Archivierte Einträge für Multimedia

Mobiler Journalismus: Wenn die Community korrigiert

Als MoJane – die mobile, multi- und crossmediale Reporterin der Rhein-Zeitung – betritt Katrin Steinert neue journalistische Pfade – auch was den Workflow betrifft: Redigieren findet nicht mehr statt, Korrekturen und Tipps kommen in erster Linie aus ihrer Online-Community. Eine Zwischenbilanz nach eineinhalb Jahren. Weiterlesen…

Crossmedia: Website des 9. Jahrgangs der Evangelischen Journalistenschule

Hüte aus Zuckerwatte, ein ehemaliger Boxstar, ein Gentrifizierungs-Multiplikator, Berlins berühmteste Currywurstbude – all das und mehr ist zu bewundern auf der Site Crossmedia.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 9. Jahrgangs der Evangelischen Journalistenschule in Berlin haben in den vergangenen fünf Wochen einiges gelernt und ausprobiert: wie man gute Fotos macht und sie bearbeitet, wie man eine Audio-Slideshow erstellt und Videos dreht. Die Ergebnisse sind jetzt zu sehen, und sie können sich sehen lassen.

Technische Schwierigkeiten gab es genug; da kommt beim Kodieren schon mal ein Seitenverhältnis raus, das so nicht hätte sein sollen, aber die Zeit reicht nicht, es neu zu machen, oder der Ton bei der Slideshow ist nicht richtig gepegelt. Das gehört zum Lernen dazu, und wie immer gilt: Content ist King – was zählt, ist der Inhalt. Davon gibt es genug, und spannend ist er in jedem Fall.

Ich selbst habe in der vergangenen Woche dafür gesorgt, dass die, die noch keinen Eindruck davon hatten, wie man ein CMS installiert, konfiguriert und nutzt, jetzt etwas besser Bescheid wissen (richtig zur Sache geht’s in der dreiwöchigen Online-Lehrredaktion im Spätsommer), und dann mit allen zusammen die Inhalte ins Netz gebracht. Nun kann man sich davon überzeugen, wie’s gelungen ist. Viel Spaß dabei.

Übrigens: Am Donnerstag hat Lorenz Matzat gezeigt, wie Google Fusion Tables funktioniert, so dass es nun auch noch einen kleinen “Datenjournalismus”-Anteil gibt.

Erster Deutscher Webvideopreis

Von den acht Kategorien des Deutschen Webvideopreises finde ich eine besonders spannend: Dokumentation.

Die Jury ist auf der Suche nach Werken, die ausschließlich für das Web und in deutscher Sprache produziert wurden. Bis zum 1. Februar früh morgens können Vorschläge eingereicht werden. Die Verleihung findet dann am 20. Februar um 20 Uhr in Essen statt.

Vorschläge für Grimme Online Award gesucht

Bis zum 15. März können noch Vorschläge für preiswürdige Sites beim Grimme Online Award eingereicht werden, der in diesem Jahr zum elften Mal verliehen wird. Ausgezeichnet werden Websites in den Kategorien “Information”, “Wissen und Bildung”, “Kultur und Unterhaltung” sowie “Spezial”. Aus den Nutzer-Vorschlägen werden in einem zweistufigen Verfahren die Gewinner ausgewählt.

“After The War”: Audioslideshow advanced

Am 6. Dezember wurde der Deutsche Reporterpreis vergeben. In der Kategorie “Beste Web-Reportage” hat Felix Seuffert mit seiner Audio-Slideshow “After The War” gewonnen. Dabei ist es die Reportage, die das Schicksal eines vor dem Bürgerkrieg in Kongo nach Südafrika geflohenen Fußballprofis erzählt, gar keine reine Audioslideshow, sondern enthält mindestens genauso viele Video-Elemente.“After The War”Preiswürdig ist “After The War” aus mehreren Gründen: Weiterlesen…

Besser Online: Wer zahlt für Journalismus im Netz?

