Archivierte Einträge für Multimedia

Taugt die „Flip“ für redaktionelle Arbeit?

Flip Ultra

Über die kleine „Flip“-Videokamera ist ja schon eine ganze Menge berichtet worden – und fast durchweg so positiv, dass sich der Hersteller um die Vermarktung wohl keine Gedanken mehr machen muss.

Das Erfolgsrezept der Kamera lautet: Relativ gute Bild- und Tonqualität bei gleichzeitig einfachster Bedienbarkeit – so einfach, dass selbst „Bild“-Chef Kai Diekmann zum Flip-Fan und Hobby-Filmer geworden ist und darüber nachdenkt, seine „Leser-Reporter“ mit der Flip auszustatten.

Doch taugt die Flip auch für seriöse journalistische Online-Videoberichterstattung?

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Zeit Online: Video-Reise, Thema Wiedervereinigung

Andrea Senzel und Simon Seeger sind für Zeit Online quer durch Deutschland unterwegs gewesen und haben Menschen gefragt: „Woran denken Sie, wenn Sie an die Wiedervereinigung denken?“ Herausgekommen sind Video-Porträts von ganz normalen Menschen, ihren Geschichten und ihren Ansichten.

Das ist gut gelungen. Auch zeigt Zeit Online, dass sich so ein Projekt mit für jeden zugänglichen externen Mitteln bauen lässt und man keine extra Flash-Oberfläche zu designen braucht: Auf einer Google-Map können die Reise nachverfolgt und einzelne Stationen angewählt werden. Die Videos bei Vimeo gelagert – dadurch lassen sie sich auch auf anderen Websites einbinden.



Eines der Videos von Zeit Online

Gewöhnungsbedürftig ist aber der extrem wackelige Handkamera-Stil mit zahllosen Unschärfen, vermutlich durch einen wildgewordenen Autofokus. Ohne die beruhigende Hintergrundmusik wäre das kaum zu ertragen. Aber im Netz zählt ja bekanntlich der Content mehr als die Verpackung.

New York Times auf Wahlkampfreise


Blog-Besitzer Lukas Heinser wies uns auf „Road to November“ hin. Die Wahlkampf-Reportage-Reise der „New York Times“ ist heute mit einer Folge in San Francisco gestartet. Im verbleibenden Monat sind die NYT-Reporter unterwegs zur Westküste und berichten mit Texten, Fotos, Videos etc. „Meiner Meinung nach ist das Onlinejournalismus, wie er sein sollte“, meint Lukas Heinser. Also ein klarer Fall für die Kategorie Beispielhaft?
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Die Foto-Video-Kamera für Profis?


In Gesprächen mit mehreren multimedial arbeitenden Kollegen kam in den letzten Tagen immer wieder ein Thema auf: die neue digitale Spiegelreflexkamera EOS 5D Mark II von Canon. Warum, zeigt dieses Video von Vincent Laforet auf der Canon-Website eindrucksvoll.

Screenshot des Beispielvideos
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ZDF-Multimedia-Specials zur US-Wahl

Gestern machte heute.de zeitweilig mit einem Multimedia-Special zur US-Präsidentschaftswahl (Mediathek-Popup) auf. Schön, wenn solche aufwendig erstellten Inhalte dann auch prominent präsentiert und nicht hinter einem weiterführenden Link versteckt werden. Aber erfüllt das Special auch die damit gesäten Erwartungen? Ein Fazit fällt nicht so einfach. „Solide, aber hinter den eigenen Möglichkeiten zurückbleibend“ trifft es vielleicht am ehesten.

Screenshot heute.de Weiterlesen…

Ein Weltrekord, so einfach geht’s …

„So einfach – und dennoch soooo gut: Die NYT zeigt (mal wieder), wie man mit einer einfachen Animation einen Weltrekord erklärt. Bleibt die Frage: Warum sieht man sowas bei uns so selten?“,

schreibt Christian Jakubetz. Es handelt sich übrigens um den 24. Weltrekord der Russin Yelena Isinbaeva im Stabhochsprung. Jakubetz‘ Begeisterung über diese Animation kann ich mich nur anschließen (man sollte auch die Kommentare in seinem Blog lesen!).

