Archivierte Einträge für Forschung

Weblogs sind für Politikjournalisten eher unbedeutend

“Welche Bedeutung haben Weblogs für die tägliche Arbeit von Politikjournalisten in Deutschland?”, lautete die Ausgangsfrage für Peter Bihrs Magisterarbeit am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin. Bihr befragte dazu Politikjournalisten aus den Redaktionen deutscher Tageszeitungen (Print und Online) und von Nachrichtenagenturen. Das Ergebnis: “Die befragten Politikjournalisten bescheinigten Weblogs mehrheitlich eine geringe Bedeutung für ihre tägliche Arbeit. Für die Auslandsberichterstattung wurde Weblogs eine größere Bedeutung zugeschrieben als für die innenpolitische Berichterstattung.”

Die mit der Note 1,0 (”sehr gut”) bewertete Arbeit veröffentlichte Arbeit ist hier im Volltext abrufbar: www.thewavingcat.com/weblogs-und-politikjournalisten

Was bieten die Websites von Zeitungen?

Alexander Svensson, Igor Schwarzmann, Falk Lüke und Steffen Büffel haben ihre Untersuchung von rund 100 deutschen Tageszeitungen aktualisiert:

* Die Zahl der Zeitungs-Websites, die Videoinhalte anbieten, hat sich fast verdoppelt — auf mittlerweile 71 Prozent.
* 55 Prozent der Zeitungen bieten RSS-Feeds an, das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast gleich stark ist die Zahl der differenzierten RSS-Feeds gewachsen, also etwa für einzelne Zeitungsressorts. Werbung in RSS-Feeds gibt es bei den untersuchten Zeitungen weiterhin nicht.
* Die Zahl der Zeitungen, die Artikelkommentare zulassen, ist von 11 auf 28 Prozent gestiegen.
* Die Zahl der Websites, die Podcasts anbieten, hat sich fast verdoppelt und liegt jetzt bei 14 Prozent.
* Social Bookmarking hatte in unserer ersten Studie noch keine einzige Zeitung in ihr Online-Angebot integriert. Mittlerweile nutzen dies 13 Prozent der Zeitungen.

Siehe Wortfeld, Media Ocean (englisch)

Crossmediale Redaktionen in Deutschland

Studenten der Hochschule Darmstadt stellen in einem Dossier für die Ifra die crossmedialen Ansätze in fünf deutschen Zeitungsredaktionen vor: Welt, Handelsblatt, Hessisch/Niedersächsische Allgemeine, Südkurier und Kölner Stadtanzeiger.

Professor Klaus Meier weist noch darauf hin, dass das Semesterprojekt von einem CMS-Hersteller unterstützt wurde und er selbst derzeit ein größeres Forschungsprojekt zum Thema plant.

Soundphotographer.de

Fabian Schweyher, Absolvent des Studiengangs Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt, hat sich in seiner Diplomarbeit mit dem Thema Audio-Bildergalerien auseinandergesetzt. Das will er jetzt in einem Blog namens Soundphotographer fortführen. Selbst steuert Schweyher die Galerie “In den Fängen der Stasi” bei, die noch mal beweist, dass sich Bildstrecken mit Audios gut für historische oder kritische persönliche (= ruhige) Themen eignen.

Widmen will sich Schweyher natürlich auch dem Standard-Werkzeug Soundslides, auf das wir hier auch schon häufiger hingewiesen hatten. (Aktuell gibt es übrigens zum ersten Mal bei tagesschau.de eine damit aufbereitete Umfrage aus Fotos + Tonspur, an der ich beteiligt war.)

Ergänzung: Navigating Slideshows – Ergebnisse einer Eyetracker-Studie im OJR.

Wie weiblich sind Weblogs?

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In Blogs und Blog-Kommentaren bestimmen Männer den Ton. Besonders, wenn die Diskussion ums Bloggen selbst geht, ist von Frauen kaum etwas zu hören. Stimmt der Eindruck? onlinejournalismus.de sprach darüber mit Jan Schmidt. Ein Mann – aber einer, der es wissen muss.
Weiterlesen…

Studie über Online-Videonutzung

Das Pew Internet & American Life Project, eine non-profit-Forschungseinrichtung, hat eine Studie über die Online-Videonutzung veröffentlicht (PDF-Direktlink, 165 kB, 28 Seiten). Datenbasis sind telefonische Umfragen unter 2200 US-Amerikanern über 18 Jahren.

