Mir fallen mir nach ein paar Tage sporadischer Beobachtung des neuen Nachrichtenaggregators aus dem Haus Burda eher die Stellen auf, wo es noch Nachholbedarf ist. Seltsamkeiten des Automatismus gibt und gab es bei bei Google News natürlich auch – aber dort hatte vorher auch nicht ein Verleger kräftig gepoltert … Ein paar Notizen zu Nachrichten.de
Anderthalb Jahre nach dem letzten Relaunch und kein halbes Jahr nach zarten Veränderungen im April 2009 legt das Team von Chefredakteur Wolfgang Blau bei Zeit Online am Samstag einen größeren Hebel um. Der zusammen mit der Agentur Information Architects (Schweiz/Japan) entwickelte Relaunch verschafft Zeit Online ein rundum moderneres Aussehen und erlaubt den Redakteuren hinter den Kulissen mehr Flexiblität beim Bauen der Seite. onlinejournalismus.de durfte zusammen mit anderen Medien schon mal einen Blick auf das neue Design werfen.
Für heute Abend hat Spiegel Online einen Rebrush angekündigt - wie immer in der Vergangenheit geht man bei den Veränderungen am stilbildenden Layout zurückhaltend zu Werke (siehe Screenshot aus unserer Chronologie zu den ersten zehn Jahren des Onlinejournalismus.de von 2004). Wichtigste Änderungen laut Vorankündigung (mit Screenhots): Natürlich ein Schritt in die Breite, aber vor allem die Anordnung von weiterführenden Inhalten auf den Content-Seiten links der wieder in die Mitte gerückten Hauptspalte. Begründung: Am bisherigen Platz rechts würden sie übersehen.
Im Forum dürfen die Spiegel-Online-Nutzer ihre Meinung sagen. Die Eindrücke unserer Leser interessieren uns auch - bitte in den Kommentaren.
Update: Irgendwann so um 18 Uhr herum wurde der Hebel umgelegt. Bei Twitter diskutiert man sich unter den Hashtags #spon und #sponneu auch vor allem über Spaltenverlagerung und Breite und ärgert sich über nicht funktionierende Videos. Spiegel Online hat Teile der Nutzerdiskussion vorbildlich integriert und spielt Posts mit “#sponneu” und Facebook-Kommentare auch auf seiner eigenen Seite aus.
Eine sehr große Bühne für den Aufmacher, Mut zu Weißraum, im oberen Teil der Startseite nur zwei statt drei Spalten - optisch gefällt mir stern.de nach dem Relaunch sehr gut. “Wir haben uns frisch gemacht”, schreibt Chefredakteur Frank Thomsen - recht hat er. Wie es mit der Usability aussieht, kann ich noch nicht beurteilen.
Dirk von Gehlen (jetzt.de) hält die umgekehrt chronologische Sortierung der Nutzer-Kommentare für einen Fehler. Dem Designtagebuch gefällt unter anderem die Abkehr von den Farbwelten: “Die erste Begehung macht Lust auf mehr. Die Bündelung der Ressorts auf der Startseite ist mein persönlicher Favorit. Einige Details müssten noch feinabgestimmt werden.”
Thomsen hegt mit stern.de auf jeden Fall (wieder einmal) große Pläne, wie Kress berichtete. Ein neuer Anstrich allein wird dafür freilich nicht reichen.
n-tv hat eine neue Website. Die Versprechen: mehr Nutzerfreundlichkeit, ein modernes Äußeres und optische Verzahnung mit dem Fernsehen. Und das Ergebnis?
Wie war das noch gleich mit der Online-Offensive beim Hamburger Abendblatt? Auch wenn wir es langsam leid sind, überflüssige Bildergalerien anzuprangern: Als Aufmacher präsentiert uns die Springer-Zeitung soeben eine Bildergalerie (29 Fotos) über “Hamburgs schöne Töchter” samt dazugehörigem Bericht über die Modenschau eines im Text ausgiebig gewürdigten lokalen Modehauses. Garniert wird das auf der Abendblatt-Startseite mit Werbung für ein Online-Spiel sowie “federleichtem French Pop”. Und mit einem Neunziger-Jahre-Tickerlaufband, das - zumindest hier - offenbar sämtliche anderen Browserfenster erlahmen lässt.
So, in einem Weblog darf es ja auch mal etwas subjektiver sein, mal schauen, ob “Was mir gefällt” sich in Zukunft auch mit Inhalten füllen lässt. Freilich soll das Ganze auch relativ kurz und wie gesagt auch mit etwas Bauchgefühl ausgestattet sein. Jetzt aber los: Ja, HAZ.de, der neu gestaltete (um das Wort Relaunch zu vermeiden) Online-Auftritt der “Hannoverschen Allgemeinen” gefällt mir gut.