Archivierte Einträge für Onlinejournalismus

DerWesten zum Flashmob-Aufruf gegen den Duisburger OB

“Die Netzgemeinde mobilisiert sich gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Twitterer wollen sich am Mittwoch zu einem „Flashmob“ vor dem Duisburger Rathaus treffen. Um 17.30 Uhr wollen die Nutzer des Mikro-Blogs Adolf Sauerland zum Rücktritt auffordern”, heißt es im Einstieg eines Artikels bei DerWesten, der den Titel “Twitterer fordern Sauerland zum Rücktritt auf” trägt. Außerdem wird in dem Artikel auf eine Online-Petition verlinkt, die den Oberbürgermeister zum Rücktritt auffordert.

Klar muss bei dieser Katastrophe auch darüber berichtet werden, wie einige Menschen im Internet (ich halte “Die Netzgemeinde” für einen völlig unangemessenen Begriff, ebenso “des Mikro-Blogs”) mit ihrer Trauer aber auch mit ihrer Wut über das Geschehene und die vermeintlich Verantwortlichen umgehen. Dabei sollte allerdings gerade beim führenden lokalen Medium absolutes Fingerspitzengefühl angesagt sein, DerWesten, die “WAZ” tragen da große Verantwortung.

In dem Artikel wird nicht darauf hingewiesen, wer die Initiatoren dieses Flashmobs sind – es scheint sich um eine amorphe Masse zu handeln; ebenso verhält es sich bei der Online-Petition – es wird kein Urheber genannt. Da wurde einfach nicht recherchiert sondern nur plump aus dem Netz kopiert – Hauptsache, die Entwicklung wird spannend dokumentiert und “die Netzgemeinde” ist ja eh irgendwie okay. Ein gestern bei DerWesten veröffentlichter Artikel, der sich direkt unter dem “Flashmob”-Artikel befindet, weißt übrigens deutlich auf die Stimmungslage in Duisburg hin: “Morddrohungen – OB Sauerland versteckt Familie”.

Relaunch bei Focus und Frankfurter Rundschau

Focus und Frankfurter Rundschau haben ihre Websites relauncht. Die FR erklärt ausführlich, was nun anders ist, der Focus sogar sehr ausführlich. Erste Eindrücke:

Die FR-Homepage wirkt deutlich bunter als Focus.de. Viel grün – aber trotzdem nicht gerade unverwechselbar. Blassgraue Schrift auf Weiß – da sollte nachgebessert werden.

Die Focus-Homepage wirkt im oberen Teil sehr elegant und aufgeräumt und bietet Platz für ein großes Titelbanner. Sobald man allerdings über die Top-Meldungen hinweg nach unten die Ressorts scrollt, sieht man, dass die Focus-Designer hier vor dem selben Problem wie andere Sites standen: “Das muss auch noch auf die Startseite.”

Der “schlanke Seitenkopf”, den der Focus extra hervorhebt, wird leider durch das massive Werbebanner konterkariert. Bei kleineren Bildschirmauflösungen bleibt da nicht viel vom Inhalt im Blickfeld (auch wenn das ebenso bei anderen Websites auftritt). Andersherum werden iPad-Nutzer auf die Mobil-Version der Website umgeleitet, die sich auf dem Tablet-Bildschirm auch nicht so gut macht.

Screenshot Focus.de 1024×768px

Screenshot Focus.de 800×600px

Auf den Artikelseiten übernimmt Focus Online das von Spiegel Online bekannte Muster, in der linken Spalte verwandte Inhalte anzubieten und rechts andere Angebote zu bewerben – gefällt mir hier gut. Die FR setzt neben den Artikel rechts einen Kasten mit Meta-Daten – bekannt etwa von Zeit Online.

Die Nutzerkommentare sind bei beiden Sites bisher positiver als beim jüngsten Relaunch von BBC News.

(wird evtl. noch ergänzt)

FHM setzt voll auf Facebook

Facebook statt einer eigenen Webseite – diesen Weg geht die Zeitschrift FHM seit einigen Tagen. Der Egmont-Verlag hat die bisherige Präsenz unter www.fhm-online.de abgeschaltet und setzt stattdessen voll auf das Soziale Netzwerk, dass inzwischen mehr als 500.000.000 Millionen Nutzer meldet.

