Archivierte Einträge für Multimedia

Google Earth 4 jetzt mit Timeline

Informationen auf 3D-Karten in Google Earth darzustellen, ist um eine sehr spannende Option erweitert worden: Timelines.

Beispiel Vogelgrippe: Statt alle Orte auf der Karte auf einmal zu markieren, an denen es Ausbrüche der Seuche gab, kann man sie nach chronologischer Reihenfolge sortieren – und mit einem Slider animiert einblenden. Absolut faszinierendes Tool für Infografiken, die an Artikel oder Themenpakete angedockt werden. Bisher hätte man so etwas z.B. relativ aufwändig in Flash realisiert. Mit Google Earth geht es vergleichsweise geräuschlos.

Decan Butler hat die Ausbreitung der Vogelgrippe in Google Earth mit Timeline realisiert – unbedingt ansehen und austesten. Achtung: Man benötigt die neueste Version von Google Earth 4 Beta, um die interaktiven Karten mit Timeline anzusehen. Tipp: Der Timeline-Controller ist im rechten oberen Teil des Google-Earth-Fensters, neben dem Navigations-Rad.

Mehr zum Thema Timeline/Google Earth im Google Earth Blog und bei Ogle Earth. Wer sofort mit eigenen Karten loslegen will: Der entsprechende Part der KML 2.1 Reference.

9/11 – multimedial

Anlässlich des fünften Jahrestages der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA bringen Nachrichten-Sites umfangreiche Dossiers zum Thema. Viele mit eigenen Video-Zusammenschnitten der Ereignisse in New York. Einige mit erlebenswerten Multimedia-Features. Einige Beispiele, kurz kommentiert…

  • wdr.de mit einer Slideshow, teilweise mit Audio-Augenzeugen- oder Reporter-Berichten unterlegt. Schneidender, bedrückender Hintergrund-Sound.
  • SpiegelOnline erzeugt eine ähnliche Stimmung durch cineastische Schrift-Effekte und dramatische Klänge, die allerdings keine Fotos, sondern einige kurze chronologische Video-Clips unterlegen. Das ganze ansprechend im Design, leider fehlt der Hinweis im Teaser, dass man direkt in das Flash-PopUp katapultiert wird.
  • Ein schönes Multimedia-Dossier in dem Format, das bei tagesschau.de immer öfter genutzt wird.
  • oe24.at macht mit einem eigenen Video-Beitrag auf, in dem Österreicher schildern, wie sie den 11. September erlebt haben.
  • Ein außergewöhnlicher Ansatz bei zdf.de, und sehr umfangreich! In Zusammenarbeit mit dem International Herald Tribune und vielen Lesereinsendungen (Erinnerungen an den Tag des Grauens) entstand ein 3-D-Special, bei dem der User wie durch ein Museum läuft. In den einzelnen Räumen (Themen) verbergen sich hinter den “Bildern” an der Wand Audio-Slideshows und Video-Beiträge. Wem das zu schleppend geht (oder wer sich verlaufen hat), kann über die Sitemap schnell alles erreichen.
  • nytimes.com bringt neben dem wie üblich üppigen Grafik-Video-Foto-Audio-Mix einige interessante Features und besetzt damit einige Randthemen und Geschichten rund um den 11. 9.

Relaunch bei Spiegel Online

Ohne große Vorankündigungen hat Spiegel Online heute im Laufe des Nachmittags den Schalter umgelegt und sein neues Layout veröffentlicht. Relaunch Nr. 6 in der Geschichte von SpOn wirkt aufgeräumt und zeitgemäß. Die wichtigsten Änderungen hat SpOn-Chef Blumencron zusammengefasst.

Die Website ist weiterhin optimiert für eine Bildschirmauflösung von 800 Pixeln in der Breite. Werbung fehlt bisher, wird aber vermutlich in absehbarer Zeit wieder in voller Größe am oberen und rechten Bildschirmrand zu sehen sein, sodass eine Auflösung von 1024 Pixeln vorausgesetzt werden dürfte, um in den vollen Genuss zu kommen.

