Archivierte Einträge für Citizen Journalism

“einestages”: “Gewicht wird sich verschieben”

Eines Tages (Screenshot/M: ojour)

Das Echo war überwiegend positiv, als Spiegel Online seine Zeitgeschichte-Community “einestages” Anfang Oktober startete – auch bei uns. Inzwischen gibt es auch einige Stimmen, die die Erfolgschancen eher kritisch sehen. Projektleiter Hans Michael Kloth spricht im Interview über die Startphase, PageImpressions und Ausbaumöglichkeiten.
Weiterlesen…

Netizen-Journalismus, Ohmy News und chinesische Blogger

Netizen – den Begriff prägte Michael Hauben (1973-2001), um Netzbürger mit gesellschaftlicher Verantwortung zu charakterisieren. Michaels Eltern Ronda und Jay Hauben, Internet-Historiker an der Columbia University, New York, sprachen im Vorfeld des Kongresses Wem gehört das Internet? mit Gabriele Hooffacker über Netizen-Journalismus, Ohmy News und chinesische Blogger. Das Interview ist in englischer Sprache. Weiterlesen…

Der Westen – erste Stimmen

[aktualisiert, Dienstag, 8.00 Uhr]

Quer durch den Gemüsegarten einige Blog-Reaktionen auf den Launch von Der Westen.

“Alles wird besser, nur wird es gut genug? Ich werde das Portal ganz sicher nutzen, keine Frage. Wo sonst fände ich lokale Kompetenz im Netz. (…) Um mein neuer Netzmittelpunkt zu werden, müsste aber noch eine Menge geschehen. Um etwa primär dort zu bloggen, würde ich mir ein viel stärker individualisierbares System wünschen.”

blog.50hz.de

“Erster Eindruck, ziemlich bieder, also viel Raum sich über Qualitätsjournalismus zu beweisen.”

Hugo E. Martin

“Das ist jetzt bei regionalen Tageszeitungen endlich einmal nicht mehr Online als Randaktivität in den Händen von Beauftragten. Herausforderungen bleiben aber auch für die nächsten, die sich am Thema versuchen: beispielsweise beim Veranstaltungskalender, der sich — wie so häufig — eher wie eine überkomplexe Suchmaschine anfühlt und in diesem Fall die gesamte Bandbreite von Ruhrpott Punk Superbowl bis Tierärztlicher Notdienst Haltern abdeckt.”

Wortfeld

“Natürlich ist DerWesten gegenüber den bisherigen Webangeboten der WAZ-Mediengruppe ein Quantensprung. Inwiefern DerWesten sich etablieren wird kann man jedoch jetzt noch nicht einmal ahnen – denn das hängt natürlich vor allem auch von den Inhalten ab.”

Pottblog

“Ich sag es mal so: Wenn ich keine guten Inhalte habe, hilft mir weder die Communitylinkorgie was, noch das Layout oder eine Karte. Gilt sowohl für die lasche Schreibe der eigentlichen Frontseite als auch das weit hinten versteckte, gehaltlose Communityblog2.0-Dingens.”

Blogbar

“…alles eine Frage der Perspektive: Schaut man sich durchschnittliche (Regional-)Zeitungsportale und deren HTML-basiertes Elend in Deutschland so an, muss man der WAZ attestieren, einen ziemlich großen Wurf gelandet zu haben. Nimmt man das mediale Trommelfeuer zum Maßstab, das in den vergangenen Wochen über uns hereinprasselte, dann relativiert sich das. Gelungen, sicher. Aber die Neuerfindung des crossmedialen Journalismus ausrufen, nur weil man jetzt Videos, Blogs, Tags und eine Community hat?”

“Journalistisch jedenfalls – und noch reden wir auch im Netz in erster Linie von Journalismus und nicht von Gimmicks – ist der Westen zumindest am Tag 1 nahe an der Bankrotterklärung.”

