Archivierte Einträge für Multimedia

Amoklauf / Roanoke Times / andere

Der Amoklauf an der Hochschule Virginia Tech hat sich nur rund 36 Meilen vom Standort der experimentierfreudigen Roanoke Times im gleichen Bundesstaat ereignet. Leider kann man gerade nicht sehen, wie die Kollegen das Thema aufbereiten – die Site ist derzeit nicht erreichbar.

Update: Jetzt geht es doch. Erstaunlicherweise nimmt der Amoklauf-Aufmacher auf der Startseite nur wenig Platz ein. Direkt auf der Startsite gibt es eine offenbar mit Soundslides produzierte animierte Bildstrecke mit Augenzeugen-O-Tönen. Der Hauptartikel ist eigentlich mehr ein Blog – er listet in ungekehrt chronlogischer Reihenfolge die Meldungen auf, von der allerersten über Statements aus Krankenhäuser bis zum Hinweis, dass bereits ein Wikipedia-Eintrag zu dem Ereignis existiert. Die Links auf weitere Artikel finden sich in dem Design allerdings nicht so leicht wieder.

Als Unterartikel gibt es bei der Roanoke Times die Statements von Gouverneur und Uni-Rektor. Auf der Startseite wird auch auf eine Karte des Tatortes verlinkt, letztere ist in einem doofen Popup produziert.

Nachtrag 2: Auffallend auch, dass CNN – und damit auch manch anderer Fernsehsender – fast von Anfang an sein Programm mit einem Handy-Video und anderen Augenzeugenberichten bestritten hat, eingegangen über CNNs „I-Reporter“-Programm. Mehr über die (US-)Berichterstattung bei Poynter.

Nachtrag 3, Mitternacht deutscher Zeit: SpOn hat nicht nur mitgeschrieben, was studentische Augenzeugen im Internet und anderen Medien berichten, sondern mittlerweile auch Kontakt zu einem Deutschen vor Ort. Leider fehlt unter dem Teaser auf der Startseite (noch) der Link zum entsprechenden Artikel. Ups, die Hektik …

stern.de hat die gute Idee, den Ort des Geschehen durch Einbindung einer GoogleMap zu visualisieren. Ziemlich sparsam dagegen die Berichterstattung bei heute.de, auch Welt.de hat nur Standard zu bieten, dafür sehr schnell eine fette Bilderstrecke oben im Text, die allerdings wenig aufschlußreich ist. sueddeutsche.de bietet einen langen, viergeteilten Text, der als Pseudo-Reportage geschrieben ist. Der Routine wegen auch bei der Readers Edition geguckt – nix.

Job bei Zoom In

Der Video-Content-Dienstleister Zoom In in Amsterdam, der auch deutsche Websites beliefert, sucht für sein deutschsprachiges Programm derzeit einen Multimedia-Journalisten:

Sie sind gemeinsam mit Ihren Kollegen in einem kleinen Team verantwortlich für das Selektieren, Übersetzen, Bearbeiten, Einsprechen und Publizieren von Nachrichten-Videos für das deutschsprachige Internet. Außerdem tragen Sie dazu bei, ein neues Nachrichtenmedium auf- und auszubauen.

Soundslides / Kurzer Erfahrungsbericht

Den gestern veröffentlichten kurzen Überblick über den Tag-Einsatz bei Online-Medien habe ich als animierte Bildergalerie mit Audio-Kommentar gestaltet. Zum einen, weil mir das Format sinnvoller schien als 10, 15 Screenshots untereinander abzubilden. Zum anderen einfach deshalb, weil ich nach den enthusiatischen Berichten von Fabian Mohr oder Marco Maas auch einmal das Tool Soundslides ausprobieren wollte (knapp 40 Dollar, Demo-Version läuft aber ohne Einschränkungen). Dazu nun einige Notizen. Weiterlesen…

Wie Google Maps im Lokalteil funktionieren

Wunderbares Beispiel, wie Lokalberichterstattung auch aussehen kann: Die Pothole Map von Bakersfield.com (gefunden bei Jeff Jarvis). Jeder Leser kann über ein kinderleicht zu bedienendes Interface die Schlaglöcher eintragen, die er kennt, ggf. auch ein Foto hinzufügen. Die Pothole Map, inzwischen mit mehreren Dutzend Markern übersäht, spricht für sich selbst. Bakersfield.com hat noch einige andere Karten im Angebot, alle arbeiten mit der Google Maps API.

Roanoke Times, multimediale Stellenanzeige

Eine nicht ganz gewöhnliche Stellenausschreibung bei der Roanoke Times, Virginia.

(gefunden beim MultimediaShooter)

tagesschau.de mit Video-Nachrichtenüberblick

Jetzt gibt es auch bei tagesschau.de einen mehrmals täglich aktualisierten Nachrichtenüberblick als Video direkt auf der Startseite. Die Nachrichtensendung stammt von EinsExtra.

Was mir sofort ins Auge gefallen ist: tagesschau.de verwendet ganz offensichtlich eine angepasste Version des FLV Flash Players von Jeroen Wijering. Dieser Player wird auch von vielen Bloggern eingesetzt.

Das Video selbst ist ca. anderthalb Minuten lang, bringt das Wichtigste also kurz auf den Punkt. Da die Abmessungen des Videos wegen der Randspalte nur 170 x 127 Pixel groß ist, sind einige der Texteinblendungen kaum zu lesen. Dafür gibt es dann die Großansicht, die sich in einem neuen Fenster öffnet.

