Archivierte Einträge für Beispielhaft

“Einen Link, einen Link! Ein Königreich für einen Link!”

Wenn William Shakespeare Online-Journalist wäre, würde er König Richard III. den in der Überschrift genannten Satz rufen lassen, sagt Burkhard “Burks” Schröder in seinem Telepolis-Beitrag: “Project Xanadu, reloaded – Was ist und zu welchem Ende betreiben wir Online-Journalismus? Wie setzt man Links, warum und wohin?”. Ausführlich, mit fast 150 Links ausgestattet, plädiert Schröder für den häufigen und mitunter radikalen Gebrauch von Hyperlinks im Onlinejournalismus, so rät er: “Auch Websites mit strafrechtlich relevanten oder nicht “jugendfreien” Inhalten können und sollen verlinkt werden.”

Schröder “vertritt eine zensurfeindliche Position und befürwortet auch Links zu Websites, mit dessen Inhalt der Verlinkende politisch oder moralisch nicht einverstanden ist”, heißt es in seinem Wikipedia-Eintrag. Insbesondere Burks’ “Informationsportal Rassismus & Antisemitismus” sorgt bei Journalisten-Seminaren immer wieder für Diskussionsstoff und war auch schon Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens gegen Schröder (huhu Burks, der Link zum Ermittlungsverfahren funktioniert nicht).

Medienjournalismus, oder: Was macht eigentlich … die Netzeitung?

Ich bin lange nicht mehr dort gewesen, gebe ich zu. Zum Glück gibt es das Jonet-Medienlog, dass einen werktäglich über alles Lesenswerte für Medienmacher auf dem Laufenden hält – und das ohne lästige Werbung. Heute wird etwa auch ein Netzeitungs-Artikel “Was macht eigentlich … “Zoomer”?” empfohlen. Ein sehr freundlicher aber lesenswerter Verriss des vor einigen Monaten gestarteten Holtzbrinck-Portals. Nebenbei fällt mir auf, dass der sonst so um Vollständigkeit bemühte Mediendienst Turi2 dies seinen mittlerweile “über 10.000 Lesern” (Peter Turi) nicht mitteilt. Das liegt doch hoffentlich nicht daran, dass Zoomer “Premium-Werbepartner” dort ist? (Man darf ja mal dezent fragen.)

Marginaler Nachtrag, 17 Uhr
Jetzt weist auch der Mediendienst mit den 10.000 Lesern auf den Netzeitungs-Artikel hin.

Partnerprogramm: RP Online für jede Homepage

Ein “Partnerprogramm” kündigte RP Online letzte Woche an: Betreiber privater oder gemeinnütziger Websites können ab sofort einen “professionellen Newsticker” des Düsseldorfer Blattes kostenlos einbinden.

Das Niveau der “Rheinischen Post” mag zwar umstritten sein (hierzu nur eine Stimme aus der “Rainer’schen Post”(sic!)) und ähnliche Angebote gab es schon vor zehn Jahren. Aber die Idee ist trotzdem gut umgesetzt und wird bei der Regionalzeitung die Leserbindung verstärken und zu mehr Zugriffen beitragen. Wichtig für den Erfolg ist, dass das Partnerprogramm knapp und verständlich erklärt wird und die Einbindung der Ticker aus 50 möglichen Themenbereichen auch für technisch weniger begabte Nutzer einfach zu handhaben ist.

Vielleicht fragen wir in einigen Monaten mal nach, welche Erfahrungen die Düsseldorfer mit diesem Angebot gemacht haben. Die “Rainer’sche Post” wird man freilich nicht als Partner gewinnen können. Ob’s auch funktioniert, wir haben es auf der nächsten Seite mal ausprobiert. Weiterlesen…

Auf zum Revival der .orgs

Diese .orgs kämpfen für das Gute: Sechs Internetprojekte mit der Top Level Domain “.org” wurden als “”weltweite Sprachrohre in Deutschland” geehrt.

Von Jens Steiner

Weiterlesen…

Kollegenlob: Bloggen aus dem Katastrophengebiet

Als tagesschau.de-Mitarbeiter zugegebenermaßen nicht neutral lese ich im Moment dort am liebsten die Blog-Einträge von Ariane Reimers. Nachdem sie gerade noch im Basiscamp am Mount Everest die PR-Aktion mit dem Olympischen Feuer begleitet hatte, berichtet sie nun aus dem improvisierten ARD-Studio Hanwang (ein Satcar und ein paar Zelte für Techiker und Reporterinnen) im chinesischen Erdbebengebiet – neben Live-Schalten und Beiträgen fürs Fernsehen auch im Blog. Spannend, was man hier über die Arbeitsbedingungen vor Ort und über das, was – aus technischen oder anderen Gründen – nicht in die Fernsehbeiträge eingeht, erfährt.

Für die BBC berichtet derweil ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in seinem Tagebuch vom Geschehen in Birma/Myanmar.

(Hinweise auf ähnliche Aktivitäten anderer Medien gerne in den Kommentaren)

Debatte um Öffentlich-Rechtliche: Das machen die Briten anders

Die BBC lässt über ihre Zukunft diskutieren – mit einer Reihe von Gastvorträgen von Größen der Kreativindustrie wie Sir David Attenborough oder Steven Fry, “hosted, but certainely not scripted by the BBC”. Alles zum nachträglichen angucken, anhören, nachlesen (gefunden beim begeisterten Stefan Niggemeier). Und sogar zum Einbetten (danke):

Zum Vergleich: der ARD-Film “Quoten, Klicks und Kohle” und die Reaktionen.

