Archivierte Einträge für Beispielhaft

Nola.com im Zeichen des Sturms

Schon 2005 war das Angebot von Nola.com, der Website der Tageszeitung “Times-Picayune” in New Orleans, angesichts von Hurrikan “Katrina” und den Folgen auch für die Journalisten erstaunlich umfangreich und gut gemacht. Jetzt nähert sich erneut ein Hurrikan der Stadt, die vollständig evakuiert werden soll – und Nola.com hat sich ebenso vollständig darauf eingestellt.

Die gesamte Startseite ist dem Sturm gewidmet. Es gibt Links auf die aktuellen Wetterentwicklungen, eigene Rubriken für die neuesten Artikel und Fotos und einzelne Stadtteile inklusive RSS-Feeds und einen umfangreichen “Survival-Guide” sowie einen Twitter-Feed Ganz oben auf der Seite werden die Nutzer aufgefordert, eigene Bilder, Berichte und Videos einzusenden. Auch die Foren, über die Nutzer sich miteinander austauschen können – nach Thema oder Stadtteil – werden prominent gefeatured.

Ein Weltrekord, so einfach geht’s …

“So einfach – und dennoch soooo gut: Die NYT zeigt (mal wieder), wie man mit einer einfachen Animation einen Weltrekord erklärt. Bleibt die Frage: Warum sieht man sowas bei uns so selten?”,

schreibt Christian Jakubetz. Es handelt sich übrigens um den 24. Weltrekord der Russin Yelena Isinbaeva im Stabhochsprung. Jakubetz’ Begeisterung über diese Animation kann ich mich nur anschließen (man sollte auch die Kommentare in seinem Blog lesen!).

Nebenbei: Via deutscher Ausgabe der Google News finde ich kaum etwas Aktuelles über die Russin, bei Spiegel Online wird man beispielsweise auf die bereits aktualisierte Wikipedia verwiesen; die dürftige Trefferzahl könnte freilich auch an der unterschiedlichen Schreibweise des Namens der Russin liegen. Hier erklärt die “New York Times” den Weltrekord.

Audio-Slideshow: Stimmen aus der Schlange

Oasis-Fans in der Warteschlange: Eine vertonte Bildergalerie bei Einslive. Weil’s ein Radiosender ist, zwar vermutlich eher eine bebilderte Audio-Umfrage, aber in jedem Fall gut gemacht.

Nachtrag, apropos Audio-Slideshow: Stefan Niggemeier findet merkwürdigerweise keinen Gefallen an “gestählerten Körpern” in knapper Sportbekleidung. stern.de hat sein “Experiment” mit einer (von dpa produzierten!) Sportler-Slideshow a la Welt.de daraufhin beendet. “Allgäu online” erfreut sich dagegen weiterhin an dem, was Agenturjournalisten als “jung, hip und vor allem sexy” bestaunen. Auch die Ruhr-Nachrichten, und die Rhein-Zeitung sind dabei. Den Trierer Volksfreund hat Google auch im Verdacht.

Nachtrag, 21.08.2008: Welt.de bearbeitet das Thema “So sexy ist Olympia” aus eigener Kraft – wahrscheinlich, um auf 48 Bilder zu kommen. Textbeispiel: “Und was macht diese Cheerleaderin da eigentlich? Egal. Hübsch ist sie ja.”

[Ich arbeite u. a. für WDR.de, aber nicht für Einslive.]

Weitere Links
bei onlinejournalismus.de

Ganz großer Blog-Sport

Nicht erst seit seiner Ankunft in Peking bietet der Sportjournalist Jens Weinreich großen Sport in seinem Blog: Hintergründiges, Persönliches, witzig geschrieben. So solls sein. Wie immer in Hochform ist auch Kai Pahl mit seinem Blog allesaussersport.

Nonlineare Aufbereitung beim ZDF

Für Fernsehleute ist da ja eine ganz andere Art des Zugriffs: heute.de lässt zum Thema Milchstreit einen Milchbauer, einen Molkereivertreter und eine Verbraucherschützerin zu Wort kommen – im Video. Allerdings nicht in Form linearer Interviews – stattdessen sind die Statements der drei zu den einzelnen Themen gesplittet in einer Matrix angeordnet, die den Nutzern den Zugriff nach Themen oder Personen ermöglicht. So können die Nutzer selbst entscheiden, was sie von wem hören möchten und die Statements miteinander vergleichen.

Einziger Nachteil: Man muss man immer zuerst eine Person auswählen, andersherum funktioniert es nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich bei der Aufbereitung um ein vom ZDF auch an anderer Stelle eingesetztes Flash-Tool handelt.

Interactive Narratives ist wieder da

Während die langjährige Pflichtlektüre für Online-Journalisten, das Online Journalism Review, seinen Betrieb kürzlich eingestellt hat, ist die Website Interactive Narratives nach längerer Relaunch-Pause wieder da: Sie sammelt Links auf Multimedia-Features (“packages” im US-Jargon) – ideal, wenn man auf der Suche nach gelungenen Beispielen ist, aber kaum Zeit hat, selbst diverse Online-Medien danach zu scannen. Nun gibt es auch einen RSS-Feed für die Seite, um Neuzugänge im Auge zu behalten.

Die Seite ist nach dem Relaunch mit einigen Web-2.0-gemäßen Sortier- und Bewertungsfunktionen ausgestattet, dort tut sich aber im Moment noch nicht sehr viel.

