Archivierte Einträge für Citizen Journalism

Protest aus dem Netz: völlig normal

Demonstranten in Frankfurt

Für einen richtigen Rant reicht es nicht. Schließlich bin ich als Journalist, der über Internet-Themen berichtet, zum Teil selbst mit schuld. Aber es ärgert mich schon, wie sehr anlässlich der Menschen, die heute als Teil der nach Deutschland schwappenden “Occupy Wall Street”-Bewegung auf die Straße gehen, in der Berichterstattung der allgemeinen Publikumsmedien ein Aspekt betont wird: dass die inhomogene Menschenmenge, die da mit mehr oder weniger inhomogenen Zielen und Forderungen zusammenfindet, sich über das Netz organisiert.

Ja, wie bitteschön, soll sie es denn sonst machen?

Weiterlesen…

Wikipedia: „Wichtig ist einer, der anfängt“

Wikipedia zwischen Hausaufgabenhilfe, Sexipedia und Weltkulturerbe – unsere Gastautorin Gabriele Hooffacker berichtet von der WikiConvention.
Weiterlesen…

Wikis im Journalismus: Redaktionsorganisation neu gedacht

Mann und Frau mit Schreibmaschinen

Auch zehn Jahre nach Gründung der Wikipedia stehen viele Journalisten dem Begriff “Wiki” noch ratlos gegenüber: Wikipedia, WikiLeaks, GuttenPlag Wiki? Viel wird geschrieben, und manchmal erschreckend wenig gewusst. Zum Beispiel: dass sich Wikis auch in der Redaktionsorganisation nutzen lassen. Unser Gastautor Florian Siebeck hat sich in seiner Diplomarbeit praxisnah mit dem Thema beschäftigt.

Weiterlesen…

Online-Medien zur Katastrophe in Japan – Update

Screenshot: Vorher-Nachher-Vergleich im Slider bei ABC
Erst ein Erdbeben, dann ein Tsunami und nun ein drohendes, möglicherweise schon eingetretenes Atom-Desaster: Hinter den Online-Nachrichtenreaktionen liegen ereignisreiche Tage. Seit Freitag laufen die Liveticker quasi durchgehend. Nun ein paar weitere, willkürliche Schlaglichter zur Japan-Berichterstattung


(Dank für Tipps an C.R. und T. K.)

Prozessjournalismus und Ägypten: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen

Von Lorenz Matzat

Was Spiegel-Online und Welt-Online in ihren Live- oder Nachtichtentickern bringen, ist in der Ignoranz des Potentials von Onlinejournalismus mehr als befremdend. Es drückt sich aber auch schon in den Begrifflichkeiten aus: Das Wort Live-Blog wird vermieden. Beide Websites, nach Bild-Online die Meistgelesenen – setzen im Jahr 2011 kein einziges Link auf Quellen außerhalb ihres eigenen Angebots.

Soziale Medienkanäle, wie Twitter, YouTube oder Flickr werden gänzlich ignoriert. Nur klassische Nachrichtenagenturen und etablierte Sender wie die BBC gelten als verlässliche Quellen. Insofern spielt es für die deutschsprachige Onlineberichterstattung eigentlich überhaupt keine Rolle, dass in Ägypten das Internet durch die Regierung abgeschaltet wurde
Weiterlesen…

Am Anfang noch eine „One-Man-Show“

passau100

Der Informatiker Daniel Wildfeuer ist 28 Jahre alt und startet dieser Tage ein regionales und interaktives Onlineportal für den Landkreis Passau. Wie Passau 2011 „100% lokal“ (so lautet der vorläufige Projekttitel) werden soll, sagt er uns im E-Mail-Interview. Weiterlesen…

The Revolution will be televised streamed via mobile

Nach den Protesten gegen den G8-Gipfel 2007 und die iranische Präsidentschaftswahl 2009 und der Dokumentation von Polizeigewalt bei einer Demo in Berlin im September 2009 kam es mir vor, als sähen wir heute nächste logische Entwicklungsstufe: Es wird nicht mehr nur gebloggt, gewittert und nachträglich Videos hochgeladen: 2010 streamen Demonstranten live (oder quasi-live) – mit Mobil-Geräten direkt vom Geschehen, organisiert oder sogar aus einem von Robin-Wood-Mitarbeitern besetzten Baum im Stuttgarter Schlosspark. (O-Ton: “Ruhig, solange die keene Kletterbullen haben, passiert hier gar nichts.” – knapp 25.000 Mal angeguckt).

