Archivierte Einträge für Beispielhaft

Harald Schmidt, der DJV und das Leserreporter-Unwesen

Der DJV Hamburg beschäftigte sich auf seiner gestrigen Mitgliederversammlung laut Einladung unter anderem mit diesem Thema:

DJV gegen Leserreporter-Unwesen

Da haben die Kollegen wohl bei Harald Schmidt abgekupfert. Der beschrieb nämlich in seiner “Focus”-Kolumne vom 29. Juli jene Leserreporter(-Unwesen):

Mein persönlicher Eindruck: je proll, desto digi. Wem das weiße Fleisch aus den Tanktops quillt oder wer die Zahnbeläge aus der Zeit vor der Wende herüberretten konnte, hat meistens Handy und Digicam dabei: Vor allem der Zustand deutscher Gebisse lässt sich jetzt leicht überprüfen.

„Putz dir lieber mal die Zähne“

Denn nach erfolgtem Abschuss legt häufig ein seliges Lächeln, verbunden mit den Worten “Ich hab ihn“, kariösen Lochfraß an den Schneidezähnen sowie zurückweichendes Zahnfleisch frei. Für mich gehört es deshalb zum Respekt vor dem Nächsten, nicht einfach achtlos vorbeizugehen, sondern zu mahnen: „Fotografier nicht so viel, putz dir lieber mal die Zähne.” (…) Frauen mit Meckifrisur und weißen Piratenhosen, die hinter einem Supermarktregal plötzlich ihr Fotohandy in Anschlag bringen, werden von mir nicht mehr einfach ignoriert. (…)

Nachtrag 25.08.06
Etwas nüchterner befasst sich mein kürzlich erschienener Beitrag für den “BJV report” des Bayerischen Journalisten-Verbands mit dem Thema. Sie können ihn hier runterladen: PDF, 6 Seiten, 261 kb. Hier bei onlinejournalismus.de finden Sie außerdem zahlreiche weitere Beiträge zum Bürgerjournalismus.

Mitmachen: Deutsche Zeitungen und die Bloggerei

Wortfeld-Blogger Alexander Svensson möchte einen systematischen Überblick zu den Blog-Aktivitäten deutscher Tageszeitungen geben. Da er dies nicht alleine stemmen kann, hat er ein Wiki aufgemacht und bittet um Mithilfe. Immerhin sind so bisher Daten von rund einem Drittel der ausgewählten 101 Zeitungen zusammengekommen. Wir halten Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden. Nebenbei: Eine feine Idee.

augenzeuge.de – “Stern”-Angebot vermarktet Amateurbilder

Bilder kostenlos zu zeigen und zu verwalten ist für Amateurfotografen mittlerweile bei einigen Web-Plattformen möglich: Ob bei Flickr oder bei Medien wie Focus Online (Focus Live) und der View-Fotocommunity des “Stern”-Ablegers “View”. Manche Medien bedienen sich gleich umsonst aus der Bilderfülle, wie etwa das Burda-Magazin “Max”, das seit einigen Monaten Flickr-Bilder ohne Honorar in der Print-Ausgabe veröffentlicht. Dies ist trotz Einwilligung der Nutzer freilich nicht unumstritten. Einen neuen Weg geht der “Stern”. Unter augenzeuge.de können Amateurfotografen ihre Bilder kostenlos vermarkten. Weiterlesen…

Web 2.0 und die Medien

Dazu veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung eine Tagung am 28./29. September (Einladung als PDF):

Ziel des Workshops ist es, Entscheidungsträgerinnen und -träger, Medienmacherinnen und -macher aus Print, Online und Hörfunk mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen und über aktuelle Tendenzen, Wirtschaftlichkeit und Potenzial von Web2.0-Formaten für die traditionellen Medien zu diskutieren. Mit einer Podiumsdiskussion, Best-Practice-Beispielen und erhellenden Vorträgen wollen wir Erkenntnisse mit Nutzwert liefern. Kurz: Anregungen hochkarätiger Vertreterinnen und Vertretern aus der Medienbranche und der Medienwissenschaft werden helfen, Ideen für umsetzbare Projekte zu entwickeln.

Gäste sind unter anderem die Herren Thomas Wanhoff, Christoph Dowe, Steffen Büffel und Jan Schmidt.

