Archivierte Einträge für Beispielhaft

Journalisten-Gewerkschaften richten WAZ-Protestblog ein

Unter dem Titel “Medienmoral NRW” bieten die Journalisten-Gewerkschaften DJV, Landesverband Nordrhein-Westfalen und Verdi jetzt ein gemeinsames – und m. E. übrigens vorbildliches – Protestblog an:

“Die Seite www.medienmoral-nrw.de soll dazu beitragen, Informationen schnell auszutauschen. Sie soll aber auch den Lesern, der Wirtschaft und der Politik in NRW die Gefahr aufzeigen, in großen Teilen des Ruhrgebiets künftig publizistischen Einheitsbrei zu erhalten.”

Einmal mehr ebenso vorbildlich weist übrigens der Pottblogger und “WAZ”-Kenner Jens Matheuszik auf dieses Blog hin.

Ob das Ganze was bringt? Das Blog kann nur ein kleines Rädchen im Protest gegen die irrsinnigen Sparpläne der WAZ-Gruppe sein, möge es weite Verbreitung finden.

Update 07.11.2008
Die WAZ-Gruppe bietet jetzt unter www.derwesten.de/blogs/mediengruppe auch ein Blog zum Thema “Die WAZ-Mediengruppe im Wandel” an, “Bleibt alles anders”, lautet der Titel.

Update 15.11.2008

Das WAZ-Protestblog informiert jetzt auch über Twitter: twitter.com/medienmoralnrw

Heise-Homestory in Bildern

Spiegel Online zeigt, wie das oft geschmähte Format Bilderstrecke eben auch eingesetzt werden kann, es aber viel zu selten wird: als intelligente Fotoreportage mit darauf abgestimmten Texten, nicht als bloße Klickmaschine mit More-of-the-same-Agenturmaterial.

Thema der Story ist das 25-jährige Bestehen der Computerzeitschrift c’t aus dem Heise-Verlag. Ich habe jetzt nicht alle 27 Bilder durchgeklickt, aber schon die ersten fangen ziemlich genau die Atmosphäre ein, die mir in den Heise-Hallen seinerzeit auch aufgefallen ist – sie würden den Blogeintrag von damals perfekt illustrieren: Heise.de / Behind the scenes (23. Juli 2006).

“Schlechter Online”

Den Abschlussvortrag von Stefan Niggemeier zu der von mir mit organisierten DJV-Veranstaltung “Besser Online” gibt es jetzt auch online unter dem bezeichnenden Titel “Schlechter Online”. Ein ganz anderes Resümee der Veranstaltung zieht der Pressesprecher des DJVs, der den Saal vor Niggemeiers gut halbstündigem Vortrag verließ, was soll ich – als Vorsitzender des Fachausschuss Online im DJV – dazu noch sagen? Puh, zum Glück sind am Samstag, fast gleichzeitig zu unserer Tagung, beim Bundesligaspiel zwischen Werder und dem BVB offenbar alle Journalisten – und ich vermute mal, auch die Pressesprecher beider Vereine – bis zum Spielende geblieben … (-;

Einen herzlichen Dank auch an dieser Stelle an alle Beteiligten, die Besser Online möglich gemacht und mitgeholfen haben! Aus meiner Sicht war es eine sehr gelungene Veranstaltung, die mir großen Spaß gemacht hat; ich hoffe, es war für die Besucher ebenso. Materialien und Bilder zu dieser Veranstaltung werden nach und nach unter www.besser-online.info publiziert. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder diese Tagung geben wird, als eventueller Veranstaltungsort ist übrigens München vorgesehen. Sorry, dass ich hier so tröpfchenweise blogge, ich sitze gerade im Zug.

Weitere Links:
Dokumentation auf dem DJV Weblog zu Besser Online, online seit 03.11.2008

New York Times auf Wahlkampfreise


Blog-Besitzer Lukas Heinser wies uns auf “Road to November” hin. Die Wahlkampf-Reportage-Reise der “New York Times” ist heute mit einer Folge in San Francisco gestartet. Im verbleibenden Monat sind die NYT-Reporter unterwegs zur Westküste und berichten mit Texten, Fotos, Videos etc. „Meiner Meinung nach ist das Onlinejournalismus, wie er sein sollte“, meint Lukas Heinser. Also ein klarer Fall für die Kategorie Beispielhaft?
Weiterlesen…

Wie man Bilderstrecken auch aufbereiten kann …

… aber deutsche Onlinemedien es nicht machen, zeigt aktuell The short – but eventful – life of Ike bei Boston.com aus der dortigen Reihe “The Big Picture”:

1. SEHR große Bilder (990 x 600+ px)
2. Jedes für sich sehr stark (geben die Standardbildagenturen in D’land das überhaupt her?
3. Keine Klick-Schinderei, tatsächlich alles auf einer Seite untereinander dargestellt

The long-held tradition of keeping images online tiny and lightweight is commendable still – when designing a general purpose site. But one dedicated to quality imagery should take full advantage of the medium

schrieb Boston.com-Webdesigner Alan Taylor im Juni zum Start des Formats in seinem Blog mit dem schönen Namen “Gedankengang”.