Streaming Robin Wood
Ich habe heute kein Fernsehen verfolgt, würde aber wetten, dass die Demonstranten damit nicht nur an den großen Medien vorbei an die Öffentlichkeit gehen, sondern vermutlich auch schneller waren.

Weitere Links
Christoph Ulmer: Die Pracht der Bilder

Unkontrollierter Twitter-Einfluss bei Focus Online

Interessant: Focus Online ergänzt seine Wahlberichterstattung durch ein Twitter-Widget, das automatisiert – und damit unkontrolliert – Twitter-Beiträge anderer Nutzer ausspielt. Verwendet wird es zum Beispiel in diesem Artikel. Abgefragt werden die Suchbegriffe “Bundestagswahl” OR #bundestagswahl OR #btw OR #wahl2009″.

Interessant deswegen, weil Bild.de mit einem solchen Freibrief für Twitter-Nutzer kürzlich angesichts des Amoklaufs in Ansbach auf die Nase gefallen war: Die Nutzer twitterten gegen Bild, wie es u. a. bei der Augsburger Allgemeinen heißt. Spiegel Online hatte beim jüngsten Relaunch zu Twitter-Kommentaren aufgerufen – aber eben nur zu einem bestimmten Anlass und mit einem selbst vorgegeben Twitter-Hashtag zur Erkennung. tagesschau.de hatte beim TV-Duell einen Twitter-Kasten auf der Seite – der aber nur eigene und re-tweetete Posts ausspielte.

“Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.”


Internet | Foto: Fiete Stegers
Auch ohne oder trotz Sachkenntnis kannt man ja heutzutage Erklärungen in die Welt posaunen oder fromme Wünsche formulieren oder forsche Forderungen aufstellen. Wir haben versucht, Sachkenntnis einfließen zu lassen. Auch wenn wir uns an manchen Stellen nicht einigen konnten und andererorts auf abwägendes Einerseits-Andererseits zugunsten der Thesenhaftigkeit der große Linie mit dem griffigen Kürzel Internet-Manifest verzichtet wurde.

1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

Formuliert und unterzeichnet haben diese und 16 weitere Behauptungen zum Journalismus im Internet-Zeitalter Johnny Haeusler, Thomas Knüwer, Stefan Niggemeier, Mario Sixtus u. a.

Update:
Da der Internet-Manifest-Server auch ohne Link von Heise oder SpOn schon ächzt, gibt es gesamte Manifest jetzt auch hier.


Update, 08.09.2009:
Internet-Manifest, ein Beitrag zur Diskussion

Weiterlesen…

Regionalportale: Carta ruft Sieg an der “Heimatfront” aus

Die Hypothese ist knackig, die Headline nicht nur krawallig, sondern ein ziemlicher Griff ins Klo: “Neues von der Heimatfront” ist ein Artikel von Wolfgang Michal überschrieben, in dem er postuliert: “Das nächste große Ding im Internet könnten regionale Online-Magazine sein, die von freien (und frei gesetzten) Lokal-Journalisten gemacht werden.”

Wirkliche Fakten zur Unterfütterung, warum gerade jetzt selbstgemachte Regionalportale auftrumpfen sollen, liefert Michal allerdings nicht. Sind die Eintrittshürden von Low- oder No-Budget-Websites heutzutage noch geringer als vor einigen Jahren? Mit Sicherheit. Ist die Unzufriedenheit des Publikums mit den traditionellen regionalen medialen Platzhirschen noch gewachsen? Vielleicht. Sind deshalb weniger inhaltlich-organisatorischer Aufwand und Ausdauer erforderlich, wenn man eine Plattform anbieten möchte, die nicht nur für ein Nischenpublikum interessant ist und nicht ausschließlich auf unentgeltliche Beiträge von Bürgerjournalisten setzt? Wohl kaum. Ist mit einem warmen Werberegen für jeden zu rechnen, der sein regionales Blog mehr als nur sporadisch aktualisiert? Im Moment keinesfalls.

Wir werden die Entwicklung aber weiter aufmerksam verfolgen und sind gespannt, ob Michal seine These noch untermauern kann.

Weitere Links
bei onlinejournalismus.de:

im übrigen Internet:

 « 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 14 15 16 »


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).