Archivierte Einträge für Ereignisse

Grimme Online Award – die Nominierten sind…

…toll! Aus mehr als 1300 Vorschlägen hat die Nominierungskommission* 20 Favoriten herausgefiltert.

Beachtenswert: Mit dem Ö-Blog, dem Zuender und ihrem Video-Angebot ist die ZEIT online gleich dreimal vertreten – beim Rest der überregionalen Branche konnte man zwar in den vergangenen Monaten im hohen Relaunch-Takt viele frisch angepinselte Seiten bestaunen, aber ansonsten: Ebbe im Karton.

Erwähnenswert: Den Reigen der Ö-R-Angebote eröffnet einmal mehr der BR-Online mit seinem Special zum Thema Heimatfilm, getragen vom Lola-Abräumer „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Unter den Nominierten außerdem zwei Mal das Zweite.

Sehenswert: Sind alle nominierten Angebote. Und es sind überwiegend gewachsene Projekte. Sie setzen konstant leise Akzente, leise, aber mit langem Nachhall, keine Feuerwerke, die nach ein paar Monaten wieder abgebrannt sind. Ins Auge stechen erneut Weblogs und private Initiativen, die sich wie schon im vergangenen Jahr selbstbewusst neben die Großen der Branche stellen.

Mitmachenswert: Ein schöne Mischung, eine schwere Wahl, Publikumspreis, hier.

*mit our very special own Fabian Mohr und Alexander Svensson, die hier und hier Eindrücke aus ihrer Arbeit in der Kommission schildern.

Amoklauf / Roanoke Times / andere

Der Amoklauf an der Hochschule Virginia Tech hat sich nur rund 36 Meilen vom Standort der experimentierfreudigen Roanoke Times im gleichen Bundesstaat ereignet. Leider kann man gerade nicht sehen, wie die Kollegen das Thema aufbereiten – die Site ist derzeit nicht erreichbar.

Update: Jetzt geht es doch. Erstaunlicherweise nimmt der Amoklauf-Aufmacher auf der Startseite nur wenig Platz ein. Direkt auf der Startsite gibt es eine offenbar mit Soundslides produzierte animierte Bildstrecke mit Augenzeugen-O-Tönen. Der Hauptartikel ist eigentlich mehr ein Blog – er listet in ungekehrt chronlogischer Reihenfolge die Meldungen auf, von der allerersten über Statements aus Krankenhäuser bis zum Hinweis, dass bereits ein Wikipedia-Eintrag zu dem Ereignis existiert. Die Links auf weitere Artikel finden sich in dem Design allerdings nicht so leicht wieder.

Als Unterartikel gibt es bei der Roanoke Times die Statements von Gouverneur und Uni-Rektor. Auf der Startseite wird auch auf eine Karte des Tatortes verlinkt, letztere ist in einem doofen Popup produziert.

Nachtrag 2: Auffallend auch, dass CNN – und damit auch manch anderer Fernsehsender – fast von Anfang an sein Programm mit einem Handy-Video und anderen Augenzeugenberichten bestritten hat, eingegangen über CNNs “I-Reporter”-Programm. Mehr über die (US-)Berichterstattung bei Poynter.

Nachtrag 3, Mitternacht deutscher Zeit: SpOn hat nicht nur mitgeschrieben, was studentische Augenzeugen im Internet und anderen Medien berichten, sondern mittlerweile auch Kontakt zu einem Deutschen vor Ort. Leider fehlt unter dem Teaser auf der Startseite (noch) der Link zum entsprechenden Artikel. Ups, die Hektik …

stern.de hat die gute Idee, den Ort des Geschehen durch Einbindung einer GoogleMap zu visualisieren. Ziemlich sparsam dagegen die Berichterstattung bei heute.de, auch Welt.de hat nur Standard zu bieten, dafür sehr schnell eine fette Bilderstrecke oben im Text, die allerdings wenig aufschlußreich ist. sueddeutsche.de bietet einen langen, viergeteilten Text, der als Pseudo-Reportage geschrieben ist. Der Routine wegen auch bei der Readers Edition geguckt – nix.

US-Wahl: TV-Sites top, Blogger lala

Zwei Lehren aus der US-Wahlnacht, die das Project for Excellence in Journalism in einer umfangreichen Analyse gezogen hat:

1. The two most valuable things the news media offers on these fast-moving election nights now is a quick summary of key results for those wanting the headlines and deep veins of data that users can mine on their own. That may explain why TV Web sites fared well.

5. When the system works—voting occurs without widespread problems and the media establishment isn’t faltering—citizen sentinels, bloggers, and other observers, while potentially important watchdogs, have a more restricted role.

Online-Dokumentation zu “Medien 2.0. Eine Zwischenbilanz”

Zu ihrem zweitägigen Workshop “Medien 2.0. Eine Zwischenbilanz. Konsumenten als Produzenten in Print-, Online- und Hörfunkmedien” hat die Bundeszentrale für politische Bildung jetzt eine Online-Dokumentation fertiggestellt. Der Workshop fand Ende September in Frankfurt/Main statt.

Auf der Website gibt es unter anderem Interviews mit den Medienwissenschaftlern Steffen Büffel, Thomas Pleil, mit dem Blogger Johnny Haeusler und Spiegel Online-Redakteur Christian Stöcker. Außerdem gibt es ein “Live-Blog” zum Workshop. Als Moderator eines Podiums bei dieser Veranstaltung habe ich ein paar Hinweise auf meinem Weblog zusammengestellt.

