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Vorbildlicher Vorreiter: Heute-Nachrichten auf Instagram

"Heute"-Profil auf Instagram (Screenshot [M])

Seit gut einer Woche sind die “Heute”-Nachrichten des ZDF auf Instagram aktiv. Mit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft startete das “Experiment”, wie es in der Pressemitteilung heißt. Das Ziel ist klar: “Instagram werde ausschließlich mobil genutzt – und sei somit ein wichtiger Baustein neben der ZDFheute-App, um junge Nutzer zu erreichen, die sich unterwegs informieren möchten.”

Mehrmals täglich postet die Redaktion von heute.de seitdem Videos und Fotos auf Instagram. Sie sind nicht die ersten Nachrichtenredaktion, die das tut (Die BBC und der Guardian zum Beispiel sind, wenig überraschend, schon länger aktiv), aber in Deutschland Vorreiter. Und die ZDF-Leute machen ihren Job ziemlich gut.

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Pageflow: Storytelling für jedermann

Multimedia-Reportagen sind in – aber auch aufwändig zu machen. Um so praktischer, dass der WDR sein selbst gebautes Reportage-Werkzeug “Pageflow” jetzt als Open-Source-Code zur Verfügung stellt.

Viel Bild, dezent eingesetzter Text, Navigation durch die Kapitel am rechten Rand: So sehen die Pageflow-Reportagen des WDR aus

Viel Bild, dezent eingesetzter Text, Navigation durch die Kapitel am rechten Rand: So sehen die Pageflow-Reportagen des WDR aus

Die Stage D platzt aus allen Nähten, mehr als 150 Leute wollen auf der re:publica mehr “Aus dem Arbeitsalltag moderner Geschichtenerzähler” erfahren. Inspiriert von Multimedia-Reportagen wie Snowfall, keine Zeit für Wut und vor allem Firestorm hat die Online-Redaktion des WDR zusammen mit der Kölner Web-Agentur Codevise ein eigenes Storytelling-Tool für solche Reportagen entwickelt: Pageflow. Die Philosophie dahinter:

Jede Geschichte hat unterschiedliche Facetten, die es wert sind, unterschiedlich erzählt zu werden: Bilder, die beeindrucken. Zitate, die nachdenklich machen. Klänge, die bewegen. Worte, die es auf den Punkt bringen. Wenn all das zusammenfließt, entsteht eine völlig neue Form des Erzählens.

So steht es auf http://reportage.wdr.de/, der Seite, auf der fast alle Multimedia-Reportagen des WDR versammelt sind. Darunter auch das Pionierstück: das Haldern-Pop-Festival, an dessen Beispiel die WDR-Redakteure Stefan Domke und David Ohrndorf die Funktionen von Pageflow demonstrieren. Geschichten werden hier in multimedial angereicherten Kapiteln erzählt. Vom Vorbild Firestorm inspiriert stehen großflächige Bilder oder (Hintergrund-)Videos im Zentrum jeder Seite, der begleitende Text ist am linken Rand angebracht. “Der User pickt sich das raus, was ihn interessiert, geht durch einzelne Kapitel”, erklärt Stefan Domke.

“Bei Videos ist HD Pflicht, nicht Kür”

Blick ins Backend von Pageflow: Links die Vorschau, wie der Text läuft, rechts die Editierfenster

Blick ins Backend von Pageflow

Das Backend ist ziemlich intuitiv zu bedienen, wie es sich für ein gutes Web-CMS gehört. Per Knopfdruck kann man neue Seiten anlegen. Die wiederum lassen sich leicht mit Dachzeile, Titel und Text beschriften und editieren. Ein weiterer Button erlaubt den Upload von Bildern, Videos, Videoloops oder Grafiken. “Bei Videos ist HD Pflicht, nicht Kür”, sagt David Ohrndorf, “da es um eine bildschirmfüllende Darstellung geht.”

