Archivierte Einträge für Citizen Journalism

Neues Mitmachangebot: Webnews beglückt die Bürger

“Bürgerjournalismus startet in Deutschland unter www.webnews.de/augenzeuge“, teilte eben Webnews (Investoren: European Founders Fund, Holtzbrinck Ventures, Lukasz Gadowski, Oliver Jung, Stefan Glänzer) mit. Bisher war das in Köln ansässige Unternehmen nur im Bereich Social News tätig. Obacht, die “Augenzeugen” nicht verwechseln mit Augenzeuge.de, der Fotoplattform des “Stern”.

Nicht nur diese Namensgleichheit deutet darauf hin, dass der Markt mit solchen Mitmachangeboten unübersichtlicher wird. Ich bin mal gespannt, was sich davon durchsetzt; als Nicht-Journalist ist doch mein Zeit- und Medienbudget auch nur begrenzt, wer soll, wer will denn da noch überall mitmachen?

Und natürlich hegt Webnews nur hehre Absichten: “Der Bürgerjournalist nimmt einen ganz anderen Blick­winkel als ein professioneller Journalist ein und trägt damit zur Meinungsvielfalt in Deutschland bei.” Auf der Website verheißt ein Slogan: “Schreib dich glücklich bei Webnews”. Wem dieses therapeutische Versprechen noch nicht aus dem Tränental hilft, für den gibt es noch weitere Anreize: Die zehn besten Augenzeugen (“Dabei ist nicht nur die Anzahl der Berichte bzw. deren Punkte entscheidend, sondern auch insbesondere die Qualität der eingestellten Beiträge.”) können nach drei Monaten von Webnews für einen “echten Presseausweis” vorgeschlagen werden (wo steht leider nicht dabei), außerdem bekommen sie “Kleidung im Webnews-Look”. Da soll noch mal einer über “AAL” meckern. (-;

Bemerkenswert ist, wie das Holtzbrinck-Portal Deutsche Startups die fade Pressemitteilung aufsext: “Die News-Community Webnews setzt mit der brandneuen Rubrik “Augenzeuge” auf das Trendthema Bürgerjournalismus.” Freilich weist Autor Alexander Hüsing nicht darauf hin, dass es sich bei Webnews auch um eine Holtzbrinck-Beteiligung handelt und dass Webnews-Gründer Stefan Vosskötter und die Samwer-Brüder (European Founders Fund) wiederum mit Deutsche Startups verbandelt sind. Auf eine unabhängigere Alternative zum “unkritischen” Deutsche Startups hat kürzlich Medienlese mit Blase2null hingewiesen.

Update 14.02.08
Auch Thomas Lückerath von DWDL hat sich seine Gedanken über Webnews gemacht und bemängelt unter anderem den Slogan “Schreib dich glücklich bei Webnews”, im Hintergrund zu diesem Werbespruch ist übrigens zeitweise auch ein brennendes Haus zu sehen. Wenn die Anbieter bei so einfachen Dingen schon so wenig Fingerspitzengefühl beweisen, darf man gespannt sein, was in Zukunft noch auf dieser Plattform zu sehen sein wird.

Alternativer Medienpreis 2008: Jetzt bewerben

Zum neunten Mal haben Medienschaffende die Möglichkeit, die Jury des Alternativen Medienpreises mit ihren Beiträgen zu überzeugen. Teilnehmen können laut Website “alle, die journalistisch tätig sind in nichtkommerziellen Medien; Medien, die sich aus den neuen sozialen Bewegungen entwickelt haben und die mit ihrer Arbeit einen emanzipatorischen Beitrag leisten”.

Der Preis wird in diesem Jahr in den Sparten Internet, Print sowie Audio und Video verliehen. Erstmals können auch Podcasts eingereicht werden. Der Alternative Medienpreis wird von der Nürnberger Medienakademie e.V., dem Münchner Medienladen und von Radio Z, dem einzigen alternativen, nicht-kommerziellen Radio in Bayern ausgeschrieben.

Als Preisgeld gibt es sechs Mal 500 Euro zu gewinnen. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2008. Überreicht werden die Preise am 25. April 2008 in Nürnberg. Mehr dazu unter: www.alternativer-medienpreis.de.

Mehr zum Thema bei Onlinejournalismus.de:
Charme abseits des Mainstreams: Alternativer Medienpreis verliehen (Artikel vom 11.05.2007)

Klassentreffen: re:publica’08 Anfang April in Berlin

Unter dem Titel “re:publica’08: Die kritische Masse” findet vom 2. bis 4. April 2008 zum zweiten Mal ein Treffen von Bloggern und anderen Netzbewohnern in Berlin statt. Fiete Stegers bezeichnete die erste re:publica 2007 bei Tagesschau.de als “großes Klassentreffen, Bestandsaufnahme und Ideenschmiede der Szene”.

