Unter diesem Titel gibt es heute Abend (21:45 Uhr, ARD) einen Beitrag des NDR-Magazins Panorama – ich bin gespannt darauf. Sicherlich gibt es den Beitrag auch wieder im Netz zum Download, wir weisen dann natürlich darauf hin; in der Vorschau heißt es u.a.:
“Sie suchten im Internet, fanden Fotos und kopierten sie einfach. Das Netz als Selbstbedienungsladen – so sehen das offenbar immer mehr Pressevertreter. Es wird geklickt, kopiert, veröffentlicht – rücksichtslos und ohne Erlaubnis. Und weil jede Redaktion die Erste sein will, passieren Fehler.”
Vor vier Wochen dokumentierten wir hier einen Fall, bei dem das Hamburger “Abendblatt” sich in Berichten über ein Familiendrama, bei dem vier Menschen ums Leben kamen, offenbar mit Bildern aus dem Internet behalf (siehe: “Exklusives “Internet-Tagebuch des Familienmörders”). Die Bilder stammten von einer Internet-Seite des Familienvaters, der sich uns seine Familie getötet hatte. Als Fotograf gab das “Abendblatt” allerdings den Namen des “Abendblatt”-Autoren Florian Büh an.
Dieser wollte uns keine Auskunft über die Herkunft der Bilder geben und verwies an “Abendblatt”-Chefredakteur Claus Strunz. Der wiederum antwortete uns trotz mehrmaliger Nachfragen bis dato nicht. Die entsprechenden Seiten wurden inzwischen kommentarlos von der “Abendblatt”-Website entfernt (die Bildunterschriften sind allerdings weiterhin einsehbar). Medienethik scheint für Strunz, der sich in Sonntagsreden gerne für seinen “Journalismus 2.0″ und seine Lesernähe rühmt, keine Rolle zu spielen.
Update 27.03.2009
Das Video der Panorma-Sendung ist jetzt auf der Website. Außerdem gibt es einen interessanten Schriftwechsel zwischen der Panorama-Redaktion und “Bild”-Pressesprecher Tobias Fröhlich (PDF). Im Panorama-Forum kritisieren Zuschauer zurecht, dass die Redaktion in ihrem Beitrag die Rolle der Öffentlich-Rechtlichen bei der Winnenden-Berichterstattung überhaupt nicht reflektiert und nur auf die einschlägigen Verdächtigen, wie “Bild” und Privatsender, eingeht.
Nachtrag 01.04.2009
Über das Schweigen ansonsten gerne sprechender Chefredakteure hat sich auch Stefan Niggemeier in dem Beitrag “Niemandem Rechenschaft schuldig” Gedanken gemacht.
Die April-Ausgabe des ABZV-Newsletters bietet einen kleinen Denkanstoss zum Bilderklau im Internet.