Von vornherein war WDR und Codevise wichtig, dass das Tool responsive ist, damit es auch auf mobilen Geräten gut nutzbar ist. Das haut wirklich gut hin, die Navigation ist als kleiner Icon rechts oben eingebaut und legt sich über die Startseite, sobald sie angeklickt wird.

so sieht  die Startseite einer Pageflow-Reportage auf einem Smartphone-Screen aus. Die Navigation ruft man über das Icon rechts oben auf.

mobile Ansicht einer Pageflow-Reportage

Auch die Bildausschnitte lassen sich im Backend konfigurieren: 16:9 für die breite Desktop-Darstellung oder 4:3 für hochformatige mobile Screens.

Da der WDR bislang erst neun Reportagen mit Pageflow gebaut hat, fehlt es noch an belastbaren Erfahrungswerten, gerade, was die Usability angeht. Versteht der User den Scrollmechanismus? Funktioniert die Navigation besser per Klick am PC oder per Wischen am Tablet? Wie lange verweilt der Nutzer wo, welche Elemente ziehen die stärkste Aufmerksamkeit auf sich? Fragen wie diese sollen mit einer Usability-Studie geklärt werden.

Pageflow funktioniert nicht für jedes Thema gleich gut. Das Umbauen von TV-Reportagen in Pageflow-Reportagen kann schwierig sein, besser funktionieren laut Domke Geschichten, die speziell für Pageflow konzipiert sind wie die Mountainbike-Story “Rasant durch den Wald“. Damit man nicht in den Wald kommt, “empfiehlt es sich bei der Planung, mit einem Storyboard zu arbeiten und dort festzulegen, welcher Inhalt auf welchen Seitentyp kommt”, sagt Stefan Domke. Die Abwechslung aus Foto, Text, Audio und Video macht eine gelungene Web-Reportage aus.

In Zukunft sollen auch noch Daten dazu kommen: Codevise arbeitet daran, dass sich auch Datawrapper-Grafiken einbauen lassen. Weitere Features, die in der Pipeline stecken:

  • Vorher-Nachher-Fotovergleich: Zwei Fotos, die im Abstand von einigen Jahren, von der exakt gleichen Perspektive aus aufgenommen worden sind, werden übereinander gelegt und lassen sich per Schieberegler direkt miteinander vergleichen
  • 360 Grad-Fotos, bei denen sich bestimmte Punkte markieren und mit einem Mehrwert-Link versehen lassen.

Der WDR will nun jedermann von der Entwicklung von Pageflow profitieren lassen, schließlich wurde das Programm mit Gebührengeld finanziert. Seit dem 5. Mai steht der Sourcecode unter www.pageflow.io zum Download zur Verfügung. Man sollte sich dazu allerdings mit der Programmiersprache Ruby auskennen und mit Servern umgehen können. Es kann lizenzfrei für eigene Websiten angepasst werden, “besonders interessant ist das kostenlose Werkzeug für Blogger und kleinere Web-Projekte von Initiativen, Verbänden oder Studenten”, schreibt der WDR in der zugehörigen Pressemitteilung. Und die Kölner haben auch nichts dagegen, wenn die Community Pageflow weiterentwickelt und eigene Features programmiert. Willkommen in der schönen neuen Reportagen-Welt!

Crosspost von Torial

Super: NSA-Enthüllungen im Snowfall-Stil

"NSA Files: Decod" auf der Website des Guardian | Foto: Fiete Stegers

Ein halbes Jahr nach Beginn nach seinem ersten Bericht fasst der Guardian die bisherigen Enthüllungen auf Basis der Snowden-Informationen zusammen. Das ist grandios geglückt: „NSA Files: Decoded“ zieht den Nutzer multimedial durch die Story, stellt die wichtigsten Fakten heraus und erläutert, was sie bedeuten – politisch und direkt für den einzelnen Nutzer.

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Offshoreleaks goes public

Die Offshoreleaks sind bislang der größte journalistische Scoop 2013. Nun ist ein Teil der Datenbank, die dokumentiert, wer sein Geld legal oder illegal jedoch meist auf verschlungenen Pfaden in Steuerparadiese geschleust hat, online.

