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Am Anfang noch eine „One-Man-Show“

passau100

Der Informatiker Daniel Wildfeuer ist 28 Jahre alt und startet dieser Tage ein regionales und interaktives Onlineportal für den Landkreis Passau. Wie Passau 2011 „100% lokal“ (so lautet der vorläufige Projekttitel) werden soll, sagt er uns im E-Mail-Interview. Weiterlesen…

Besser Online: Wer zahlt für Journalismus im Netz?

Mal etwas Werbung in eigener Sache (ich bin der ehrenamtliche Vorsitzende des Fachausschuss Online im DJV): Der Fachausschuss Online des DJV veranstaltet am Samstag, 9. Oktober die Tagung Besser Online 2010. Die Veranstaltung, die in den Räumen des Funkhaus des Bayerischen Rundfunks stattfindet, steht diesmal unter dem programmatischen Titel „Wer zahlt für Journalismus im Netz?”.

Die Tagung bietet viel Nutzwert, Diskurs und das Netzwerken kommen aber auch nicht zu kurz. Und freilich trifft man auf gute alte Bekannte aus der Online-Branche, die man auch gerne mal ansprechen kann: ob Jochen Wegner, Richard Gutjahr, Hardy Prothmann, Christian Jakubetz, Katrin Scheib, Frank Schmiechen, Hennig Krieg oder Dirk von Gehlen (war jetzt ne beliebige und ungewichtete Auswahl). Aber auch einige “neue” Gesichter und Themen sind vertreten.

Besucher, die am Vortag in München sind, können die Online-Redaktionen von Sueddeutsche.de, Focus Online, SPOX.com und BR Online/on3 besuchen.

Weitere Informationen unter: www.besser-online.info, Twitter: @djv_bo, Hashtag: #djv_bo. Hope to meet you! (-:

Leserkommentare: Sachlich bleiben


kommentar
Der mitunter rüde Umgangston auf Zeitungs-Websites erfordert zunehmend eine größere journalistische Sorgfalt und verständliche Kommentarregeln. Weiterlesen…

Zeit Online: Schleichwerbung für das Paradies?

Vor einem Jahr hatte ich an dieser Stelle moniert, “Zeit Online huldigt Renault”. Ich empfand eine allzu längliche Bildstrecke für ein französisches Automobil als Schleichwerbung, die Redaktion entfernte die werbenden Bilder dann auch nach meinem Hinweis. Gut so.

Ich wünsche mir von so einem integeren Online-Angebot, dass man auch den aus der “Zeit” vom 29.07.2010 stammenden (Werbe-)Text “Portugal: Der Strand – Die Bucht von Alteirinhos braucht keine Wellenreiter, um lässig zu sein”, mit dem verlinkten Hinweis “Weitere Informationen unter www.visitportugal.com” entfernt. Schließlich endet der durchweg schwärmerische Artikel mit der Aussage: “Wir behalten das Paradies gern für uns allein.” So soll es denn sein. Muss wohl durchgerutscht sein, ansonsten ist es wohl ein schönes Beispiel für Schleichwerbung.

Nachtrag
Herrje, man darf nicht anfangen rumzustöbern, sonst stößt man auf noch auf “Das schönste Hotel des Sommers” (“Die Zeit” vom 29.07.2010) in St. Tropez … Wer es lieber deutsch mag, der kann mit Zeit Online “Auf Tour mit dem Feldberg-Ranger” gehen. Und wie es sich für ein Online-Angebot gehört, gibt es viele Links im Text …

Nachtrag 16.08.2010

Alles nur kleine Fische (wenn überhaupt …) im Vergleich zu dem was Peer Schader bei FAZ.NET im Fernsehblog sehr schön dokumentiert hat: “See-Schwäche auf allen Kanälen: Wie das Fernsehen der Kreuzfahrtindustrie verfiel”.

DerWesten zum Flashmob-Aufruf gegen den Duisburger OB

“Die Netzgemeinde mobilisiert sich gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Twitterer wollen sich am Mittwoch zu einem „Flashmob“ vor dem Duisburger Rathaus treffen. Um 17.30 Uhr wollen die Nutzer des Mikro-Blogs Adolf Sauerland zum Rücktritt auffordern”, heißt es im Einstieg eines Artikels bei DerWesten, der den Titel “Twitterer fordern Sauerland zum Rücktritt auf” trägt. Außerdem wird in dem Artikel auf eine Online-Petition verlinkt, die den Oberbürgermeister zum Rücktritt auffordert.