Nebenbei: Via deutscher Ausgabe der Google News finde ich kaum etwas Aktuelles über die Russin, bei Spiegel Online wird man beispielsweise auf die bereits aktualisierte Wikipedia verwiesen; die dürftige Trefferzahl könnte freilich auch an der unterschiedlichen Schreibweise des Namens der Russin liegen. Hier erklärt die „New York Times“ den Weltrekord.

Audio-Slideshow: Stimmen aus der Schlange

Oasis-Fans in der Warteschlange: Eine vertonte Bildergalerie bei Einslive. Weil’s ein Radiosender ist, zwar vermutlich eher eine bebilderte Audio-Umfrage, aber in jedem Fall gut gemacht.

Nachtrag, apropos Audio-Slideshow: Stefan Niggemeier findet merkwürdigerweise keinen Gefallen an „gestählerten Körpern“ in knapper Sportbekleidung. stern.de hat sein „Experiment“ mit einer (von dpa produzierten!) Sportler-Slideshow a la Welt.de daraufhin beendet. „Allgäu online“ erfreut sich dagegen weiterhin an dem, was Agenturjournalisten als „jung, hip und vor allem sexy“ bestaunen. Auch die Ruhr-Nachrichten, und die Rhein-Zeitung sind dabei. Den Trierer Volksfreund hat Google auch im Verdacht.

Nachtrag, 21.08.2008: Welt.de bearbeitet das Thema „So sexy ist Olympia“ aus eigener Kraft – wahrscheinlich, um auf 48 Bilder zu kommen. Textbeispiel: „Und was macht diese Cheerleaderin da eigentlich? Egal. Hübsch ist sie ja.“

[Ich arbeite u. a. für WDR.de, aber nicht für Einslive.]

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90elf.de: Anpfiff für Deutschlands erstes Fußballradio

Am Mittwoch erfolgt der Anpfiff für Deutschlands erstes Fußballradio. Unter 90elf.de möchte der zur Berliner Regiocast Gruppe gehörende Sender rund um die Uhr senden. Zum Kern des Angebotes gehört die Live-Berichterstattung aller Spiele der ersten und der zweiten Bundesliga, sowohl von den einzelnen Spielen als auch in der Konferenz. Die Ausstrahlung soll zunächst nur über das Internet erfolgen, berichtet Horizont.net.

Regiocast habe einen sechsstelligen Betrag für die erstmals von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vergebenen Rechte für die Live-Audioübertragung über digitale Verbreitungswege in die Hand genommen, heißt es weiter. Dazu kommen Investitionen in Technik und Programm in Höhe von mehreren Millionen Euro. Produziert wird vom Radiozentrum Leipzig aus. Die Redaktion soll zum Sendestart zehn Mitarbeiter umfassen, innerhalb der Regiocast Gruppe werden bis zu 20 Mitarbeiter für 90elf arbeiten. Auch Altmeister und Reporterlegende Günther Koch wird aus den Stadien kommentieren.

Neben der Live-Berichterstattung soll es unter der Woche Berichte und ein eigenes Musikprogramm geben. Auch Chats, Videos und Fotos sollen über die Website verbreitet werden. Finanziert werden soll das für Nutzer kostenfreie Programm, laut Horizont.net, über die Vermarktung von klassischen Audiospots und Onlinewerbung. Der Geschäftsplan umfasse fünf Jahre, für das dritte Jahr rechne Geschäftsführer Florian Fritsche mit dem Break-Even.

Ich halte es für ein gewagtes Projekt, es wird schwer sein, sich auf einem relativ gut abgedeckten Markt zu etablieren. Andererseits hat so ein kompaktes Angebot bisher noch gefehlt. Wie war das eigentlich mit dem Bundesliga-Radio der DFL auf www.bundesliga.de, wann und warum wurde das eingestellt? Ich bin derzeit leider nur noch hauptsächlich auf die zweite Liga fixiert, fühle mich dort aber medial ganz gut bedient.

