Archivierte Einträge für Multimedia

Gut kombiniert: Video und Text im Westen

Screenshot: Bruckhausen-Reportage bei DerWesten

Video und Text nicht als getrennte, sondern als sich ergänzende Elemente sehen – darüber wird viel theoretisiert, in der Praxis läuft es dann doch meistens anders. DerWesten hat mit der längeren Reportage “Die verlorenen Straßen von Bruckhausen” jedoch eine gelungene Kombination veröffentlicht. Weiterlesen…

Frankfurter Tag des Online-Journalismus

Statt einem gibt es in diesem Jahr gleich zwei Frankfurter Tage des Online-Journalismus: Am 5. März geht es auf der Tagung, die das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik organisiert, um die Frage der Archivierung im Netz, am 6. März um “Neues Arbeiten im Multimedia-Web”. Darunter gefasst sind Vorträge zu multimedialen Formaten, u. a. von Fabian Schweyher (soundphotographer.de) und Arbeitsberichte aus verschiedenen crossmedialen Newsrooms.

Das gesamte Programm gibt es unter www.ftoj.de. Die Veranstaltung findet beim Hessischen Rundfunk statt und kostet 80 Euro Teilnahmegebühr (Studenten 35 Euro).

N24.de, Relaunch

Screenshot des Mediencenters von N24.de

Der TV-Nachrichtensender N24 hat heute in den frühen Morgenstunden seine überarbeitete – oder besser: völlig neue – Website veröffentlicht. Der Ansatz ist zumindest in Deutschland etwas völlig anderes, für einen Fernsehsender aber möglicherweise naheliegend: Der Kern des Informationsangebots besteht aus Videos.

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Gut gemeintes Kyrill-Special

Zum Jahrestag des (für deutsche Verhältnisse verheerenden) Wintersturms “Kyrill” hat der Der Westen sein erstes (mir bekanntes) umfangreiches Dossier aus Texten und einem Multimedia-Special veröffentlicht. Im Dossiers spiegelt sich im Kleinen wieder, was wir von Der Westen im Ganzen kennen: einige gute Ideen, hier und da Experimentierfreude, aber in der Umsetzung dann doch (noch) nicht so wirklich gelungen. Weiterlesen…

Video-Equipment, Tipps

In drei kurzen Artikeln hat Andy Dickinson zusammengefasst, welches Equipment er Redaktionen zurzeit empfehlen würde, wenn sie auf den Video-Zug aufspringen wollen und dafür überschaubare Summen ausgeben möchten:

Videopunk aus Essen sucht Gleichgesinnte

Während wir brav unsere User auffordern, doch den Online-Redaktionen beim Formulieren von guten Vorsätzen für 2008 zur Hand zu gehen, hat sich Markus Hündgen über die Feiertage hingesetzt und unterm Tannenbaum aufgeschrieben, was er selbst im kommenden Jahr alles besser machen will.

Hündgen ist Bewegtbild-Redakteur beim WAZ-Portal DerWesten und hat seinen guten Vorsätzen gleich den programmatisch-dramatischen Titel “Das Videopunk-Manifest” verpasst. Weil’s alles einleuchtend klingt, hier seine guten Vorsätze im Volltext – und weil das Manifest gleich auch schon den Punkt “Wir geben nicht auf” enthält, sind wir gespannt, was aus deren Umsetzung in der bekanntlich wenig punkigen WAZ-Welt wird. Weiterlesen…

Amazonien mutimedial bei SpOn

Bei Spiegel Online gibt es ein umfangreiches, von Dominik Baur produziertes Multimedia-Special über das Amazonasgebiet: Die Weltklimaanlage. Eine Kurzkritik:

  • Das Teil ist mit Flash produziert und von der Anmutung her einer animierten Bilderstrecke/Soundslides-Produktion sehr ähnlich. Das bringt allerdings auch Nachteile – s. u.
  • schöne, große Fotos
  • Video-/O-Ton-Sequenzen nicht zu lang und nicht zu kurz
  • Den Nutzern wird geraten, den Ton anzustellen. Bei den Video-/Interviewsequenzen ist das natürlich notwendig. Die Foto-Ton-Sequenzen wirken aber nur da, wo Hintergrundmusik eingesetzt wird; die sonst benutzte Atmo finde ich zu schwach.
  • Die Steuerung ist einfach zu durchschauen. Aber was fehlt und meiner Meinung nach dringend benötigt würde: Eine klar beschriftete Kapitel-Navigation. Über die Timeline lässt sich zwar vor und zurückspringen – aber man erfährt über die Foto-Thumbnails nicht wirklich, wo man hingelangt. So kann man von dem lineraen Raster kaum abzweigen.
  • Zwischendurch gibt es relativ lange Texte zu lesen. Bitte die Textblöcke etwas kürzen (oder auf mehrere Tafel aufteilen) und das mit Absätzen und größerer Schrift lesbarer machen.
  • Oder wären solche lange Textpassagen besser mit einem Off-Sprecher gelöst? Ich bin mir nicht ganz sicher. Vielleicht, wenn man den Sprecherkommentar als Nutzer an- und abschalten könnte.

