Archivierte Einträge für Beispielhaft

Multimedia 2008: Das “Parlameter” des ZDF

Parlameter des ZDF (Screenshot)

Die Idee kam von Rufposten-Betreiber Matthias Eberl: Er bat einige Kollegen, die sich für multimediale Darstellungsformen interessieren, zum Jahresabschluss zu überlegen, welche Highligths in Sachen Video, Audio-Slideshow, Infografik o. ä. ihnen in den vergangenen zwölf Monaten besonders aufgefallen sind, und dazu ein paar Worte dazu zu schreiben.

Mir ist in Deutschland besonders das “Parlameter” in der ZDF-Mediathek im Gedächtnis geblieben (laut Netzpolitk wohl im September online gegangen). Dieses von der Firma 4=1 gebaute Flash-Tool visualisiert das Abstimmungsverhalten der Bundestagsabgeordneten bei wichtigen Parlamentsentscheidungen von den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bis zur Erbschaftssteuer. Dabei können die Nutzer nicht nur nachschauen, wie die Fraktionen und einzelnen Parlamentarier abgestimmt haben, sondern sich auch Gruppen nach bestimmten Filtern anzeigen lassen – also etwa das Abstimmungsverhalten nach Männern und Frauen, oder dasjenige kinderloser Parlamentarier aus dem Saarland oder bayerischer MdBs über 70.

Das Parlameter ist zwar in der ZDF-Mediathek eingesperrt, dafür verweisen die darin enthaltenen Porträts der Abgeordneten aber nach “außen” auf deren Homepages und verraten dem interessierten Bürger gleich deren E-Mail-Adresse. Besonders hervorzuheben ist, dass das Parlameter bisher nicht das Schicksal anderer vielversprechend gestarteter, aber dann im Alltagstrott versandeter Projekte teilt. Seit dem Launch ist es mit den Daten zu weiteren Abstimmungen gefüttert worden.

Sollten mir in den nächsten Tagen noch weitere besonders bemerkenswerte Beiträge aus 2008 einfallen, trage ich die hier nach. Vor allem bin ich gespannt, was von anderer Seite nominiert wird.

Hier bloggt der Online-Chef – Jochen Wegner bei in.focus.de

Durch Zufall (beziehungsweise das Twitter-Angebot der Deutschen Welle) entdeckte ich eben, dass Focus Online-Chefredakteur Jochen Wegner neben seinem eingeschlafenen Privatblog seit November wieder bei Focus Online schreibt: in.focus.de heißt das Blog. Wegner verspricht: “Es soll einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen bei FOCUS Online geben – und eher kursorisch auch die der gesamten Online-Medien begleiten.” Neben Eigen-PR gibt es auch Lesenswertes wie etwa die mehrteilige “Kleine Online-Reichweitenkunde”. Physiker Wegner weiß diese trockene Materie unterhaltsam aufzubereiten: “Das klingt ebenfalls einfach. Entspannen Sie sich nun bei einer guten Schönberg-Platte, bevor Sie weiterlesen. Es folgt die Unschärferelation der Reichweiten-Messung. (…)”.

Neues von Focus Online gibt es heute übrigens auch bei Kress Online, dort werden Auszüge aus einem Interview mit Wegner im “Kress Report” publiziert. Unter anderem geht es um das neue Portal Nachrichten.de, das im Frühjahr starten soll und vollautomatisierte Nachrichten verbreitet. Als Vorbild dient das amerikanische Daylife.

Weitere Links:

WAZ-Krise und DerWesten bei Pottblog

Manchmal reicht es einfach nicht, korrekt wie ein Buchhalter Beiträge in meine Delicious-Lesezeichen-Sammlung (inzwischen fast 3.500 Links) einzutragen: Besonders hinweisen möchte ich daher auf Jens Matheusziks im Pottblog veröffentlichtes Dossier rund um die WAZ-Krise und das einjährige Jubiläum von DerWesten. Jens, der kein Journalist ist (muss ich das immer betonen?), sammelt dort mehr und vor allem vielseitigere Informationen als manches nur nachplappernde, paraphrasierende oder mit Links um sich ballerndes Medienangebot (nein, “die Guten” meine ich damit nicht, wer auch immer das sein mag). Chapeau! Aktuell im Angebot: Ein Interview mit Don Alphonso über 13 Monate DerWesten.

Blogs, Meinungsfreiheit, PR & Lügen: DFB vs. Jens Weinreich

Der freie Sportjournalist Jens Weinreich hatte im Juli im Blog Indirekter Freistoss in einem Leserkommentar den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger als “unglaublichen Demagogen” bezeichnet.

“Dagegen hatte Zwanziger vor Gericht geklagt und bis jetzt zwei Mal verloren, ein drittes Mal [wollte] er es offenbar in seiner Heimat Koblenz versuchen. Nun macht sein Verband aus dem Schmierenspiel eine einzige dummdreiste Lüge und fantasiert von einer diffamierenden Kampagne, die der Journalist angezettelt habe. Kein Wort von den verlorenen Prozessen, kein Wort davon, dass der Journalist nicht eingeknickt ist und keine Erklärung abgegeben hat, sondern bei seinem Wortlaut bleibt”,

beschreibt Hal Faber in seiner Heise.de-Kolumne “Was war. Was wird.” den Sachverhalt. Weiter heißt es dort:

“Vom DFB-Präsidenten ist dieser Satz unstrittig zitierbar: “Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer.” Ein Verlierer will er auf keinen Fall sein, der Kommunikationsherrscher. Was ist eigentlich jemand, der zwei Gerichtsbeschlüsse unterschlägt? Macht ihn die Defraudation zu einem Defraudagogen?”