Einige der Ergebnisse:

  • Three in four young adult internet users watch or download video online
  • News video is the most popular category for everyone except young adults.
  • More than half of online video viewers share links to the video they find with others.
  • Professional videos are preferred to amateur productions online, but amateur content appeals to coveted segments of the young male audience.

Was genau unter “professional video” zu verstehen ist, wird in der Studie leider nicht näher erläutert, merkt Howard Owens an. Wenn ein Journalist das Video produziert hat? Wenn dafür Geld bezahlt wurde?

Weitere Anmerkungen zu den Ergebnissen der Studie u.a. bei Melissa Worden und Mindy McAdams, die dafür plädiert, dass User Videos generell auf ihren eigenen Seiten einbetten können sollten. Prinzipiell ein guter Gedanke, aber manchmal funktioniert ein Video nur im Kontext einer bestimmten Seite.

Neue Online-Studie von ARD/ZDF

ARD und ZDF haben erste Ergebnisse ihrer 2007er-Studie zur Online-Nutzung vorgestellt: Die 40-Millionen-Nutzer-Schallmauer ist geknackt. Etwas mehr verrät dieses PDF, Details erfährt man dann erfahrungsgemäß im Spätsommer in der Dokumentation in Media Perspektiven.

Nachtrag: In der aktuellen Ausgabe von Media Perspektiven finden sich die Ergebnisse der Studie “Web 2.0: Nutzung und Nutzertypen”, die auf der Online-Studie 2006 und weiteren Datenerhebungen basiert. 12 Prozent der deutschen Internetnutzer sind demnach regelmäßige Web-2.0-Nutzer. Wie zu erwarten dominieren dabei Wiki- und Videoplattformen.

Eyetrack 2007

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Studie Eyetrack 2007 des Poynter Instituts. Vor kurzem stand im Online Journalism Review etwas über das Design der Studie und erste Erkenntnisse. Wie in den Vorgängerstudien wurden die Augenbewegungen der Nutzer aufgezeichnet – allerdings wurden diesmal Online-Medien, Zeitungen im traditionellen und im Tabloid-Format miteinander verglichen, die Zahl der Probanden und der Nutzungsvorgänge ist erheblich höher als früher.

Zwei Vorab-Ergebnisse: Online-Leser lesen durchaus intensiver als Print-Leser, wenn sie sich erst mal entschieden haben, eine Story überhaupt zu lesen (Den Unterschied zwischen linearen Von-vorne-nach-hinten-Lesern und solchen, die überfliegen und scannen, gibt es aber in beiden Medien.). Und: User bleiben besonders an Karten hängen.

Ausführliche Ergebnisse sollen im Sommer kommen, dann hoffentlich wieder so extensiv aufbereitet wie beim letzten Mal.

Links zum Thema

Diplom-Blog: Websehen

Professor Klaus Meier macht auf das Blog einer Diplomandin aufmerksam:

Das Web als neuer Fernsehsender. Herausforderung und Zukunft für den Online-Journalismus. Diese Website ist praktischer Teil einer Diplomarbeit, die aktuelle Entwicklungen des Websehens dokumentiert, analysiert und selbst ausprobiert.

Der erste längere Eintrag von Julia Schmid über die jüngste Debatte über Online-Video-Strategien in Mainz liest sich bei “Websehen” jedenfalls schon einmal vielversprechend.

Studie: Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration?

Die Fachzeitschrift “Media Perspektiven” bietet in ihrer aktuellen Ausgabe, 2/2007, einen Beitrag zum Thema “Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration?”. Die Autoren Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke haben hierzu eine Synopse bisheriger Forschungsergebnisse erstellt. Nach den bisherigen Forschungsergebnissen bestehe zwischen Weblogs und professionellem Journalismus eher eine komplementäre als eine konkurrierende Beziehung, lautet eine der wesentlichen Schlussfolgerungen.

Neben dem zusammenfassenden Kurztext können die Ergebnisse auch in einem ausführlicheren Text eingesehen werden (PDF-Datei, 17 Seiten, 306 KB).

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