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Relaunch bei Spiegel Online

Ohne große Vorankündigungen hat Spiegel Online heute im Laufe des Nachmittags den Schalter umgelegt und sein neues Layout veröffentlicht. Relaunch Nr. 6 in der Geschichte von SpOn wirkt aufgeräumt und zeitgemäß. Die wichtigsten Änderungen hat SpOn-Chef Blumencron zusammengefasst.

Die Website ist weiterhin optimiert für eine Bildschirmauflösung von 800 Pixeln in der Breite. Werbung fehlt bisher, wird aber vermutlich in absehbarer Zeit wieder in voller Größe am oberen und rechten Bildschirmrand zu sehen sein, sodass eine Auflösung von 1024 Pixeln vorausgesetzt werden dürfte, um in den vollen Genuss zu kommen.

Die Navigationsleiste befindet sich nun am Seitenkopf und nicht mehr am linken Rand. Ein Trend, den viele Redaktionen bei ihrem Relaunch berücksichtigen und der durch die letzte Eyetrack-Studie bestätigt wurde. Spiegel Online hatte ja bereits vor zwei Jahren das Layout auf Artikel-Ebene angepasst: Die Navigation wanderte damals in ein Pull-Down-Menue am oberen Bildschirmrand, die Inhalte darunter wurden dann in zwei breiteren Spalten dargestellt (was mehr Raum für neue Werbeformen schaffte).

Auch in der aktuellen Version werden die Inhalte in zwei Spalten dargestellt. Auf der Centerpage ist die Hauptspalte etwas breiter, was auch größere Teaser-Fotos ermöglicht. Diese werden zwar noch spärlich eingesetzt, sind aber aktuell (6.9., 18:47 Uhr) zum Beispiel auf der Netzwelt-Centerpage zu sehen. Auf Artikel-Ebene ist die Hauptspalte etwa 100 Pixel schmaler, was für eine lesefreundlichere Formatierung des Textes sorgt.

Video und Multimedia-Elemente werden nach dem Relaunch stärker hervorgehoben: Der zweite Hauptnavigationspunkt heißt auch “Video”, sollte aber doch besser mit “Multimedia” beschriftet sein. Denn klickt man darauf, werden auch Punkte wie “Fotostrecken” aufgeführt.

Beibehalten wurde auch das farbige Leitsystem durch die Ressorts. Mit jedem Klick in eine andere Rubrik ändert sich jeweils die Farbe am Seitenkopf. Einigen Usern mag das als Orientierung dienen. Zu beobachten aber ist, dass andere Redaktionen sich von solchen Systemen wieder verabschieden, wie zum Beispiel n-tv.de. Dort zeigt sich die Site seit einigen Tagen quer durch alle Ressorts in einer Einheitsfarbe.

RSS-Feeds liefert SpOn nach wie vor leider nur als Schlagzeilen – keine Teaser, keine Bilder. Deutlicher hervorgehoben wird jetzt das Forum, doch eine Kommentierfunktion für zumindest einige Artikel (wie es beispielsweise stern.de vor einiger Zeit eingeführt hat) wäre schöner gewesen.

Unter der Haube setzt Spiegel Online nicht auf zeitgemäßes XHTML, sondern HTML 4.01 – allerdings wurde das Layout nicht mehr mit blinden Tabellen gebaut. Wer sich die Site mit größerer Schrift anschauen will, wird ab bestimmten Schriftgraden trotzdem mit merkwürdigen Überlappungen konfrontiert. Der obligatorische Validierungstest fördert am Tag 1 von Version 7.0 insgesamt noch 242 Fehler an die Oberfläche. Aber das wird vermutlich nach und nach am lebenden Objekt behoben.

Im Relaunch-Forum auf Spiegel Online hat sich mittlerweile eine lebhafte Diskussion entwickelt. Den ersten Meinungen nach scheint das neue Layout aber gut angenommen zu werden. Dem kann ich mich nur anschließen: Spiegel Online Version 7.0 sieht wirklich gut aus.