Wer den ganzen Sachverhalt noch mal nachlesen will (es lohnt sich wirklich!), möge die folgenden Quellen nutzen. Die Sache bietet viel Materie für Lehrbücher oder Seminare: Ob – wie zuletzt – völliges PR-Versagen, Medienethik, das Ausreizen der Meinungsfreiheit oder irrationale Ängste vor der Internet-Kommunikation. Und alle Quellen sind so weit als möglich für jedermann zugänglich. Weiterlesen…

Themen gesucht: Worüber Medien nicht berichten

“Heute, morgen und übermorgen kann man noch Themen oder Nachrichten bei der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) einreichen, die von den Mainstream-Medien vernachlässigt wurden”, darauf weist Christiane Schulzki-Haddouti in ihrem Blog Kooptech hin.

Zu meinem Bedauern muss ich auch einmal mehr feststellen, dass ich dieses Thema, diese lobenswerte Initiative in den letzten Jahren selbst vernachlässigt habe.

Online first in Dänemark

Am Tag nach der US-Wahl gab es für die meisten europäischen Zeitungen nur notdürftige Aufmacher dazu: Anbiedernd “Good Morning, Mr. President” (ohne einen Namen zu nennen), aufatmend im Stil von “Tschüß, Bush” oder sachlich mit dem Tenor “Hohe Wahlbeteiligung …”

Die dänische Zeitung Politiken machte ihren Titel dagegen mit dem fetten Hinweis “Mehr auf politiken.dk” auf – denn dort gab es das erst nach Redaktionsschluss feststehende Wahlergebnis am Morgen bereits.

Nichterschienen – neue Website für Schubladentexte

Auch im Zeitalter des so genannten Web 2.0 kommt es vor, dass Texte einfach nicht erscheinen oder vielleicht auf wenig besuchten Blogs ihr Dasein fristen. Das nichtkommerzielle Angebot “Nichterschienen” (www.nicht-erschienen.de) möchte da helfen:

“Es gibt zahlreiche Gründe, warum ein Artikel nicht erscheint, obwohl er lesenswert ist. Auf Nichterschienen.de können Autoren Texte veröffentlichen, die sie schweren Herzens in der Schublade deponiert haben. Und Leser erfahren, was sie in den Zeitungen und Magazinen nicht lesen konnten.”

Am Ende der Texte steht jeweils noch die Begründung “Nicht erschienen, weil: …”. Freilich hegt man wohl die Hoffnung, dass die Texte und Bilder vielleicht doch noch einen zahlenden Abnehmer finden. Zumindest könnte die Website für freie Journalisten ein gutes Schaufenster darstellen. Ein wenig schade ist, dass nicht kommentiert werden kann, das gehört für mich – Intention hin oder her – einfach dazu. Trotzdem wünsche ich diesem, von der Münchner Journalistin Tanja Schwarzenbach initiierten Projekt viel Erfolg.

WOW! Die Wahlkarte der New York Times

Wahlkarte als Aufmacher bei der New York Times title=

Einfach Startseite aufrufen – die Karte ist der aktuelle Aufmacher.

Weitere Links

Journalisten-Gewerkschaften richten WAZ-Protestblog ein

Unter dem Titel “Medienmoral NRW” bieten die Journalisten-Gewerkschaften DJV, Landesverband Nordrhein-Westfalen und Verdi jetzt ein gemeinsames – und m. E. übrigens vorbildliches – Protestblog an:

“Die Seite www.medienmoral-nrw.de soll dazu beitragen, Informationen schnell auszutauschen. Sie soll aber auch den Lesern, der Wirtschaft und der Politik in NRW die Gefahr aufzeigen, in großen Teilen des Ruhrgebiets künftig publizistischen Einheitsbrei zu erhalten.”

Einmal mehr ebenso vorbildlich weist übrigens der Pottblogger und “WAZ”-Kenner Jens Matheuszik auf dieses Blog hin.

Ob das Ganze was bringt? Das Blog kann nur ein kleines Rädchen im Protest gegen die irrsinnigen Sparpläne der WAZ-Gruppe sein, möge es weite Verbreitung finden.

Update 07.11.2008
Die WAZ-Gruppe bietet jetzt unter www.derwesten.de/blogs/mediengruppe auch ein Blog zum Thema “Die WAZ-Mediengruppe im Wandel” an, “Bleibt alles anders”, lautet der Titel.

Update 15.11.2008

Das WAZ-Protestblog informiert jetzt auch über Twitter: twitter.com/medienmoralnrw

Heise-Homestory in Bildern

Spiegel Online zeigt, wie das oft geschmähte Format Bilderstrecke eben auch eingesetzt werden kann, es aber viel zu selten wird: als intelligente Fotoreportage mit darauf abgestimmten Texten, nicht als bloße Klickmaschine mit More-of-the-same-Agenturmaterial.

Thema der Story ist das 25-jährige Bestehen der Computerzeitschrift c’t aus dem Heise-Verlag. Ich habe jetzt nicht alle 27 Bilder durchgeklickt, aber schon die ersten fangen ziemlich genau die Atmosphäre ein, die mir in den Heise-Hallen seinerzeit auch aufgefallen ist – sie würden den Blogeintrag von damals perfekt illustrieren: Heise.de / Behind the scenes (23. Juli 2006).

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