Archivierte Einträge für Finanzierung

BildPlus: Paid Content = Puff-Beichte

Die FAQ zu den Bezahlangeboten auf Bild.de versprechen:

Welche Vorteile bietet BILDplus?
Mit BILDplus erleben Sie auf BILD.de exklusive Interviews und Reportagen, die besten Fotos, Chats mit Experten, multimediale Infografiken sowie aktuelle Tests und Ratgeber und viele weitere spannende Themen.

Im der Umsetzung lautet ein Homepage-Teaser zum Beispiel aktuell: “Meine 6 skurrilsten Erlebnisse im Puff – ‘Pascha’-Manager packt aus”.

Wäre Ihnen dieser Listicle ein Test-Abo ab 0,99 Euro wert? Ich rätsele zwar gerne, ob sich dahinter eher ein Ratgeber, eine multimediale Infografik oder ein Expertenchat verbirgt, verzichtete dann aber doch lieber darauf, mein ausgelaufenes Probeabo bei Bild.de zu erneuern.

Aber von der Porno-Industrie lernen, heißt ja angeblich im Internet siegen lernen …

BildPlus-Aritkel über "Meine 6 skurrilsten Erlebnisse im Bordell" (Screenshot)

Lokale Nachrichtenwebsite bittet um Spenden

Ich persönlich neige ja immer noch dazu, von hyperlokalen Nachrichtenblogs oder kurz Lokalblogs zu sprechen. Ganz einfach aus Gewohnheit, weil der Begriff eingängig ist, die Websites meist auf WordPress laufen, die Publikationsrhythmen häufig eher an Blogs gemahnen und manchmal auch der Stil bloggig ist – auch wenn die Trennschärfe zwischen journalistisch ausgerichtetem Blog und “normaler” journalistischer Website natürlich sowieso schon nur graduell und gerade in diesen Fällen kaum zu bestimmen ist.

Die Macher der Hamburger Website Mittendrin beschreiben sich dagegen selbst als “Lokalmagazin”. Und sie werben jetzt um Spenden der Leser für ihren unabhängigen Journalimus: “10 Cent am Tag sind drin.”, z. B. via Flattr.

Finanzierungsmöglichkeiten und Selbstverständnis werden sicherlich auch diskutiert auf einer Veranstaltung der Hamburger Social Media Week, die sich am 21. Februar “Hamburgs neuen hyperlokalen Medien” widmet. Neben Mittendrin sind die Eimsbütteler Nachrichten, Elbmelancholie, WilhelmsburgOnline.de und unser Kollege Philipp Dudek dabei.

(Vorher spreche dort übrigens ich über Prinzip – und Probleme – von Open Journalism).


Weitere Artikel

… bei onlinejournalismus.de

Ende der Ära Blumencron für Spiegel und SpOn

Vom 1. Dezember 2000 bis Anfang 2008 war der nun abberufene Mathias Müller von Blumencron Chefredakteur von Spiegel Online, bis er zusammen mit Georg Mascolo an die Spitze des Print-Spiegels rückte. Ab Februar 2011 war Blumencron offiziell der Digital-Beauftragte des Doppelspitze, trotz oder wegen der kolportierten Auseinandersetzungen um die Digitalstrategie des Spiegels und das Reizwort Paid Content (Die Devise: “Gemeinsam Marschieren, getrennt schlagen” ging freilich nicht ganz auf.).

Ingesamt war Blumencron also mehr als 12 Jahre für die Ausrichtung von Spiegel Online verantwortlich, seit der ehemalige US-Korrespondent des gedruckten Spiegel die SpOn-Chefredaktion nach einer hektischen Boomphase unter seinem Vorgänger Hans-Dieter Degler übernahm.

Blumencron machte SpOn endgültig zum Nachrichten-Marktführer des deutschen Online-Journalismus und zum Leitmedium für die Berliner Republik (auch wenn das Kollegen anderer Medien lange nicht zugeben wollten). Immer wieder kritisiert wurde – auch von onlinejournalismus.de – hingegen der gefühlt wachsende Anteil von Boulevardthemen, die teilweise hektische Überdrehtheit von Teasern und Schlagzeilen auch bei harten Themen.

Was die Weiterentwicklung von interaktiven und multimedialen Formaten angeht, verfolgte SpOn unter Blumencron wie beim Design angekommen den Kurs behutsamer Neuerungen, setzte immer wieder Zeichen, ohne wirklich zum Avantgardisten zu werden. Ähnlich die abwartende Haltung in Sachen Bezahlinhalte: “Warum sollte ausgerechnet Spiegel Online Vorreiter sein?“ fragte Rüdiger Ditz 2009, der Blumencron als direkter Spiegel-Online-Chef nachfolgte.

Der Erfolg dieser Linie Recht – vor allem in Vergleich mit den Schlingerkurs anderer Printhäuser. Man darf gespannt sein, was jetzt kommt. Vielleicht kehrt ja mit Wolfgang Büchner von der dpa jemand zurück, der schon mal im Team mit Ditz für die operative Umsetzung der Blumencron-Linie verantwortlich war.

