Im Blog Coffee&TV läuft eine Debatte über den Umgang mit den - ja - spektakulären Bildern, die zeigen, wie ein Autofahrer bei der Koniginnendag-Parade in Apeldoorn in die Menge der Schaulustigen rast.
Für Blogautor Lukas Heinser sind die Aufnahmen, die viele deutsche Online-Medien zeigen, zuviel (Opfer am Boden, Erste-Hilfemaßnahme). Andererseits gibt es das ungeheuer eindrucksvolles Motiv, das zeigt, wie schnell Schrecken und Tod über die Wartenden hereinbrachen: Es zeigt zwei Menschen, die vom Auto beiseite geschleudert werden, während wenige Meter entfernt noch ein Polizist in nichtsahnender Haltung da steht, hinter ihm in der der Menge aber die ersten Menschen bereits zu reagieren beginnen. Das ist mit Sicherheit ein Foto, das bei den nächsten Presse-Preisen ausgezeichnet werden wird.
stern.de und bild.de veröffentlichen allerdings auch die Aufnahmen aus den Sekundenbruchteilen davor, die noch die durch die Luft wirbelnden Opfer zeigen - hier irgendwo verläuft die Grenze, die Focus Online mit einer Aufnahme des schwerverletzten (verpixtelten) Fahrers mit verdrehtem Kopf im Autowrack meiner Meinung nach überschreitet.
Zum Abschluss noch zwei Beobachtungen zu den User-Kommentaren auf niederländischen Websites: Dort betrachteten viele User die sparsam veröffentlichten Bilder des Fahrers sehr genau, um zu erfahren, dass dieser offenbar eine weißer Niederländer mittleren Alters und nicht etwa ein vollbärtiger Araber Anfang 20 war. Auch das Kennzeichen des Fahrzeug wurde von mehreren Nutzern sofort über die öffentliche Registrierungsdatenbank überprüft, um festzustellen, dass der Suzuki ordnungsgemäß versichert und nicht gestohlen war.
Abseits von der Ethik-Debatte ist es eine Petitesse, das gleich zahlreiche Online-Medien auf die Fotos von Fahrradpolizisten, die als erste am Autowrack waren, texteten, dass Sprengstoffspezialisten das Fahrzeug untersuchten.
Nachtrag, 03.05.2009
Frank Miener macht sich auch Gedanken zum Thema.
Vergessen zu erwähnen hatte ich noch eine andere Randbeobachtung: Da das Ereignis live von NOS im TV übertragen wurde, gab es auch sehr schnell einen von einem Privatnutzer hochgeladdenen Mitschnitt des Geschehens bei YouTube. Die Zeitung Volkskrant.nl hat das Video - Copyright hin, Copyright her - ohne viel Federlesens in ihrem Artikel eingebettet.