Mal etwas Werbung in eigener Sache (ich bin der ehrenamtliche Vorsitzende des Fachausschuss Online im DJV): Der Fachausschuss Online des DJV veranstaltet am Samstag, 9. Oktober die Tagung Besser Online 2010. Die Veranstaltung, die in den Räumen des Funkhaus des Bayerischen Rundfunks stattfindet, steht diesmal unter dem programmatischen Titel „Wer zahlt für Journalismus im Netz?”.

Die Tagung bietet viel Nutzwert, Diskurs und das Netzwerken kommen aber auch nicht zu kurz. Und freilich trifft man auf gute alte Bekannte aus der Online-Branche, die man auch gerne mal ansprechen kann: ob Jochen Wegner, Richard Gutjahr, Hardy Prothmann, Christian Jakubetz, Katrin Scheib, Frank Schmiechen, Hennig Krieg oder Dirk von Gehlen (war jetzt ne beliebige und ungewichtete Auswahl). Aber auch einige “neue” Gesichter und Themen sind vertreten.

Besucher, die am Vortag in München sind, können die Online-Redaktionen von Sueddeutsche.de, Focus Online, SPOX.com und BR Online/on3 besuchen.

Weitere Informationen unter: www.besser-online.info, Twitter: @djv_bo, Hashtag: #djv_bo. Hope to meet you! (-:

Best Practice bei Zeit Online: Recherchefleiß meets Datenvisualisierung

Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland, Zeit OnlineEs ist noch keine zwei Monate her, dass die Veröffentlichung der Afghan War Diaries durch Wikileaks für großes Aufsehen sorgte. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, wie gut die drei beteiligten Medien diese Datenflut aufbereitet hatten, wobei Spiegel Online nicht besonders gut abschnitt. Zeit Online hat nun mit der Veröffentlichung einer interaktiven Karte zu Todesopfern rechter Gewalt selbst Datenjournalismus betrieben und dabei Maßstäbe gesetzt. Weiterlesen…

Im Kanu mit Kamera und UMTS rund ums Ruhrgebiet

… das hat WDR.de-Reporter Stefan Domke ab Montag vor: “In fünf Tagesetappen wird er den Nebenfluss des Rheins von Schwerte bis Duisburg befahren. Seine Geoposition und das Bild einer Bordkamera werden live im Internet übertragen.” Warum das Ganze? “Am Anfang stand die Idee, das Gebiet der Kulturhauptstadt im Sommer, zur Urlaubszeit, aus eher ungewöhnlicher Perspektive kennenzulernen und zu präsentieren. Im Mittelpunkt einer solchen Tour, so der Wunsch, sollten dabei weniger die Leuchtturm-Projekte des Ruhr2010-Jahres stehen. Vielmehr wollten wir uns Orten und Landmarken widmen, die das Ruhrgebiet auch abseits von Zollverein&Co zu einem ausgesprochen lohnenswerten Ausflugziel machen.” Bin mal gespannt, wie er während des Paddelns wie versprochen mit dem Publikum kommunizieren will – gibt’s fleißige Paddelhelfer?

