Archivierte Einträge für Ausbildung

Weiterbildungsseminar „Wissenschaft Online“ in Dortmund

Die Initiative Wissenschaftsjournalismus an der Technischen Universität Dortmund weist auf ihr in drei Module gegliedertes Weiterbildungsseminar für Wissenschaftsjournalisten hin. “Das Seminar “Wissenschaft Online” will einen kompetenten Onlinejournalismus fördern”, heißt es in der Beschreibung. Start des ersten Moduls ist bereits am 20./21. Mai.

“Das Seminar richtet sich an feste und freie Online-Wissenschaftsjournalisten aller Mediensparten, die sich beruflich regelmäßig mit wissenschaftlichen Themen beschäftigen. Es sind 12 Plätze zu vergeben. Bis auf einen Eigenanteil von 200,- Euro trägt die Initiative Wissenschaftsjournalismus alle Kosten für das fünftägige Seminar (Übernachtung, Verpflegung).”

Um die Teilnahme am Seminar kann man sich bis zum 10. Mai 2010 schriftlich bewerben, weitere Informationen unter: www.initiative-wissenschaftsjournalismus.de.

Audio-Slideshow vs. Video: Nie mehr als Nische?

Soundslides-Logo [Montage]
Matthias Eberl hat kürzlich den Deutschen Reporter-Preis für eine Audio-Slideshow gewonnen und dabei einige Aufmerksamkeit auf diese onlinespezifiische Darstellungsform gelenkt, für die er sich seit Jahren einsetzt.

Fabian Mohr hat sich nun Gedanken zum Thema Audio-Slideshow vs. Video gemacht und kommt zu dem Schluss: Audio-Slideshows “stagnieren kreativ”. Sie werden nie aus der Nische herausfinden, waren vielleicht nur ein Übergangsphänomen multimedialen Erzählens. Mit HD und videofähigen DSLR-Kameras geraten reine Audio-Slideshows ins Hintertreffen, meint der Zeit Online-Entwicklungsredakteur, der beide Darstellungsformen kennt und beherrscht. Er führt einige treffende Argumente ins Spiel, unter anderem:

  • den Arbeitsaufwand für eine ausgefeilte Slideshow
  • die Tatsache, dass schon ein schlechtes Bild in einer Slideshow enorm stören kann – während eine Video-Sequenz weniger störend auffällt
  • die Hürden, die es selbst beim Erstellen mit dem Wunderwerkzeug Soundslides innerhalb einer Online-Redaktion gibt (FTP-Upload-Rechte? Einbinden externer Flash-Objekte?)
  • die auf Video ausgelegte Infratstruktur von Online-Redaktionen und externen Hosting-Plattformen

Wer als Multimedia-Reporter arbeiten will, solle sich auf Video konzentrieren, rät Fabian Mohr deshalb. Richtig? Ich finde viele Argumente sehr nachvollziehbar, vermisse ähnlich scharfe Überlegungen für den Einsatz von Video. Dort hat sich ja einerseits immer wieder gepredigte Einsatz von schnell gedrehten Sequenzen, die in textegetriebene Beiträge eingebunden werden, bisher – ähnlich wie die Slideshows – noch nicht durchgesetzt. Und qualitativ hochwertige gedrehte und geschnittene Video-Beiträge sind andererseits in der Gesamtproduktion immer noch ein wenig komplexer zu erstellen als vergleichbare Audio-Slideshows.

In nächster Zeit werden sich die Produktionsvoraussetzungen dank Flip-Kameras in Lokalredaktionen und videofähigen DSLR weiter verändern. Aber die potenziellen technischen Möglichkeiten bedeuten ja nicht zwangsläufig, dass diese auch extensiv genutzt werden: Kurze Video-Schnipsel, aufwändige Audio-Slideshows und noch aufwändigere Kombinationen aus Video, Audio und Stills könnten auch weiterhin die Ausnahme bleiben, während eingleisige Formate – stumpfer Text, bloßes Video oder stumpfe Bilderstrecke – weiter dominieren.

(Matthias Eberl und Fabian Mohr sind/waren Autoren von onlinejournalismus.de).