Die Navigationsleiste befindet sich nun am Seitenkopf und nicht mehr am linken Rand. Ein Trend, den viele Redaktionen bei ihrem Relaunch berücksichtigen und der durch die letzte Eyetrack-Studie bestätigt wurde. Spiegel Online hatte ja bereits vor zwei Jahren das Layout auf Artikel-Ebene angepasst: Die Navigation wanderte damals in ein Pull-Down-Menue am oberen Bildschirmrand, die Inhalte darunter wurden dann in zwei breiteren Spalten dargestellt (was mehr Raum für neue Werbeformen schaffte).

Auch in der aktuellen Version werden die Inhalte in zwei Spalten dargestellt. Auf der Centerpage ist die Hauptspalte etwas breiter, was auch größere Teaser-Fotos ermöglicht. Diese werden zwar noch spärlich eingesetzt, sind aber aktuell (6.9., 18:47 Uhr) zum Beispiel auf der Netzwelt-Centerpage zu sehen. Auf Artikel-Ebene ist die Hauptspalte etwa 100 Pixel schmaler, was für eine lesefreundlichere Formatierung des Textes sorgt.

Video und Multimedia-Elemente werden nach dem Relaunch stärker hervorgehoben: Der zweite Hauptnavigationspunkt heißt auch “Video”, sollte aber doch besser mit “Multimedia” beschriftet sein. Denn klickt man darauf, werden auch Punkte wie “Fotostrecken” aufgeführt.

Beibehalten wurde auch das farbige Leitsystem durch die Ressorts. Mit jedem Klick in eine andere Rubrik ändert sich jeweils die Farbe am Seitenkopf. Einigen Usern mag das als Orientierung dienen. Zu beobachten aber ist, dass andere Redaktionen sich von solchen Systemen wieder verabschieden, wie zum Beispiel n-tv.de. Dort zeigt sich die Site seit einigen Tagen quer durch alle Ressorts in einer Einheitsfarbe.

RSS-Feeds liefert SpOn nach wie vor leider nur als Schlagzeilen – keine Teaser, keine Bilder. Deutlicher hervorgehoben wird jetzt das Forum, doch eine Kommentierfunktion für zumindest einige Artikel (wie es beispielsweise stern.de vor einiger Zeit eingeführt hat) wäre schöner gewesen.

Unter der Haube setzt Spiegel Online nicht auf zeitgemäßes XHTML, sondern HTML 4.01 – allerdings wurde das Layout nicht mehr mit blinden Tabellen gebaut. Wer sich die Site mit größerer Schrift anschauen will, wird ab bestimmten Schriftgraden trotzdem mit merkwürdigen Überlappungen konfrontiert. Der obligatorische Validierungstest fördert am Tag 1 von Version 7.0 insgesamt noch 242 Fehler an die Oberfläche. Aber das wird vermutlich nach und nach am lebenden Objekt behoben.

Im Relaunch-Forum auf Spiegel Online hat sich mittlerweile eine lebhafte Diskussion entwickelt. Den ersten Meinungen nach scheint das neue Layout aber gut angenommen zu werden. Dem kann ich mich nur anschließen: Spiegel Online Version 7.0 sieht wirklich gut aus.

oe24.at, erste Eindrücke

oe24.at, das Online-Angebot der neuen Tageszeitung “Österreich”, hinterlässt unter technischen Gesichtspunkten einen ersten überzeugenden Eindruck. Deutlich zu erkennen ist der multimediale Ansatz: Die Redakteure arbeiten aus einem Newsroom heraus sowohl für das Print- als auch das Online-Angebot.

Leider hatte ich die erste Ausgabe der Zeitung noch nicht in der Hand. Wohl aber Markus Schmeiduch, der in seinem Blog schreibt:

Auch sehr gut finde ich die starke Verschmelzung von Internetauftritt und Printzeitung. Hier wird vorgelebt, was seit Jahren diskutiert wird. Überall Verweise auf ergänzende Inhalte im Online-Auftritt. Vor allem sinnvolle Ergänzungen. Interviews als Podcast, etc.

Die Optik der Website ist wie immer Geschmackssache. Mit weißem Hintergrund und schwarzer Schrift macht man selten etwas falsch, ansonsten ist viel Rot im Spiel. Passend zu den Erkenntnissen aus der letzten Eyetrack-Studie wurde die Navigationsleiste am oberen Bildschirmrand untergebracht.

