Archivierte Einträge für Forschung

Termine in München, Frankfurt und Berlin

  • Vom 22. bis 24. Februar tagen in München die Mitglieder der Fachgruppe “Computervermittelte Kommunikation” der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Auf dem Programm stehen unter anderem Forschungsergebnisse zu Watchblogs, zum Selbstverständnis von Bürgerjournalisten und zur Veränderung des Agenda-Settings durch das Internet (Programm, PDF).
  • Der 3. Frankfurter Tag des Online-Journalismus widmet sich der “Region im Web 2.0″. Er findet am 1. März statt. Organisatoren sind der HR und die Evangelische Kirche.
  • Am 5. März diskutieren in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin unter dem Titel “Online never sleeps” u. a. Vertreter von sueddeutsche.de, Riesenmaschine, WestEins, Spiegel Online und Welt.de (Einladung, PDF). Bekannte Namen – aber viel neues ist wohl nicht zu erwarten. Auf dem Podium sitzt auch Thilo Haule (Result GmbH), der einiges zum Thema Web 2.0 und Journalismus noch einmal in einer Studie in Zusammenarbeit mit dem SWR zusammengefasst hat (PDF, ca. 50 Seiten).
(via Netzwerk Recherche). Weitere Termine hat Thomas Mrazek zusammengestellt.

Nachtrag (24.02.07):
Am 22. März gibt es in Leipzig einen Workshop “User Generated Content und Bürgerjournalismus”, veranstaltet vom Masterprogramm Medien Leipzig (MML) und unterstützt vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), u.a. mit Katharina Borchert, Thomas Knüwer, Stefan Niggemeier und Peter Schink. Die Teilnahme an diesem Workshop ist kostenfrei.

Tagging: Exotisch oder alltäglich?

28 Prozent der US-Internetnutzer haben nach einer Studie des Pew-Institutes bereits mindestens einmal Fotos, Nachrichten oder Videos im Netz mit Stichwörtern versehen, sprich getagged. Täglich nutzen demnach nur sieben Prozent diese Methode, um Online-Inhalte zu ordnen. Bisher sind die Tagger vor allem Early Adopters (Breitband, hoher Bildungsabschluss, unter 40 – aber Männer und Frauen gleichermaßen). Über die Entwicklung der Verbreitung kann die Studie noch nichts sagen.

An der Studie beteiligt war David Weinberger, der in einem bei Pew veröffentlichten Interview schwärmt, Tagging sei ein soziales und sogar altruistisches Ordnungssystem. Aber sorgt es nicht auch für Probleme? Natürlich, Tags seien häufig mehrdeutig und ließen eine “Tyrannei der Mehrheit” befürchten, räumt Weinberger ein: “Aber was schafft denn keine Probleme?”.

(Bei der Gelegenheit, kann Weinberger bitte mal mit einer Grafikdesignerin seines Vertrauens über sein Blogdesign sprechen?)

Expertenrunde “Zukunft Online-PR”

Einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen in der Online-PR bietet am 8. Februar der Studiengang Online-Journalismus der Hochschule Darmstadt. U.a. wird das studentische Projekt “Case Studie zu Social Software und Online-PR” vorgestellt. Über die “Chancen und Risiken” von Web 2.0 und Soical Software diskutieren neben anderen Robert Basic (Basic Thinking Blog) und Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach (Edelman). Die Veranstaltung wird von Studenten organisiert und von der Bertelsmann Stiftung gefördert. Schade nur, dass kein PR-Kritiker wie etwa Don Alphonso mitdiskutiert. Weitere Informationen unter www.zukunft-onlinepr.de.

Einschätzungen für 2007, heute: Jan Schmidt

Hat ihn eigentlich schon einmal jemand als Weblogwissenschaftler bezeichnet? Jan Schmidt beschäftigt sich an der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien in Bamberg und auf seiner eigenen Site intensiv mit Weblogs und Webloggern. Welche Entwicklungen erwartet er 2007 in der Blogosphäre?

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Einschätzungen für 2007, heute: Christoph Neuberger

An Christoph Neuberger kommt man nicht vorbei: Seit gut zehn Jahren beobachtet der Journalistikprofessor die Entwicklung der Online-Medien in Deutschland und hat dazu umfangreiche empirische Studien durchgeführt. Er erwartet, dass 2007 einer der 2006 angelaufenen Trends voll durchschlägt:

2007 wird nach den Zeitungen ein weiteres klassisches Medium unsanft wachgerüttelt. Nun ist das Fernsehen an der Reihe: Journalistische Vi­deoformate und Werbespots werden in TV-Qualität über das Internet laufen. Daneben werden Amateurbilder weiter an Bedeutung gewinnen. Sender und Regulierer werden Schwierigkeiten haben, sich auf die neuen Trends einzustellen. Die einzige Ausnahme wird die BBC sein.

Zuvor in dieser Reihe: Einschätzungen für 2007, Thomas Knüwer: “Journalisten werden sich selbstständig machen” (Video).