OJR/ Dank RSS übersehen

So kann es einem gehen, wenn man nur den RSS-Feed abonniert hat, man selten auf die eigentliche Website geht und obendrein Sommerpausenphänome hinzukommen: Das Online Journalism Review der University of Southern California, so etwas wie die wichtigste US-Publikation zum Onlinejournalismus, hat sich bereits vor längerem eine Blog-Optik verpasst – mir war das vollkommen entgangen. Weiterlesen…

Müde Mediendienste

Eigentlich ist es nur eine Marginalie: Der Branchendienst “w&v” meldete gestern auf seiner Website: “Web 2.0: Stern startet Online-Bildagentur für Jedermann”. Ja und? Das hatten wir hier schon vor drei Wochen, etwas ausführlicher, kommentiert; wie in alten Web 1.0-Zeiten gelernt, haben wir sogar die so genannten Hyperlinks aktiviert (bei diesem w&v-Artikel ist dies nicht der Fall). Wir sind wohlgemerkt ein Non-Profit-Angebot.

In den letzten Wochen habe ich mir einige einschlägige Angebote für Medienschaffende mal etwas genauer angeschaut, bei manchen schaudert es einen, wie hemmungslos Pressemitteilungen übernommen werden. Eigene Recherchen, eigenes Bewerten, Formulieren – häufig Fehlanzeige. Und dabei richten sich doch gerade diese Dienste an andere Medienleute.

Und dann schaue ich mir eben auch Medienblogs an, die arbeiten zwar unregelmäßig, unberechenbar, sporadisch bei der Themenauswahl – aber dort werde ich viel mehr überrascht, da wird tacheles geprochen, da bekomme ich eben kein 08/15-PR-Blabla und manchmal gehts auch viel schneller. Von der Verlinkung untereinander und den Leserkommentaren ganz abgesehen. Da ist noch mehr drin. Für manche Blogger. Ob mancher altgediegene Mediendienst da noch eine Zukunft hat, bezweifle ich.

Reporterwelt – neues Blog der Weltreporter

Eben erhielt ich folgende Mail:

“Lieber Blogger-Kollege,
ab sofort ist REPORTERWELT online, das globale Blog des Korrespondentennetzes Weltreporter.net. Unter www.weltreporter.net/blog berichten wir über das Journalistenleben im Ausland, internationale Medienereignisse und die Auslandsberichterstattung in den deutschen Medien. Ziel ist die Verkleinerung der Welt. Mit besten Grüßen aus China, (…)”

Ganz kurz draufgeschaut. Und für gut befunden. Allein ein Beitrag von Martin Ebbing überzeugt mich schon. Also bitte mal reinschauen!

“Vom Ärger der Leser profitieren”: Dossier “Leserdialog Online” der Initiative Tageszeitung

Auf 13 PDF-Seiten beschäftigt sich ein kostenloses Dossier der Initiative Tageszeitung e.V. (ITZ) damit, wie Medien vom Ärger ihrer Leser profitieren können. Was sich vielleicht etwas eigenartig anhört, ist im Grunde ganz plausibel: Es geht darum, die Meinungen, Informationen, Wünsche und Beschwerden der Leser aufzugreifen.

Die ITZ stellt drei Möglichkeiten hierzu vor:

  • Online-Bürgerforum – Zeitung bietet Forum für Bürgerbeschwerden
  • Ombudsmann-Modell – Zeitung setzt sich aktiv bei Bürgerbeschwerden ein; Zeitung als Vermittler bei Beschwerden über Dritte (Behörden, Firmen); Leseranwälte – bei Beschwerden über die Zeitung
  • Bürgerjournalismus – Zeitung bindet User als “Content”-Lieferanten ein
  • Das Dossier zeigt dies anhand von Beispielen, allerdings scheint die Zusammenstellung manchmal etwas willkürlich, lückenhaft und vor allem zu unkritisch. Trotzdem ist diese neue ITZ-Serie, die künftig monatlich unter dem Namen “ITZ-mehrWERT” erscheint, für Interessierte ein nützlicher Ratgeber.

    Harald Schmidt, der DJV und das Leserreporter-Unwesen

    Der DJV Hamburg beschäftigte sich auf seiner gestrigen Mitgliederversammlung laut Einladung unter anderem mit diesem Thema:

    DJV gegen Leserreporter-Unwesen

    Da haben die Kollegen wohl bei Harald Schmidt abgekupfert. Der beschrieb nämlich in seiner “Focus”-Kolumne vom 29. Juli jene Leserreporter(-Unwesen):

    Mein persönlicher Eindruck: je proll, desto digi. Wem das weiße Fleisch aus den Tanktops quillt oder wer die Zahnbeläge aus der Zeit vor der Wende herüberretten konnte, hat meistens Handy und Digicam dabei: Vor allem der Zustand deutscher Gebisse lässt sich jetzt leicht überprüfen.