Ganz ausgereift erscheint mir das Format aber noch nicht: 30 Fotos untereinander auf einer Seite sind vielleicht doch ein bisschen zu viel des Guten. Sie nehmen sich etwas von der Wirkung, ein Riesenteil (lässt sich netterweise einzeln verlinken) passt bei meiner Bildschirmauflösung noch nicht einmal allein auf einen Browser-Screen. Die Bildunterschriften sind außerdem noch im Agenturslang – da könnte man noch dran arbeiten, auch wenn das Bild hier im Vordergrund steht (Christoph Maier sieht das anders).

(via u.a.Basic Thinking)

Nola.com im Zeichen des Sturms

Schon 2005 war das Angebot von Nola.com, der Website der Tageszeitung “Times-Picayune” in New Orleans, angesichts von Hurrikan “Katrina” und den Folgen auch für die Journalisten erstaunlich umfangreich und gut gemacht. Jetzt nähert sich erneut ein Hurrikan der Stadt, die vollständig evakuiert werden soll – und Nola.com hat sich ebenso vollständig darauf eingestellt.

Die gesamte Startseite ist dem Sturm gewidmet. Es gibt Links auf die aktuellen Wetterentwicklungen, eigene Rubriken für die neuesten Artikel und Fotos und einzelne Stadtteile inklusive RSS-Feeds und einen umfangreichen “Survival-Guide” sowie einen Twitter-Feed Ganz oben auf der Seite werden die Nutzer aufgefordert, eigene Bilder, Berichte und Videos einzusenden. Auch die Foren, über die Nutzer sich miteinander austauschen können – nach Thema oder Stadtteil – werden prominent gefeatured.

Ein Weltrekord, so einfach geht’s …

“So einfach – und dennoch soooo gut: Die NYT zeigt (mal wieder), wie man mit einer einfachen Animation einen Weltrekord erklärt. Bleibt die Frage: Warum sieht man sowas bei uns so selten?”,

schreibt Christian Jakubetz. Es handelt sich übrigens um den 24. Weltrekord der Russin Yelena Isinbaeva im Stabhochsprung. Jakubetz’ Begeisterung über diese Animation kann ich mich nur anschließen (man sollte auch die Kommentare in seinem Blog lesen!).

Nebenbei: Via deutscher Ausgabe der Google News finde ich kaum etwas Aktuelles über die Russin, bei Spiegel Online wird man beispielsweise auf die bereits aktualisierte Wikipedia verwiesen; die dürftige Trefferzahl könnte freilich auch an der unterschiedlichen Schreibweise des Namens der Russin liegen. Hier erklärt die “New York Times” den Weltrekord.

Audio-Slideshow: Stimmen aus der Schlange

Oasis-Fans in der Warteschlange: Eine vertonte Bildergalerie bei Einslive. Weil’s ein Radiosender ist, zwar vermutlich eher eine bebilderte Audio-Umfrage, aber in jedem Fall gut gemacht.

Nachtrag, apropos Audio-Slideshow: Stefan Niggemeier findet merkwürdigerweise keinen Gefallen an “gestählerten Körpern” in knapper Sportbekleidung. stern.de hat sein “Experiment” mit einer (von dpa produzierten!) Sportler-Slideshow a la Welt.de daraufhin beendet. “Allgäu online” erfreut sich dagegen weiterhin an dem, was Agenturjournalisten als “jung, hip und vor allem sexy” bestaunen. Auch die Ruhr-Nachrichten, und die Rhein-Zeitung sind dabei. Den Trierer Volksfreund hat Google auch im Verdacht.

Nachtrag, 21.08.2008: Welt.de bearbeitet das Thema “So sexy ist Olympia” aus eigener Kraft – wahrscheinlich, um auf 48 Bilder zu kommen. Textbeispiel: “Und was macht diese Cheerleaderin da eigentlich? Egal. Hübsch ist sie ja.”

[Ich arbeite u. a. für WDR.de, aber nicht für Einslive.]

Weitere Links
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Ganz großer Blog-Sport

Nicht erst seit seiner Ankunft in Peking bietet der Sportjournalist Jens Weinreich großen Sport in seinem Blog: Hintergründiges, Persönliches, witzig geschrieben. So solls sein. Wie immer in Hochform ist auch Kai Pahl mit seinem Blog allesaussersport.

Nonlineare Aufbereitung beim ZDF

Für Fernsehleute ist da ja eine ganz andere Art des Zugriffs: heute.de lässt zum Thema Milchstreit einen Milchbauer, einen Molkereivertreter und eine Verbraucherschützerin zu Wort kommen – im Video. Allerdings nicht in Form linearer Interviews – stattdessen sind die Statements der drei zu den einzelnen Themen gesplittet in einer Matrix angeordnet, die den Nutzern den Zugriff nach Themen oder Personen ermöglicht. So können die Nutzer selbst entscheiden, was sie von wem hören möchten und die Statements miteinander vergleichen.

Einziger Nachteil: Man muss man immer zuerst eine Person auswählen, andersherum funktioniert es nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich bei der Aufbereitung um ein vom ZDF auch an anderer Stelle eingesetztes Flash-Tool handelt.

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