Archivierte Einträge für Ereignisse

Fernsehduell der Kanzlerkandidaten ohne Live-Stream

Das von ARD, RTL, Sat 1 und ZDF am 13. September gemeinsam übertragene Fernsehduell der Kanzlerkandidaten bleibt eine reine TV-Veranstaltung. taz und Frankfurter Rundschau hatten schon darauf hingewiesen, vornehmlich mit Hinweis auf den wegen verweigerter Hörfunkrechte verärgerten Deutschlandfunk. Noch absurder ist es allerdings, dass es es – nach jetzigem Stand der Dinge – von keinem der beteilligten Sender eine Übertragung per Videolivestream ins Netz geben wird.

(mehr bei Dnews)

Update, 27.08.2009
(via Turi)

    Michael Jackson stirbt …

    … in Deutschland ist Nacht, und sueddeutsche.de ist im Vergleich zum Wettbewerb sehr, sehr langsam. Aber muss man daraus gleich eine Dachzeile machen?

    Screenshot sueddeutsche.de

    Update, 10:00 Uhr

    CNet berichtet über das Nachrichtenereignis im Web, Spiegel Online über das “Überlaufen” von Google News. Die Problem mit der Erreichbarkeit der L.A.-Times-Website traten bei mir nicht auf. Die L. A. Times berichtete als einer der ersten – in ihrem Newsblog. Außerdem bastelte sie rasch eine Google Maps (via the_claus).

    Die New York Times sammelte weltweite User-Reaktionen auf einer Weltkarte und nutzte zuvor ebenfalls ein Blog als Format zur Begleitung des Ereignisses. Daraus ein schöner Satz zum Abschluss, der auch der Anfang eines Roman sein könnte: “By mid-afternoon, television news helicopters were hovering above the medical center.”

    (Danke für Links an Marc und Claus)

    Iran im westlichen Web

    “Wenn ich auf Twitter lese, CNN berichte von Schüssen auf Demonstranten in Teheran und berufe sich dabei auf Twitter, ist irgendwas kaputt”, wunderte sich Mario Sixtus. Wie geht die westliche Webwelt sonst mit dem Protesten in der Blogger-Nation Iran um? Einige kurze Eindrücke:

    CNN verlinkt prominent auf Videos und Fotos seiner Nutzerplattform iReport, die auch schon “on CNN” im “richtigen” Programm zu sehen waren.

    Der Guardian, die Huffington Post und die New York Times folgen den Ereignissen in ständig aktualisierten Newsblogs, die auf eigene und fremde Inhalte verweisen.

    Screenshot BBCDie BBC bietet in ihrem umfangreichen Info-Paket auch von ihrer Abteilung “Have Your Say” angeforderte User-Kommentare und macht deutlich, wie sie der Diskussion im Web folgt (siehe Screenshot rechts):

    Twitter: HYS on Twitter
    We’re following #IranElection
    And #Iranvote
    Flickr: Iran feed


    Nachtrag:

    Carta folgert großspurig:

    Während man also im Iran von unten her (Bürgerjournalismus!) alles daran setzt, die aktuelle Lage ungefiltert im eigenen Land und international bekannt zu machen, verlieren unsere Leitmedien buchstäblich den Anschluss, weil ihre überholten Publikationsrhythmen sowie das Festhalten an unnötig bürokratischen Arbeitsprozessen sie einfach nicht mehr mitkommen lässt.

    Nüchterner ist die Analyse des “Lab” bei der Deutschen Welle, die von “Process Journalism” spricht.

    Wer sich für iranische Quellen interessiert: Mashable erklärt “HOW TO: Track Iran Election with Twitter and Social Media”. Die New York Times berichtet über die relevanten Websites (via Netzpolitik), ebenso Spiegel Online.

    Weitere Nachträge

    Konferenz-Twitterei: Was bringt’s?

    Nein, ich habe es noch nie getan, von einer Konferenz zu twittern und habe es auch nicht vor. Ich rezipiere solche Beiträge zumeist sporadisch. Allerdings frage ich mich zunehmend nach dem Sinn und Unsinn solchen Publizierens – wem bringt das was? Den Twitternden selbst, den Teilnehmern, den Lesern im Lande an den Empfangsgeräten; den Veranstaltern, den Akteuren (Menschen, Marken), deren Namen immer wieder kursieren, den Anbietern von Mobilgeräten? Ist es nur noch mehr Rauschen?

    gckl schrieb bei Twitter eine gute Antwort: “Das Kongressgezwitscher scheint ein diffuses Zugehörigkeitsgefühl zu fördern.” Geben Sie auch Ihre 140 Zeichen oder gerne mehr hinzu …

    Aktuelle Beispiele: #next09 oder hier: Medientreffpunkt.

    Das Thema wäre übrigens auch ein – wie ich finde – dankbarer Gegenstand einer wissenschaftlichen Arbeit.

    Mehr zu Twitter hier bei Onlinejournalismus.de und bei Delicious.

    Spektakuläre Bilder – die man zeigen muss?

