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“Abendzeitung” und Video: “Hauptsach mir san in d’ Schickeria”

Zum Thema Zeitung und Video resümierte der Berater und Dozent Christian Jakubetz kürzlich in seinem Blog: “Das, was viele machen, sieht inzwischen weitaus besser aus als die ersten Gehversuche mit wackeligen Kameras, ohne Vertonung und irgendwie absurden Geschichten.” Da stimme ich ihm zu. Negativbespiele gibt es aber weiterhin.

Es scheint immer die gleiche Variante zu sein: Redakteuren wird eine Kamera in die Hand gedrückt: Macht mal! Ist gar nicht so wichtig, was dabei rauskommt, wir probieren das jetzt einfach mal aus. “Hauptsach mir san in d’ Schickeria” (Ohrwurm der Spider Murphy Gang), lautet denn wohl auch das Motto der Münchner “Abendzeitung”. Man will halt allzu gerne bei den Großen dabei sein. Weiterlesen…

Cafebabel.com lädt zur Journalismusakademie ein

Die Berliner Redaktion des europäischen Online-Nachrichtenmagazins Cafebabel.com, veranstaltet vom 17.-20. Januar 2008 die zweite Ausgabe ihrer Journalismusakademie. Gesucht werden noch deutsche Journalisten/-innen im Alter 18-30 Jahre als Teilnehmer.

Update:
Einsendeschluß war am 17.12.2007!
Die Einladung mit weiteren Informationen ist zu finden unter: www.cafebabel.com/upload/babel_academy_2008.pdf.

Mehr bei onlinejournalismus.de:

So unrecht hat Michael Konken eigentlich gar nicht …

In seiner umstrittenen Rede zum DJV-Verbandstag sagte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) unter anderem:

“Der Online-Journalismus hat seinen festen Platz im deutschen Medienangebot. Ohne Medienethik ist er nicht denkbar. Die glaubwürdige journalistische Arbeit muss geschützt werden, damit die, die wirklich qualitative journalistische Arbeit leisten, geschützt werden. Wir müssen in den nächsten Monaten eine quantitative Entrümpelung vornehmen, müssen qualitativ ausdünnen und festlegen, was unseren journalistischen Ansprüchen genügt.”

Hm, wenn ich mir heute beispielsweise anschaue, wie “Kress – Der Mediendienst” unter der Überschrift “Studis zum Anfassen” einen StudiVZ-Kalender (mit Bildchen) anpreist:

“Das studiVZ erorbert (sic) die reale Welt mit einem “Eleganz-Kalender”. Hierfür ließen sich je 12 Studentinnen und Studenten von dem Fotografen Max Seam halbnackt ablichten. Heraus kam ein Wendekalender – je nach Vorliebe räkeln sich entweder leicht bekleidete Mädels oder Jungs in einem “eleganten Ambiente”. (…) Das gute Stück gibt’s ab 1. Dezember 19,90 Euro auf www.studivz-eleganz.net. Interessenten (sprich: Freunde und Bekannte der Models) müssen dann ganz schnell sein, die Auflage ist nämlich limitiert!”

Tja, und an anderer Stelle, in der Blogbar, arbeitet sich Don Alphonso auf andere Weise an StudiVZ ab, und hat dazu wohl nicht – mehr oder weniger lustvoll – im StudiVZ-Kalender (“Ihr persönliches Exemplar!” steht da bestimmt dabei) geblättert und als Dank dafür einen Anzeigentext geschrieben, er schreibt nämlich über: “Da lacht der Landser: StudiVZ und der Umgang mit Rechtsradikalen”.

So kommt halt jeder seinem Auftrag, seinen Interessen und natürlich den Interessen seiner Zielgruppen nach. Und die Richtlinien des Deutschen Presserats, beispielsweise Richtlinie 7.2 Schleichwerbung, gelten ja noch nicht für Online-Medien. Aber vielleicht gibt es ja in den nächsten Monaten tatsächlich eine “quantitative Entrümpelung”. Meinen journalistischen Ansprüchen (oha!) entspricht die Kress.de-Trallala-Berichterstattung schon seit längerem nicht mehr.