P.S.: Ach, und auf Tafel 15 bitte noch mal korrigieren: “Nicht 6400, sondern 6400 Kilometer lang“ – da ist irgendetwas falsch.

Der Westen – erste Stimmen

[aktualisiert, Dienstag, 8.00 Uhr]

Quer durch den Gemüsegarten einige Blog-Reaktionen auf den Launch von Der Westen.

“Alles wird besser, nur wird es gut genug? Ich werde das Portal ganz sicher nutzen, keine Frage. Wo sonst fände ich lokale Kompetenz im Netz. (…) Um mein neuer Netzmittelpunkt zu werden, müsste aber noch eine Menge geschehen. Um etwa primär dort zu bloggen, würde ich mir ein viel stärker individualisierbares System wünschen.”

blog.50hz.de

“Erster Eindruck, ziemlich bieder, also viel Raum sich über Qualitätsjournalismus zu beweisen.”

Hugo E. Martin

“Das ist jetzt bei regionalen Tageszeitungen endlich einmal nicht mehr Online als Randaktivität in den Händen von Beauftragten. Herausforderungen bleiben aber auch für die nächsten, die sich am Thema versuchen: beispielsweise beim Veranstaltungskalender, der sich — wie so häufig — eher wie eine überkomplexe Suchmaschine anfühlt und in diesem Fall die gesamte Bandbreite von Ruhrpott Punk Superbowl bis Tierärztlicher Notdienst Haltern abdeckt.”

Wortfeld

“Natürlich ist DerWesten gegenüber den bisherigen Webangeboten der WAZ-Mediengruppe ein Quantensprung. Inwiefern DerWesten sich etablieren wird kann man jedoch jetzt noch nicht einmal ahnen – denn das hängt natürlich vor allem auch von den Inhalten ab.”

Pottblog

“Ich sag es mal so: Wenn ich keine guten Inhalte habe, hilft mir weder die Communitylinkorgie was, noch das Layout oder eine Karte. Gilt sowohl für die lasche Schreibe der eigentlichen Frontseite als auch das weit hinten versteckte, gehaltlose Communityblog2.0-Dingens.”

Blogbar

“…alles eine Frage der Perspektive: Schaut man sich durchschnittliche (Regional-)Zeitungsportale und deren HTML-basiertes Elend in Deutschland so an, muss man der WAZ attestieren, einen ziemlich großen Wurf gelandet zu haben. Nimmt man das mediale Trommelfeuer zum Maßstab, das in den vergangenen Wochen über uns hereinprasselte, dann relativiert sich das. Gelungen, sicher. Aber die Neuerfindung des crossmedialen Journalismus ausrufen, nur weil man jetzt Videos, Blogs, Tags und eine Community hat?”

“Journalistisch jedenfalls – und noch reden wir auch im Netz in erster Linie von Journalismus und nicht von Gimmicks – ist der Westen zumindest am Tag 1 nahe an der Bankrotterklärung.”

JakBlog

“Der erste Eindruck ist positiv. Die Seite kommt zweispaltig und aufgeräumt daher, große Fotos zieren die Aufmacher. Eine Multimedia-Spalte und eine eigene Überssichtsseite für Videos sind vorhanden, die rechte Spalte zeigt die aktuelle Diskussionen, Blog-Artikel und Tags. Kein großer Wurf, eher Erwartbares bei einem Medium dieser Größe.”

Turi

“Zur Zeit ist das Portal mit Werbebannern und Popups nur so überfrachtet. Zumindest zum Start könnte man auf webzwonulligere Werbeformen setzen, etwas mehr userbasiertes oder behavioral Targeting einsetzen.”

Sichelputzer

“Wer mit dem Gedanken spielt, dort den Newsletter zu abonnieren oder am Bundesliga-Tippspiel teilzunehmen, sollte sich das sehr gut überlegen. Die Daten, die DerWesten hierfür verlangt, sind fast ein eigenes Kapitel wert..”

F!XMBR

“Alles was sich zu dieser Stunde sagen läßt: der große Wurf ist es nicht und es ist ebenfalls durchaus fraglich, ob die Aufhübschung durch Web-2.0-Features genügt.”