Dazu drei aktuelle Stimmen – und rückblickend auf die Ära Blumencron ein paar Links auf ältere Beiträge von uns.

Wolfgang Blau, bis vor kurzem Chef von Zeit Online und nun beim Guardian:

Die Geschäftsführerin von Standard.at meint:

Und Thierry Chervel vom Perlentaucher analysiert:

Mehr über Mathias Müller von Blumencron bei onlinejournalismus.de:

Presserat äußert sich zu “problematischen Kombinationen von Foto und Werbung”

Bei den einschlägigen Fällen gruselt es einen immer wieder: Ein Unfall, eine Katastrophe ist passiert. Es wird auf Websites darüber berichtet, es wird auch weiterhin Werbung auf den Seiten ausgespielt. Business as usual. Freilich geht das – fast absehbar – manchmal gehörig schief: Die automatisch eingespielte Werbung erzeugt eine unwillkommene Situationskomik. Der achso gesunde Menschenverstand bleibt erst mal ausgeschaltet. Hier ein von Flurfunk Dresden dokumentiertes Beispiel. Weiterlesen…

Weckruf durchs Leistungsschutzrecht

Das Leistungsschutzrecht (LSR) ist da, doch die Verlage wissen offenbar noch nicht so recht, was sie genau damit anfangen sollen. Die emotionale Debatte um das Gesetz hat aber viele Verlage aus dem digitalen Dornröschenschlaf aufgeweckt und sie motiviert, sich Gedanken um eigene digitale Geschäftsmodelle zu machen.

Weiterlesen…

Wie spendabel sind Zeitungsleser im Lokalen?

Zum Stichwort Crowdfunding im Journalismus ist auch in Deutschland seit dem Start von Krautreporter vor wenigen Wochen einiges geschrieben worden, das erste Projekt ist finanziert. Die journalistischen Pläne, für die dort oder auf anderen Crowdsourcing-Plattformen Unterstützer gesucht werden, kommen von freien Journalisten oder Teams.

Wenn sich ein mutmaßlich nicht völlig notleidender Zeitungsverlag auf Unterstützersuche begibt, kommt das erst mal unerwartet – aber andererseits ist das ja genau das, was wir immer einfordern: Nach neuen Geschäftsmodellen suchen und einfach mal ausprobieren. Das tut jetzt der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag: Unter dem Titel “Wie glaubt der Norden?” würde er gerne zwei Volontäre auf eine Reportagereise durch Norddeutschland schicken und das Ergebnis als einer Zeitungsbeilage drucken.

Angestrebt werden mindestens 2500 Euro. Für die Mindestspende von 5 € gibt’s das Magazin per Post. Wer 500 Euro spendet, bekommt neben einer persönlichen Widmung plus Namensnennung im Heft, ein Magazin-Abo, eine Einladung in die SHZ-Druckerei und die persönliche Überreichung von 50 Exemplaren an einem Ort nach Wahl.

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de:

… im sonstigen Internet

Optimismus im Zeitalter des Zeitungssterbens

Die FR ist pleite, um die FTD ranken sich hartnäckige Einstellungsgerüchte. Eine Reihe bekannter Medienschaffender sieht trotz “Zeitungssterbens” gute Chancen für die Zukunft des Journalismus – wenn er bei Inhalten und Finanzierungsmöglichkeiten orignell ist. Eine Webschau.

Feodo: Neuer Crowdfunding-Versuch im Journalismus

Feodo – Crowdfunded Magazine wirbt gerade bei Indiegogo für 10.000 Euro Startkapital – ein weiterer Versuch, um Journalismus über die Crowd zu finanzieren. Medienberater Peter Schink ist skeptisch, ihm fehlt die Reichweite. Stephan Dörner stellt auf Carta weitere journalistische Crowdfunding-Projekte auf und legt den Finger in die Wunde: “Guter, funktionierender Journalismus ist [...] ein Allgemeingut, von dessen Nutzen niemand ausgeschlossen werden kann. Wer nicht bezahlt, ist Trittbrettfahrer: Er profitiert, ohne beizutragen.” Hier die Links:

Posted from Diigo. The rest of my favorite links are here.

Schnell, exklusiv und transparent

Hannoversche Allgemeine Zeitung - Stuttgarter Zeitung - Augsburger Allgemeine

Was zeichnet journalistische Web-Angebote aus Sicht der Nutzer aus? Eine Studie befragte das User-Publikum und überprüfte daraufhin das Onlineangebot dreier großer Regionalzeitungen. Das Ergebnis lässt zu wünschen übrig. Von Pierre Gehmlich

Weiterlesen…

Nachrichten im Internet: Wer soll das bezahlen?

Paid Content beim Hamburger Abendblatt [M]

Dröge Agenturtexte, uninspirierte Aufmachungen, langweilige Bilderstrecken: Wer bitte soll für Online-Nachrichten in Deutschland jemals Geld bezahlen? So wird Paid-Content jedenfalls nicht funktionieren …

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