Archivierte Einträge für

Link- und lieblose Öffentlichkeitsarbeit bei der “Süddeutschen Zeitung”

Ein von mir sehr geschätzter Journalist der “Süddeutschen Zeitung” hat am Montag in München den Herbert-Riehl-Heyse-Preis verliehen bekommen. Hans Holzhaider arbeitet seit fast vier Jahrzehnten für die “SZ” als Gerichtsreporter. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der 66-jährige Redakteur für seinen am 14. Dezember 2012 auf der Seite Drei der “Süddeutschen Zeitung” verfassten Text “Der nackte Wahnsinn”.

All das und mehr berichtet Claudia Fromme für die Münchner in Zeitung und Online-Ausgabe: “Sägen! Nicht drücken!”. So weit, so gut. Dass der Link zum Herbert-Riehl-Heyse-Preis nur zu älteren Artikeln über diesen Preis führt, ist ärgerlich. Ich hätte beispielsweise gerne gewusst, wer in der Jury mitwirkte. Die aktuelle Ausschreibung wurde jedoch nicht im Netz publiziert, nur in der Zeitung wurde mehrmals im Medienteil eine Anzeige veröffentlicht. Eine Leserin hatte übrigens Holzhaider für diesen Preis vorgeschlagen, schreibt Fromme.

Noch ärgerlicher ist allerdings, dass der prämierte Text nicht verlinkt und online allenfalls über das Bezahlarchiv zugänglich ist (darauf erfolgt freilich auch kein Hinweis). Andererseits gibt es sieben nicht unbedingt zielführende Links im Text. Das ist leider miserable und lieblose Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache.

Weitere Links zum Thema bei onlinejournalismus.de


Weitere Links zum Thema im Internet

Topfvollgold oder komm mit ins Regenbogenland …

Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak

Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak. Foto: Privat (der Fotograf möchte nicht genannt werden)

… der Eintritt kostet den Verstand. Seit April betreiben die Dortmunder Journalistikstudenten Mats Schönauer und Moritz Tschermak das Watchblog Topfvollgold. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit berichten sie dort über die deutsche Regenbogenpresse. Den Verstand haben sie dabei noch nicht verloren, ganz im Gegenteil: mit Witz und Sachverstand geben sie prägnante Einblicke in ein bislang noch wenig erkundetes Mediensegment und freilich spielt auch das Thema Online hierbei eine Rolle. Wir haben ein E-Mail-Interview mit Mats und Moritz geführt. Weiterlesen…

Umfrage zum “Laienjournalismus in Deutschland”

Daniel Altmann, Student an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Informationswissenschaft, bat uns folgende Anfrage zu veröffentlichen.

Die Umfrage “Laienjournalismus in Deutschland” soll in 12 kurzen Fragen einen Überblick über die Denk- und Arbeitsweise von Laienjournalisten bieten. Sie ist Bestandteil der Bachelorarbeit “Medienkrise in Deutschland – Chancen und Gefahren des Laienjournalismus” an der Hochschule Darmstadt. Durch die Beantwortung der Fragen sollen Thesen und Analysen in dieser Arbeit unterstützt werden. Zur Teilnahme ist keine Anmeldung notwendig. Bei der Umfrage selbst bleiben Sie anoynm. Am Ende der Befragung haben Sie die Möglichkeit einen Gutschein von verschiedenen Anbietern anzunehmen.

Hier der Link zur Umfrage. Über das Ergebnis dieser Arbeit werden wir gerne berichten.

Presserat äußert sich zu “problematischen Kombinationen von Foto und Werbung”

Bei den einschlägigen Fällen gruselt es einen immer wieder: Ein Unfall, eine Katastrophe ist passiert. Es wird auf Websites darüber berichtet, es wird auch weiterhin Werbung auf den Seiten ausgespielt. Business as usual. Freilich geht das – fast absehbar – manchmal gehörig schief: Die automatisch eingespielte Werbung erzeugt eine unwillkommene Situationskomik. Der achso gesunde Menschenverstand bleibt erst mal ausgeschaltet. Hier ein von Flurfunk Dresden dokumentiertes Beispiel. Weiterlesen…

Auf dem Holzweg: Zwei Pressemitteilungen aus dem Tageszeitungs-Milieu

Da waren zum einen die “Badische Neuste Nachrichten” (“BNN”) mit einer bleiwüstigen PM - ohne jeden Absatz -: “Badische Neueste Nachrichten: BNN Kommentar zu Regionalzeitungen”. Ich weiß gar nicht genau, was der Urheber der PM, der Chefredakteur Klaus-Michael Baur, mir damit sagen will und warum er dies ausgerechnet in einer Pressemitteilung schreibt. Doch eines ist mir nach der Lektüre schon klar: Print ist irgendwie ganz prima, nein wunderbar, “alternativlos” (sic!) und und und … Ach, und seine Zeitung ist “gut aufgestellt”.

Ein Blick auf die “BNN”-Website sorgt für Klarheit: Die “BNN” habe eine neue Druckmaschine gekauft und die Zeitung erscheint nun “in handlicherer Form mit erweitertem Inhalt und Angebot”. Mehr erfährt man natürlich nur in der gedruckten Zeitung, denn mit dem Internet haben es die Karlsruher wohl nicht so. Ich mag es ungern sagen, es klingt vielleicht abgedroschen und vielleicht sogar ungerecht: Aber diese Zeitung scheint konsequent auf dem Holzweg zu sein, mögen sie meinetwegen damit Recht behalten und mich eines Besseren belehren.

