Archivierte Einträge für Nutzer

Künstliche Duftmarken für Trüffelschweine

Icons der Bookmark-Dienste bei sueddeutsche.de

Etliche Online-Redaktionen haben bei Relaunchs in den letzten Monaten Social-Bookmarking-Dienste in ihr Angebot integriert. Was bringen sie Nutzern, Journalisten und Redaktionen? Die Hoffnungen sind einigerorts nicht unerheblich, die Erfahrungen noch eher verhalten.

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Zuschauer drücken “record”, Politiker sollen antworten

Unter frage.tagesschau.de gibt es die ersten Videos einer Aktion von ARD-Morgenmagazin, Mittagsmagazin und tagesschau.de zu sehen: Zuschauer nehmen ihre Frage auf Video auf und laden diese hoch. Vom 3. bis 5. September sind Spitzenpolitiker in Morgenmagazin und Mittagsmagazin zu Gast und sollen darauf antworten (Guido Westerwelle, Edmund Stoiber, Renate Künast, Ursula von der Leyen, Peer Steinbrück und Kurt Beck).

In den USA hat eine ähnliche Video-Fragestunde ja bereits Eingang in den Vorwahlkampf gefunden. ABC folgte mit einer ähnlichen Aktion – NewTeeVee berichtet über deren magere Resonanz und Manipulationsvorwürfe. Vlogger Zennie Abraham hat sich über die Ursachen Gedanken gemacht: Für die User hätten zu viele technische Hürden bestanden (Video).

Update: Im Tagesschau-Blog sind die Nutzerkommentare zur Aktion bisher überwiegend kritisch.

Wie weiblich sind Weblogs?

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In Blogs und Blog-Kommentaren bestimmen Männer den Ton. Besonders, wenn die Diskussion ums Bloggen selbst geht, ist von Frauen kaum etwas zu hören. Stimmt der Eindruck? onlinejournalismus.de sprach darüber mit Jan Schmidt. Ein Mann – aber einer, der es wissen muss.
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Relaunchitis: Kress.de oder manchmal tut’s auch weh

Vor sechs Wochen nörgelte ich noch über die neue taz.de: “Det war nüscht”. Ähnlicher Meinung waren viele NutzerInnen, die ihren Unmut im Forum mitteilten. Ja, “taz”-LeserInnen ticken halt anders, haben eine besondere emotionale Bindung zu dem Blatt. Mittlerweile habe ich mich übrigens einigermaßen mit der neuen Internet-”taz” arrangiert, wenn nicht sogar ein wenig angefreundet – Aufatmen in der Rudi-Dutschke-Straße, Peace. Heftiges Rumoren hingegen in Heidelberg bei Kress.de.

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Studie über Online-Videonutzung

Das Pew Internet & American Life Project, eine non-profit-Forschungseinrichtung, hat eine Studie über die Online-Videonutzung veröffentlicht (PDF-Direktlink, 165 kB, 28 Seiten). Datenbasis sind telefonische Umfragen unter 2200 US-Amerikanern über 18 Jahren.

Einige der Ergebnisse:

  • Three in four young adult internet users watch or download video online
  • News video is the most popular category for everyone except young adults.
  • More than half of online video viewers share links to the video they find with others.
  • Professional videos are preferred to amateur productions online, but amateur content appeals to coveted segments of the young male audience.

Was genau unter “professional video” zu verstehen ist, wird in der Studie leider nicht näher erläutert, merkt Howard Owens an. Wenn ein Journalist das Video produziert hat? Wenn dafür Geld bezahlt wurde?

Weitere Anmerkungen zu den Ergebnissen der Studie u.a. bei Melissa Worden und Mindy McAdams, die dafür plädiert, dass User Videos generell auf ihren eigenen Seiten einbetten können sollten. Prinzipiell ein guter Gedanke, aber manchmal funktioniert ein Video nur im Kontext einer bestimmten Seite.

NZZ / Redesign

Redesign auch bei der NZZ, berichtet Medienlese – und wie stets gibt es unter den Kommentaren derjenigen Nutzer, die sich öffentlich zu Wort melden, zahlreiche verärgerte.

“The creepy side of YouTube meetings”

YouTube-Enthusiasten trafen sich im echten Leben:

Perhaps the creepiest aspect of the meetup was the meeting of both young women — theHill88, Brookers, more — and older, graying, maladriot men. […] YouTube may be a fascinating world online, but offline it skeeves me out.

(NewTeeVee)

CNN/YouTube: Frag den Kandidat

Im Vorfeld der amerikanischen Präsidentschaftswahlen bietet CNN in Zusammenarbeit mit YouTube ein Format an, bei dem Bürger ihre Fragen per Video an die Kandidatur-Bewerber der beiden großen Parteien stellen können. Es soll jeweils eine TV-Sendung geben, in denen die Präsidentschaftsbewerber von Republikanern und Kandidaten mit redaktionell ausgewählten Videos mit Bürgerfragen konfrontiert werden. Die Fragesteller dürfen im Publikum sitzen.

YouTube fordert die User dazu auf, die Debatte anschließend in seinem “politischen Vlog” Citizen Tube fortzusetzen.


