Archivierte Einträge für Citizen Journalism

Einschätzungen für 2007, heute: Jan Schmidt

Hat ihn eigentlich schon einmal jemand als Weblogwissenschaftler bezeichnet? Jan Schmidt beschäftigt sich an der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien in Bamberg und auf seiner eigenen Site intensiv mit Weblogs und Webloggern. Welche Entwicklungen erwartet er 2007 in der Blogosphäre?

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Einschätzungen für 2007, heute: Christoph Neuberger

An Christoph Neuberger kommt man nicht vorbei: Seit gut zehn Jahren beobachtet der Journalistikprofessor die Entwicklung der Online-Medien in Deutschland und hat dazu umfangreiche empirische Studien durchgeführt. Er erwartet, dass 2007 einer der 2006 angelaufenen Trends voll durchschlägt:

2007 wird nach den Zeitungen ein weiteres klassisches Medium unsanft wachgerüttelt. Nun ist das Fernsehen an der Reihe: Journalistische Vi­deoformate und Werbespots werden in TV-Qualität über das Internet laufen. Daneben werden Amateurbilder weiter an Bedeutung gewinnen. Sender und Regulierer werden Schwierigkeiten haben, sich auf die neuen Trends einzustellen. Die einzige Ausnahme wird die BBC sein.

Zuvor in dieser Reihe: Einschätzungen für 2007, Thomas Knüwer: “Journalisten werden sich selbstständig machen” (Video).

Maier setzt ganz auf die Bürger

Das Job-Karussell dreht sich weiter: Die Netzeitung verkündet einen überraschenden Chefwechsel für den Jahresanfang. Michael Angele und Matthias Ehlert führen die Website künftig als Doppelspitze. Der bisherige Chefredakteur und Geschäftsführer Michael Maier kauft (zu welchem Preis wohl?) die “Readers Edition”, das Citizen-Media-Projekt der Netzeitung.

“Wir werden weiter eine gute Beziehung zu Dr. Maiers neuer Firma Blogform unterhalten”, teilt Netzeitung-Besitzer Orkla Media mit.

Nachtrag: Bei der Readers Edition selbst gibt es noch eine Informationen mehr: “Weiterhin wird Michael Maier ab nächstem Februar ein mehrmonatiges Fellowship an der Harvard University antreten.” Und dann nebenher aus einer College-Garage die Readers Edition auf Trab bringen?

Nachtrag 2:
Jeff Jarvis freut sich schon auf Maier.
Mehr über die Readers Edition.

US-Wahl: TV-Sites top, Blogger lala

Zwei Lehren aus der US-Wahlnacht, die das Project for Excellence in Journalism in einer umfangreichen Analyse gezogen hat:

1. The two most valuable things the news media offers on these fast-moving election nights now is a quick summary of key results for those wanting the headlines and deep veins of data that users can mine on their own. That may explain why TV Web sites fared well.

5. When the system works—voting occurs without widespread problems and the media establishment isn’t faltering—citizen sentinels, bloggers, and other observers, while potentially important watchdogs, have a more restricted role.

Online News Association in Hamburg

Wie berichtet wollen Ulf Grüner (Medienberater und Trainer) und Daryl Lindsey (SpOn English Edition) die Online News Association (ONA) Germany in Hamburg mit Leben füllen. Am 6. Dezember findet von 17 bis 20 Uhr bei Gruner + Jahr eine Veranstaltung statt, bei der Paul Brannan (BBC News) die neue BBC-Abteilung User Generated Content vorstellt, Katie King von der ONA-Konferenz 2006 und über Online Journalism Awards 2006 berichtet.

Anmeldung per Mail an ona-hamburg at ulfgruener.de.

Readers Edition plant auch Zwonull

Die mit großem Trara und bislang verhaltenem Erfolg gestartete Readers Edition, das Citizen-Journalism-Projekt der Netzeitung, will laut Hugo E. Martin in den nächsten Monaten eine zweite Stufe zünden.

