Archivierte Einträge für Interview

Vorratsdatenspeicherung Nebensache?

Mich wundert ein wenig, dass die gesamte Diskussion um die bevorstehende Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland auf den großen Nachrichtenseiten kaum eine Rolle spielt. Oder täuscht mich der Eindruck?

Hintergründe habe ich hauptsächlich bei heise.de gefunden, dank der Arbeit von Stefan Krempl, der sich offenbar tief in die Thematik eingearbeitet hat.

Vor wenigen Wochen hatten Fiete Stegers und ich im Rahmen einer umfassenden Recherche zum Thema die Gelegenheit, unter anderem mit dem Datenschutzbeauftragten in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zu sprechen. Er geht davon aus, dass die EU-Richtlinie nicht im Einklang mit unserer Verfassung steht – und deswegen keine Chance haben dürfte.


Bürgerjournalismus: Ein Gespräch mit Dan Gillmor

Auf die Frage, ob man mit Citizen Journalism Geld verdienen kann, gab Dan Gillmor eine zurückhaltende, sehr skeptische Antwort.

Dass er vor wenigen Tagen das Ende seines ambitionierten Projekts Bayosphere verkündete, ist vor diesem Hintergrund keine Überraschung. Spätestens seit Gillmor, einer der profiliertesten Technologie-Journalisten und Autor von We the Media, für das Center for Citizen Media als Direktor aktiv wurde, stand hinter Bayosphere ein logisches Fragezeichen. Auch wenn Citizen Journalism als Geschäftsmodell bei diesem frühen Testlauf nicht gezündet hat – das Phänomen als solches verändert die Medienlandschaft nachhaltig.

Vor Beginn des Digital Lifestyle Day 06 in München hatte ich Gelegenheit, mit Dan Gillmor [Foto] über seine Erfahrungen als Citizen Journalist zu sprechen.

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Interview: “Medien sollen Nutzer-Beiträge einfordern”

Die Fachjournalistin Katja Riefler berät Zeitungsverlage beim Einsatz der neuen Medien. “Citizen Media”, in den USA eines der heißen Schlagwörter des letzten Jahres, hält sie ” für einen ganz wichtigen Trend, der in Deutschland seine Zukunft noch vor sich hat”. Darauf müssten sich die Medienhäuser einstellen. Gleichzeitig gibt Riefler im Interview zu bedenken: “Auch die Beteiligung an Mailinglisten war in Deutschland ja nie so stark wie bei vergleichbaren Initiativen in den USA.”

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“99 Prozent der Blogs einfach nur Müll”

onlinejournalismus.de: Stichwort “Medium der Zukunft”. Kürzlich erschien mit interner Link”Blogs!” ein Buch, in welchem einer der Autoren, Don Alphonso, behauptet, dass Blogs künftig “den Journalismus im Internet aufmischen” werden. Sehen Sie das auch so dramatisch?

Blumencron: Ich glaube Blogs sind eines der Hype-Themen, die wir alle paar Jahre haben. Mal ist es Paid Content, 1999/2000 war es die Konvergenz von TV und Internet – alles wird eins, hieß es damals. Das sind schöne Phantasien. Und genauso verhält es sich mit der These, dass Blogs den Journalismus verdrängen oder grundsätzlich revolutionieren werden. Das ist für mich völliger Nonsens! Blogs sind wichtig, wenn sie gut gemacht sind und interessante neue Stimmen liefern

Aber so revolutionär sind sie in vielen Dingen dann auch nicht. Seit es das Internet gibt, gibt es auch interessante Autoren, die mit ihren Homepages im Netz sind; es gibt Kolumnen oder Tagebücher, die vom üblichen Stil etwa einer Tageszeitung abweichen. Aber heutzutage muss eben alles Blog heißen. Dazu kommt, dass 99 Prozent der Blogs einfach nur Müll oder zumindest journalistisch einfach nicht relevant sind. Es handelt sich um eine interessante Entwicklung, die aber den Journalismus nicht grundsätzlich verändern wird.

Das klassische Zitat von Spiegel-Online-Chef Mathias Müller von Blumencron stammt aus einem Interview, das Teil unseres Dossiers zu zehn Jahren Onlinejournalismus in Deutschland war und im Oktober 2004 online ging. Häufig wurde es verkürzt wiedergegeben, die Blogger-Meute stürzte sich drauf – ebenso, als sich Blumencron 2005 auf dem Jonet-Tag noch einmal anders äußerte.

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