    Im Blog Coffee&TV läuft eine Debatte über den Umgang mit den – ja – spektakulären Bildern, die zeigen, wie ein Autofahrer bei der Koniginnendag-Parade in Apeldoorn in die Menge der Schaulustigen rast.

    Für Blogautor Lukas Heinser sind die Aufnahmen, die viele deutsche Online-Medien zeigen, zuviel (Opfer am Boden, Erste-Hilfemaßnahme). Andererseits gibt es das ungeheuer eindrucksvolles Motiv, das zeigt, wie schnell Schrecken und Tod über die Wartenden hereinbrachen: Es zeigt zwei Menschen, die vom Auto beiseite geschleudert werden, während wenige Meter entfernt noch ein Polizist in nichtsahnender Haltung da steht, hinter ihm in der der Menge aber die ersten Menschen bereits zu reagieren beginnen. Das ist mit Sicherheit ein Foto, das bei den nächsten Presse-Preisen ausgezeichnet werden wird.

    stern.de und bild.de veröffentlichen allerdings auch die Aufnahmen aus den Sekundenbruchteilen davor, die noch die durch die Luft wirbelnden Opfer zeigen – hier irgendwo verläuft die Grenze, die Focus Online mit einer Aufnahme des schwerverletzten (verpixtelten) Fahrers mit verdrehtem Kopf im Autowrack meiner Meinung nach überschreitet.

    Zum Abschluss noch zwei Beobachtungen zu den User-Kommentaren auf niederländischen Websites: Dort betrachteten viele User die sparsam veröffentlichten Bilder des Fahrers sehr genau, um zu erfahren, dass dieser offenbar eine weißer Niederländer mittleren Alters und nicht etwa ein vollbärtiger Araber Anfang 20 war. Auch das Kennzeichen des Fahrzeug wurde von mehreren Nutzern sofort über die öffentliche Registrierungsdatenbank überprüft, um festzustellen, dass der Suzuki ordnungsgemäß versichert und nicht gestohlen war.

    Abseits von der Ethik-Debatte ist es eine Petitesse, das gleich zahlreiche Online-Medien auf die Fotos von Fahrradpolizisten, die als erste am Autowrack waren, texteten, dass Sprengstoffspezialisten das Fahrzeug untersuchten.

    Nachtrag, 03.05.2009
    Frank Miener macht sich auch Gedanken zum Thema.
    Vergessen zu erwähnen hatte ich noch eine andere Randbeobachtung: Da das Ereignis live von NOS im TV übertragen wurde, gab es auch sehr schnell einen von einem Privatnutzer hochgeladdenen Mitschnitt des Geschehens bei YouTube. Die Zeitung Volkskrant.nl hat das Video – Copyright hin, Copyright her – ohne viel Federlesens in ihrem Artikel eingebettet.

    Sonder-Twitterfeed für Nachrichtenereignis

    Mario Sixtus wundert sich zwar schon, wo die “die ersten hyperventilierenden ‘Über den Amoklauf wurde zuerst auf Twitter berichtet’-Tweets” und die Bildstrecken zu den 100 schlimmsten Amokläufen bei den Online-Medien bleiben. Hervorheben kann man aber mal das Beispiel von Focus Online. Dort hat man neben einem regulären Nachrichten-Ticker auf der Website auch einen Twitter-Feed namens “FOCUSlive” aktiviert, der sich derzeit allein dem Amoklauf in Baden-Württemberg widmet.

    Er liefert kurze Newschnipsel, weist auf neue Artikel hin und informiert über das Ausschwärmen der eigenen Reporter zum Ort des Geschehens. Der Twitter-Feed kann später auch für andere Nachrichtenereignisse benutzt werden – deshalb halte ich das generell für eine gute Idee. So gerät der normale Twitterfeed nicht in die Gefahr, überschwemmt zu werden. Auf Kritik an Stil und Inhalt des “Amok-Twitters” reagierte Focus-Online-Chef Jochen Wegner im Blog von Stefan Niggemeier und seinem eigenen Blog (siehe Kommentare).

    Nachträge zur Berichterstattung anderer Online-Medien

    • Bild.de hat ebenfalls einen Sonder-Twitterfeed, der auch im Content-Bereich auf der Startseite beworben wird. Außerdem – zu befürchten war es – ein privates Foto des mutmaßlichen minderjährigen Täters.
    • stern.de biete eine Bildstrecke zur betroffenen Realschule an, die menschenleere Schulräume zeigt, offenbar völlig ohne Bezug auf das Ereignis. Als Bildquelle wird “Albertville-Realschule” angegeben. Sind die Fotos tatsächlich von dort freigegeben (an einem Tag wie heute?) oder hat sich stern.de einfach auf der Homepage der Schule bedient?
    • Focus.de bietet einen Bericht über den Amoklauf und Web-Reaktionen bzw. die bisher erfolglose Suche nach privaten Informationen über den Täter im Web in Social Communities etc. an.
    • Spiegel Online bot mit seinem Aufmacher am frühen Abend ein klassisches Beispiel für einen Artikel, der nicht einlöst, was Überschrift und Teaser versprechen: “Tim K. – der Junge ohne Eigenschaften”
    • SWR.de setzte in seinem Artikel eine Karte der Region von Openstreetmap – mit CC-Lizenz ein.

