Archivierte Einträge für Multimedia

Ein Weltrekord, so einfach geht’s …

“So einfach – und dennoch soooo gut: Die NYT zeigt (mal wieder), wie man mit einer einfachen Animation einen Weltrekord erklärt. Bleibt die Frage: Warum sieht man sowas bei uns so selten?”,

schreibt Christian Jakubetz. Es handelt sich übrigens um den 24. Weltrekord der Russin Yelena Isinbaeva im Stabhochsprung. Jakubetz’ Begeisterung über diese Animation kann ich mich nur anschließen (man sollte auch die Kommentare in seinem Blog lesen!).

Nebenbei: Via deutscher Ausgabe der Google News finde ich kaum etwas Aktuelles über die Russin, bei Spiegel Online wird man beispielsweise auf die bereits aktualisierte Wikipedia verwiesen; die dürftige Trefferzahl könnte freilich auch an der unterschiedlichen Schreibweise des Namens der Russin liegen. Hier erklärt die “New York Times” den Weltrekord.

Audio-Slideshow: Stimmen aus der Schlange

Oasis-Fans in der Warteschlange: Eine vertonte Bildergalerie bei Einslive. Weil’s ein Radiosender ist, zwar vermutlich eher eine bebilderte Audio-Umfrage, aber in jedem Fall gut gemacht.

Nachtrag, apropos Audio-Slideshow: Stefan Niggemeier findet merkwürdigerweise keinen Gefallen an “gestählerten Körpern” in knapper Sportbekleidung. stern.de hat sein “Experiment” mit einer (von dpa produzierten!) Sportler-Slideshow a la Welt.de daraufhin beendet. “Allgäu online” erfreut sich dagegen weiterhin an dem, was Agenturjournalisten als “jung, hip und vor allem sexy” bestaunen. Auch die Ruhr-Nachrichten, und die Rhein-Zeitung sind dabei. Den Trierer Volksfreund hat Google auch im Verdacht.

Nachtrag, 21.08.2008: Welt.de bearbeitet das Thema “So sexy ist Olympia” aus eigener Kraft – wahrscheinlich, um auf 48 Bilder zu kommen. Textbeispiel: “Und was macht diese Cheerleaderin da eigentlich? Egal. Hübsch ist sie ja.”

[Ich arbeite u. a. für WDR.de, aber nicht für Einslive.]

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90elf.de: Anpfiff für Deutschlands erstes Fußballradio

Am Mittwoch erfolgt der Anpfiff für Deutschlands erstes Fußballradio. Unter 90elf.de möchte der zur Berliner Regiocast Gruppe gehörende Sender rund um die Uhr senden. Zum Kern des Angebotes gehört die Live-Berichterstattung aller Spiele der ersten und der zweiten Bundesliga, sowohl von den einzelnen Spielen als auch in der Konferenz. Die Ausstrahlung soll zunächst nur über das Internet erfolgen, berichtet Horizont.net.

Regiocast habe einen sechsstelligen Betrag für die erstmals von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vergebenen Rechte für die Live-Audioübertragung über digitale Verbreitungswege in die Hand genommen, heißt es weiter. Dazu kommen Investitionen in Technik und Programm in Höhe von mehreren Millionen Euro. Produziert wird vom Radiozentrum Leipzig aus. Die Redaktion soll zum Sendestart zehn Mitarbeiter umfassen, innerhalb der Regiocast Gruppe werden bis zu 20 Mitarbeiter für 90elf arbeiten. Auch Altmeister und Reporterlegende Günther Koch wird aus den Stadien kommentieren.

Neben der Live-Berichterstattung soll es unter der Woche Berichte und ein eigenes Musikprogramm geben. Auch Chats, Videos und Fotos sollen über die Website verbreitet werden. Finanziert werden soll das für Nutzer kostenfreie Programm, laut Horizont.net, über die Vermarktung von klassischen Audiospots und Onlinewerbung. Der Geschäftsplan umfasse fünf Jahre, für das dritte Jahr rechne Geschäftsführer Florian Fritsche mit dem Break-Even.

Ich halte es für ein gewagtes Projekt, es wird schwer sein, sich auf einem relativ gut abgedeckten Markt zu etablieren. Andererseits hat so ein kompaktes Angebot bisher noch gefehlt. Wie war das eigentlich mit dem Bundesliga-Radio der DFL auf www.bundesliga.de, wann und warum wurde das eingestellt? Ich bin derzeit leider nur noch hauptsächlich auf die zweite Liga fixiert, fühle mich dort aber medial ganz gut bedient.