Klar muss bei dieser Katastrophe auch darüber berichtet werden, wie einige Menschen im Internet (ich halte “Die Netzgemeinde” für einen völlig unangemessenen Begriff, ebenso “des Mikro-Blogs”) mit ihrer Trauer aber auch mit ihrer Wut über das Geschehene und die vermeintlich Verantwortlichen umgehen. Dabei sollte allerdings gerade beim führenden lokalen Medium absolutes Fingerspitzengefühl angesagt sein, DerWesten, die “WAZ” tragen da große Verantwortung.

In dem Artikel wird nicht darauf hingewiesen, wer die Initiatoren dieses Flashmobs sind – es scheint sich um eine amorphe Masse zu handeln; ebenso verhält es sich bei der Online-Petition – es wird kein Urheber genannt. Da wurde einfach nicht recherchiert sondern nur plump aus dem Netz kopiert – Hauptsache, die Entwicklung wird spannend dokumentiert und “die Netzgemeinde” ist ja eh irgendwie okay. Ein gestern bei DerWesten veröffentlichter Artikel, der sich direkt unter dem “Flashmob”-Artikel befindet, weißt übrigens deutlich auf die Stimmungslage in Duisburg hin: “Morddrohungen – OB Sauerland versteckt Familie”.

“Zeitung online” besser per Twitter verfolgen

Heute begann in Düsseldorf die Tagung “Zeitung Online”. Bei der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und World Association of Newspapers and News Publishers (WAN-IFRA) veranstalteten Multimediakonferenz werden “die neusten Online-Trends, E-Publishing-Lösungen und innovativen Vertriebskonzepte für mobile Endgeräte diskutiert”. RP Online bietet eigens dazu ein Dossier “Special zum Kongress “Zeitung online 2010″ in Düsseldorf” an, das neben Eigen-PR auch Informatives – zumindest für den nicht aus der Medienbranche stammenden Leser – bietet.

Erhofft hatte ich mir eine Live-Berichterstattung, doch der RP Online-Bericht “Zeitung Online ist eröffnet” lässt einen leider regelrecht gruseln – Bratwurstjournalismus vom Feinsten, garniert mit unzähligen Fehlern; als Kostprobe der inzwischen korrigierte Teaser:

Der Fachkonferenz”Zeitung Online” hat begonnen. Die Resonanz ist groß. Im Tagungsraum sitzen rund 300 Experten, Chefredakteure, Marketingstrategen dicht gedrängt. Richard Rebmann, Vize-Präsident des Bundes deutscher Zeitungsverleger begrüßte die Gäste im Saal.

Da ist man mit den Häppchen-Informationen via Twitter zumindest im Groben besser informiert – Hashtag #zo10.

Dirk von Gehlen bittet um vier Sätze für den Journalismus

Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter von Jetzt.de, bittet in seinem Privat-Blog Digitale Notizen, bloggende Journalisten um “Vier Sätze für Journalismus” basierend auf den folgenden Fragen, die ich sogleich beantwortete.

Das sollte jeder Journalist/jede Journalistin heute lernen:
Alle Ausspielmöglichkeiten des (Online-)Journalismus zumindest im Kopfkino immer mal wieder ausprobieren und ausloten.

Nutzerbeteiligung macht den Journalismus besser, wenn …
… sie ernst genommen und professionell begleitet wird.

In zehn Jahren werden wir uns darüber wundern, dass in der heutigen Debatte …
… noch so intensiv über die Vor- und Nachteile des Online-Journalismus diskutiert wurde, statt einfach mal zu machen!

So könnte ein Geschäftsmodell für den Journalismus von morgen aussehen:

Zahlende Nutzer, denen professioneller Journalismus doch noch so viel wert ist.

Sueddeutsche.de linkt sich selber

Bietet euren Lesern Orientierung, setzt mehr sinnvolle Hyperlinks ein; so lautet eine der Faustregeln für guten Onlinejournalismus, die mitunter schon seit gut zehn Jahren – und nicht erst durch Jeff Jarvis – verkündet werden. Freilich sind die meisten Medien hierzulande immer noch sehr zurückhaltend was die Vernetzung insbesondere mit anderen Websites angeht.

