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Wie Google den Journalismus verändert

Das NDR-Medienmagazin Zapp sendet heute um 23 Uhr den Beitrag “Dramatische Entwicklungen – Wie Google den Journalismus verändert”.

“Wer recherchiert, der googelt. Am 7. September 1998 ging die Suchmaschine online. Seit zehn Jahren ersetzt sie zunehmend das Redaktionsarchiv. Die Eingabezeile wird zum Briefschlitz des Journalismus. Nach Sekunden setzen die Ergebnisse den Mindeststandard der Recherche. Doch durch Google wird auch das Abschreiben leichter – der “Copy-Paste”-Journalismus nimmt zu. Und Journalisten müssen so formulieren, dass Google ihre Artikel findet – eine Suchmaschine bestimmt so die Relevanz der Themen. Google News wildert selbst im Journalismus – doch keine Redaktion wählt aus, sondern Suchalgorithmen. Zapp über eine Suchmaschine, die seit zehn Jahren den Journalismus dramatisch verändert.”

Die Wiederholungstermine im TV finden sich auf der Zapp-Website, dort gibt es wie immer ab Donnerstag auch die Videos und Texte der einzelnen Beiträge. Wenn wir schon beim Ankündigen sind: Demnächst gibt es hier einen Google-Artikel von mir aus der August-Ausgabe des “Journalist”.

Ein Weltrekord, so einfach geht’s …

“So einfach – und dennoch soooo gut: Die NYT zeigt (mal wieder), wie man mit einer einfachen Animation einen Weltrekord erklärt. Bleibt die Frage: Warum sieht man sowas bei uns so selten?”,

schreibt Christian Jakubetz. Es handelt sich übrigens um den 24. Weltrekord der Russin Yelena Isinbaeva im Stabhochsprung. Jakubetz’ Begeisterung über diese Animation kann ich mich nur anschließen (man sollte auch die Kommentare in seinem Blog lesen!).

Nebenbei: Via deutscher Ausgabe der Google News finde ich kaum etwas Aktuelles über die Russin, bei Spiegel Online wird man beispielsweise auf die bereits aktualisierte Wikipedia verwiesen; die dürftige Trefferzahl könnte freilich auch an der unterschiedlichen Schreibweise des Namens der Russin liegen. Hier erklärt die “New York Times” den Weltrekord.

Deckname Moser

Profil bei StudiVZ (Screenshot [M])
Soziale Netzwerke wie StudiVZ, MySpace oder Xing können eine ergiebige Quelle für Journalisten sein. Doch sollte die Recherche mit Fingerspitzengefühl erfolgen. Wir dokumentieren einen Fall, der Aufsehen erregte. Weiterlesen…

90elf.de: Anpfiff für Deutschlands erstes Fußballradio

Am Mittwoch erfolgt der Anpfiff für Deutschlands erstes Fußballradio. Unter 90elf.de möchte der zur Berliner Regiocast Gruppe gehörende Sender rund um die Uhr senden. Zum Kern des Angebotes gehört die Live-Berichterstattung aller Spiele der ersten und der zweiten Bundesliga, sowohl von den einzelnen Spielen als auch in der Konferenz. Die Ausstrahlung soll zunächst nur über das Internet erfolgen, berichtet Horizont.net.

Regiocast habe einen sechsstelligen Betrag für die erstmals von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vergebenen Rechte für die Live-Audioübertragung über digitale Verbreitungswege in die Hand genommen, heißt es weiter. Dazu kommen Investitionen in Technik und Programm in Höhe von mehreren Millionen Euro. Produziert wird vom Radiozentrum Leipzig aus. Die Redaktion soll zum Sendestart zehn Mitarbeiter umfassen, innerhalb der Regiocast Gruppe werden bis zu 20 Mitarbeiter für 90elf arbeiten. Auch Altmeister und Reporterlegende Günther Koch wird aus den Stadien kommentieren.

Neben der Live-Berichterstattung soll es unter der Woche Berichte und ein eigenes Musikprogramm geben. Auch Chats, Videos und Fotos sollen über die Website verbreitet werden. Finanziert werden soll das für Nutzer kostenfreie Programm, laut Horizont.net, über die Vermarktung von klassischen Audiospots und Onlinewerbung. Der Geschäftsplan umfasse fünf Jahre, für das dritte Jahr rechne Geschäftsführer Florian Fritsche mit dem Break-Even.