Nachtrag 12.08.08
Thomas Knüwer kritisiert in seinem Blog Indiskretion Ehrensache heute einen Artikel aus der “Frankfurter Rundschau” über 90elf.de: “Die “FR” erwähnt zwar nicht, dass es mit dem Liga-Radio ein solches Angebot schon gibt und erzählt auch nicht, was aus dem nun wird.” Ich habe eben mal bei der DFL angerufen, das Liga-Radio wird es auch in der Saison 2008/2009 geben (das ist nur etwas schwer zu finden auf der Bundesliga.de-Seite, darum wähnte ich es schon als “eingestellt”). Herrje, als großer Fußballfan habe ich das Liga-Radio seit langem nicht mehr genutzt, umso mehr bezweifele ich die Erfolgsaussichten von 90elf.de.

Nonlineare Aufbereitung beim ZDF

Für Fernsehleute ist da ja eine ganz andere Art des Zugriffs: heute.de lässt zum Thema Milchstreit einen Milchbauer, einen Molkereivertreter und eine Verbraucherschützerin zu Wort kommen – im Video. Allerdings nicht in Form linearer Interviews – stattdessen sind die Statements der drei zu den einzelnen Themen gesplittet in einer Matrix angeordnet, die den Nutzern den Zugriff nach Themen oder Personen ermöglicht. So können die Nutzer selbst entscheiden, was sie von wem hören möchten und die Statements miteinander vergleichen.

Einziger Nachteil: Man muss man immer zuerst eine Person auswählen, andersherum funktioniert es nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich bei der Aufbereitung um ein vom ZDF auch an anderer Stelle eingesetztes Flash-Tool handelt.

Interactive Narratives ist wieder da

Während die langjährige Pflichtlektüre für Online-Journalisten, das Online Journalism Review, seinen Betrieb kürzlich eingestellt hat, ist die Website Interactive Narratives nach längerer Relaunch-Pause wieder da: Sie sammelt Links auf Multimedia-Features (“packages” im US-Jargon) – ideal, wenn man auf der Suche nach gelungenen Beispielen ist, aber kaum Zeit hat, selbst diverse Online-Medien danach zu scannen. Nun gibt es auch einen RSS-Feed für die Seite, um Neuzugänge im Auge zu behalten.

Die Seite ist nach dem Relaunch mit einigen Web-2.0-gemäßen Sortier- und Bewertungsfunktionen ausgestattet, dort tut sich aber im Moment noch nicht sehr viel.

Gefallen hat mir zum Beispiel das “After the Destruction” von Travis Fox. Der Multimedia-Pionier der Washington Post ist zwei Jahre nach Hurrican Katrina nach New Orleans zurückgekehrt und hat dort Menschen wiedergetroffen, die er damals interviewte. Außerdem gibt es einige schöne Panoramabilder, bei denen jeweils zwei Aufnahmen des gleichen Ortes einander gegenübergestellt werden. Ansonsten arbeitet Fox mit Elementen, wie sie derzeit typisch für Multimedia-Features sind: Menschen selbst im O-Ton erzählen lassen, Kombinationen von Stills und Bewegtbild, keine Erzähler – oder aber gleich als Reporter selbst die eigene Arbeit und die Erfahrungen vor Ort thematisieren.

Ähnlich ist es bei Hank Wilson, der – ausgestattet mit einem Stipendium – die Story “Keinen Verpfeifen – keine Verdächtigen” produziert hat. Dabei geht es um ein Viertel, in dem viele Morde geschehen, aber kaum jemand etwas gesehen haben will. Wilson lässt die Bewohner in vielen kurzen Standbild-/O-Ton-Bewegtbild-Einspielern zur Wort kommen.

Und es gibt noch mehr zu entdecken – oder selbst bei Interactive Narratives vorzustellen. Der Anteil deutscher Beispiele ist dort erwartungsgemäß weiter äußerst gering.

Interactive Narratives erscheint unter dem Dach der Online News Association.