    Digital News Affairs im Live-Blog

    Diskussion auf der Konferenz DNA (Foto: De Nieuwe Reporter)Am Mittwoch und Donnerstag wird hier live von der Konferenz “Digital News Affairs” in Brüssel berichtet (Programm). Es bloggen die Journalismus-Dozenten Roy Mevissen und Jeroen van de Nieuwenhof sowie die Journalismus-Studenten Sanne Brand Paul Vereijken. Außerdem soll Konferenz-Fotos bei Flickr und kurze Video-Interviews bei YouTube geben.

    Das Live-Blog ist abgeschlossen, lässt sich aber nun auch nachträglich lesen (per Klick auf den Play-Button).

    Facebook-Rede: CNN macht’s nochmal

    Wer es bei der Präsidenten-Vereidigung verpasst hat: CNN überträgt heute die erste Rede Obamas zur Lage der Nation noch einmal nach dem gleichen Muster, das heißt, in Kooperation mit Facebook. Die User können mit ihren persönlichen Freunden oder sämtlichen Facebook-Nutzern sowie CNN-Personal chatten. Beginn der eigentlichen Rede ist um 21 Uhr EST (3 Uhr unserer Zeit).

    Zur Stunde haben 246.613 Facebook-Nutzer ihre Teilnahme angekündigt, weitere 92.267 haben in ihrem Profil markiert, dass sie vielleicht teilnehmen. Wer keine explizite Einladung bekommen hat: “Gäste dürfen Freunde zu dieser Veranstaltung mitbringen.” Oder einfach den CNN-Livestream auswählen und vorher bei Facebook einloggen.

    Bei der Unterhosen-Parade hat Springer die Nase vorn

    Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Feinripp-Versorgungsunternehmens Schiesser sind ein ohnehin quotenträchtiges Thema, das man im Onlinejournalismus geradezu ideal als Bilderstrecke aufbereiten kann – zumindest denkt man das bei Welt Online.

    Völlig untypisch besteht diese nur aus fünf Bildern (darauf fünf Herren, zwei Damen). Doch wer das knappe Fotomaterial der gängigen Agenturen zu diesem Thema kennt, weiß, dass sich die Welt hier ganz schön ins Zeug gelegt hat: Vier Fotos stammen von Schiesser direkt, eins vom Themendienst GMS. Sicherheitshalber schiebt Welt zusätzlich zwei ältere Bilderstrecken hinterher: “Spektakuläre Insolvenzen” und “Weitere Pleiten”.

    Damit liegt Welt Online weit vor der Kollegen. Spiegel Online hatte das Thema vorhin nicht einmal auf der Seite. Die FAZ bietet einen eigenen Korrespondentenbericht – nüchtern aufgemacht. Das Handelsblatt verlässt sich auf eine knapp bekleidete Dame als Teaserbild (“Da konnte Schiesser auch die beste Werbung nichts helfen.”) – und recycelt seine Bildstrecke “Insolvente Kultunternehmen”. Ähnlich bei der Süddeuschen: “Pleiten deutscher Traditionsunternehmen” zählt neun (größtenteils langweilige) Bilder.

    Der Westen ist offen und ehrlich: “Die Schiesser AG hat Insolvenz angemeldet. Grund genug für einen fotografischen Ausflug in die Welt der Unterwäsche.”

    Obama und der Amtseid im Web

    Screenshot SpOn
    Zur Inaugurationszeremonie in Washigton haben ja alle Nachrichtensites groß aufgefahren. Ein paar subjektive Eindrücke: Spiegel Online hat wieder mal ein Liveblog (gut) von vor Ort (besser), für dieses aber immer noch keinen RSS-Feed (unverständlich) und eine seltsame Dachzeile (noch viel unverständlicher).

    Die User mitreden lassen

    Screenshot BBC Stream zur Inauguration Barack ObamasDer Livestream der BBC war bis auf einen kurzen Aussetzer exzellent, außerdem mit Reporter- und User-Kommentaren (u. a. via Twitter) verbunden. CNN integrierte Facebook-Kommentare bei seinem Stream.

    Interessant, aber unverständlich fand ich den “Scroll-Strahl” des Vorab-Features “The Preparers” bei der Washington Post, die dafür Vuvox einsetzen.

    Was war sonst gut, was schlecht? Andere Eindrück gerne in die Kommentare.

    Nachträge, 21.01.2008:
    Poynter hat Screenshots von US-Websites gesammelt (1, 2, 3). Thomas Knüwer ist von CNN und der neuen Website des Weißen Hauses begeistert. Spaß macht mir “Faces in the crowd” der Washington Post (gefunden in der Linksammlung von tagesschau.de). Soundphotographer.de bespricht weitere Multimedia-Beiträge zum Thema.

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