Nachtrag 30.11.07
Herrje, wie hätte man denn als Mediendienst ansatzweise anders über das Thema berichten können? So wie Olaf Kolbrück im Horizont-Blog Off the Record etwa, der im StudiVZ-Kalender ein Geschmacksverbrechen sieht und auch die braune Problemzone nicht zu erwähnen vergisst.

DJV lädt zur Podiumsdiskussion “Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www” ein

Update 11.01.08
DJV-Qualitätsdiskussion: Niveau einer Christiansen-Sendung

Update 09.01.08: Die Podiumsdiskussion am Donnerstag, 10.01.08, ist bereits ausgebucht, kann aber live unter www.djv.de/livestream ab 19.00 Uhr bis zum vorgesehenen Ende gegen 21.00 Uhr verfolgt werden.

Nachdem der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, sich kürzlich mit seinen umstrittenen Äußerungen über Blogs einige Kritik von Bloggern und Journalisten anhören musste (siehe: “Müll von Qualität trennen”: Rede des DJV-Bundesvorsitzenden), gibt es am 10. Januar 2008, 19 Uhr in Berlin-Mitte Gelegenheit unter anderem mit ihm darüber zu sprechen. Hier der Text zu der Veranstaltung “Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www”:

Brauchen Online-Medien klar umrissene journalistische Grundregeln, vergleichbar dem Pressekodex für Zeitungen und Zeitschriften? Welche Rolle spielt Qualitätsjournalismus im Internet? Welche Bedeutung kommt im journalistischen Alltag den Blogs zu? Diese Fragen werden vor allem in Internetblogs immer wieder sehr strittig diskutiert. Der DJV will die Diskussion öffentlich mit Medienexperten und Praktikern führen. Über den Journalismus im world wide web diskutieren am 10. Januar unter anderem DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, Hans-Ulrich Jörges vom Stern, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog und der Blogger Don Alphonso.

Bitte lassen Sie uns bis spätestens 21. Dezember 2007 per E-Mail an djv@djv.de wissen, ob Sie an der Podiumsdiskussion teilnehmen möchten. Weitere Details zu der DJV-Podiumsdiskussion teilen wir zu einem späteren Zeitpunkt mit.

Nachtrag 18.12.07
Das Podium ist nun vollständig: Hans-Ulrich Jörges vom “Stern”, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog, Michaela May von N 24 (Chefkorrespondentin Politik), Björn Sievers von Focus Online, der Blogger Don Alphonso und DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Stattfinden wird das Ganze am Donnerstag, den 10. Januar 2008 um 19.00 Uhr im Automobil Forum Unter den Linden in Berlin-Mitte. Laut Pressemitteilung sind noch Anmeldungen unter djv@djv.de möglich.

Online-Magazin Echo Münster: In einem Jahr soll es sich über Werbung selbst finanzieren

Echo-Münster (Screenshot)

Anfang des Jahres wurde über Nacht die Lokalredaktion der “Münsterschen Zeitung” freigestellt (siehe Links am Ende der Seite). Neun der 19 so um ihren Job gebrachten Redakteure wagen seit Anfang November einen Neustart mit dem Online-Stadtmagazin Echo Münster. In einer Image-Broschüre heißt es dazu:

“Zusammen mit der Agentur Livingpage wurde echo-muenster entwickelt. Livingpage sorgt für Grafik, Technik und bildet die Redakteure in Zusammenarbeit mit der Petram (Personaltransfer- und Arbeitsmarktagentur) und der Agentur für Arbeit zu Online-Redakteuren aus. (…) Das gemeinsame Medien-Projekt wird Münster bis Ende 2008 begleiten, bis dahin haben Münsteranerinnen und Münsteraner entschieden, ob echo-muenster Zukunft hat.”