Der Branchendienst kress.de zitiert die Verantwortlichen mit den Worten, dass man dahin gehe, wo die Nutzer seien. Die Interaktion ist für den Verlag sehr wichtig, hieß es. Wobei freilich nur Facebook-Mitglieder Kommentare abgeben können.

FHM Germany - Facebook 1279874391174

Das Profil bei Facebook wird redaktionell betreut. Dennoch: Große journalistische Inhalte sind nicht zu finden. Stattdessen werden Bilderstrecken gezeigt, das Cover des aktuellen Hefts und einige weitere Funktionen des Netzwerks genutzt. 20.651 Fans hat die Seite am Freitag gehabt.

Dadurch stellt sich die Frage, ob sich der Egmont Verlag nicht eher die Server- und Personalkosten für sein Angebot sparen möchte. Das Profil wirkt sowieso eher wie ein Vertriebsweg, was auch freimütig zugegeben wird. Das Magazin werde am Kiosk verkauft, hieß es bei Kress.

Das allerdings auch nicht mehr so erfolgreich, wie bisher. Meedia.de rechnet vor, dass in den vergangenen Jahren 25 Prozent Auflage verloren gegangen seien. Im zweiten Jahresquartal 2010 kam FHM laut IVW auf insgesamt 150.217 verkaufte Exemplare. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies ein Plus von vier Prozent.

Weitere Links

WDR-Streetview vom A40-Picknick

Die A40, die geliebt-gehasste Verkehrsschlagader quer durchs Ruhrgebiet, ist heute auf 60 Kilometer Länge gesperrt. Zwischen Duisburg und Dortmund findet stattdessen das vermutlich größte Picknick der Welt statt – eine Aktion im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Wer wie ich nicht dabei ist, kann sich die Strecke aber (bereits seit einigen Tagen) in einer Art Streetview-Special auf WDR.de ansehen.

Screenshot “360-Grad-Still-Leben Ruhrschnellweg” bei WDR.de

Das aus 1500 Panorama-Fotos zusammengefügte Special zeigt die Strecke zunächst im Normalzustand. Es lässt sich nach Autobahn-Ausfahrten und den (von den Organisatoren zugeteilten) Nummern der 20.000 Picknicktische durchsuchen. Hotspots markieren interessante Punkte entlang der Strecke, bereits vorhandene WDR-Berichte und externe Links.

Der Mammut-Akt steht der Redaktion aber erst noch bevor: Ab Sonntagabend sollen nach und nach rund 10.000 Fotos vom Tag der Aktion eingebaut – so dass ein Vorher-/Nachher-Vergleich möglich ist.

Hinweise auf weitere interessante Links zum “Still-Leben A40″ gerne in den Kommentaren.

[Ich bin ARD-Mitarbeiter und habe für WDR.de gearbeitet.]

Relaunch der BBC-News-Website

news.bbc.co.uk hat den angekündigten Relaunch erfahren. Die Site ist – natürlich – in die Breite gegangen. Die Schriftstile sind entsprechend größer, die einzelnen Elemente ebenfalls. Auf die “Low graphics”-Version wird ganz verzichtet, dafür gibt’s größere Bilder und mehr (integrierte) Videos. Abschied vom kleinteiligen Späte-90er-Feel also. Aber mir ging’s wie mehreren Kollegen, die sich im Gespräch oder auf Twitter äußerten: Wirklich einschneidende Veränderungen oder gar einen ganz großen Wurf, der andere erblassen lässt, kann ich auf Anhieb nicht erkennen. Total unaufgeräumt wirkt auf mich der untere Teil von Beitragsseiten, in dem sich diverse verwandte Inhalte befinden, die früher teilweise in der rechten Spalte angeführt wurden.

Im BBC-Blog The Editors, das schon die Vorbreitung des Relaunchs begleitete, werden die Neuerungen ausführlich erläutert. Dazu gehört laut FAQ auch die Integration des Facebook-Like-Buttons. Die Kommentare der Nutzer, die sich im Blog zu Wort melden, sind überwiegend negativ – auch im Vergleich zu anderen Relaunchs.


Weitere Links

  • Guardian The BBC News redesign: Hot, or not?