JakBlog

“Der erste Eindruck ist positiv. Die Seite kommt zweispaltig und aufgeräumt daher, große Fotos zieren die Aufmacher. Eine Multimedia-Spalte und eine eigene Überssichtsseite für Videos sind vorhanden, die rechte Spalte zeigt die aktuelle Diskussionen, Blog-Artikel und Tags. Kein großer Wurf, eher Erwartbares bei einem Medium dieser Größe.”

Turi

“Zur Zeit ist das Portal mit Werbebannern und Popups nur so überfrachtet. Zumindest zum Start könnte man auf webzwonulligere Werbeformen setzen, etwas mehr userbasiertes oder behavioral Targeting einsetzen.”

Sichelputzer

“Wer mit dem Gedanken spielt, dort den Newsletter zu abonnieren oder am Bundesliga-Tippspiel teilzunehmen, sollte sich das sehr gut überlegen. Die Daten, die DerWesten hierfür verlangt, sind fast ein eigenes Kapitel wert..”

F!XMBR

“Alles was sich zu dieser Stunde sagen läßt: der große Wurf ist es nicht und es ist ebenfalls durchaus fraglich, ob die Aufhübschung durch Web-2.0-Features genügt.”

Wissenswerkstatt

“Die große Herausforderung für Chefredakteurin Katharina Borchert besteht nun darin, viele neue Nutzer von DerWesten zu überzeugen. Denn die bisherigen Online-Auftritte der WAZ-Gruppe werden nur von sehr wenigen Menschen genutzt. Selbst WAZ.de kommt laut AGOF nur auf rund 280.000 Unique User monatlich.”

deutsche startups

Eines Tages bei Spiegel Online …

Jetzt schmückt man sich auch beim lange Zeit Web-2.0-abstinenten Marktführer mal mit einem “Beta”-Logo: “einestages”, das zeitgeschichtliche Nutzer-Portal, soll offiziell am Montag starten, ist aber bereits online. Optisch macht es einen angenehmen, nicht überladenen Eindruck. Erste Inhalte kommen von der Spiegel Online-Redaktion, mal frisch für “einestags” verfasst, mal bereits vorher auf der Haupseite veröffentlicht. Ein damaliger GSG-9-Beamter schildert die Erstürmung der Landshut, Stefan Remmler darf Elvis’ Erfolg erklären (na gut, ein etwas übergeigter Teaser sei verziehen), die Redaktion sucht unbekannte deutsche Elvis-Fans von einem Foto aus der Militärzeit des Kings (Rubrik “Fundbüro”).

[Update 08.10.07] Weiterlesen…

Myheimat: Stadtgeflüster mit Gewinn

myheimat

Mit Bürgerjournalismus Geld zu verdienen schien bislang unmöglich. Die Augsburger Internet-Plattform MyHeimat schafft es mit ihren Print-Ausgaben. Weiterlesen…

I know more than you about the internet! No, you don’t.

Stephen Colbert lässt dem papiertrollenden Internet-Paranoiker Andrew Keen die einzig richtige Behandlung angedeihen – die humoristische. [Video bei Comedy Central] Wir sollten vielleicht öfter gleich die Komiker reinrufen, statt unsere Zeit bei wichtigtuerischen Journalisten-Panels und Kongressen zu verplempern…

Brückeneinsturz in Breitwand und Farbe

Wie bei allen größeren Nachrichtenereignissen mit US-Relevanz lohnt sich der Blick über den großen Teich. Wie wurde die Nachricht dort aufbereitet?

CNN hat natürlich ein dickes Paket. Interessant: Die ersten Bilder kamen erneut von einem Bürgerjournalisten. Und der hat CNN.com gleich mit ordentlichen Fotos für eine ganze Galerie versorgt. Außerdem gibt es eine Info-Grafik zur Brücke mit Vorher-Nachher-Ansichten.

USA Today bietet u. a. eine Infografik, in der einzelne Detailfotos im Gesamtzusammenhang verortet sind.