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de:

Stimmen zu Fabian Mohrs Blog-Post:

  • Marco Maas: “[Fabian Mohr] hat wohl leider recht.”
  • Oliver Bechmann: “… fasst gut zusammen, warum ich mich von Soundslides & Audio-Slideshows ab- und den Video-Audio-Slide-Kombis zugewandt habe. [...] Ich glaube allerdings nicht an das vollständige Aus der Audioslideshows.”
  • Steffen Leidel (Deutsche Welle) “Im Prinzip stehen wir am Ende der Ära von reinen Audioslideshows und am Anfang einer neuen Zeit im Multimedia-Storytelling, in der es um die Frage geht, wie man Foto, Ton und Film am besten zusammenführt.”
  • Markus Hündgen (DerWesten): “Auch wir haben damit experimentiert. Und nach einigen Versuchen das Stilmittel zu den Akten und Soundslides in den Papierkorb geschoben. Ausschlaggebend war nicht das User-Feedback – dieses war durchgehend positiv – sondern schlicht ökonomisches Kalkül.”
  • Dirk Kirchberg (HAZ): “Guter Journalismus, egal welche Gattung, war schon immer eine Nische (…). Daher darf es nicht um Technik oder Vermarktung gehen.”
  • Fabian Schweyher: Das Missverständnis liegt in der Annahme, dass Audio Slideshows eine gleichwertige Alternative zu Videos darstellen. Denn Ton-Bild-Strecken bieten sich nur für ganz bestimmte journalistische Darstellungsformen an.

Hut ab: IIJ-Websites zu Social Media in Entwicklungsländern

share-it
Wer sich gefragt hat, was aus den Journalistinnen und Journalisten geworden ist, die ich kürzlich hier vorgestellt habe und mit denen ich auf Tour durch Deutschlands Online-Redaktionen gegangen bin, der kann sich jetzt ein Bild machen:

Share it! | People-Power | Media Ladder

Das sind die Websites, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses “Multimedia- und Online-Journalismus” des Internationalen Instituts für Journalismus von InWEnt aufgebaut haben. Sie sind die Abschlussprojekte eines neunwöchigen Kurses, den ich zusammen mit meinem Kollegen Joachim Vögele konzipiert und geleitet habe.

Neun Wochen, in denen Journalisten aus elf Entwicklungsländern (Bangladesch, Ghana, Indien, Indonesien, Kenia, Pakistan, Philippinen, Simbabwe, Tansania, Uganda, Vietnam) all das gelernt haben, was man für den Online-Journalismus braucht: Schreiben fürs Web (Headlines, Intros, Captions, Subheads, Links etc.), Multimedia-Reporting (Slideshows, Podcasting, Mobile Video etc.), Bildbearbeitung, CMS, Webdesign und Navigation, Internet-Technologie, Datensicherheit, User generated content, Social Media und einiges mehr.

So viel davon wie möglich sollten (konnten, durften) die Kolleginnen und Kollegen dann in einem einwöchigen Projekt umsetzen. Das Thema: What is the impact of social media on developing countries?

Die meisten der TeilnehmerInnen kamen dieses Mal ohne große Vorkenntnisse in den Kurs; die meisten arbeiten (noch) nicht in einer Online-Redaktion. Ich kann nur sagen: Hut ab vor dem, was sie am Ende geleistet haben. Und wenn wir einen Programmierer und einen Designer gehabt hätten, um sie zu unterstützen, hätte das alles noch viel besser ausgesehen.

Umfrage: Wie arbeiten Videojournalisten?

Beatrice von Mirbach sucht für ihre Masterarbeit an der Hamburg Media School Videojournalisten, die Fragen zu ihrer Arbeit beantworten: Wie sind die Bedingungen? Wie nehmen die VJs ihre Arbeit selbst wahr? Der Online-Fragebogen werde vollständig anonym ausgewertet, schreibt die Forscherin.

[Update: Link korrigiert, war ein Re-Routing.]

Auf Reisen in Deutschland mit Multimedia- und Online-Journalisten aus 11 Ländern

Ich bin mal wieder zu Gast bei Onlinejournalismus, denn seit heute bin ich mit 15 Journalisten aus 11 Entwicklungsländern unterwegs durch Deutschland. Was genau wir vorhaben, steht unten auf Englisch erklärt. Ich unterrichte derzeit beim Internationalen Institut für Journalismus (IIJ) den Kurs „Multimedia and Online Journalism“, der neun Wochen dauert und auch diese Exkursion mit einschließt. Obwohl ich den Kurs bereits zum dritten Mal unterrichte, ist es meine erste Exkursion, da wir immer zwei Dozenten sind und in der Vergangenheit die Kollegen die Study Tour geleitet haben.

Ich kann nicht verhehlen, dass ich recht stolz auf das Programm bin, das uns zu acht interessanten Online-Redaktionen bringt, wo wir mit den verantwortlichen RedakteurInnen sprechen. Ich denke, dass das eine oder andere auch für meine deutschen Follower interessant sein könnte. Daher habe ich unter Tweetdeck, das ja mehrere Accounts erlaubt, auch einen IIJ-Account eingerichtet und werde das meiste, was ich twittere, auf beide Accounts schicken. Wer sich für mehr Informationen von der Tour interessiert, der sollte Follower von IIJ werden, denn die Tweets, die andere vom IIJ-Account aus schreiben, kommen natürlich nicht über meinen spielkamp-Account.