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Typologie der Audio-Slideshow

Titelbild

Im folgenden Aufsatz werde ich verschiedene Formen der Audio-Slideshow unterscheiden. Dabei werde ich nicht nach verwendeten Formaten gliedern, wie es ewa Fabian Schweyher in seiner Diplomarbeit zur Audio-Slideshow versucht hat. Sondern ich möchte die möglichen Formen der Audio-Slideshow nach ihrer Vermittlungsform kategorisieren. Grundlage sind die verschiedenen Arten des Erzählers, die der französische Literaturwissenschaftler Gérard Genette in seinem Werk “Die Erzählung” unterscheidet. Daraus ergeben sich auch Erkenntnisse für die praktische Umsetzung einer Audio-Slideshow.
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Zoomer-Chef Syré: “Wir sind ein Nachrichtenmedium”

Frank Syré | Foto [M]: Fiete Stegers

Frank Syré ist ein für Journalisten angenehmer Interview-Partner: Eine ruhige Stimme, nicht allzu viel Ähs, und Antworten in ganzen Sätzen, die meistens mit “Wir” beginnen. Mit “Wir” ist Zoomer gemeint, dessen Chefredakteur Syré ist. “Wir sind ein Nachrichtenmedium” sagt er etwa zum redaktionellen Selbstverständnis. Was Syré sonst noch über Zoomer, seine Nutzer, Infografiken und Spiele zu sagen hat – in unserem Videointerview erfahren Sie es.
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Reportagen-Themen: Sie sind da draußen, stupid!

Sie suchen ein mögliches Thema für eine Reportage, haben “Reportage Themen” bei Google eingegeben und sind deshalb bei onlinejournalismus.de gelandet? Da sind Sie nicht der erste, wie unsere Abruf-Statisken zeigen. Trotzdem sind Sie hier ziemlich falsch. Besonders, wenn Sie Ihre Reportage schreiben, weil Sie sich damit für eine Journalistenschule oder ein Volontariat bewerben wollen.

Gehen Sie vor die Tür! Am Schreibtisch sollten Sie erst ganz am Ende sitzen, wenn Sie aufschreiben, was sie gesehen, gehört, geschmeckt, gefühlt, erfahren haben. Das sagen Ihnen jeder erfahrenere Kollege, sämtliche Lehrbücher und sogar Wikipedia.

Natürlich können Sie im Internet Anregungen für mögliche Reportage-Themen, -Schauplätze oder -Aspekte suchen. Die finden Sie aber bei einem Streifzug durch die Welt da draußen auch – möglicherweise viel einfacher; und vor allem solche, die nicht schon von tausend anderen Kollegen beackert wurden.

Was Sie hier finden: Hinweise zur Umsetzung von Reportagen im Medium Internet. Und das bietet eine ganze Menge – von Audio-Bildergalerie (Soundslides) über den Text mit Video-Ergänzungen bis zum vollen Multimedia-Paket (Hinweise in auch unseren Kategorien Beispielhaft und Multimedia). Der Onlinejournalismus lässt viel Raum für Experiment, Kreativität, neue Formen des Storytellings. Vieles davon ist auch schon mit einfachen Mitteln umsetzbar – wenn man nur will. Aber bevor Sie sich hier festklicken: Rausgehen und eine Geschichte mitbringen.

Weitere Links
… im Internet

  • Reporter-Forum. Netzwerk zur Förderung der Reportage durch Erfahrungsaustausch, Workshops etc.
  • Wie finde ich ein Thema? Oftmals kommt nicht der Reporter zum Thema, sondern das Thema zum Reporter, meint Henning Sußebach (Die Zeit).

Wie war das noch mit werbefreien WDR-Videos auf Der Westen?

Die Video-Kooperation zwischen dem WDR und Der Westen (wir berichteten) ist jetzt offiziell gestartet. Die ersten drei Videos (1,2,3) sind online, hier die Mitteilung dazu.

“Auch müsste sich das Zeitungshaus verpflichten, die Seiten, auf denen WDR-Beiträge zu finden sind, werbefrei zu halten”, heißt es noch in dieser WDR-Meldung vom 10.03.2008.

Zwar sind die Videos selbst frei von Post- oder Pre-Roll-Werbung, aber im direkten Umfeld sind oben und am rechten Rand großflächige Anzeigen platziert.

Wurden da zwischenzeitlich neue Nutzungsbedingungen ausgehandelt?

Update 20.06.08
Spiegel Online hat das Thema nun auch aufgegriffen: “Scharfe Kritik an Werbung neben WDR-Videos auf WAZ-Webseiten”.

Newsgaming: Aus Spiel mach Ernst


Julian Kücklich über Newsgaming | Screenshots/[M]: ojour
“In Second Life hält sich ja bekanntlich niemand mehr auf”, bekräftigte Medienforscher Julian Kücklich lapidar den allgemeinen Abgesang auf den einstigen Medien-Hype. Warum und er und andere sich aber dennoch Gedanken über “Newsgaming” – den Einsatz von Computerspiel-Elementen für den Journalismus machen, erläuterte er auf dem Medienforum NRW. Weiterlesen…

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