Dazu brauchen wir (mein Auftraggeber und ich) qualifizierte, professionelle MitarbeiterInnen (und solche die das werden wollen!) aus den Bereichen:

- Social Media & Software Technologie
- Citizen Journalismus (Text, Audio und Video)
- Community Management, Communication und Marketing Profis
- Webdeveloper, Programmierer, Grafik & Layout

schreibt Medienberater Martin, der seinem Blog den griffigen Namen “HEM on C-Journalismus & Social Media” verpasst hat. Die Netzeitung, auf deren Seiten bisher noch nichts dergleichen zu finden ist, biete deshalb “ab sofort 5 Volontär- bzw. Praxisstellen”, für die die Bewerber gleichwohl neben Engagement auch entsprechende Erfahrung mitbringen sollen.

Über Ausbaupläne von sueddeutsche.de und Focus Online berichtete gestern die Berliner Zeitung.

BBC mag das C-Wort nicht

“We don’t call it citizen journalism. ”

Ein starker Eröffnungsatz, besonders wenn er von einem BBC-Vertreter kommt – ist die BBC doch gerade Pionier, wenn es darum geht, Nutzer-Inhalte sinnvoll in ein journalistisches Angebot einzubinden. Das Zitat stammt von Kevin Geary von BBC Interactive, der beim Welt Audio Festival in den Niederlanden einen Vortrag über den Wandel des öffentlich-rechtlichen Senders und Bürgerjournalismus gehalten hat. Die interessantesten Punkte seines Vortrags (laut De Nieuwe Reporter):

  • Die BCC erhält 15.000 E-Mails pro Tag.
  • Die BBC zahlt nur in Ausnahmefällen für User Generated Content (wenn aber etwas “Bürgerjournalismus” heiße, würden die Gewerkschaften Bezahlung für die Journalisten einfordern, meint Geary demnach. Eine steile These?).
  • Videos der Sendung “Newsnight” werden über YouTube häufiger gesehen als über die BBC-Website. Der Sender hat nichts dagegen und ermutigt die Nutzer zum Weiterpublizieren.
  • Rücksprache mit Einsender von Usermaterial für Erlaubnis und Verifizierung ist Standard.
  • Werbung auf der BBC-Website ist geplant.

Die Niederländer haben auch ein Audio-Interview mit Vicky Taylor von BBC Interactive online (auf englisch – mit schönen Skype-Sounds im Hintergrund): “Das letzte Jahr hat den Journalismus verändert. Und das ist erst der Anfang.”

YouTube-Wahlkampf in den USA

Thema u. a. bei Stern.de und tagesschau.de.

Online-Dokumentation zu “Medien 2.0. Eine Zwischenbilanz”

Zu ihrem zweitägigen Workshop “Medien 2.0. Eine Zwischenbilanz. Konsumenten als Produzenten in Print-, Online- und Hörfunkmedien” hat die Bundeszentrale für politische Bildung jetzt eine Online-Dokumentation fertiggestellt. Der Workshop fand Ende September in Frankfurt/Main statt.

Auf der Website gibt es unter anderem Interviews mit den Medienwissenschaftlern Steffen Büffel, Thomas Pleil, mit dem Blogger Johnny Haeusler und Spiegel Online-Redakteur Christian Stöcker. Außerdem gibt es ein “Live-Blog” zum Workshop. Als Moderator eines Podiums bei dieser Veranstaltung habe ich ein paar Hinweise auf meinem Weblog zusammengestellt.

Diekmann 2.0

Statt Fotos von Heiner Bremer in Badehose (wie Bild) möchte Bildbog Fotos von Kai Diekmann zeigen – in jeder erdenklichen Lebenslage sollen Bildblog-Leser auf den Auslöser drücken.

Schließlich ist Kai Diekmann Chefredakteur der “Bild”-Zeitung. Unter seiner Verantwortung ruft seit einiger Zeit auch “Bild” die Leser dazu auf, Fotos zu machen: von Unfällen, Naturereignissen und Beamten, vor allem aber von Prominenten und Nicht-Prominenten in kompromittierenden oder privaten Situationen.

argumentiert Bildblog und verweist auf das von der taz erstrittene Penis-Urteil, laut dem Diekmann bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht”.

Erste Stimmen zum Spiel.

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