Wir stellten Stefan Clauser, einem der Redakteure, einige Fragen zu diesem Projekt.
Weiterlesen…

Münte wirft die Flinte – und die Onliner der “Berliner Zeitung” auch

“Franz Müntefering wird als Vizekanzler und Bundesarbeitsminister zurücktreten. Das meldet die “Berliner Zeitung”. Der Schritt erfolge aus “rein familiären Gründen”", berichtet eben Spiegel Online, ebenso natürlich die meisten anderen Online-Medien. Viel gibt’s noch nicht zu berichten zum Thema, “mehr in Kürze” heißt es. Also wirft man einen Blick auf die Website der “Berliner Zeitung” – die werden wohl die ganze Geschichte haben. Fehlanzeige. Chance vertan.

Nachtrag, 11:19 Uhr
Jetzt ist es auch bei der “Berliner Zeitung” online zu lesen.

“Müll von Qualität trennen”: Rede des DJV-Bundesvorsitzenden

Update 11.01.08
DJV-Qualitätsdiskussion: Niveau einer Christiansen-Sendung

Update 09.01.08: Die Podiumsdiskussion am Donnerstag, 10.01.08, ist bereits ausgebucht, kann aber live unter www.djv.de/livestream ab 19.00 Uhr bis zum vorgesehenen Ende gegen 21.00 Uhr verfolgt werden.

Update 27.11.07: Der DJV lädt zu einer Diskussion mit Michael Konken ein.
Der unten aufgeführte Text ist ein Ausschnitt aus der Rede des Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, anlässlich des DJV-Verbandstags, der vom 5. bis 7. November 2007 in Saarbrücken stattfand. Ich bin auch Mitglied im DJV und dort ehrenamtlich engagiert, an dem Verbandstag habe ich auch teilgenommen.

Mit Konkens Aussagen bin ich fast in keinem Punkt einverstanden, leider habe ich mich nicht dazu aufraffen können, beim Verbandstag Widerrede zu halten. Ich würde mich freuen, wenn hier eine sachliche Debatte über diesen Redeausschnitt stattfinden würde. Ich denke, dass es auch im Sinne des Verfassers, Michael Konken, ist, dass eine öffentliche Diskussion über diese Aussagen stattfindet. Bitte beachtet/beachten Sie unsere Kommentar-Regeln. Die vollständige Rede ist auf der Website des DJV abrufbar. Weiterlesen…

“Der Westen”: Am Montag soll es definitiv losgehen

Mit einem netten Intro verkündet die “WAZ” nun auch offiziell den Starttermin für “Der Westen”: Montag, 29.10.2007 soll das laut “Handelsblatt” “aufwendigste Online-Projekt einer deutschen Zeitung” starten. Neben dem eher schmeichelhaften Artikel des Wirtschaftsblatts, reiht sich heute die “taz” in die Vorberichterstattung ein und erwähnt unter anderem die Bedenken aus der Print-Redaktion (“und jetzt auch noch das Internet bestücken”), die neben den 20 Online-Redakteuren in Essen wesentlich zu dem Portal beitragen soll. Online-Chefin Katharina Borchert rät zum abwarten.

Update 17.40 Uhr
Oha, das Intro ist nicht mehr ganz so nett, das Datum ist verschwunden, herrje …

Update 26.10.07 8.30 Uhr
Die Online-Chefin bittet in den Kommentaren das vorige Update zu updaten – es ist alles im grünen Bereich. Sie empfiehlt am Sonntag abend kurz vor der Tagesschau mal reinzuschauen … Wir freuen uns – wirklich.

Update 28.10.07 13:35
Das Pottblog hat sich schon einmal mit dem neuen Webauftritt der WAZ-Konkurrenz Ruhrnachrichten beschäftigt.

Kostenloses Web 2.0-Dossier: Chancen und Risiken der Mediengesellschaft 2.0

Das Magazin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), “tendenz”, beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Web 2.0.

