Archivierte Einträge für Multimedia

Wir basteln uns ein multimediales Scrollformat


Scrollreportagen wie Snow Fall sind aufwändig programmiert und wurden vom Online-Chef der Zeit, Jochen Wegner, deshalb als das Feiertagslayout der Onlinereportage bezeichnet.

Aber das Gute ist: Javascript und HTML5 haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Ein technisch versierter Journalist, der ein wenig Ahnung von HTML und Javascript hat, kann durchaus sein eigenes multimediales Scrollformat basteln.

Um den Einstieg für Experimente zu erleichtern, habe ich ein sehr einfaches Minimal-Template in meinem Weblog veröffentlicht … vom Design ein Montagslayout, aber funktional. Im Quellcode sind alle Details kommentiert. Mit entsprechenden jQuery-Plugins könnte man das Template um Parallax-Scrolling und/oder vollformatige Panels erweitern.

Update: Jetzt auch als Fullpanel-Template mit Fullscreen-Video.

Snowfall-Stil: Wie viel “Feiertagslayout” bringt 2014?

Ein Jahr lang haben Onlinejournalisten anderer Medien immer wieder auf das Ende 2012 von der New York Times veröffentlichte Multimedia-Special “Snow Fall” geguckt, das stilprägend für eine neue Generation der Online-Aufbereitung war.

Das Fachmagazin Journalist hat kürzlich die “12 besten Multimediareportagen” vorgestellt. Beim T3N wollte man sich nicht ganz so beschränken und stellte 25 beeindruckende Beispiele von Multimedia-Storytelling vor. In einer von Bobbie Johnson initierten crowgesourceten Sammlung finden sich sogar knapp 200 Beispiele, darunter auch einige aus der Zeit vor Snowfall, andere bereits von 2014.

Gleichzeitig gibt Sebastian Esser in einem Artikel im “Medium Magazin” zu bedenken:

Die Ergebnisse sind journalistisch beeindruckend und finden offenbar auch viele Leser. Allerdings: Snowfall-Geschichten passen nicht zum Geschäftsmodell von Nachrichten-Seiten, die sich durch Werbung finanzieren und deswegen riesige Massen an klickenden Usern brauchen. Sie generieren nicht viele Page Impressions (PI) und vertragen sich nicht mit Display-Anzeigen. Die Anbindung an den Rest der Seite ist ein ungelöstes Problem. Sie müssen Pixel für Pixel, Browser für Browser von Hand programmiert werden.

Zeit-Online-Chef Jochen Wegner sprach deshalb von Feiertagslayout. Und Johnson warnte sogar: Nur weil etwas man im Snow-Fall-Stil produzieren kann, sollte man es nicht unbedingt machen.

Wie viele Geschichten im Snowfall-Stil werden wir also 2014 sehen? In Deutschland auf jeden Fall mehr als im vergangenen Jahr.

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de

.. im übrigen Internet

Super: NSA-Enthüllungen im Snowfall-Stil

"NSA Files: Decod" auf der Website des Guardian | Foto: Fiete Stegers

Ein halbes Jahr nach Beginn nach seinem ersten Bericht fasst der Guardian die bisherigen Enthüllungen auf Basis der Snowden-Informationen zusammen. Das ist grandios geglückt: „NSA Files: Decoded“ zieht den Nutzer multimedial durch die Story, stellt die wichtigsten Fakten heraus und erläutert, was sie bedeuten – politisch und direkt für den einzelnen Nutzer.

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Völkerschlacht: MDR holt Geschichte in die Gegenwart

Vier Tage währte 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig – und vier Tage lang hat nun der MDR die Ereignisse von damals quasi live nacherzählt. Das klingt abenteuerlich, ist aber innovativ – und allemal lehrreicher als die eventmäßige Nachstellung der Schlacht.

MDR: "Die Völkerschlacht erleben" - Startseite des Themenspecials

MDR-Themenspecial zur Völkerschlacht

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Firestorm: Storytelling ohne Streuverluste

Wenn weniger mehr ist: die Guardian-Web-Dokumentation Firestorm setzt Multimedia-Elemente so geschickt ein, dass sie den Lesefluss nicht behindern. Ein Storytelling-Beispiel, das Schule machen sollte. Weiterlesen…

Online-Frühling: Generationswechsel oder digitale Spaltung in den Redaktionen?

Diskussinosrunde auf der Republica 2013

Moderator mit Jochen Wegner, Katharina Borchert und Stefan Plöchinger (links)

Wie sieht es aus mit der Experimentierfreude bei Formaten und Finanzierungsmodellen? Darüber diskutierten auf der re:publica 2013 drei Vordenker des deutschen Onlinejournalismus, die in vielen einer Meinung waren. Allerdings nicht ganz bei der Frage, ob mit einer neuen Journalisten-Generation (den richtigen Digital Natives) alte Wände zwischen Print- und Online-Redaktionen von selbst wegfallen – oder ob die digitale Spaltung zwischen Papierfesthaltern und digital Denken (unabhängig vom Alter der Journalisten) noch eine Weile bestehen bleibt. Eine Dokumentation der Diskussion.

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Ende der Ära Blumencron für Spiegel und SpOn

Vom 1. Dezember 2000 bis Anfang 2008 war der nun abberufene Mathias Müller von Blumencron Chefredakteur von Spiegel Online, bis er zusammen mit Georg Mascolo an die Spitze des Print-Spiegels rückte. Ab Februar 2011 war Blumencron offiziell der Digital-Beauftragte des Doppelspitze, trotz oder wegen der kolportierten Auseinandersetzungen um die Digitalstrategie des Spiegels und das Reizwort Paid Content (Die Devise: “Gemeinsam Marschieren, getrennt schlagen” ging freilich nicht ganz auf.).

