Archivierte Einträge für Beispielhaft

InStyle, Elle, Eyecatcher

Interessante Lösung für einen vierfachen Eyecatcher auf der Homepage bei InStyle (mit der Maus über die Bilder gehen). Vermutlich zu aufwändig, um es bei einer News-Site mit den Topthemen zu praktizieren, die sich alle 15 Minuten ändern. Aber für zeitlosere Inhalte sehr schön. Nebenbei: Das Redesign bei Elle gefällt mir. Schwarz, grau, weiß, dazu großflächige Farbfotos – funktioniert. 1a umgesetzt: Videoteaser auf der Startseite, der Catwalk TV bewirbt.

Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik erstmals auch für Onliner

Der Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik wird in diesem Jahr erstmals auch in der Kategorie Online verliehen, darauf weist uns das Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hin. Mit dem Preis sollen “besonders originelle, kritische und lebendige Berichterstattungen aus der Welt der Wirtschaft” ausgezeichnet werden. Bisher gab es die Auszeichnung nur in den Kategorien Print und Elektronische Medien. Bewerbungsschluss ist am 1. Juli 2006. Weitere Informationen unter www.vf-holtzbrinck.de.

Einen aktuellen Überblick (März 2006) zu Journalistenpreisen finden Sie bei der Zeitschrift “journalist” zum Download, PDF, 5. S., 437 KB. Im alten Layout von onlinejournalismus.de finden Sie einen Artikel von mir zum Thema “Awards für Netzjournalisten”, der zuerst 2002 in der Zeitschrift “message” erschienen ist.

Guardian: Comment is free

Komme jetzt erst dazu, mir Comment is free näher anzusehen – und finde es extrem gelungen. Der Guardian bündelt auf Comment is free alles, was in Richtung Meinung und Leitartikel geht – und steigt in die Konversation mit seinen Usern ein.

Wer sich registriert, kann kommentieren (im Artikel, nicht in kilometerweit entfernten, allgemeinen Foren). Das Echo ist gut, an den Storys hängen zum Teil 50 und mehr Kommentare.

Was mir – ähnlich wie bei TimesSelect – gut gefällt: Dass die Autoren vorgestellt werden.

Und dass ihre Texte aus der musealen Stille der Zeitung herausgeholt werden.

Wikis: Vielseitige Plattform für journalistische Websites

Onkel Brumm (nebenbei: wann erhält der endlich einen vernünftigen Namen?) weist bei Zeit.de auf das Nordwest-Wiki der Oldenburger Nordwest Zeitung hin: “Hier sollen im Form eines Wikis alle Informationen rund um den Nordwesten gesammelt werden”, heißt im Wiki. Und natürlich kann jeder dort mitschreiben. Seit November 2005 sind so 350 Artikel entstanden. Brumm fragt sich, ob so etwas auch bei Zeit.de sinnvoll wäre.

Ähnliche Projekte gibt es beispielsweise beim “Handelsblatt”, dass Ende September 2005 sein Wirtschaftswiki startete (wir berichteteten) oder bei der PC-Welt. Eher für den temporären Einsatz gedacht ist das Fanportal der “Stuttgarter Zeitung”, Worldcupwiki von Fans für Fans. Auch als Wissenssammlung von Journalisten für Journalisten eignen sich Wikis, wie das Wiki des Journalistennetzwerks Jonet zeigt.

Anders machte es Jochen Magnus, Redaktionsleiter der Online-Ausgabe der Koblenzer “Rhein-Zeitung”, RZ Online. Dort wurde die vorhandene deutschsprachige Wikipedia im August 2004 komplett in das Online-Angebot eingebunden. Weitere Informationen zur Nutzung von Wikipedia als Journalist finden Sie auf meinem Weblog.

Watchblogs – wo laufense denn?

Auch wenn laut der Befragung “Zukunft des Journalismus” (Mai 2005, Uni Leipzig) fast zwei Drittel der Medienschaffenden Weblogs kennen, bleiben immer noch offene Fragen.