Nachtrag 12.08.08
Thomas Knüwer kritisiert in seinem Blog Indiskretion Ehrensache heute einen Artikel aus der „Frankfurter Rundschau“ über 90elf.de: „Die „FR“ erwähnt zwar nicht, dass es mit dem Liga-Radio ein solches Angebot schon gibt und erzählt auch nicht, was aus dem nun wird.“ Ich habe eben mal bei der DFL angerufen, das Liga-Radio wird es auch in der Saison 2008/2009 geben (das ist nur etwas schwer zu finden auf der Bundesliga.de-Seite, darum wähnte ich es schon als „eingestellt“). Herrje, als großer Fußballfan habe ich das Liga-Radio seit langem nicht mehr genutzt, umso mehr bezweifele ich die Erfolgsaussichten von 90elf.de.

Nonlineare Aufbereitung beim ZDF

Für Fernsehleute ist da ja eine ganz andere Art des Zugriffs: heute.de lässt zum Thema Milchstreit einen Milchbauer, einen Molkereivertreter und eine Verbraucherschützerin zu Wort kommen – im Video. Allerdings nicht in Form linearer Interviews – stattdessen sind die Statements der drei zu den einzelnen Themen gesplittet in einer Matrix angeordnet, die den Nutzern den Zugriff nach Themen oder Personen ermöglicht. So können die Nutzer selbst entscheiden, was sie von wem hören möchten und die Statements miteinander vergleichen.

Einziger Nachteil: Man muss man immer zuerst eine Person auswählen, andersherum funktioniert es nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich bei der Aufbereitung um ein vom ZDF auch an anderer Stelle eingesetztes Flash-Tool handelt.

Interactive Narratives ist wieder da

Während die langjährige Pflichtlektüre für Online-Journalisten, das Online Journalism Review, seinen Betrieb kürzlich eingestellt hat, ist die Website Interactive Narratives nach längerer Relaunch-Pause wieder da: Sie sammelt Links auf Multimedia-Features („packages“ im US-Jargon) – ideal, wenn man auf der Suche nach gelungenen Beispielen ist, aber kaum Zeit hat, selbst diverse Online-Medien danach zu scannen. Nun gibt es auch einen RSS-Feed für die Seite, um Neuzugänge im Auge zu behalten.

Die Seite ist nach dem Relaunch mit einigen Web-2.0-gemäßen Sortier- und Bewertungsfunktionen ausgestattet, dort tut sich aber im Moment noch nicht sehr viel.

Gefallen hat mir zum Beispiel das „After the Destruction“ von Travis Fox. Der Multimedia-Pionier der Washington Post ist zwei Jahre nach Hurrican Katrina nach New Orleans zurückgekehrt und hat dort Menschen wiedergetroffen, die er damals interviewte. Außerdem gibt es einige schöne Panoramabilder, bei denen jeweils zwei Aufnahmen des gleichen Ortes einander gegenübergestellt werden. Ansonsten arbeitet Fox mit Elementen, wie sie derzeit typisch für Multimedia-Features sind: Menschen selbst im O-Ton erzählen lassen, Kombinationen von Stills und Bewegtbild, keine Erzähler – oder aber gleich als Reporter selbst die eigene Arbeit und die Erfahrungen vor Ort thematisieren.

Ähnlich ist es bei Hank Wilson, der – ausgestattet mit einem Stipendium – die Story „Keinen Verpfeifen – keine Verdächtigen“ produziert hat. Dabei geht es um ein Viertel, in dem viele Morde geschehen, aber kaum jemand etwas gesehen haben will. Wilson lässt die Bewohner in vielen kurzen Standbild-/O-Ton-Bewegtbild-Einspielern zur Wort kommen.

Und es gibt noch mehr zu entdecken – oder selbst bei Interactive Narratives vorzustellen. Der Anteil deutscher Beispiele ist dort erwartungsgemäß weiter äußerst gering.

Interactive Narratives erscheint unter dem Dach der Online News Association.

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