Ingesamt war Blumencron also mehr als 12 Jahre für die Ausrichtung von Spiegel Online verantwortlich, seit der ehemalige US-Korrespondent des gedruckten Spiegel die SpOn-Chefredaktion nach einer hektischen Boomphase unter seinem Vorgänger Hans-Dieter Degler übernahm.

Blumencron machte SpOn endgültig zum Nachrichten-Marktführer des deutschen Online-Journalismus und zum Leitmedium für die Berliner Republik (auch wenn das Kollegen anderer Medien lange nicht zugeben wollten). Immer wieder kritisiert wurde – auch von onlinejournalismus.de – hingegen der gefühlt wachsende Anteil von Boulevardthemen, die teilweise hektische Überdrehtheit von Teasern und Schlagzeilen auch bei harten Themen.

Was die Weiterentwicklung von interaktiven und multimedialen Formaten angeht, verfolgte SpOn unter Blumencron wie beim Design angekommen den Kurs behutsamer Neuerungen, setzte immer wieder Zeichen, ohne wirklich zum Avantgardisten zu werden. Ähnlich die abwartende Haltung in Sachen Bezahlinhalte: “Warum sollte ausgerechnet Spiegel Online Vorreiter sein?“ fragte Rüdiger Ditz 2009, der Blumencron als direkter Spiegel-Online-Chef nachfolgte.

Der Erfolg dieser Linie Recht – vor allem in Vergleich mit den Schlingerkurs anderer Printhäuser. Man darf gespannt sein, was jetzt kommt. Vielleicht kehrt ja mit Wolfgang Büchner von der dpa jemand zurück, der schon mal im Team mit Ditz für die operative Umsetzung der Blumencron-Linie verantwortlich war.

Dazu drei aktuelle Stimmen – und rückblickend auf die Ära Blumencron ein paar Links auf ältere Beiträge von uns.

Wolfgang Blau, bis vor kurzem Chef von Zeit Online und nun beim Guardian:

Die Geschäftsführerin von Standard.at meint:

Und Thierry Chervel vom Perlentaucher analysiert:

Mehr über Mathias Müller von Blumencron bei onlinejournalismus.de:

Was macht multimediales Storytelling aus?

Am 19. März habe ich hier über die Web-Reportage “Keine Zeit für Wut” der NZZ gebloggt. Ein ambitioniertes Multimedia-Projekt, dessen Umsetzung in Sachen Usability meines Erachtens aber nicht so gut gelungen ist. Vor kurzem hat sich dazu auf Twitter zwischen Sylke Gruhnwald, Lorenz Matzat, Daniel Drepper, Michael Hauri und mir eine kleine Diskussion entwickelt, wie man denn Web-Reportagen möglichst objektiv bewerten kann. Geht das überhaupt? Oder bleibt das immer subjektiv? Dabei entstand die Idee, in einem Google Doc Bewertungskriterien zu sammeln.     Nachdem die Sache hier auf Onlinejournalismus.de ihren Ausgang nahm, rufe ich unsere Leser auf, (z.B. via Blogpost-Kommentar) ihren Input zu geben. Was macht eine gute Multimedia-Reportage im Web aus? Konzeptionell, von der Usability her, wodurch entsteht Mehrwert, wie wichtig ist Interaktivität, wie viel Multimedia darf es auf einmal sein? Und jetzt ihr! Update 9.4.: Via Twitter sind schon ein paar Tipps reingekommen, die ich hier einbette:  

NZZ-Multimedia-Reportage: Muster ohne (Mehr-)Wert

Die NZZ hat eine opulente Multimedia-Reportage zu zwei Jahren Fukushima produziert. Das ambitionierte Ensemble aus Bildern, Videos, Karten und Animationen ist schön anzuschauen, leider aber unzureichend erklärt. Ohne Kontext nutzt das größte Multimedia-Feuerwerk wenig. Weiterlesen…

Tschüs, Berlinfolgen. Und danke!

Folge 15 war mein erster Kontakt mit den Berlinfolgen, und ich war von der ersten bis zur letzten Sekunde gefesselt. Ein wirklich berührendes Porträt über Gero, einen Obdachlosen aus Berlin.

“Fotofilm” nennen die Macher von 2470media das Format, im Grunde genommen ein alter Hut: Eine dramaturgisch durchdacht montierte Interviewspur samt Atmo-Tönen, kombiniert mit oft beeindruckenden Reportage-Fotos und immer wieder kurz eingespielten Video-Elementen. Die Idee kann noch so alt sein, das spielt gar keine Rolle. Die Umsetzung ist einfach gelungen.

Insgesamt 100 Folgen haben die Macher in Zusammenarbeit mit der taz produziert, jetzt ist Schluss.

Für den ABZV Videoreporter habe ich das 2470media-Team eine Weile bei ihrer Arbeit an den letzten Berlinfolgen begleitet. Herausgekommen ist dabei dieses etwa 11 Minuten lange Porträt, das für alle interessant sein dürfte, die sich für die Machart solcher Fotofilme interessieren. In dem Video geht es um gute Reportagefotos, den dramaturgischen Aufbau von Fotofilmen und zahlreiche Erfahrungen aus der praktischen Arbeit.

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