Wenn ich Kollegen auf Watchblog-Aktivitäten hinweise, erwähne ich neben den ausgewiesenen Watchblogs (BILDblog, Ostsee-Zeitung-Blog, ORF-Blog) auch andere Blogs. Wohlgemerkt mit dem Hinweis, dass diese häufig nur sporadisch über Medien berichten. Für Einsteiger ist es natürlich schwierig, wenn sie etwa Don Alphonsos Rebellen ohne Markt besuchen und jener sich gerade in epischer Breite über die Renovierungsarbeiten seines Hauses auslässt (was wohlgemerkt auch unterhaltsam ist).

Zwei, nein, jetzt sind es sogar drei schöne Beispiele gibt es aktuell hier auf dem Präsentierteller: Felix Schwenzel, kein Journalist!, hat sich einen Artikel über “Deutschlands einziges Zensurblog” etwas genauer angeschaut und findet “platte lügen auf politik-digital.de“. Filigran nimmt “Handelsblatt”-Reporter Thomas Knüwer die “Schwitzenden Swinger” bei Spiegel Online auseinander (äh, natürlich den so lautenden Artikel). Heute hegt Knüwer Zweifel an der spektakulären Enthüllung des ARD-Magazins plusminus, dass ein Nationalspieler auf Spiele gewettet habe, die manipuliert worden seien. Ich halte diese Beispiele für sehr lehrreich. Mehr über Watchblogs finden Sie in meinem “journalist”-Artikel “Ungebetene Kritiker“.

Nachtrag
Auch gut, aktuell und beispielhaft: Cut’n’past journalism: Mittelwert bilden! bei Medienrauschen.

Ernüchternde Zwischenbilanz beim “global reporting” des Handelsblatts

Seit knapp einem Jahr schildern 28 Korrespondenten des “Handelsblatts” in Weblogs ihre “Erlebnisse abseits der üblichen Pfade”. Jetzt wurde Zwischenbilanz gezogen, “Handelsblatt”-Reporter Thomas Knüwer, dessen Blog Indiskretion Ehrensache monatlich fünfstellige Abrufzahlen hat*, schreibt:

“In der vergangenen Woche bei unserer Korrespondententagung wurde auch viel über Weblogs gesprochen. Zum Beispiel, wie sich das bisher nicht zufrieden stellende Global Reporting verbessern lassen könnte.”

In meinem im September 2005 veröffentlichten Telepolis-Artikel zum journalistischen Bloggen (Schwer ist leicht was. Wenn Journalisten auch noch bloggen müssen …) hatte ich bereits moniert:

“Den meisten Kollegen von Knüwer fällt das Nebenbei-Bloggen nicht so leicht. Einige der 28 bloggenden “Handelsblatt”-Korrespondenten aktualisieren ihre Internet-Journale nur alle paar Wochen und entsprechend werden diese kaum kommentiert bzw. überhaupt von Lesern und anderen Bloggern wahrgenommen. Manche Beiträge wirken für ein Blog schlichtweg langweilig oder uninspiriert; von mangelnder Formatierung der Texte ganz abgesehen.”

Andererseits finden sich natürlich auch viele sehr gute, interessante Texte in diesen Blogs, bloß die Korrespondenten müssen halt auf dieser Publikationsplattform auch erst mal ihre Leser und ihren Stil finden, das geht halt nicht immer so schnell wie etwa bei Knüwer, der auch erst seit Januar 2005 sein Blog schreibt. Manchen mag dies gelingen, anderen eben nicht.

Ich denke, das “Handelsblatt” wird da weiter am Ball bleiben. Als Knüwer zum Bloggen anfing, war ich anfangs auch recht skeptisch, mittlerweile besuche ich sein Blog fast täglich. Andererseits ist natürlich auch mein Zeitbudget begrenzt, ich bin zudem bequem und mit einer gewissen Grundskepsis ausgestattet was neue Blogs betrifft – und sehr viel anders wird der “Nutzer draußen im Lande” auch nicht handeln, oder?