Grimme Online Award: Grantler kommen auf ihre Kosten …

Aus Zeitgründen nur ganz kurz der Hinweis: das Adolf Grimme Institut hat heute die Nominierungen für den Grimme Online Award bekanntgegeben; zumindest so viel sei kommentiert – es ist für jeden Grantler etwas dabei: Die Berliner Blog-Mafia hat wohl wieder zugeschlagen, einige öffentlich-rechtliche Internet-Angebote (die trauen sich was, die von der Nominierungskommission) sind mit von der Partie, Spiegel Online ist auch dabei, etwas ziemlich Unfertiges (Beta, Beta) usw.

Aber zumindest finde ich auch Neues, “Nischiges”. Unter dem Strich hoffe ich, dass durch den Wettbewerb wieder Sehenswertes an die Oberfläche gekommen ist, hier finden sich die Nominierten.

Leider einmal mehr pomadig ist die Pressearbeit des Grimme Instituts: Die Pressemitteilung habe ich bis jetzt nicht erhalten; besser bedient ist man da beispielsweise mit Twitter (via Viralmythen).

Nachtrag
Um 15.36 Uhr, eine Viertelstunde nach Absenden dieses Beitrags traf die Pressemitteilung mit allen Nominierten dann doch ein. Passt schon.

Nachtrag 2
Thomas Knüwer hat zu allen nominierten Angeboten ein paar Sätze geschrieben, sein Resümee lautet: “Die Nominierungen bewegen sich zwischen erwartetem und Kann-man-nicht-böse-drüber-sein. Richtig dicke Überraschungen, Angebote, die mich staunen lassen, vermisse ich.” Siehe Beitrag: “Grimme spielt auf Nummer sicher”.

Mehr zu Nominierten bei onlinejournalismus.de:

Axel-Springer-Preis für junge Journalisten: Großer Andrang von Online-Bewerbern

“Zum ersten Mal in der Geschichte des Axel-Springer-Preises hatte die Kategorie Internet die zweithöchste Zahl an Bewerbern nach der Kategorie Print”, heißt es auf Welt Online. Der Axel-Springer-Preis für junge Journalisten ist der einzige Nachwuchspreis, der alle Mediengattungen berücksichtigt und wird seit 1991 verliehen.

Hier die Preisträger in der Kategorie Internet:

1. Preis: Sebastian Göllner: “Achtung, positiv!” – Das Doping-Webmagazin bei sport.ARD.de, online seit 27.03.2007
2. Preis: Julia Kiehne/Kathrin Klöpfer: “G8-Gipfel in Heiligendamm” auf heute.de, online seit 31.05.2007
3. Preis: Stephanie Lachnit: “Stadt statt Land: Wo lebt es sich besser?” auf einslive.de, online seit 03.07.2007.

Außerdem werden noch drei Angebote für “Herausragende Leistungen” genannt:

Wunderbares Websehen

Heute meldete das Adolf-Grimme-Institut, dass die Nomininierungen für den Grimme Online Award 2008 (hoffentlich dieses Jahr ohne seltsame Entscheidung etc. pp.) am 8. Mai bekanntgegeben werden. Ja, der Preis hat für mich immer noch einen gewissen Wert, mit Onlinejournalismus.de haben wir ihn 2003 in der Kategorie Medienjournalismus gewonnen. Ein paar Monate später demolierte ich den schönen Pokal. Versehentlich, selbstverständlich. Ach, was ich eigentlich sagen wollte: Ich würde mich sehr freuen, wenn etwa das Weblog Websehen diesen Preis in diesem Jahr erhalten würde. Nur mal so gesacht. (-;

Geokodierte Nachrichten: Noch ist die Kirche im Beta-Dorf

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“Ganz neue Möglichkeiten der Nutzung” möchte die “Südwest Presse” mit ihrem neuen Online-Auftritt für Ulm und Neu Ulm bieten. Alle Meldungen auf der Seite sind geokodiert: “So sieht der Nutzer auf einen Blick, wo sich etwas ereignet hat”, schreiben die Schwaben.

Es ist das übliche Spielchen: Auf einer Karte werden durch Zeilensymbole Nachrichten symbolisiert, mit Zahlen Veranstaltungshinweise. Nach dem Anklicken erhält der Nutzer die jeweilige Meldung, umgekehrt funktioniert das Ganze (noch?) nicht: beim Klick auf “Karte” erscheint nur die ganze Karte ohne auf den jeweiligen Ort zu verweisen. Die Karte basiert auf Microsofts Virtual Earth.

Die Mischung von Anreißern weniger Meldungen in der linken Spalte und die Anzeige aller Meldungen auf der Karte ist unübersichtlich und irritierend, das ist einfach noch zu unausgereift. Die angepriesene Suche nach Ämtern oder Geldautomaten funktioniert noch nicht; aber im Seitenkopf sieht man ja auch noch das Wörtchen “beta”. Unterm Strich ist es ein interessanter Ansatz, den wir weiter beobachten werden.

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