Über die Einteilung der Navigation lässt sich streiten. Übergeordnete Punkte sind “News”, “Life” und “Video”. Weil Videos ganz offensichtlich eine große Rolle bei oe24.at spielen und diese prominent in der Navigationsleiste hervorgehoben werden, kommt es zu merkwürdigen Dopplungen: Wer Sportnachrichten will, findet diese sowohl unter “News/Sport” als auch unter “Videos/Sport”.

Direkt unter der Navigationsleiste sticht die Aufmacher-Animation ins Auge: Im Abstand von einigen Sekunden werden verschiedene Bilder samt Schlagzeilen eingeblendet, die sich ressortweise abwechseln. Ein Design-Trend, über den wir vor kurzem berichteten. Das Flash-Plugin wird dabei vorausgesetzt. Wer es nicht hat, bekommt trotzdem eine Animation zu sehen. Die sieht dann zwar nicht mehr ganz so schön aus, funktioniert aber auch – allerdings nur mit eingeschaltetem Javascript. Wer auch das nicht hat, sieht statt eines Aufmachers nur eine große, weiße Lücke.

Der Inhaltsbereich ist dreigeteilt: In der Mitte eine mit etwa 300 Pixeln lesefreundlich dimensionierte Spalte für die Artikel, links eine schmalere für weiterführende Infos und Umfragen, rechts eine etwas breitere Spalte, in der ebenfalls zusätzliche Infos sowie Werbung Platz finden.

Inhaltlich ist oe24.at Boulevard mit etwas höherem Niveau als die Konkurrenz “Krone”, schreibt Frank Patalong:

Der Themenmix balanciert zwischen ernsthaften Nachrichten und “human touch”, was keine Schwäche ist: Gerade im Web erwarten das auch die Leser.

Wie die Leser allerdings mit Meldungen wie diesen umgehen, ist eine andere Frage. Gerade in die Rubrik “Digital” mischt sich schon nach dem ersten Tag der eine oder andere Text, der nach Schleichwerbung riecht (weil nicht nur sehr wohlwollend über ein Produkt geschrieben, sondern gleichzeitig auch die exklusive Bezugsquelle angegeben wird). Man kann so etwas natürlich als Service für die User interpretieren – die Grenzen sind da bekanntermaßen fließend.

Videos scheinen bei oe24.at wesentlicher Bestandteil der redaktionellen Arbeit zu sein. So werden beispielsweise Gespräche im Newsroom mit Studiogästen aufgezeichnet, eigene Berichte gedreht, sogar eine aus dem Newsroom moderierte Nachrichtensendung gehört zum Programm – davon könnten sich die Online-Auftritte vieler Fernsehsender eine Scheibe abschneiden.

(Kleiner Hinweis am Rande: Die eingebetteten Videos sollten nicht sofort anfangen zu laden, wenn man die Seite aufruft. Das nervt alle User, die mit einem Volumentarif surfen. Außerdem lässt es die Kosten für den Traffic explodieren.)

Unter der Haube setzt oe24.at auf zeitgemäßes XHTML 1.0. Am Code wird in den nächsten Tagen vermutlich noch gefeilt werden: Der Markup-Validator des World Wide Web Consortiums findet im Augenblick noch rund 100 Fehler auf der Startseite. Und die recht häufig auftretenden 404-Fehler hinter einigen Menuepunkten werden bald wohl auch der Vergangenheit angehören.

Video-Encoding, Studie

Eine aktuelle Studie der Indiana University-Purdue University Indianapolis ist eine gute Entscheidungshilfe für Redaktionen, die künftig Videos in ihr Angebot integrieren wollen. Fünf verschiedene Encoding- und Streaming-Technologien werden darin im Hinblick auf Qualität, Usability und Kosten miteinander verglichen.

Am besten geeignet sei die relativ unbekannte VX30-Technologie, da sie ohne einen speziellen Player auskommt (die Videos werden über ein Java-Applet abgespielt), der Encoder zügig arbeite und die Kosten sehr gering seien.

In kurzen Tutorials erklären die Macher der Studie, welche Parameter man wählen sollte, um Videos mit den verschiedenen Technologien zu kodieren.

Ein paar weitere Infos zur Studie habe ich hier aufgeschrieben.