* Kürzlich habe ich irgendwo mal Besucherzahlen gelesen, die Julius Endert mitteilte, vielleicht hat einer unserer Leser diese Zahl parat …

Textbasierte Multimedia-Reportage

Video- und Tonreportagen haben immer einen Nachteil: Sie fesseln den Leser für eine festgelegte Zeit. Ich habe manchmal das Gefühl, dass solche sequentiellen Medien für das Internet schlechter geeignet sind als Text. Audio-Slideshows gehören auch dazu. Ich habe deshalb vor einigen Jahren begonnen, ein neues Multimedia-Format zu entwickeln, bei dem der Text das Trägermedium ist.

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National Geographic: That thing called love

That thing called love ist in vielerlei Hinsicht eine wertvolle Lektion, wie vertonte Fotogalerien funktionieren. Das Wichtigste sind nicht die technischen Feinheiten – es ist die Geschichte, die erzählt wird.

Jodi Cobb schildert, wie sie als Fotografin für National Geographic das denkbar schwierige Thema “Liebe” umgesetzt hat – und sie hat etwas zu erzählen. Ich denke, dass wir diesen Punkt oft unterschätzen – dass Multimedia ohne originäre Geschichten, ohne inhaltliche Substanz einfach nicht funktioniert.

That thing called love ist – ähnlich wie viele Audio-Galerien der New York Times – auch deswegen so einnehmend, weil natürlich gesprochen wird, weil das Audio eine normale Gesprächs-Situation widerspiegelt. Man hat nicht den Eindruck, einer Vorlesung zu folgen, eher sitzt man im Wohnzimmer der Fotografin und hört ihr zu. So einfach.

Es lohnt sich auch, auf die Auswahl der Fotografien zu achten: Es sind keine Ausreißer nach unten dabei, es gibt keine visuellen Durchhänger. Lieber kürzere Galerien, weniger Bilder – aber kein Füllmaterial einsetzen. Wenn man bedenkt, dass jedes Bild Pi mal Daumen mindestens 10 Sekunden stehen bleibt, sind 2,3 schwache Fotos schon zu viel.

Videoeinbindung bei SpOn

Die Video-Experimente bei SpOn, auf die Matthias Eberl neulich schon hingewiesen hat, kommen jetzt nahezu täglich vor. Gleich zwei Videos werden aktuell auf der Startseite von Spiegel Online gezeigt, eines davon direkt – statt eines Fotos – neben dem Aufmacher-Teaser.

Technisch ist das ganze geschickt gelöst: Statt eines eingebetteten Videos, das nur über ein zusätzliches Plugin abgespielt werden könnte, wird zunächst ein statisches JPEG mit einer gefakten Player-Menueleiste gezeigt. Diese Startseite wird also auch mit Browsern angezeigt, die nicht mit zusätzlichen Plugins ausgestattet sind.

Das JPEG befindet sich in einem eingebettetem Frame (“IFRAME”). Erst beim Klick auf das Foto bzw. die Playerleiste wird eine neue HTML-Seite, die das Video enthält, direkt in den IFRAME geladen – und erst jetzt wird das Plugin vorausgesetzt.

Beim Streaming setzt SpOn auf Flash, vermutlich weil es nach Herstellerangaben unter den Browser-Plugins am weitesten verbreitet ist.

Die Videos selbst stammen zurzeit immer noch von Reuters – mal sehen, wann die erste Eigenproduktion online geht.

Grimme Online Award 2006

Noch bis zum 31. März können Vorschläge für den Grimme Online Award 2006 eingereicht werden.

Disclaimer: Our very own Fabian Mohr sitzt in der Nominierungskommission (nicht in der Jury). onlinejournalismus.de hat 2003 selbst einen Grimme Online Award bekommen.

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