Ich halte es für ein gewagtes Projekt, es wird schwer sein, sich auf einem relativ gut abgedeckten Markt zu etablieren. Andererseits hat so ein kompaktes Angebot bisher noch gefehlt. Wie war das eigentlich mit dem Bundesliga-Radio der DFL auf www.bundesliga.de, wann und warum wurde das eingestellt? Ich bin derzeit leider nur noch hauptsächlich auf die zweite Liga fixiert, fühle mich dort aber medial ganz gut bedient.

Nachtrag 12.08.08
Thomas Knüwer kritisiert in seinem Blog Indiskretion Ehrensache heute einen Artikel aus der “Frankfurter Rundschau” über 90elf.de: “Die “FR” erwähnt zwar nicht, dass es mit dem Liga-Radio ein solches Angebot schon gibt und erzählt auch nicht, was aus dem nun wird.” Ich habe eben mal bei der DFL angerufen, das Liga-Radio wird es auch in der Saison 2008/2009 geben (das ist nur etwas schwer zu finden auf der Bundesliga.de-Seite, darum wähnte ich es schon als “eingestellt”). Herrje, als großer Fußballfan habe ich das Liga-Radio seit langem nicht mehr genutzt, umso mehr bezweifele ich die Erfolgsaussichten von 90elf.de.

“Einfach der Wahnsinn” – ein ORF-Blog aus Peking

Vor einigen Tagen habe ich hier das Blog des freien Journalisten Jens Weinreich als großen Blogsport angepriesen. Auch der Österreichische Rundfunk bloggt aus Peking: “Thomas Hölzl schildert in seinem Blog Eindrücke und Impressionen rund um die Olympischen Spiele in China”.

Wer’s gerne “kuschelig” mag, der kommt in diesem “Blog” (ohne Kommentarfunktion!) voll auf seine Kosten: Hölzl findet einfach alles leiwand, gigantisch, supertoll (“Einfach der Wahnsinn”) und – ganz wichtig für ein Blog – er bietet viele handverlesene Links zu den Architekten der Spielstätten, der Wettervorhersage für Peking, dem Hotel undsoweiterundsofort … Endlich wird man als Leser mal nicht der ständigen Stinkstiefelei von Journalisten ausgesetzt. Einzig über den erwähnten “Smog” müsste man vielleicht noch mal mit Hölzl reden. Hier geht’s zum Olympia-Wohlfühl-Blog.

Nachtrag 12.08.08

Weitere Olympia-Blogs/”Tagebücher” von Journalisten:

(Die ersten drei Blogs fand ich in Jens Weinreichs Blog, dort finden sich auch Links zu Blogs von ausländischen Kollegen.)

Noch ein Meta-Blog: “Die gelben Seiten” bei taz.de: “Wie reagieren die nichtoffiziellen Teile der chinesischen Öffentlichkeit auf die olympischen Spiele? Shi Ming beobachtet für die taz die Blogger-Szene in China.”

Auch in diese Auflistung gehört das “Olympia-Tagebuch – Medien unter Kontrolle” von Medienlese.com.

Ganz großer Blog-Sport

Nicht erst seit seiner Ankunft in Peking bietet der Sportjournalist Jens Weinreich großen Sport in seinem Blog: Hintergründiges, Persönliches, witzig geschrieben. So solls sein. Wie immer in Hochform ist auch Kai Pahl mit seinem Blog allesaussersport.

Bild.com & die unabhängigen Mediendienste

“Gute Neuigkeiten für englischsprachige Olympiabegeisterte und Klatschsüchtige: Der Berliner Boulevardgigant Bild (Axel Springer AG) hat einen internationalen Ableger seines Online-Portals gestartet”, das meldet nicht etwa die Presseabteilung des Springer Verlags, sondern der Mediendienst “text intern”. Es sei nur ein zeitlich begrenzter Markttest, dämpft der Mediendienst die Freude. (“Mehr hierzu lesen Sie am Freitag in text intern (Nr. 60). Ein Ansichtsexemplar erhalten Sie hier kostenlos.” – Funktioniert bestimmt hervorragend diese crossmediale Werbung, gähn.)