Europäische Online-Medien

Collage: Eurosites

Was zeichnet europäische Online-Medien aus? Pascal Deter ging dieser Frage im Rahmen seiner Diplomarbeit nach, untersuchte bereits bestehende Angebote und erarbeitete Anforderungen für künftige Projekte. Kann das Internet zur Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit beitragen? Die Voraussetzungen sind gegeben. Nötig ist es zweifellos.
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Video Journalism Award von DW-TV

Das deutsche Auslandsfernsehen DW-TV ruft alle Videojournalisten auf, ihre Filme für den 3rd International Video Journalism Award in Berlin einzureichen. Vom 27. bis 29. Oktober 2006 werden die besten Arbeiten im Berliner Kino „Babylon“ gezeigt und prämiert. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 01.09.2006. Das Anmeldeformular und die Wettbewerbsbedingungen gibt es unter www.videoreporter.org. (via Newsletter des Bayerischen Journalisten-Verbands)

jetzt.de, Multimedia-Experimente

Matthias Eberl experimentiert in seinem Blog ja schon seit einiger Zeit mit ganz ungewöhnlichen multimedialen Darstellungsformen. Schön zu sehen, dass es auch Redaktionen gibt, die sich darauf einlassen.

Für jetzt.de hat Matthias eine Multimedia-Reportage mit dem Titel Warum sah Henriette den Elfmeter nicht? entwickelt. Seine ungewöhnliche Technik beschreibt Matthias so:

Seit über zwei Jahren verfolge ich hartnäckig die Idee, ein neues Multimediaformat zu entwickeln, das die erzählerische Stärke des Wortes mit der sinnlichen Erfahrung von Bild und Ton kombiniert, ohne den Leser dabei auf eine Rezeptionsgeschwindigkeit festzulegen, wie es Film und Radioreportage tun.

Der User scrollt dabei die entsprechenden Elemente (sei es Text oder Bild) in eine markierte Fläche. Sobald sie sich darin befinden, läuft zum Beispiel im Hintergrund ein O-Ton ab, der das Gesehene bzw. Gelesene akustisch unterstützt.

Wäre schön, wenn solche Formen öfter zu sehen wären – denn es macht Spaß, auf diese Weise selbst das vom Reporter Erlebte zu erfahren. Auch wenn der Programmieraufwand dahinter offenbar größer ist.

Anmerkungen dazu sind in Matthias Blog sehr willkommen.

“So sehen Sieger aus”

Schöner Hinweis auf schönen Ticker beim Bildschirmtext der taz:

9.31 Uhr: Die halbe Redaktion rennt nochmal aufs Klo. Das dürfen die Klinsmänner jetzt nicht. Die haben ganz andere Sorgen. Klinsmann und Löw reden mit den Jungs. Kahn klopft Lehmann auf die Schulter. Nochmal: Kahn klopft Lehmann auf die Schulter! Köpke kniet bei Lehmann.

Die Redaktion ist sueddeutsche.de. Klingt besser als manche andere Ticker-Versuche, die amüsant sein sollten.

Google in a box

Ein schönes Beispiel für eine Zweitverwertung. Oder sollte ich sagen: Neuverwertung? Das Multimedia-Dossier “Google – die Macht einer Suchmaschine” basiert auf einem Zapp-Spezial, das vor einigen Tagen im NDR lief und nun bei tagesschau.de in eine Media-Mix-Slideshow gepackt wurde; nach dem selben Prinzip, wie die Event-Box von sportschau.de. Ein durch und durch alltagstaugliches Format für die Redaktion, sicherlich nicht in einer Stunde produziert, aber dennoch die Möglichkeit, “mal schnell” mit Videos zu arbeiten und nicht mehr länger nur zu experimentieren (den Video-Giganten im Hintergrund immer vorausgesetzt). Mehr davon!

Übrigens: Die besten Voraussetzungen, den Unterschied zu spüren, den Schritt nach vorn, den diese Art der journalistischen Umsetzung ausmacht, haben wohl die, die sich zuvor haben berieseln lassen, vom Filmbeitrag im Dritten, in voller Länge, spätabends, müde…

FIFA World Cup 2006 / Multimedia

Was tun, wenn man den Sieg der eigenen Mannschaft in Bild und Ton nacherzählen möchte, aber keine Rechte an den Bewegtbildern hat? Die Website der spanischen Tageszeitung Elpais.es baut z.B. aufwändige Infografiken, um die entscheidenden Spielzüge zu visualisieren. Das ganze – höchstemotional – unterlegt mit der Stimme eines enthusiastischen Reporters.

Ein paar Highlights der multimedialen WM-Berichterstattung sind bei Interactive Narratives verlinkt.

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