Und da ist noch die “Drehscheibe” aus Lokalredaktionen für Lokalredaktionen. Für die bin ich auch ab und zu mal tätig. Die “Drehscheibe” ist letztes Jahr 30 geworden und gibt jetzt eine Ipad-App anlässlich dieses Jubiläum raus. Auf den ersten Blick überzeugt mich diese App leider nicht. In der Pressemitteilung schreiben die Kollegen: “Texte aus 30 Jahren drehscheibe, Videointerviews mit renommierten Journalisten und eine interaktive Deutschlandkarte mit Informationen zu über 300 Tageszeitungen – all das bietet die neue App zur Jubiläums-drehscheibe.”

Die Deutschlandkarte ist natürlich prima, aber die könnte, nein müsste man unbedingt auch auf der Website anbieten; ich weiß nicht, ob es Sinn und Zweck einer App ist, solche – fein aufbereiteten – aber mehr oder weniger statischen Inhalte auf diesem Weg zu verbreiten? Oder bin ich da – als Ipad-Novize (seit Mitte Januar) – auch auf dem Holzweg?

Leserdialog und Transparenz – zwei Fundstücke

“Wir berichten per Liveblog aus unserer Redaktion“, schreiben die Dortmunder “Ruhr Nachrichten” (“RN”) heute. “Erfahren Sie, an welchen Themen wir arbeiten. Schreiben Sie uns Vorschläge, Anmerkungen und Kritik. Wir freuen uns über Ihre Kommentare.” (Gefunden via Twitter bei Philipp Ostropp, Redaktionsleiter der “RN”: PhilippOstrop). Noch sei das Ganze in der Testphase; die “RN” sind schon öfter positiv mit solchen Versuchen aufgefallen.

Nicht onlinespezifisch aber dennoch erwähnenswert: Beim “Nordbayerischen Kurier” aus Bayreuth interviewt ein Leser den Chefredakteur Joachim Braun zum Thema “Bild”/Wulff (Gefunden via Twitter bei der “Drehscheibe” – “Aus Lokalredaktionen – Für Lokalredaktionen”: Drehscheibe.) Der Leser hatte in einer Mail moniert, dass in der Causa Wulff auch Medien manipulieren. Braun bot dem Leser daraufhin an, ihn zu interviewen.

Leserkommentare zwischen redaktionellen Texten

Ich weiß nicht, ob es vielleicht übertriebene Sorgfalt ist, aber wie NDR.de die Leserkommentare in journalistische Texte einbindet, halte ich für nicht gelungen.

Ein Beispiel: “Maschmeyer-Erpresser forderte 2,5 Millionen”: Vor dem letzten redaktionellen Absatz sind per Überschrift “Kommentare der NDR.de Nutzer:” in den Fließtext eingebunden; die Überschrift erscheint in der gleichen Schreibweise wie redaktionelle Zwischenüberschriften. Unter der Überschrift erscheint jeweils ein Leserkommentar auf deutlich vom redaktionellen Fließtext unterscheidbaren hellblauem Hintergrund. Der Nutzer bekommt einen Leserkommentar angezeigt, kann aber noch zwei weitere lesen (nach welchen Kriterien diese drei Leserkommentare ausgewählt wurden, erschließt sich mir nicht). Gut so? Nein, für mich stört es den Lesefluß enorm, das erscheint nicht nutzerfreundlich, das lenkt einfach beim konzentrierten Rezipieren des redaktionellen Textes ab; Information und Meinung verschwimmen mitunter. Am Ende des Textes diese Auswahl an Leserkommentaren (nach nachvollziehbaren Kriterien, etwa “die neuesten Kommentare”) zu platzieren wäre wohl sinnvoller.

Reporter ohne Grenzen: Petition für ägyptische Blogger

Unser Mitstreiter Matthias Spielkamp fungiert auch als Vorstand bei Reporter ohne
Grenzen (ROG). Er bat uns, die folgende Petition für ägyptische Blogger, die ROG eben startete, weiterzuleiten.

Die Lage für ägyptische Online-Dissidenten verschlechtert sich zunehmend. Die Inhaftierung von Alaa Abdel Fattah am 30. Oktober in Kairo und die Situation des immer noch inhaftierten Maikel Nabil Sanad haben wir mehrfach kommentiert. Jetzt müssen wir aber selbst aktiv werden, und das soll in Form der Petition geschehen. Diese Petition ist nicht für eine Person, sondern für die Freilassung aller inhaftierten Blogger in Ägypten.

Die Petition soll Anfang Dezember 2011 an die ägyptische Botschaft in Berlin übergeben werden.

Weitere Informationen und zur Petition auf der Website von ROG.

Prothmanns Pläne

Hardy Prothmann

Seit April 2009 betreibt Hardy Prothmann (45) das lokale Heddesheimblog. Wir führten damals das erste Interview mit ihm. Inzwischen hat sich einiges getan, Prothmann betreibt sechs Lokal-Blogs im Mannheimer Raum, er gründete mit mehreren Kollegen eine Interessensgemeinschaft zur Förderung des unabhängigen Online-Lokaljournalismus, Istlokal – aber er eckte auch gründlich an. Wir sprachen mit Hardy Prothmann über seine künftigen Pläne, seine Perspektiven aber auch über die nicht wenigen Probleme bei seiner Arbeit.

Weiterlesen…

Medien-Journalismus.de: Gehetze im Netz

Collage: onlinejournalismus.de Die Mediendienste im Web liefern sich ein Wettrennen um Nachrichten aus der Branche. Analyse und Einordnung bleiben dadurch häufig auf der Strecke. Dennoch sind die Angebote ein Gewinn für den Medienjournalismus. Weiterlesen…
 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 26 27 28 »


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).