Zu sehen gibt es das Angebot unter Bild.com (schade, Bildblog.com ist leider offenbar in der Hand eines Domain-Händlers). Ach, wenn wir schon bei der “Bild” und dem Internet sind: “Barbara Eligmann bloggt für “Bild der Frau”. Die Sat.1-Moderatorin erzählt von ihrem Leben als Powerfrau im Fernsehen und Powermutti von drei Kindern”, das meldet nicht etwa die Presseabteilung des Springer Verlags, sondern der Mediendienst Turi2. Freilich ohne den “abtörnenden” Hinweis, dass der Springer Verlag ein “Premium-Werbepartner” von Turi2 ist, aber wir wollen hier selbstverständlich nix unterstellen, Herr Turi hat uns hier ja schon deutlich und glaubhaft erklärt, dass er strikt für die Trennung von Redaktion und Anzeigen eintritt.

Nachtrag
Ein Kollege wies mich eben darauf hin, dass es schon zur Fußballeuropameisterschaft ein englischsprachiges Angebot von Bild.de gab.

Viel Ballyhoo: Yahoo-Dossier bei Meedia

Seit einer Woche ist Meedia, “Deutschlands neues Medien-Portal”, am Start. In einem ausführlichen Dossier widmet sich die in Hamburg ansässige Redaktion heute dem Kampf um Yahoo. Das Dossier, Meedia nennt es ein “Special”, hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Weiterlesen…

Expertenbefragung des Bundestages zum Onlinejournalismus

Der Unterausschuss neue Medien des Deutschen Bundestags bat kürzlich unseren Mitstreiter Matthias Spielkamp um Stellungnahme zu einem Fragenkatalog zum Onlinejournalismus. Neben Spielkamp wurden befragt: Dr. Andreas Bittner, Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Journalisten-Verbands, Dr. Mercedes Bunz, Chefredakteurin Tagesspiegel.de, Dr. Alexander Görke, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der FU Berlin und Steffen Grimberg, Netzwerk Recherche, Medienredakteur bei der “taz”.

Die Stellungnahmen der vorgenannten Personen können jetzt auf der Website des Deutschen Bundestags als PDF abgerufen werden.

Relaunch von Handelsblatt.com: “Wir sind die Größten!”

Thomas Knüwer lästert in seinem Blog Indiskretion Ehrensache ja gerne – und vor allem für den Leser genüßlich – über die Spezies der so genannten PR-Anja-Tanjas (siehe etwa die unter “Berufskommunikator” verschlagworteten Beiträge).

Den Text von “Handelsblatt”-Chefredakteur Bernd Ziesemer zum neu gestalteten Angebot von Handelsblatt.com, “Wir stehen für Qualitätsjournalismus”, würde ich auch in dieser Straf-Rubrik einordnen. Freilich darf und soll sich ein Chefredakteur mit lobenden Worten über das neue Internet-Angebot seiner Zeitung freuen und dies auch äußern. Ziesemer weiß sich jedoch vor lauter Eigenlob überhaupt nicht mehr zu bremsen, seinen Text hätte er besser mit “Wir sind die Größten!” betiteln sollen. Mit so einem super-duper-Artikel trübt er eher den Blick auf ein solides Werk, dass zudem noch mit technischen Startproblemen zu kämpfen hat.

Nachtrag, 15.30 Uhr
Obacht, ich muss eine Warnung vor Qualitätsjournalismus ausgeben, der Begriff wird dieser Tage offenbar inflationär gebraucht: allein Ziesemer spricht in seinem o.g. Artikel drei mal von Qualitätsjournalismus und zwei mal von der Qualitätszeitung. Aber wir wollen auch hier den Proporz wahren und schauen zu den Öffentlich-Rechtlichen: Das ZDF lobte sich in einer eben veröffentlichten Pressemitteilung für seine EM-Berichterstattung: “Qualitäts-Journalismus und beste Unterhaltung unter dem “Tosca”-Auge”, heißt es in der Überschrift. “Das große Auge aus der
Opernkulisse der Tosca-Aufführung ist in diesem Sommer zum Symbol für journalistische Qualität und die Leichtigkeit bester Fernsehunterhaltung geworden”, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender.

Wer jetzt Appetit bekommen hat und selbst zu den Größten aufsteigen möchte, für den habe ich auch noch was: Zum Qualitätsjournalisten MA (Master of Arts) kann man nämlich jetzt schon in vier berufsbegleitenden Semestern werden und man braucht nicht mal unbedingt journalistische Erfahrung dafür haben: “Das Internationale Journalismus Zentrum (im österreichischen Krems, T.M.) bietet ab 2008 sein etabliertes Master-Programm “Qualitätsjournalismus“ erstmals auch in Deutschland (Hagen) an.” Liebe Leute, backt doch alle ein bisschen kleinere Brötchen!

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