In der Pressemitteilung zur “re:publica’08″ heißt es: “Das Konferenz-Motto “Die kritische Masse” steht für verschiedene Seiten des gleichen Komplexes: Das Internet und neue Kommunikationsformen werden immer mehr in das Leben der Menschen integriert. Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstläufern. Und zum anderen steht auch die Fähigkeit der Masse zur Kritik im Zentrum des dreitägigen Events.”

Die Besucher können laut den Veranstaltern, Spreeblick und newthinking communications,
vermutlich zwischen fast 100 Vorträgen, Diskussionen und Workshops auswählen. Das Programm verspricht einige sehr attraktive Inhalte: Datenschutz im Web 2.0, Zukunft der Social Networks, Qualitätsdebatte Blogs vs. Journalismus?, Miez – Über Sinn und Unsinn von Katzencontent, Porno 2.0, Placeblogging und Stadtwikis, Geld verdienen mit Blogs – reloaded (leider ohne Don Alphonso aber dafür mit Johnny Haeusler, Robert Basic und Sascha Lobo), Was dürfen wir bloggen? Recht im Web 2.0, Abgeordnetenwatch, Plagiarismus 2.0, Was ist öffentlich-rechtlich im digitalen Zeitalter? Die Internet-Strategie der ARD im Realitätscheck.

Mehr unter: www.re-publica.de

N24.de (noch nicht) relauncht

N24 hat einen umfangreichen Relaunch vor und wirbt dafür mit einer dicken Anzeige im gedruckten Spiegel (22.01.2008). Noch ist aber wohl noch nichts passiert.

Wie es werden soll, erfährt man in diesem Video im May-Blog von N24-Moderatorin Michaela May (das ist die, bei der die Kommentatoren im Blog Autoren genannt werden), das auch einige Screenshots zeigt. Stichworte: mehr Kommentarmöglichkeiten für Nutzer, die auch direkt eigenes Bild- und Video-Material zu Nachrichtenthemen hochladen können. Vor allem will N24 seine Bewegtbildinhalte in den Vordergrund der Site stellen und in einer Mediathek, die “Mediacenter” heißen wird, zusammenfassen. Versprochen werden auch Download-Möglichkeiten für die Inhalte (endlich Flugzeugträger-”Dokumentation” unterwegs anschauen!).

Update:
Inzwischen ist der Relaunch da. Mehr dazu von Roman Mischel.

Gut gemeintes Kyrill-Special

Zum Jahrestag des (für deutsche Verhältnisse verheerenden) Wintersturms “Kyrill” hat der Der Westen sein erstes (mir bekanntes) umfangreiches Dossier aus Texten und einem Multimedia-Special veröffentlicht. Im Dossiers spiegelt sich im Kleinen wieder, was wir von Der Westen im Ganzen kennen: einige gute Ideen, hier und da Experimentierfreude, aber in der Umsetzung dann doch (noch) nicht so wirklich gelungen. Weiterlesen…

Konken, Knüwer, Alphonso im Livestream

Am Donnerstagabend, 10.01., findet in Berlin die Diskussion über die Qualität des Journalismus im Netz statt, bei der der DJV-Vorsitzende Michael Konken auf seine Kritiker wie Thomas Knüwer und Don Alphonso trifft. Konkens Rede zum Thema, die er auf dem DJV-Verbandstag hielt, hatte nach einem Hinweis von onlinejournalismus.de ein starkes Gegenecho geernet.

“Die Diskussion ist bereits ausgebucht, kann aber live im Internet unter http://www.djv.de/livestream ab 19.00 Uhr bis zum vorgesehenen Ende gegen 21.00 Uhr verfolgt werden”, teilt der DJV mit.

Update 10.01.08

Auch die am 15. Januar in Berlin stattfindende Konferenz “Neue Öffentlichkeit? Was Videojournalismus, Bloggen und Co. für Gesellschaft und Auslandsrundfunk bedeuten” bietet einen Livestream an.

Mehr:

Update 11.01.08
DJV-Qualitätsdiskussion: Niveau einer Christiansen-Sendung

“Jeder Idiot darf Journalist werden”

Vielleicht ist die härteste Erkenntnis für Journalisten die, für wen man da arbeitet. Dass das Publikum zu einem großen Teil aus Menschen besteht, die ahnungslos sind, die Brisanz eines Artikels nicht begreifen, seinen Kern missverstehen. Die Ironie nicht erkennen und rhetorische Fragen beantworten. Die voreingenommen, ungerecht und unreflektiert sind, meistens verbohrt, manchmal fanatisch, bestenfalls desinteressiert.
[...]
Jeder Leser, Zuschauer und Nutzer kann seine Meinung heute mühelos und fast ungefiltert ins Netz schreiben, und das Ergebnis ist keine gepflegte Podiumsdiskussion, bei der man am Ende noch kurz das Mikrofon ins Publikum gibt, sondern eher einer Auseinandersetzung in einer Kneipe, in der viele Stunden und Promille nach einem Fußballspiel Anhänger verschiedener Mannschaften aufeinandertreffen und die Hälfte, die nicht damit beschäftigt ist, sich zu übergeben, mit möglichst überzeugender Lautstärke versucht, den anderen gleichzeitig die Blindheit des Schiedsrichters in der 57. Minute und die fiskalischen Probleme bei der Umsetzung der bedarfsorientierten Grundsicherung zu erläutern.