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Firestorm: Storytelling ohne Streuverluste

Wenn weniger mehr ist: die Guardian-Web-Dokumentation Firestorm setzt Multimedia-Elemente so geschickt ein, dass sie den Lesefluss nicht behindern. Ein Storytelling-Beispiel, das Schule machen sollte. Weiterlesen…

Topfvollgold oder komm mit ins Regenbogenland …

Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak

Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak. Foto: Privat (der Fotograf möchte nicht genannt werden)

… der Eintritt kostet den Verstand. Seit April betreiben die Dortmunder Journalistikstudenten Mats Schönauer und Moritz Tschermak das Watchblog Topfvollgold. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit berichten sie dort über die deutsche Regenbogenpresse. Den Verstand haben sie dabei noch nicht verloren, ganz im Gegenteil: mit Witz und Sachverstand geben sie prägnante Einblicke in ein bislang noch wenig erkundetes Mediensegment und freilich spielt auch das Thema Online hierbei eine Rolle. Wir haben ein E-Mail-Interview mit Mats und Moritz geführt. Weiterlesen…

Vorschlagsfrist für Grimme Online Award endet

Noch bis zum morgigen Freitag (15. März) können Internet-Nutzer Vorschläge für den diesjährigen Grimme Online Award einreichen. Die bisherige, ungesichtete Liste der vorgeschlagen Websites ist öffentlich, wie so illustre Vorschläge wie “berufsunfaehigkeitsversicherung-test-vergleich.de” oder “ferienwohnung-usedom-ostsee.org” beweisen.

Hier geht es direkt zum Vorschlagsformular. Die von einer Kommission ausgewählten Nominierten werden am 2. Mai bekanntgeben.

Vorschlagen werden können nicht nur einzelne Websites, Micro-Websites oder Beiträge, sondern auch Apps. “Nach den beiden Nominierungen aufwändiger Apps großer Medienhäuser im vergangenen Jahr, hoffen wir nun sehr auf publizistische Angebote kleinerer Anbieter”, sagt Medienjournalistin und Kommissionsmitglied Brigitte Baetz.

Tschüs, Berlinfolgen. Und danke!

Folge 15 war mein erster Kontakt mit den Berlinfolgen, und ich war von der ersten bis zur letzten Sekunde gefesselt. Ein wirklich berührendes Porträt über Gero, einen Obdachlosen aus Berlin.

“Fotofilm” nennen die Macher von 2470media das Format, im Grunde genommen ein alter Hut: Eine dramaturgisch durchdacht montierte Interviewspur samt Atmo-Tönen, kombiniert mit oft beeindruckenden Reportage-Fotos und immer wieder kurz eingespielten Video-Elementen. Die Idee kann noch so alt sein, das spielt gar keine Rolle. Die Umsetzung ist einfach gelungen.

Insgesamt 100 Folgen haben die Macher in Zusammenarbeit mit der taz produziert, jetzt ist Schluss.

Für den ABZV Videoreporter habe ich das 2470media-Team eine Weile bei ihrer Arbeit an den letzten Berlinfolgen begleitet. Herausgekommen ist dabei dieses etwa 11 Minuten lange Porträt, das für alle interessant sein dürfte, die sich für die Machart solcher Fotofilme interessieren. In dem Video geht es um gute Reportagefotos, den dramaturgischen Aufbau von Fotofilmen und zahlreiche Erfahrungen aus der praktischen Arbeit.

„Ich mache hier die Online-Gemeindezeitung“

Screenshot Eimsbüttel-Seite auf Facebook

Hyperlokaler Journalismus gilt als das nächste große Ding. Vor allem online. Ohne es beabsichtigt zu haben, ist Mareke Stein (30) aus Hamburg auf diesem Gebiet zur Vorreiterin geworden.  Hier spricht sie über Bürgersinn, Crowdfunding und verrät, was einen Blog überleben lässt.

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Multimediales Erzählen in einer Nachhaltigkeitsserie – ein Praxisbericht

Screenshot GEO.de Special: EU-Fischerei in der Krise

Multimedial, mehrdimensional und spannend – wie lässt sich mit diesen Zielen eine Serie bei Geo.de zum Thema der Überfischung konzipieren?

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