Die New York Times hat eine Sammel-Newsstory. Diese verweist vor allem auf die zahlreichen weiteren Beiträge im eigenen Angebot – vom Podcast eines Times-Reporters über Kurzmeldungen bis hin zu Videos, aber es finden sich auch Hinweise auf offizielle Statements im Netz und User- und Blogger-Meinungen. Augenblickblich macht die Times statt mit einem normalen Foto mit einer 5-teiligen Bilderstecke auf, die die bauliche Struktur der Brücke erläutert, aber einen nicht wirklich vom Hocker haut. Auch eine weitere Infografik ist eigentlich nur eine banale Karte.

Nachtrag: Wired-Artikel zu “Internet-Reaktionen”.

BBC / User Generated Content / Überschwemmung

Nein, etwas wirklich Überraschendes hat BBC News online zu den Überschwemmungen in Teilen von Großbritannien derzeit nicht zu bieten. Aber die BBC kombiniert wieder einmal in bewährter Qualität ihre Stories mit Nutzerinhalten. Am Ende des derzeitigen Hauptartikels gibt es direkt eine Eingabemaske für “your stories”. Auch per SMS (“text us”) kann man sich melden. Im Artikel finden sich wie in weiteren regionalen Untertexten ([1], [2]) von Nutzern eingeschickte Bilder gleichberechtigt neben Agenturmaterial, nicht bloß verbannt in ein User-Content-Ghetto. Augenzeugenberichte (“Your stories”) werden hingegen gesammelt an einer Stelle präsentiert.

Viel zu versteckt ist die Seite “At a glance” als alternativer, eher grafisch/regional orientierter Einstieg in die weiteren Stücke. Hier sind auch Links zu Galerien mit weiteren Userfotos zu finden, diesmal geordnet nach Datum. Einen Zusammenschnitt von (Handy-)Videos von Nutzern gibt es auch, der allerdings wenig spektakulär ist.

Was ich persönlich im Hauptartikel zum ersten Mal bei der BBC sehe: In der rechten Spalten findet sich (neben zahlreichen Links zu weiteren BBC-Inhalten und öffentlichen Einrichtungen) auch eine Sammlung von Verweisen auf Artikel “from other news sites” wie Guardian oder Daily Mail.

Bürgermedien: Der Prophet spricht

Dan Gillmor hat für OhMyNews eine Zwischenbilanz gezogen. Die Readers Edition (oha!) hat den Text übersetzt:

Ertragreiche Modelle erhalten derzeit eine erste Gestalt. Und, und das ist am wichtigsten, es gibt eine wahre Flut an großartigen Ideen. Aber wir haben noch einen langen, langen Weg zu gehen. Wir brauchen viel mehr Experimentierfreudigkeit im Journalismus als auch in den einzelnen Informationsprojekten der Communities.

SpOn nun doch zwonulliger

Es hat etwas gedauert, doch bald geht auch Spiegel Online in Sachen Internet-Community in die Offensive: Im September startet der deutsche Nachrichtensite-Marktführer eine Online-Gemeinschaft zum Thema Zeitgeschichte. Die Spiegel-Gruppe bezeichnet das Projekt (Arbeitstitel: “Eines Tages”) als die “journalistische Antwort auf das Mitmach-Web”.

schreibt horizont.net. Neben Texten geht es bei “einestages” laut Spiegel Online-Pressemitteilung auch um Fotos und Videos.

Alles soll vor der Veröffentlichung von der Redaktion begutachtet und erst dann freigeschaltet werden. Zum dreiköpfigen Team gehört Solveig Grothe, zuvor bei der Readers Edition der Netzeitung.

So schnell kann es gehen. Im Januar hatte sich Spiegel-Online-Chef Mathias Müller von Blumencron gegenüber onlinejournalismus.de noch etwas zurückhaltender geäußert, von konkreten Projekten war damals nicht die Rede:

Wir sehen die Zukunft für uns in der Zusammenarbeit zwischen Nutzern und Redaktion. Es wird keine Spiegel-Online-Readers-Edition geben. Aber der Leser erwartet, dass er seine Meinung einbringen kann und auf der Seite Akzente setzen kann.

 « 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 14 15 16 »


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).