das Internet für den Journalismus in Zukunft wohl eine ziemlich bedeutende Rolle spielen wird.

Das Institut für Journalistik der Universität Dortmund, bekannt für seinen recht praxisnahen Ausbildungsansatz, hat das zum Beispiel sehr früh erkannt: Schon vor rund fünf Jahren wurde dort eine eigene Lehrredaktion Online ins Leben gerufen. In dem Online-Magazin DOnews experimentieren Studierende mit neuen Darstellungsformen – mit Audio, Video und allem, was den Online-Journalismus interessant macht.

Jetzt soll der Laden dicht gemacht werden – aus Kostengründen, weil der wesentlich geldhungrigen Lehrredaktion Fernsehen angeblich das Geld ausgeht. Während die Professoren sich einig sind und DOnews schließen wollen, fürchten viele Studenten einen Verlust in der Qualität der Lehre.

Text und Audios dazu bei DOnews.

 « 1 2 3 4 5 6 7


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).