Sueddeutsche.de setzt seit einigen Tagen konsequent Links innerhalb der eigenen Texte. Aktuelles Beispiel: in einem Kommentar von Heribert Prantl zum Koch-Rücktritt (“Roland Koch, der Unvollendete”) finden sich immerhin acht, wohlgemerkt nur interne, Links innerhalb des Textes. Gleich am Textanfang wird auf auf das Wort “Roland Koch” verlinkt, der Link zeigt dann alle bei Sueddeutsche.de vorhandenen Artikel zu dieser Person an; ich hätte hinter diesem Link eigentlich die Vita Roland Kochs vermutet. Als nächster Link taucht noch mal der Koch auf, diesmal gibt es alle Artikel in denen “Koch” eine Rolle spielt – am Ende natürlich auch Fernsehköche. Das ist einfach inkonsistent und irritierend.

Noch ein Beispielsatz aus diesem Prantl-Kommentar mit Link:

“Dass er in die CDU eine Lücke reißt, in der nun nur noch Leute wie der Stuttgarter Ministerpräsident Stefan Mappus stehen und eine bescheidene Figur abgeben, dürfte Roland Koch insgeheim durchaus befriedigen.”

Hier hätte man sich wohl Informationen über den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus erwartet – doch man erhält alle Artikel, in welchen alle Ministerpräsidenten eine Rolle spielen. Kurzum: Die offenbar automatisierten Links im Textkörper irritieren eher, als dass sie den Leser mit sicherer Hand zu relevanten Informationen führen. Da erwarte ich mir von einem Angebot wie Sueddeutsche.de einfach intelligentere Lösungen, so fühlt man sich eher an die unsäglichen Klickschindereien jenes Angebots in der Vergangenheit erinnert.

Mehr bei Onlinejournalismus.de:
Problemverbindung: News-Sites und externe Links

Zehn Jahre onlinejournalismus.de

10_jahre_ojour

Am 20. April 2000 um 4.53 Uhr war es soweit, onlinejournalismus.de erblickte als Studienprojekt von Roman Mischel und Jan-Peter Steppat, Journalistik-Studenten an der Universität Dortmund, das Licht der Online-Welt. Statt vieler Worte: Gehen Sie einfach mal auf Zeitreise, stöbern sie auf unserer Seite aus dem Jahr 2000 herum. Sie finden dort viele bekannte aber mittlerweile auch nicht mehr so bekannte Namen, die den Onlinejournalismus hierzulande wohl ein wenig mitprägten.

Ein Höhepunkt war für uns 2003 die Auszeichnung mit dem Grimme Online Award in der Kategorie Medien-Journalismus. Zehn Jahre Onlinejournalismus zelebrierten wir 2004 in einem umfangreichen Dossier. Seit Februar 2006 erscheinen wir im Blog-Format – onlinejournalismus.de 3.0 nannten wir es damals.

Freilich müssten wir noch viele – mitunter mühevoll recherchierte und multimedial aufbereitete – Artikel hervorheben. Wir sagen einfach nur Danke an alle Autoren, die für uns stets ohne Honorar tätig waren. Eure Arbeit hat den Journalismus im Netz auch vorangebracht.

21. April 2010: Die Online-Welt ist bunter und vielfältiger denn je, es gibt einige sehr gute Medienblogs (siehe etwa unser Netvibes-Angebot). Aber hier ist es spürbar ruhiger geworden. Wir sind alle gut beschäftigt. Wir überlegen uns, wie wir unser liebgewonnenes Magazin in Zukunft weiterführen. onlinejournalismus.de 4.0 braucht allerdings in jedem Fall noch ein wenig Zeit. Nichtsdestotrotz sind derweil Themenvorschläge, Ideen und Mitmacher/innen weiterhin herzlich willkommen.

Weiterbildungsseminar „Wissenschaft Online“ in Dortmund

Die Initiative Wissenschaftsjournalismus an der Technischen Universität Dortmund weist auf ihr in drei Module gegliedertes Weiterbildungsseminar für Wissenschaftsjournalisten hin. “Das Seminar “Wissenschaft Online” will einen kompetenten Onlinejournalismus fördern”, heißt es in der Beschreibung. Start des ersten Moduls ist bereits am 20./21. Mai.

“Das Seminar richtet sich an feste und freie Online-Wissenschaftsjournalisten aller Mediensparten, die sich beruflich regelmäßig mit wissenschaftlichen Themen beschäftigen. Es sind 12 Plätze zu vergeben. Bis auf einen Eigenanteil von 200,- Euro trägt die Initiative Wissenschaftsjournalismus alle Kosten für das fünftägige Seminar (Übernachtung, Verpflegung).”

Um die Teilnahme am Seminar kann man sich bis zum 10. Mai 2010 schriftlich bewerben, weitere Informationen unter: www.initiative-wissenschaftsjournalismus.de.

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