YouTube-Videos für eine bessere Welt
YouTube hat einen weltweiten Wettbewerb für Nachwuchs- und Bürgerjournalisten ausgerufen, der von Sony mit Ausrüstung und dem Pulitzer Center für Krisenberichterstattung inhaltlich unterstützt wird. Die Initiatoren wollen aufstrebende Journalisten „ermutigen, kurze und qualitativ hochwertige Videoberichte über Ereignisse zu verfassen, die von den klassischen Medien eher selten oder gar nicht beachtet werden.“ Das klingt toll – die genauen Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs lesen sich dann aber etwas merkwürdig.
In der ersten von drei Runden sollen Teilnehmer einen Video-Beitrag von höchstens drei Minuten Länge „über eine bedeutende Person in ihrem Umfeld verfassen“ (Englisch oder UT). Eine Jury des Pulitzer-Centers wählt zehn Kandidaten aus, die in der nächsten Runde „ein Video von höchstens vier Minuten Länge über eine lokale Begebenheit von weltweiter Bedeutung drehen“ sollen. Die YouTube-User entscheiden, wer in die nächste Runde kommt. Dort soll dann über „eine unterrepräsentierte Gemeinschaft“ berichtet werden, wie es der Pressemitteilung heißt. Dafür stellt Sony zwei weitere Videokameras zur Verfügung, mit denen sich Mitglieder dieser Gruppe für das Video (diesmal fünf Minuten) selbst filmen soll. Das ergibt für mich in einem Fünf-Minuten-Stück wenig Sinn.
Zumindest die deutsche Pressemitteilung klingt also so, als würde da teilweise die Form über den Inhalt gestellt. Immerhin versprechen die Initiatoren auf der Projekt-Website auch Video-Tutorials über das Filmemachen.
Update, 17.09.2008
Google-Sprecher Henning Dorstewitz teilt auf Anfrage von onlinejournalismus.de mit: “Eine ‘bedeutende Person’ muss kein Spitzenpolitiker sein. Es kann die Hausfrau aus der Nachbarschaft sein, die eine spannende Geschichte zu erzählen oder erlebt hat. Ähnlich verhält es sich auch mit der ‘unterrepräsentierten Gruppe’, die es in der zweiten Runde vorzustellen gilt. Auch wenn es für die Teilnehmer der Runde 2 noch genauere Informationen geben wird, sobald die Teilnehmer feststellen, werden diese selbst entscheiden können, über welche Gruppe diese berichten möchten.”
Und was unter Berichterstattungstechniken zu verstehen ist, könnten Interessierte am besten anhand von Beispielen hier und hier erfahren, so Dorstewitz.