AR im SZ-Magazin: Spielerische Avantgarde

Als ich heute morgen das “SZ-Magazin” in die Hand nahm, rätselte ich zuerst, wer auf dem Cover sein Gesicht hinter seinen Händen verbarg, tippte dann aber doch bald auf Sandra Maischberger. Doch das zweite Rätsel folgte sogleich: “Dieses Heft lebt”, suggerierte ein eingekreistes Plus-Zeichen. Also blätterte ich wie geheißen auf Seite 27 und erfuhr vom Augmented Reality-Experiment des SZ-Magazins.”Augmented Reality” (AR) heißt so viel wie “angereicherte Realität” oder “erweiterte Wirklichkeit.” Man richtet seine Handykamera auf einen realen Gegenstand und wenn der im Kanal einer Smartphone-App wie Layar oder Junaio hinterlegt ist, werden auf dem Display weiterführende Informationen zu dem Objekt angezeigt.Sehen wir uns das am Beispiel des “SZ-Magazins” an: Ich habe mir die Junaio-App auf mein IPhone geladen und den Channel SZ-Magazin ausgewählt. Wenn ich nun mein Smartphone auf das Cover halte, erscheint über dem mit Händen verborgenen Gesicht eine Video-Play-Taste. Wer draufdrückt, sieht ein wenige Sekunden langes Video (ohne Ton), in dem die Hände zur Seite genommen werden und das Antlitz von Sandra Maischberger erscheint. Nett, aber noch nicht der Knaller.Lena Meyer-Landrat-Augmented Reality-SZMagazinDas zweite “Plus”-Zeichen findet sich beim “Sagen Sie jetzt nichts” mit Lena Meyer-Landrut. Hier werden Sprech-, nein Gedankenblasen sichtbar, die visualisieren sollen, was Lena sich bei den Fragen gedacht hat. “Ein ganz klares Nööp” zum Beispiel auf die Frage, ob wir Lena durchschauen. Sieht gut aus, gibt dem Ganzen aber eine comic-hafte Anmutung, vor allem aber konterkariert es die Idee des “Sagen Sie jetzt nichts”, die ja auf Mimik und Gestik der Interviewten beruht.Spielerei ohne MehrwertEs tauchen noch drei weitere AR-Elemente auf: ein Garmischer Bauer, der auf einmal einen Parkplatz voller Autos auf seiner grünen Wiese hat, die Auflösung des Rätsels “Das Kreuz mit den Worten” und eine Animation zur Hacke-Kolumne “Das Beste aus aller Welt”. In allen fünf Fällen bleibt aber der Eindruck: eine nette, schön anzusehende Spielerei, aber wo bitte bleibt jetzt der Mehrwert der AR-Erweiterung? Was bringt mir das außer einem – allerdings sehr kurzen – Moment der Unterhaltung? Dem “SZ-Magazin” bringt es die Erwähnung, die erste deutsche Print-Redaktion gewesen zu sein, die sich an Augmented Reality versucht hat. Das ist schon mal was, da waren die Münchner mal wieder Avantgarde. Spielerische Avantgarde. Bei aller inhaltlicher Kritik muss man aber auch sagen: Sie haben es wenigstens mal ausprobiert, sie haben Mut zum Experiment bewiesen. Und der ist in der deutschen Zeitungslandschaft ja nicht besonders stark ausgeprägt.P.S.: Gut gemacht ist die crossmediale Aufbereitung des AR-Experiments. Die Erklärseite des Magazins verweist auf die Homepage, wo ein Demo-Video zu sehen ist – für alle, die kein Smartphone haben.Update: Ich möchte noch zwei Links zum Thema AR nachreichen: 6+ Anwendungsmöglichkeiten für Augmented Reality für journalistische Zwecke bei KoopTech und den Augmented Reality-Beitrag des “Elektrischen Reporters”.

WDR-Streetview vom A40-Picknick

Die A40, die geliebt-gehasste Verkehrsschlagader quer durchs Ruhrgebiet, ist heute auf 60 Kilometer Länge gesperrt. Zwischen Duisburg und Dortmund findet stattdessen das vermutlich größte Picknick der Welt statt – eine Aktion im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Wer wie ich nicht dabei ist, kann sich die Strecke aber (bereits seit einigen Tagen) in einer Art Streetview-Special auf WDR.de ansehen.

Screenshot “360-Grad-Still-Leben Ruhrschnellweg” bei WDR.de

Das aus 1500 Panorama-Fotos zusammengefügte Special zeigt die Strecke zunächst im Normalzustand. Es lässt sich nach Autobahn-Ausfahrten und den (von den Organisatoren zugeteilten) Nummern der 20.000 Picknicktische durchsuchen. Hotspots markieren interessante Punkte entlang der Strecke, bereits vorhandene WDR-Berichte und externe Links.

Der Mammut-Akt steht der Redaktion aber erst noch bevor: Ab Sonntagabend sollen nach und nach rund 10.000 Fotos vom Tag der Aktion eingebaut – so dass ein Vorher-/Nachher-Vergleich möglich ist.

Hinweise auf weitere interessante Links zum “Still-Leben A40″ gerne in den Kommentaren.

[Ich bin ARD-Mitarbeiter und habe für WDR.de gearbeitet.]

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