Gefallen hat mir zum Beispiel das “After the Destruction” von Travis Fox. Der Multimedia-Pionier der Washington Post ist zwei Jahre nach Hurrican Katrina nach New Orleans zurückgekehrt und hat dort Menschen wiedergetroffen, die er damals interviewte. Außerdem gibt es einige schöne Panoramabilder, bei denen jeweils zwei Aufnahmen des gleichen Ortes einander gegenübergestellt werden. Ansonsten arbeitet Fox mit Elementen, wie sie derzeit typisch für Multimedia-Features sind: Menschen selbst im O-Ton erzählen lassen, Kombinationen von Stills und Bewegtbild, keine Erzähler – oder aber gleich als Reporter selbst die eigene Arbeit und die Erfahrungen vor Ort thematisieren.

Ähnlich ist es bei Hank Wilson, der – ausgestattet mit einem Stipendium – die Story “Keinen Verpfeifen – keine Verdächtigen” produziert hat. Dabei geht es um ein Viertel, in dem viele Morde geschehen, aber kaum jemand etwas gesehen haben will. Wilson lässt die Bewohner in vielen kurzen Standbild-/O-Ton-Bewegtbild-Einspielern zur Wort kommen.

Und es gibt noch mehr zu entdecken – oder selbst bei Interactive Narratives vorzustellen. Der Anteil deutscher Beispiele ist dort erwartungsgemäß weiter äußerst gering.

Interactive Narratives erscheint unter dem Dach der Online News Association.

Weitere Link
s
… bei onlinejournalismus.de

Journalistenpreise online recherchieren

Bülend Ürük weist per Mail darauf hin, dass er und Mitstreiter eine Website mit einer Übersicht über verschiedene deutschsprachige Journalistenpreise erstellt haben: Eingetragen sind derzeit 159 Wettbewerbe. Informationen zu Journalistenpreise sammeln zwar auch das Medienmagazin Insight und hier und da andere Websites. Keiner konnte aber bisher wirklich komfortable Suchfunktionen und Vollständigkeit für sich in Anspruch nehmen. Abwarten, wie Journalistenpreise.de sich jetzt entwickelt.

“Einen Link, einen Link! Ein Königreich für einen Link!”

Wenn William Shakespeare Online-Journalist wäre, würde er König Richard III. den in der Überschrift genannten Satz rufen lassen, sagt Burkhard “Burks” Schröder in seinem Telepolis-Beitrag: “Project Xanadu, reloaded – Was ist und zu welchem Ende betreiben wir Online-Journalismus? Wie setzt man Links, warum und wohin?”. Ausführlich, mit fast 150 Links ausgestattet, plädiert Schröder für den häufigen und mitunter radikalen Gebrauch von Hyperlinks im Onlinejournalismus, so rät er: “Auch Websites mit strafrechtlich relevanten oder nicht “jugendfreien” Inhalten können und sollen verlinkt werden.”

Schröder “vertritt eine zensurfeindliche Position und befürwortet auch Links zu Websites, mit dessen Inhalt der Verlinkende politisch oder moralisch nicht einverstanden ist”, heißt es in seinem Wikipedia-Eintrag. Insbesondere Burks’ “Informationsportal Rassismus & Antisemitismus” sorgt bei Journalisten-Seminaren immer wieder für Diskussionsstoff und war auch schon Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens gegen Schröder (huhu Burks, der Link zum Ermittlungsverfahren funktioniert nicht).

Medienjournalismus, oder: Was macht eigentlich … die Netzeitung?

Ich bin lange nicht mehr dort gewesen, gebe ich zu. Zum Glück gibt es das Jonet-Medienlog, dass einen werktäglich über alles Lesenswerte für Medienmacher auf dem Laufenden hält – und das ohne lästige Werbung. Heute wird etwa auch ein Netzeitungs-Artikel “Was macht eigentlich … “Zoomer”?” empfohlen. Ein sehr freundlicher aber lesenswerter Verriss des vor einigen Monaten gestarteten Holtzbrinck-Portals. Nebenbei fällt mir auf, dass der sonst so um Vollständigkeit bemühte Mediendienst Turi2 dies seinen mittlerweile “über 10.000 Lesern” (Peter Turi) nicht mitteilt. Das liegt doch hoffentlich nicht daran, dass Zoomer “Premium-Werbepartner” dort ist? (Man darf ja mal dezent fragen.)

Marginaler Nachtrag, 17 Uhr
Jetzt weist auch der Mediendienst mit den 10.000 Lesern auf den Netzeitungs-Artikel hin.

Partnerprogramm: RP Online für jede Homepage

Ein “Partnerprogramm” kündigte RP Online letzte Woche an: Betreiber privater oder gemeinnütziger Websites können ab sofort einen “professionellen Newsticker” des Düsseldorfer Blattes kostenlos einbinden.

Das Niveau der “Rheinischen Post” mag zwar umstritten sein (hierzu nur eine Stimme aus der “Rainer’schen Post”(sic!)) und ähnliche Angebote gab es schon vor zehn Jahren. Aber die Idee ist trotzdem gut umgesetzt und wird bei der Regionalzeitung die Leserbindung verstärken und zu mehr Zugriffen beitragen. Wichtig für den Erfolg ist, dass das Partnerprogramm knapp und verständlich erklärt wird und die Einbindung der Ticker aus 50 möglichen Themenbereichen auch für technisch weniger begabte Nutzer einfach zu handhaben ist.

Vielleicht fragen wir in einigen Monaten mal nach, welche Erfahrungen die Düsseldorfer mit diesem Angebot gemacht haben. Die “Rainer’sche Post” wird man freilich nicht als Partner gewinnen können. Ob’s auch funktioniert, wir haben es auf der nächsten Seite mal ausprobiert. Weiterlesen…

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