Wissenswerkstatt

“Die große Herausforderung für Chefredakteurin Katharina Borchert besteht nun darin, viele neue Nutzer von DerWesten zu überzeugen. Denn die bisherigen Online-Auftritte der WAZ-Gruppe werden nur von sehr wenigen Menschen genutzt. Selbst WAZ.de kommt laut AGOF nur auf rund 280.000 Unique User monatlich.”

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“Gemeinschaft und Bier” in Bild und Ton

Schützenfest in Meschede bei sauerlandthemen.de (Screenshot [M])
Die Böller donnern, der Spielmannszug marschiert, die Schützenbrüder loben das frische Pils am Vormittag – Andreas Beer, sonst Text- und Bild-Journalist, hat bei einem Sauerländer Schützenfest auch das Mikro für Atmo und O-Töne dabeigehabt. Dem Gesamtwerk tut das äußerst gut. Solche Audio-Bildergalerien sind als Darstellungsform in Deutschland bisher kaum verbreitet – obwohl hier eigentlich so Zeitungsjournalisten mit verhältnismäßig wenig Aufwand Multimedia produzieren können – gerade im Lokalen. Andreas Beer schildert im Interview seine Erfahrungen.
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Audio-Slideshows in Deutschland

Dass die Bildergalerie bei führenden deutschen Qualitätsmedien ein wichtiger Bestandteil sogenannter Qualitätsoffensiven ist, wissen wir ja. Bildergalerien sind in der onlinejournalistischen Praxis meist auf die Schnelle zusammengestellte Klickschinder – nach journalistischen Kriterien zusammengestellte Fotostrecken mit sorgsam komponierten Fotos und Texten die absolute Ausnahme.

Kein Wunder, dass – anders als in den USA – die (animierte) Slideshow mit Audiokommentar ein Schattendasein fristet. Auch beim Spezialblog Soundphotographer wird fast ausschließlich auf Beispiele aus den USA verwiesen. Gibt es denn in Deutschland gar nichts? Weil ich gerade privat selbst noch einmal die Software Soundslides für eine Audio-Slideshow ausprobiert habe (“12 Stunden später”), habe ich mich noch einmal umgeschaut und bin hier und da doch fündig geworden:

  • Kilometer 42, die multimediale Reiseserie von Spiegel Online. Jörg Pfeifer setzt regelmäßig Audio-Slideswhows ein und steht damit ziemlich alleine dar. Meist lässt er einen Protagonisten zu seinen Fotos erzählen.
  • Die FR hat offenbar Lust zum Ausprobieren: Ankunft der Weltmeisterinnen in Frankfurt. Mit Soundslides erstellt, solider Standard, nix überraschendes. Hier Hinweise zu zwei weiteren FR-Stücken.
  • Der Fotograf Gordon Welters nutzt Audio-Slideshows, um auf seiner Website Ausschnitte aus seinem Portofolio zu präsentieren – klasse fand ich die Slideshow zum G8-Gipfel (vielleicht etwas parteiisch).
  • Beim Schweizer “Blick” gibt es eine etwas aufwändiger produzierte Slideshow (“48 Stunden im Leben von Adolf Ogi”) (wiederum Soundslides). Sie setzt u. a. Karten an, leidet aber unter der staubtrockenen Sprecherstimme.
  • Ergänzung: BR und tagesschau.de (1, 2) haben in der Vergangenheit mal hier und da experimentiert, aber m. W. keine regelmäßigen Formate (wegen personellen Überschneidungen mit onlinejournalismus.de hatte ich das an dieser Stelle zunächst nicht erwähnt).
  • Wer noch weitere Beispiele kennt – Hinweise gerne in den Kommentaren.

dpa hat angekündigt, künftig auch fertig produzierte Audio-Slideshows anzubieten. Ob das Auswirkungen auf das Angebot insgesamt hat?

Einerseits sind Audio-Slideshows eine folgerichtige Weiterentwicklung des Fotojournalismus bei klassischen Medien. Andererseits gibt es in der Reportage-Praxis die Hürde, dass eben vor Ort neben den Fotos noch die Audiospur aufgenommen werden muss. Ich kann mir vorstellen, dass es da bei Solo-Journalisten in vielen Fällen praktischer wäre, gleich zur Videokamera zu greifen und Bild- und Ton gleichzeitig aufzuzeichnen, wenn es schon multimedial sein soll. Teilt sich ein Team aus Fotograf und Texter die Arbeit, sieht die Sache dagegen ganz anders aus …

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