Gestreamt wird das Video nicht, sondern – ähnlich wie bei Spiegel Online und fast allen anderen, die Videos im Flash-Format anbieten – in einem Rutsch heruntergeladen.

Insgesamt setzt tagesschau.de nun vier verschiedene Player und Verfahren zur Auslieferung von Videos auf seinen Seiten ein: Nach wie vor Real Video und Windows Media mit echtem Streaming (für die Tagesschau-Sendungen), einen Flash-Player mit ebenfalls echtem Streaming (für diverse Specials wie etwa dem Weihnachtskalender 2006) sowie den neuen pseudo-streamenden Flash-Player für den schnellen Nachrichten-Überblick.

Wall Street Journal gibt seine Videos für Blogs frei

Wer die Videos des Wall Street Journal in sein Blog einbinden will, kann das schnell und einfach über die im Player integrierte Funktion „Embed Code“ erledigen. Laut Beet.TV ist das WSJ einer der wenigen Nachrichtenanbieter, der seine Videos auf diese Art und Weise auf die Reise schickt.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Werbung, die mit den Videos verbunden ist, wird auf diesem Weg viel breiter gestreut, was die Einnahmen für das WSJ steigen lässt.

Nachteil: Für Werbetreibende ist immer auch der Kontext wichtig, in denen ihre Werbespots erscheinen. Dieser Kontext wird nicht nur durch das Video selbst bestimmt, sondern auch durch die Websites, in die das Video eingebunden wird.

Das WSJ nutzt den Video-Dienstleister Brightcove (mehr dazu im Blog Digitaler Film), der sich von Diensten wie YouTube oder Sevenload (die natürlich auch über eine Embed-Funktion verfügen) vor allem darin unterscheidet, dass er sich hauptsächlich an professionelle Video-Produzenten wendet.

Ob eine Embed-Funktion in absehbarer Zeit wohl eine Rolle für Nachrichtenangebote wie Spiegel Online, Focus Online oder gar die Öffentlich-Rechtlichen spielt?

Und wie sieht es dann mit rechtlichen Fragen aus? Was wenn beispielsweise Musik in einem Clip genutzt wird? Wer zahlt dafür die Lizenzgebühren? Der Urheber des Videos? Oder der Blogger?

Zeitungs-TV im Netz

Zeitungs-TV im Netz

Den Tageszeitungen bieten sich vor allem im lokalen Bereich realistische Chancen, im Internet-TV Fuß zu fassen. Kurze Videos sind sowohl für das Publikum als auch für die Werbewirtschaft interessant. Wie das lokale TV-Format einer Zeitung im Netz aussehen kann, zeigt das Beispiel des „Kölner Stadt-Anzeigers“. Weiterlesen…

Schwächen der Einbindung von Videos

Matthias Kretschmer kritisiert in seinem Blog Print To Internet, dass Videos auf Nachrichten-Sites oft wie Fremdkörper wirken, weil sich scheinbar kaum jemand Gedanken macht, wie man sie sinnvoll einbinden könnte.

In der Regel werden die Videos in einem separaten Video- oder Multimedia-Bereich abgelegt und nicht mit korrespondierenden Artikeln, Bildergalerien oder Umfragen kombiniert. Das ist ungefähr so, als würde man in der Zeitung erst alle Texte abdrucken, dann alle Fotos und abschließend alle Infografiken.

Der User muss in solchen Fällen auf der Site von Sektion zu Sektion springen, wenn er sich zu einem Thema umfassend mittels Text und Video informieren möchte.

Werden Videos direkt in einen Artikel eingebunden, vermitteln sie oft keine neuen Informationen. Der fehlende Mehrwert wird dadurch kaschiert, dass kurze, erklärende Texte – ähnlich einer Bildunterzeile – schlicht fehlen. So ist Video anschauen online meistens Glückssache.

Eigentlich liegen sinnvolle Text-Video-Kombinationen ja auf der Hand: Wird in einem Text beispielsweise ein Politiker zitiert, so könnte in der Nähe des Zitats das entsprechende Video-Interview platziert werden. Mehrwert: Für User würde deutlich, wie und auf genau welche Frage der Politiker geantwortet hat.

Räumt man Videos genug Platz in der Textspalte ein – wie es aktuell zum Beispiel tagesschau.de mit ihrem neuen Flash-Player tut -, könnte der Text gezielt auf das Video „hinarbeiten“. Text und Bild sind dann eine dramaturgische Einheit. Die hohe Kunst besteht bei solchen Kombinationen wohl darin, dass der Text auch ohne das Video noch irgendwie funktionieren sollte.

Fleißkärtchen für Spiegel Online

Salopp gesagt „nervig“ war Spiegel Online vor Weihnachten mit einer Vielzahl von Boulevardgeschichten (siehe hierzu Thomas Knüwers Blog-Beitrag Der Müll, das Netz und Spiegel Online). Heute gibt’s hingegen für fünf erwähnenswerte Medienberichte an zwei Tagen ein Fleißkärtchen. Als da wären: Anzeigen-Vertrieb: Google gewinnt mit Print; „Wall Street Journal“: Alte Dame, auf jung getrimmt; „Wall Street Journal“: Premiere für das Schrumpfblatt; Neue Zeitungsmodelle: Rückkehr der rasenden Reporter und Community-Millionendeal: Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ. Ob diese geballte Seriosität mit dem morgigen 60. Geburtstag des „Spiegels“ zusammenhängt, weiß ich nicht.

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