P.S.: Ja, das ist YouTube-Logo im eingebundenen Video oben. Videos von anderen Seiten einbauen – das ist praktisch für den Nutzer, liefert möglicherweise auch Gratis-Videocontent. Gleichzeitig hat Roman Mischel aber schon vor einiger Zeit auf einige damit verbundenen Fragen aufmerksam gemacht, über die man sich meist erst in zweiter Linie Gedanken macht: Berichten wir jetzt über dieses Video oder machen wir uns es zu eigen? Wie sieht es aus bei möglichen Rechteverletzungen Dritter? Was ist, wenn sich der Inhalt des eingebundenen Videos plötzlich ändert oder dort Werbung auftaucht, die einem missfällt? Beim Einbinden ist das schon eine Nummer härter. Deswegen sind wir hier auch in der Redaktion nicht immer einer Meinung, wie wir damit verfahren sollen. Sicher ist: Als Video-Sammelstelle oder Abspielstation für Fremdanbieter sehen wir onlinejournalismus.de nicht.

“Hausfrauen vor verstaubten Gummibäumen, die sich ausziehen”

Aber hallo, was ist denn das für eine Überschrift. Wer redet denn über solches Zeugs. Habe ich gerade gelesen, beim seriösen Medienmagazin “DWDL” und die haben das heute beim Medienforum NRW in Köln gehört:

“Auch User Generated Content sieht Monika Piel [WDR-Intendantin, T.M.] eher kritisch. Er passe nicht in das Programmprofil des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Wenn sie entsprechende Portale anschaue, dann sehe sie vor allem “Hausfrauen vor verstaubten Gummibäumen, die sich ausziehen” [vermutlich meinte sie Hausfrauen, die sich vor verstaubten Gummibäumen ausziehen, aber so beckmesserisch möchte ich da mal nicht sein, T.M.] und ähnliches, so Monika Piel. Zudem sei die Seriösität der Informationen im Web oft nicht nachvollziehbar.”

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich auch mal äußern, wie sich zuweilen das verbliebene Publikum oder andere Kollegen das Treiben in den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten vorstellen. Die größten Elche sind selber welche: Ich hoffe, ich falle am Mittwoch beim Medienforum NRW im Panel Citizen Journalists – Demokratisierung oder Qualitätsrisiko? nicht durch ähnliche Aussagen auf.

Brennende Autos – Google Maps im Lokalen

Vor einigen Monaten habe ich für die „Drehscheibe” (ein monatlich erscheinender Pressedienst für Lokalredaktionen) einen Artikel zum Einsatz von Social Software für Journalisten im Lokalen geschrieben. Darin erwähnte ich auch Google Maps anhand des folgenden Beispiels (gefunden hier bei Onlinejournalismus.de).

Mit Social Software lassen sich freilich keine Straßen-, Finanz- oder Ideenlöcher stopfen. Aber zumindest kann das Thema zusammen mit dem Leser anders angegangen werden. Das zeigt etwa das kalifornische Blatt „The Bakersfield Californian“. Auf der Website dieser Tageszeitung können die Leser selbst die Schlaglöcher im Straßennetz der 300.000-Einwohnerstadt markieren. „Map your most hated pothole!“, fordert die Zeitung ihre Leser zur Mitarbeit an der „Pothole Map“ (www.bakersfield.com/864) auf. In wenigen Sekunden können die Nutzer Informationen auf der Karte eintragen, ohne sich registrieren zu müssen. Wer die Schäden ausführlicher belegen will, kann ein digitales Bild hinzufügen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die stets aktualisierten Warnhinweise auf dem Stadtplan bieten besten Nutzwert für geplagte Autofahrer. Der Aufwand für die Redaktion liegt praktisch bei Null. Denn die Zeitung nutzt für die Zusammenarbeit mit den Lesern Googles Maps API (www.google.com/apis/maps). Darin ist die ganze Stadt digital aufbereitet, ebenso wie die meisten deutschen Ortschaften.

Inzwischen ist die Pothole Map erweitert worden, die Nutzer können Schlaglöcher jetzt nicht nur auf der Karte anzeigen, sondern auf einem Formular der Stadtverwaltung melden, reparierte Stellen können markiert werden.

Eine Berliner Agentur nahm sich jetzt auf der Basis von Google Maps der brennenden Autos in der Hauptstadt an (via Don Dahlmann). Die Macher merken an, dass die Seite „weder in die eine noch in die andere Richtung politisch motiviert“ sei und dass man sich „ausdrücklich von jeglicher Form der Gewalt“ distanziere. Als Hauptquelle für die Brandmeldungen dienen Polizei und Feuerwehr. Aber auch hier könnten die Nutzer beispielsweise durch eingesendete Fotos beitragen.

Eine interessante Idee, die Darstellung wirkt beeindruckender, dynamischer und informativer als die üblichen Berichte. Freilich könnten Medien damit auch gehörig Stimmung machen, zumal solche dynamischen Angebote ständig aktualisiert werden müssten. Ich bin gespannt, ob Medien hierzulande dies mal ausprobieren; entsprechende Beispiele können Sie gerne hier melden.

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