Für die Experten wird zwar nichts Neues dabei sein, doch es ist eine gelungene Zusammenfassung bedeutender Aspekte zum Thema Web 2.0. U.a. gibt es folgende Artikel darin: “Zwischen Freiheit und Verantwortung. Chancen und Risiken der Mediengesellschaft 2.0″, sechseitiger Aufsatz von Sueddeutsche.de-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs. Der Informationsethiker Rafael Capurro spricht in einem Interview über “gesellschaftliche, journalistische und politische Auswirkungen des Web 2.0″. Weitere Themen sind u.a.: “Datenschutz in Zeiten von Web 2.0″; “Community-Laws als Ausweg aus dem Web 2.0-Dilemma?”; “Der Nutzer: Konsument, Kontrollinstanz und Koproduzent. Chancen von Web 2.0 für die Medienbranche”; “Unter Freunden. Social Networking aus München: Die Lokalisten”. Auch interessant ist die 28-seitige “tendenz”-Beilage zu den Medientagen München 2007: “Media Yourself – Wie das Internet Medien und Gesellschaft verändert.”

Die Artikel gibt es als abstracts sowie als pdf zum Download auf der Website der BLM, außerdem kann das Heft kostenlos bestellt werden.

Spiegel Online übergeigt’s mal wieder

Freilich fühlt es sich – vor allem für Außenstehende – manchmal wie Korinthenkackerei oder Schwarzmalerei an, so etwas anzukreiden. Aber als Nutzer darf man sich ruhig mal beleidigt fühlen und sollte sich nicht scheuen, solche Schludereien anzuprangern.

Zwei Beispiele von heute. Unter der Überschrift “Der Wahn von der Autobahn” erscheint folgender Teaser-Anfang:

“Nicht nur Ex-Nachrichtensprecherinnen verirren sich in der Geschichte: Viele Deutsche finden immer noch, es sei nicht alles schlecht gewesen im “Dritten Reich” – die Autobahn zum Beispiel. (…)”

Spiegel Online berichtet direkt vom Stammtisch, könnte man meinen, da halten sich ja bekanntlich viele Deutsche auf – ziemlich plump, wenn ein Text mit so einer unbebelegten, aber reißerischen Mutmaßung beginnt. (Nebenbei: Der Artikel erscheint übrigens im neuen Angebot einestages; bis man beim Text angekommen ist, bedarf es drei Klicks. Warum in der URL der Name Hans-Michael Kloth auftaucht und im Text der SPIEGEL-Autor Klaus Wiegrefe genannt wird, irritiert mich.)

Ein weiterer Text hält überhaupt nicht, was er verspricht und ist völlig übergeigt: “Personaleinsparung. Automatik-Züge machen Lokführer überflüssig”

“Es ist eine High-Tech-Vision und zumindest für Arbeitgeber ein Traum: Lokführer-Streiks könnten bald der Vergangenheit angehören, weil die Züge automatisch fahren. Auch in Deutschland sind immer mehr unbemannte Bahnen unterwegs – ohne dass die Sicherheit leidet.”

Von gerade mal zweieinhalb deutschen Projekten ist die Rede: Zum einen wird der Frankfurter Flughafen erwähnt, ohne allerdings auch nur ein Wort darüber zu verlieren, wie das mit der unbemannten Bahn dort aussieht. Dann wäre vielleicht das “immer mehr” etwas gemildert, denn die Hochbahn Sky Line fährt alle 2-3 Minuten gerade mal zwischen den Terminals, wie man etwa bei Expedia erfährt. In Dortmund sollen auch Zugfahrten ohne Fahrer stattfinden, erwähnt der Autor.

Aber immerhin: In Nürnberg soll ab Frühjahr 2008 die erste vollautomatische U-Bahn Deutschlands Fahrgäste befördern. Ja, es werden immer mehr und sie machen früher oder später die Lokführer tatsächlich überflüssig.

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