Was das für Folgen hat, erläutert Stefan Niggemeier in der taz in einem Artikel über das Mitmachnetz und Minderwertigkeitskomplexe bei Journalisten: nichts Neues, aber Grundsätzliches gut auf den Punkt gebracht.

Punk is not dead: Karl Nagel schreibt bei SpOn

Zwischen reizvoll, bizarr, überraschend und vielleicht abgedroschen: Karl Nagel (47), selbsternannter “Meister des Chaos” und Mitgründer der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands” (APPD), schreibt bei Einestages über die “Chaostage”, die am 18.12.1982 zum ersten Mal in Hannover stattfanden. Nagels Text ist mäßig unterhaltsam, interessanter sind vielleicht die Bilder, zum Teil von Karl Nagel (der ein Punk-Fotoarchiv mit 4.000 Bildern online gestellt hat) und einige DPA-Fotos von damals.

Mehr bei onlinejournalismus.de:

“Einestages”: “Gewicht wird sich verschieben”: Interview mit Einestages-Projektleiter Hans Michael Kloth

Wunschzettel für 2008

Onlinejournalismus 2008 (Foto: Stegers)

Letztes Jahr gab es einen Merkzettel mit den angekündigten Vorhaben der Redaktionen. Diesmal drehen wir den Spieß um: Was wollen wir 2008 im Onlinejournalismus sehen, damit es voran geht? Für einen Weihnachtswunschzettel sind wir zwar fast schon ein wenig spät dran, aber über gute Vorsätze zu Neujahr dürfen sich die Onlineredaktionen, Blogger, Video-Vorkämpfer und Bürgerjournalisten da draußen gerne jede Menge Gedanken machen. Wir bitten um Vorsatz-Vorschläge unten in den Kommentaren

(Und frohe Festtage wünschen wir unseren Lesern natürlich auch!)

DJV lädt zur Podiumsdiskussion “Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www” ein

Update 11.01.08
DJV-Qualitätsdiskussion: Niveau einer Christiansen-Sendung

Update 09.01.08: Die Podiumsdiskussion am Donnerstag, 10.01.08, ist bereits ausgebucht, kann aber live unter www.djv.de/livestream ab 19.00 Uhr bis zum vorgesehenen Ende gegen 21.00 Uhr verfolgt werden.

Nachdem der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, sich kürzlich mit seinen umstrittenen Äußerungen über Blogs einige Kritik von Bloggern und Journalisten anhören musste (siehe: “Müll von Qualität trennen”: Rede des DJV-Bundesvorsitzenden), gibt es am 10. Januar 2008, 19 Uhr in Berlin-Mitte Gelegenheit unter anderem mit ihm darüber zu sprechen. Hier der Text zu der Veranstaltung “Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www”:

Brauchen Online-Medien klar umrissene journalistische Grundregeln, vergleichbar dem Pressekodex für Zeitungen und Zeitschriften? Welche Rolle spielt Qualitätsjournalismus im Internet? Welche Bedeutung kommt im journalistischen Alltag den Blogs zu? Diese Fragen werden vor allem in Internetblogs immer wieder sehr strittig diskutiert. Der DJV will die Diskussion öffentlich mit Medienexperten und Praktikern führen. Über den Journalismus im world wide web diskutieren am 10. Januar unter anderem DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, Hans-Ulrich Jörges vom Stern, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog und der Blogger Don Alphonso.

Bitte lassen Sie uns bis spätestens 21. Dezember 2007 per E-Mail an djv@djv.de wissen, ob Sie an der Podiumsdiskussion teilnehmen möchten. Weitere Details zu der DJV-Podiumsdiskussion teilen wir zu einem späteren Zeitpunkt mit.

Nachtrag 18.12.07
Das Podium ist nun vollständig: Hans-Ulrich Jörges vom “Stern”, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog, Michaela May von N 24 (Chefkorrespondentin Politik), Björn Sievers von Focus Online, der Blogger Don Alphonso und DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Stattfinden wird das Ganze am Donnerstag, den 10. Januar 2008 um 19.00 Uhr im Automobil Forum Unter den Linden in Berlin-Mitte. Laut Pressemitteilung sind noch Anmeldungen unter djv@djv.de möglich.

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