Die Peitschen-Borchert: “taz”-porträtiert die WAZ-Online-Chefin

Die seit August amtierende WAZ-Online-Chefin Katharina Borchert war schon öfter ein Thema hier (Interview mit einem anonymen WAZ-Blogger, Video-Interview mit Angela Merkel, Ich möchte Teil einer Online-Bewegung sein, RP-Ideen bei der WAZ, Bloggerin wird Chefredakteurin von “WAZ live”).

Die “taz” porträtiert Katharina Borchert in ihrer heutigen Ausgabe: “Die Peitschen Borchert”. Unverhofft werde ich übrigens am Samstag, 25.11., in Bochum die Ehre haben, mich mit Katharina Borchert beim Journalistentag des Deutschen Journalisten-Verbands, Landesverband Nordrhein-Westfalen, zu unterhalten. Da das Motto der dortigen Foren “Gespräch statt Vortrag” lautet, ist auch das Publikum eingeladen mitzudiskutieren. So weit ich weiß, ist der Eintritt übrigens gratis.

Neben dem Online-Forum gibt es noch weitere Foren zu Print, TV, Ethik, Bild, Zeitschriften, Sport, Sprache und PR mit jeweils einer sehr guten Besetzung. Einen Vorgeschmack bietet das Programm des Journalistentag 2005. Damals wurde zu Recht bemängelt (“Der DJV holt den Totschläger raus” (sic!)), dass es keine Online- bzw. Neue Medien-Foren gab. Auf das aktuelle Programm werden wir hier hinweisen.

Nachtrag 16.10.06

Über den oben genannten “taz”-Artikel und seine Entstehungsgeschichte wird in den Blogs Tom’s Diner (dessen Autor Ralf Albert kommt in dem Artikel vor) und bei Rebellen ohne Markt (dessen Autor Don Alphonso wurde vom “taz”-Autor etwas schräg angefragt) diskutiert. Es wird deutlich, dass der “taz”-Text kein journalistisches Meisterstück war.

Beauty-Queen in der BBC-Boeing

Sonst gibt es über die BBC ja fast nur Gutes zu berichten – deshalb sei Hinweis gestattet: Der aktuelle BBC-Artikel über die Entführung eines türkischen Passagierflugzeuges widmet sich erst in aller Ausführlichkeit der Lage und dröselt die teils widersprüchlichen Informationen auf. Im letzten Absatz stößt man dann allerdings auf ein seltsam fehl am Platz wirkendes Bild, das wie geradewegs aus einer Frauenzeitschrift kommend erscheint.

Doch weit gefehlt: “Miss India is among four beauty queens on the plane”, schreibt die BBC in der Bildunterschrift. Mit diesem Wissen ist sie der Konkurrenz wieder einmal weit voraus – vielleicht verdankt sie ja diesen Informationsvorsprung ihrer Bitte um Augenzeugen-Bericht (“Are you or anyone you know affected by this story? Are you in Brindisi?”), weil sich ein besorgter Beauty-Queen-Manager bei ihr gemeldet hat?

Live-Blog: Where does the love come from?

Zwei Zitate eines Workshops der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Bürgermedien und Web 2.0:

* Dr. Christoph Stöcker, Spiegel Online: “Wir lieben Blogs.” Spiegel Online bediene sich sehr oft an Informationen aus Blogbeiträgen. Was da die Bloggergemeinde zu sagt?
* Wieder einmal muss das Paradebeispiel Readers Edition sich fragen lassen, ob es einen originären Nutzen hat.”Wer liest denn sowas?” will unser Kollege Thomas Mrazek hören.

Mehr im Weblog iDemokratie, das die Tagung (Programm) bis morgen (29.09.) begleitet.

Web-2.0-Konferenz / Videogalerie

“Wohin des Weges, Web 2.0?” Vorträge einer Verstaltung zu diesem Thema, die das Center for Digital Technology and Management (CDTM) der Uni München, Zeit und Holtzbrinck verstaltet haben, hat die Zeit in einer Videogalerie aufbereitet (Hinweis aus der Redaktion von Zeit Online).

“So sehen Sieger aus”

Schöner Hinweis auf schönen Ticker beim Bildschirmtext der taz:

9.31 Uhr: Die halbe Redaktion rennt nochmal aufs Klo. Das dürfen die Klinsmänner jetzt nicht. Die haben ganz andere Sorgen. Klinsmann und Löw reden mit den Jungs. Kahn klopft Lehmann auf die Schulter. Nochmal: Kahn klopft Lehmann auf die Schulter! Köpke kniet bei Lehmann.

Die Redaktion ist sueddeutsche.de. Klingt besser als manche andere Ticker-Versuche, die amüsant sein sollten.

Google ganz alt

Wenn einer bei der kollektiven WM-Euphorie nicht mitmacht, dann Google News. Der automatische Nachrichtenüberblick kommt offenbar nicht klar mit den bei vielen Medien teilweise außer Kraft gesetzten Nachrichtenkriterien. WM-Meldungen sind häufig nicht Aufmacher sondern rangieren unter ferner liefen – oder statt der letzten Ergebnisse stehen in der Rubrik Sport irgendwelche veralteten Vor(mit)tagsmeldungen zur WM von dpa oben.

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