Archivierte Einträge für

Zehn Jahre Telepolis

Nein, wir sind keine Jubelperser (gestern Zeit.de, heute Telepolis, oh, haben wir eigentlich Focus Online vor einigen Wochen auch gratuliert?). Natürlich freut es mich besonders, dass ein Projekt wie Telepolis diese magische Marke erreicht hat. Zum zweiten Geburtstag, 1998, schrieb ich für die “taz” 69 Zeilen über Telepolis. Die Reaktionen auf diesen Artikel waren interessant: Telepolis-Leser sahen in mir den Prototyp des “kleinbürgerlichen Journalisten” für andere war ich ein “Lakai des Großbürgertums”. Ja mei. Und immer noch komme ich mit Telepolis nicht so richtig klar. Der bunte, manchmal für mich schon abstrus erscheinende Themenstrauß irritiert mich. Vielleicht gehört es gerade deswegen zur täglichen Lektüre.

Glückwunsch an die sympathische Redaktion!

Fundierte Informationen zu zehn Jahren Online-Journalismus finden Sie in unserem im herkömmlichen Design gestalteten Dossier Online-Journalismus dekade1.

Zehn Jahre Zeit.de

Wir sehen heute ausnahmsweise mal über die kleinen Verschreiber in Christian Ankowitschs Geburtstagstext “Moderne Wanderprediger” hinweg und verneigen uns höflich: Alles Gute Zeit.de!

Für die Redaktion onlinejournalismus.de

Thomas Mrazek

Fundierte Informationen zu zehn Jahren Online-Journalismus finden Sie in unserem im herkömmlichen Design gestalteten Dossier Online-Journalismus dekade1.

Zeit.de: Eine transparente Redaktion?

Nachdem ich mich gestern zum Ballyhoo um die überarbeitete Zeit.de-Seite äußerte, ist die Seite heute noch einmal Thema, ein ernsteres: Die Bilder von Misshandlungen Abu Ghraib. Wie soll eine Redaktion mit diesem Material umgehen?

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Zeit.de: Viel “Innovationen” und schwarze Zahlen

Den Besuchern eines Hintergrundgesprächs bei Zeit.de muss heute ein Wort fast in den Ohren geklingelt haben: “Innovation, Innovation, Innovation, und immer die User schreiben lassen”, verkündete Gero von Randow sein Mantra. Der 53-jährige leitet seit sieben Monaten die Redaktion der “Plattform der liberalen Öffenlichkeit im Netz” und kann offenbar auf gute Zahlen verweisen. Im letzten halben Jahr habe die Website ihre Page Impressions auf 24 Millionen verdoppelt.

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Initiative Nachrichtenaufklärung: Worüber Medien 2005 nicht berichteten

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) veröffentlichte gestern wieder ihre Top-Ten-Liste der vernachlässigten Nachrichten. Darüber berichten “Frankfurter Rundschau“, “Der Standard“, “Netzeitung” und “Rheinische Post” (via jonet-Medienlog). Bei Technorati gibt es 15 Blog-Beiträge zu diesem Thema, davon sechs, sieben aktuelle.

Über die vernachlässigten Themen im Jahr 2004 berichtete die INA-Mitstreiterin Christiane Schulzki-Haddouti letztes Jahr bei onlinejournalismus.de. Das ist nicht nur “Schnee von gestern”, Schulzki-Haddouti schreibt in diesem Beitrag auch über die Hintergründe dieses Projekts.

Es stellt sich die Frage, ob gewisse Themen, die bisher vernachlässigt wurden, durch Blogger oder Bürger-Journalisten nicht eine größere Chance bekommen, öffentlich zu werden. Freilich sind diese Themen oft sehr rechercheintensiv. Dies könnte ein interessanter Ansatz für eine Forschungsarbeit sein.

Podcasting: Die Wiedergeburt des Radios

Internet-Radio gibt’s schon seit zehn Jahren, aber neuartig war höchstens der Verbreitungsweg. Mit Podcasting ändert sich nun auch der Umgang mit dem Medium Hörfunk. Das Publikum kann sich gezielt das Beste herauspicken – ganz egal, von welchem Sender es kommt – und hören, wann es mag.

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Online-Tagung des DJV im Mai in Berlin

Der Deutsche Journalisten-Verband bietet in diesem Jahr wieder eine Fortbildungs- und Networking-Veranstaltung für Online-Journalisten an. Ich, als Fachausschussvorsitzender Online-Journalisten im Bayerischen Journalisten-Verband, organisiere diese Veranstaltung mit und kann daher – guten Gewissens – eine Teilnahme sehr empfehlen. Von onlinejournalismus.de wird voraussichtlich Fiete Stegers einen Workshop “Berufsalltag des Online-Journalisten” betreuen.

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Mitmachen: Nutzung von Weblogs im Vergleich zur klassischen Printmedien-Nutzung

Im Rahmen einer Magisterarbeit für das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München findet derzeit eine Online-Befragung statt, bei der es um die Nutzung von Weblogs im Vergleich zur klassischen Printmedien-Nutzung geht.

Die Umfrage (knapp 30 Fragen) dient wissenschaftlichen Zwecken und hat keinen kommerziellen Hintergrund. (Mehr dazu im Projektblog.)

Zum Fragebogen …

Anmerkung: Die Ergebnisse möchte die Magistrandin unter die Creative Commons-Lizenz stellen, das heißt, sie können von allen Interessierten eingesehen werden. Wir werden natürlich dann darauf hinweisen.

Überschriften-Terror bei Spiegel Online

“Hansa-Hooligans verwüsten Stendal”, titelte Spiegel Online gestern. Klar, es gab üble Ausschreitungen von Rostocker Hooligans am Bahnhof Stendal (vier Beamte verletzt, zwei davon schwer; neun Autos angezündet). Dennoch sollte die Überschrift etwas weniger martialisch ausfallen, die rund 37.000 Einwohner große Stadt wurde nicht verwüstet. Andere News-Seiten blieben da sachlicher, wie ein Blick auf Google News zeigt. Bei “Bild” wäre so etwas – zumindest in der Theorie – nicht möglich, wie appellierte doch Chefredakteur Kai Diekmann einst in einem internen Memorandum: “Übergeigte Überschriften, die vom Text nicht gehalten werden, haben in BILD nichts zu suchen”.

Ungebetene Kritiker

Die Blogger-Szene hat die Medienkritik entdeckt. So sind neben dem bekannten BILDblog inzwischen viele andere Watchblogs entstanden, die ein Korrektiv gedruckter oder online gestellter Berichterstattung darstellen.

[Der nachfolgende Artikel ist in ähnlicher Form im "journalist", 1/2006, S. 44-46, erschienen.]

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