(via)

10 Jahre Flash

Flash tends to degrade websites for three reasons: it encourages design abuse, it breaks with the Web’s fundamental interaction principles, and it distracts attention from the site’s core value.

…schrieb Jakob Nielsen, von der New York Times damals als “Usability-Guru” bezeichnet, im Oktober 2000 über die Adobe-Software Flash.

Man kann über Flash geteilter Meinung sein: Tatsache aber ist, dass die Software und das Browser-Plugin den Online-Journalismus maßgeblich mitgeprägt und neue Darstellungsformen überhaupt erst möglich gemacht haben. Zahlreiche Beispiele werden bei Interactive Narratives oder Joe Weiss verlinkt.

Seit heute gibt es Flash seit genau zehn Jahren. Anlässlich des Geburtstags hat Adobe eine Microsite veröffentlicht. Unter anderem ist dort eine Galerie verlinkt, wo sich User bekannte Flash-Sites der vergangenen Jahre anschauen und über die beste abstimmen können.

Video Journalism Award von DW-TV

Das deutsche Auslandsfernsehen DW-TV ruft alle Videojournalisten auf, ihre Filme für den 3rd International Video Journalism Award in Berlin einzureichen. Vom 27. bis 29. Oktober 2006 werden die besten Arbeiten im Berliner Kino „Babylon“ gezeigt und prämiert. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 01.09.2006. Das Anmeldeformular und die Wettbewerbsbedingungen gibt es unter www.videoreporter.org. (via Newsletter des Bayerischen Journalisten-Verbands)

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 5

Roman weist in einem Beitrag darauf hin, dass Video schauen online reine Glückssache ist. Er findet einige Beispiele für Videos, die in Artikel eingebunden werden oder sogar als Teaser-Bild auf Startseiten erscheinen, denen aber noch jegliche Anmoderation oder ein Hinweis auf den eigentlichen Inhalt des Stücks fehlt. Das ganze wird zusätzlich erschwert, wenn auch noch das Thumbnail nichts mit dem Inhalt des Clips zu tun hat. Dazu ein aktuelles Zidane-Beispiel in diesem Artikel, in dem man angesichts des Teasers und des Artikeleinstiegs zumindest einen Teil des Geständnisses von Zidane, einen Ausschnitt von der PK, o.ä. erwartet. Das Video aber hat “nur” Kneipenatmo und viele Fans zu bieten…

Bürgerjournalisten verbessern / Links

Wenn Bürgerjournalismus Erfolg haben soll, gilt für ihn das gleiche wie für den “normalen” Journalismus – er muss interessante Themen in attraktiver Darstellung bieten. Wenn professionelle Medien Bürgerjournalismus integrieren wollen, müssen sie die Citzen Journalists entsprechend anschieben. Das meinen zumindest viele, die sich in den USA mit dem Thema auseinandersetzen. Weiterlesen…

jetzt.de, Multimedia-Experimente

Matthias Eberl experimentiert in seinem Blog ja schon seit einiger Zeit mit ganz ungewöhnlichen multimedialen Darstellungsformen. Schön zu sehen, dass es auch Redaktionen gibt, die sich darauf einlassen.

Für jetzt.de hat Matthias eine Multimedia-Reportage mit dem Titel Warum sah Henriette den Elfmeter nicht? entwickelt. Seine ungewöhnliche Technik beschreibt Matthias so:

Seit über zwei Jahren verfolge ich hartnäckig die Idee, ein neues Multimediaformat zu entwickeln, das die erzählerische Stärke des Wortes mit der sinnlichen Erfahrung von Bild und Ton kombiniert, ohne den Leser dabei auf eine Rezeptionsgeschwindigkeit festzulegen, wie es Film und Radioreportage tun.

Der User scrollt dabei die entsprechenden Elemente (sei es Text oder Bild) in eine markierte Fläche. Sobald sie sich darin befinden, läuft zum Beispiel im Hintergrund ein O-Ton ab, der das Gesehene bzw. Gelesene akustisch unterstützt.

Wäre schön, wenn solche Formen öfter zu sehen wären – denn es macht Spaß, auf diese Weise selbst das vom Reporter Erlebte zu erfahren. Auch wenn der Programmieraufwand dahinter offenbar größer ist.

Anmerkungen dazu sind in Matthias Blog sehr willkommen.

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