US-Wahl: TV-Sites top, Blogger lala

Zwei Lehren aus der US-Wahlnacht, die das Project for Excellence in Journalism in einer umfangreichen Analyse gezogen hat:

1. The two most valuable things the news media offers on these fast-moving election nights now is a quick summary of key results for those wanting the headlines and deep veins of data that users can mine on their own. That may explain why TV Web sites fared well.

5. When the system works—voting occurs without widespread problems and the media establishment isn’t faltering—citizen sentinels, bloggers, and other observers, while potentially important watchdogs, have a more restricted role.

Handwerkszeug heute und morgen

Das Blog der Darmstädter Online-Journalisten macht auf eine Studie aufmerksam, die im Rahmen einer Masterarbeit an der Medill School of Journalism und in Kooperation mit der Online News Association durchgeführt wurde (PDF hier). Gefragt wurde nach den Online-Nachrichtenredaktionen geforderten Fähigkeiten. Befragt wurden einmal ONA-Mitglieder, zum zweiten gab’s eine Selbstrekrutierung über Blogs.

Der Studie zufolge kommt es weniger auf spezifisch online-technische Produktionskompetenzen an, als auf klassische journalistische Fähigkeiten: Aufmerksamkeit fürs Detail, Nachrichtenbewertung, Sprachkompetenz (Grammatik und Stil), die Fähigkeit, unter Zeitdruck zu arbeiten, mehrere Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten etc.

So fasst Lorenz Lorenz-Meyer die Ergebnisse zusammen. So viel hat sich also nicht verändert – diese Prioritäten kamen auch in früheren Studien zutage, wie ich schon seinerzeit bei meiner Studie “Ausbildung für den Online-Journalismus” (2001) festgestellt habe. Lorenz-Meyer merkt an:

Erstaunlich vielleicht, dass Multimedia-Authoring und Audio- und Videoproduktion praktisch noch keine Rolle spielen. Dabei sollte man sich aber klar machen, dass es sich hier nicht um eine Trendstudie handelt, sondern um eine Bestandsaufnahme, die vor ca einem Jahr erhoben wurde.

Und: Audio- und Video-Bearbeitung erhalten jeweils Zustimmungsraten um die 20 Prozent, wenn nach erforderlichen/tatsächlich gebrauchten Fähigkeiten von Online-Journalisten gefragt wird. Damit wird beidem schon ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt als in meiner Befragung von Ausbildungsverantwortlichen seinerzeit. In jedem Fall können wir gespannt sein, wie der Online-Video-Boom im nächsten Jahr weitergeht (Stichwort Focus Online et al). Die Anzahl an Fortbildungsmöglichkeiten für Video-Journalisten wächst im Moment jedenfalls deutlich, so mein Eindruck.

Umfrage: Blogger und Privatsphäre

Verrät ein Blogger online nur, was er am liebsten isst und wen er nicht mag, oder auch, unter welchen Krankheiten er leidet? Benutzt eine Bloggerin für sich selbst ein Pseudonym, nennt aber ihren Chef und ihre Bekannten mit echtem Namen?

Fragen von Blogos- und Privatsphäre geht Karen McCullagh in einem Forschungsprojekt für die Universität Manchester nach, zum dem noch bis Ende November eine Online-Befragung läuft (via netzpolitik). Spannendes Thema, wie ich finde (und zu dem ich Anfang des Jahres selbst einen Artikel bei tagesschau.de geschrieben habe).

Blogger-Studie / Pew Institute

Das Pew Institute in den USA hat kürzlich die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung von Bloggern herausgegeben. Dabei handelt es sich nicht wie so oft um eine Online-Befragung mit Selbstrekrutierung, sondern um ein repräsentatives Sample von US-Bürgern, die telefonisch interviewt wurden.

Von 7012 Erwachsenen waren 4753 Internet-Nutzer. Acht Prozent davon gaben an, dass sie bloggten – befragt wurde schließlich ein Zufallsample von 233 Bloggern.

Die Mehrheit bloggt nach eigener Aussage über Persönliches – und für einen eher kleinen Kreis privater Bekannter. Interessant aber auch: Die meisten sind insgesamt starke Internet-Nutzer – und mehr als vierzig Prozent haben schon außerhalb ihres Blogs etwas veröffentlicht.

Jan Schmidt, der in Deutschland die umfassendsten Studien zum Thema durchgeführt hat, hat anhand von aktuellen Zahlen in Deutschland einen Anteil von 3,8 Prozent Webloggern unter allen Internet-Nutzern errechnet. Das wäre allerdings mit 1,4 Millionen Menschen immer noch eine stattliche Anzahl. Vom Gefühl her liegt mir das (noch) etwas zu hoch.

Web-2.0-Konferenz / Videogalerie

“Wohin des Weges, Web 2.0?” Vorträge einer Verstaltung zu diesem Thema, die das Center for Digital Technology and Management (CDTM) der Uni München, Zeit und Holtzbrinck verstaltet haben, hat die Zeit in einer Videogalerie aufbereitet (Hinweis aus der Redaktion von Zeit Online).

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