Bloggen werde ich hier, im IIJ-Blog und bei immateriblog.de. Weiterlesen…

“Lernt die Kultur kennen!”

Regina McCombs | Foto: Fiete Stegers

Journalisten müssen die “Kultur” von Social Media verstehen und diese Techniken selbst ausprobieren, meint Regina McCombs im Audio-Interview mit onlinejournalismus.de

Sie ist Journalismus-Ausbilderin am Poynter Institute in Florida. Zuvor arbeitete sie bei einem lokalen Fernsehsender in Minneapolis und als verantwortliche Video- und Multimediaredakteurin bei der Minneapolis Star Tribune.

Insbesondere für thematische spezialisierte Journalisten sei es unverzichtbar, Social Media zu ihrem Fachgebiet zu verfolgen, sagt McCombs. Aber auch alle anderen sollten sich damit beschäftigten. “Auch wenn gerade erst herausfinden, wie wir die Anwendungen als Journalisten verwenden sollten und was wir nicht tun sollten – zum Beispiel nicht von einer Beerdigung zu twittern.”


Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Interview in englischer Sprache [MP3, 9'49 min, 9 MB, Download]

Woher Journalisten angesichts ihrer bisherigen Arbeitsbelastung die Zeit nehmen soll, nebenher mit Social Media zu experimentieren – dafür hat Combs leider auch keinen Tipp. Angesichts der Wirtschaftskrise und Angst vor Jobverlust sei die Bereitschaft dazu aber auch bei Skeptikern gestiegen.

Weitere Links
… im übrigen Internet:

Plädoyer für den multimedialen Zeitungsjournalisten

Die multimediale Schonfrist für Zeitungsjournalisten ist vorbei. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Videokameras ebenso zur Grundausstattung gehören wie Stift und Notizblock. Wer sich dessen verweigert, sollte lieber heute als morgen über einen Job als Bratwurstverkäufer in der Bochumer Innenstadt nachdenken.

… fordert Markus Hündgen, Videochef beim WAZ-Portal Der Westen.

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de

Berliner Theatertreffen fördert sechs bloggende Kulturjournalisten

Der ZDF-Theaterkanal berichtet auf seiner Website:

“Das Theatertreffen fördert in diesem Jahr sechs Nachwuchs-Kulturjournalisten bis 35 Jahre sowie einen Fotografen, die vom 1. bis 17. Mai 2009 erste Online-Erfahrung sammeln oder bereits bestehende Kenntnisse ausbauen wollen. (…) Dabei werden sie redaktionell von erfahrenen Mentoren der Berliner Zeitung begleitet. Die Teilnahme der ausgewählten Journalisten wird durch ein Arbeitsstipendium in angemessener Höhe, die Unterbringung in Berlin, die Übernahme der Reisekosten und einen Festivalpass unterstützt.”

Einsendeschluß für Bewerbung ist der 15. Februar 2009; alle weiteren Informationen finden sich auf der Website des ZDF-Theaterkanals. Eine lobenswerte Initiative!

Wo sind die Diplom-Kollegen?

Professor Klaus Meier stellt die erste Absolventenbefragung des Studiengangs Online-Journalismus in Darmstadt vor: Die Befragung von 101 Absolventen, die das Studium zwischen 2005 und 2007 abgeschlossen haben, “birgt so manche freudige Überraschung”, schreibt Meier, der den Studiengang mit aufgebaut hat.

Vor allem stehen die OJ-Absolventen offenbar in krassem Widerspruch zur Situation junger Einsteiger in den Journalismus im Allgemeinen (vgl. die Analyse des Dortmunder Journalistik-Journals: “Berufseinsteiger müssen sich oft jahrelang mit unbezahlten Praktika und freier Mitarbeit durchkämpfen, um bei künftigen Arbeitgebern einen Fuß in die Tür zu bekommen”).

Die Darmstädter Diplom-Onlinejournalisten arbeiten laut Meier im Journalismus vom Hessischen Rundfunk bis zum Playboy oder in den Public Relations von Pixelpark bis zum Deutschen Entwicklungsdienst in Afghanistan. Die Absolventenstudie – die ich selbst leider noch nicht studieren konnte – steht als Zusammenfassung und als ausführlicher Download bereit.

Weitere Links
bei onlinejournalismus.de:

im sonstigen Internet:

Echtzeit-Redakteure, Content-Knechte, Teaser-Schubser …


Onlinejournalismus 2008
… Multimedia-Talente, Kreativ-Abteilung, Online-Layouter, Agenturhörige, Experimentierwillige, Innovateure? Über die Arbeit in Online-Redaktionen, ganz allgemein.
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