    „Putz dir lieber mal die Zähne“

    Denn nach erfolgtem Abschuss legt häufig ein seliges Lächeln, verbunden mit den Worten “Ich hab ihn“, kariösen Lochfraß an den Schneidezähnen sowie zurückweichendes Zahnfleisch frei. Für mich gehört es deshalb zum Respekt vor dem Nächsten, nicht einfach achtlos vorbeizugehen, sondern zu mahnen: „Fotografier nicht so viel, putz dir lieber mal die Zähne.” (…) Frauen mit Meckifrisur und weißen Piratenhosen, die hinter einem Supermarktregal plötzlich ihr Fotohandy in Anschlag bringen, werden von mir nicht mehr einfach ignoriert. (…)

    Nachtrag 25.08.06
    Etwas nüchterner befasst sich mein kürzlich erschienener Beitrag für den “BJV report” des Bayerischen Journalisten-Verbands mit dem Thema. Sie können ihn hier runterladen: PDF, 6 Seiten, 261 kb. Hier bei onlinejournalismus.de finden Sie außerdem zahlreiche weitere Beiträge zum Bürgerjournalismus.

    Mitmachen: Deutsche Zeitungen und die Bloggerei

    Wortfeld-Blogger Alexander Svensson möchte einen systematischen Überblick zu den Blog-Aktivitäten deutscher Tageszeitungen geben. Da er dies nicht alleine stemmen kann, hat er ein Wiki aufgemacht und bittet um Mithilfe. Immerhin sind so bisher Daten von rund einem Drittel der ausgewählten 101 Zeitungen zusammengekommen. Wir halten Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden. Nebenbei: Eine feine Idee.

    augenzeuge.de – “Stern”-Angebot vermarktet Amateurbilder

    Bilder kostenlos zu zeigen und zu verwalten ist für Amateurfotografen mittlerweile bei einigen Web-Plattformen möglich: Ob bei Flickr oder bei Medien wie Focus Online (Focus Live) und der View-Fotocommunity des “Stern”-Ablegers “View”. Manche Medien bedienen sich gleich umsonst aus der Bilderfülle, wie etwa das Burda-Magazin “Max”, das seit einigen Monaten Flickr-Bilder ohne Honorar in der Print-Ausgabe veröffentlicht. Dies ist trotz Einwilligung der Nutzer freilich nicht unumstritten. Einen neuen Weg geht der “Stern”. Unter augenzeuge.de können Amateurfotografen ihre Bilder kostenlos vermarkten. Weiterlesen…

    Web 2.0 und die Medien

    Dazu veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung eine Tagung am 28./29. September (Einladung als PDF):

    Ziel des Workshops ist es, Entscheidungsträgerinnen und -träger, Medienmacherinnen und -macher aus Print, Online und Hörfunk mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen und über aktuelle Tendenzen, Wirtschaftlichkeit und Potenzial von Web2.0-Formaten für die traditionellen Medien zu diskutieren. Mit einer Podiumsdiskussion, Best-Practice-Beispielen und erhellenden Vorträgen wollen wir Erkenntnisse mit Nutzwert liefern. Kurz: Anregungen hochkarätiger Vertreterinnen und Vertretern aus der Medienbranche und der Medienwissenschaft werden helfen, Ideen für umsetzbare Projekte zu entwickeln.

    Gäste sind unter anderem die Herren Thomas Wanhoff, Christoph Dowe, Steffen Büffel und Jan Schmidt.

    Europäische Online-Medien

    Collage: Eurosites

    Was zeichnet europäische Online-Medien aus? Pascal Deter ging dieser Frage im Rahmen seiner Diplomarbeit nach, untersuchte bereits bestehende Angebote und erarbeitete Anforderungen für künftige Projekte. Kann das Internet zur Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit beitragen? Die Voraussetzungen sind gegeben. Nötig ist es zweifellos.
    Weiterlesen…

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