Fotostrecken von der Hinrichtung

Im US-Bundestaat Utah ist ein als Mörder verurteilter Mann von einem Erschießungskommando hingerichtet worden. Auf unser aller Vorbild-Website news.bbc.co.uk ist die Geschichte der Aufmacher, der erste Subteaser verheißt: “In Pictures: Utah Execution”. Dahinter erwartete ich instinktiv eine minutiöse Dokumentation der Erschießung – Bild für Bild.

news.bbc.co.uk (Screenshot)

So sieht es dann doch nicht aus. Nur vier Bilder Nach anfangs nur vier Bildern sieben Motive, die vornehmlich den Hingerichteten, eine Hinrichtungszelle und Angehörige der Opfer zeigen – nicht die Hinrichtung selbst, wie es der Teaser vermuten ließ. Eines der Bilder, das die widersprüchlichen Emotionen der Angehörigen zeigt, ist starker Fotojournalismus.

Oder ist hier durch Aufmachung und Umfang insgesamt schon eine Grenze überschritten? Eine Frage, die sich beim Umgang mit Fotos, die Gewalt, Leid und Opfer zeigen, immer wieder stellt und die wahrscheinlich jedes Mal neu beantwortet werden muss. Denken wir an Fotostrecken, die das Ausmaß einer Naturkatastrophe verdeutlichen oder an die Diskussion um ethische Zurückhaltung versus Beschönigung bei Kriegsbildern.

Oder an die Frage, ob eine 17-teilige Bildergalerie über einen schweren Verkehrsunfall sein muss, auch wenn sie hauptsächlich Aufnahmen von Rettungsfahrzeugen zeigt. Im Blog der Journalistin Ulrike Langer melden sich dazu u. a. Diskutanten zu Wort, die den dokumentarischen Anspruch des Fotojournalismus hervorheben und süffisant auf hochgelobte Fotoblogs wie The Big Picture verweisen. Und ob die Online-Redakteure der Mitteldeutschen Zeitung froh darüber sind, dass ihnen hier Design als Standard-Funktion bei sämtlichen Bildern – also auch Unglücksfotos – anbietet, diese als E-Card zu versenden.

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de

… im sonstigen Internet

Fußball-WM: Zwei junge deutsche Multimedia-Projekte

Die WM scheint traditionell ein Innovationsmotor für den deutschen Multimediajournalismus zu sein: Ich erinnere mich noch, wie ich vor vier Jahren zur Fußball-WM für jetzt.de ein selbstentwickeltes Multimedia-Format ausprobiert habe (Hat leider nie so richtig funktioniert, für die meisten Leser war es zu ungewohnt). Jetzt haben wieder zwei Gruppen von Journalisten zur WM multimediale Experiment gewagt – nicht nur erzählerisch, sondern auch wirtschaftlich.

2470media

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2470media.com ist ein Zusammenschluss von einigen jungen Hannoveraner Foto-Journalisten. Anna Jockisch, Shooresh Fezoni, Michael Hauri und Daniel Nauck stammen alle aus der neuen Talentschmiede für Audio-Slideshows, der Fachhochschule Hannover mit ihrem speziellen Studiengang Fotojournalismus. Die vier haben sich gut vorbereitet, Experten befragt und sowohl Unterstützung durch den Gründercampus Niedersachsen als auch Kapital bei einer Bank beantragt.

Die GmbH erinnert sofort an die amerikanische Produktionsfirma Mediastorm und mein erster Gedanke, als die vier mich vor über einem Jahr in ihre Pläne einweihten war, wie bei Mediastorm: Und mit was wollen die Geld verdienen? Neben dem reglären Verkauf von ihren Produktionen an Verlage (mit vermutlich bescheidenen Honoraren, die ich ungern durch vier teilen wollen würde), sind Auftragsproduktionen etwa für Imagekampagnen von Konzernen sicher nicht unwahrscheinlich und sicher auch ganz lukrativ. Und dann fällt auf der Seite noch der kleine Kachingle-Button auf, ein Unternehmen und eine Idee, das durchaus die Vorstufe zu einem neuen Bezahlmodell für Journalismus sein könnte.

Bei ihrem WM-Projekt Soccer for Life steht dagegen der Charity-Gedanke im Vordergrund. Die hervorragenden Reportagen aus Afrika von Felix Seuffert (der mir bereits mit seiner Übungsreportage an der FH positiv aufgefallen war) werden mit Partnern wie “11 Freunde” und “taz” und einem Spendenaufruf präsentiert. Finanziert wird das Projekt vom Gründercampus und über Honorare von DFB-TV. Jedenfalls ist es eine Freude, diese mit Leidenschaft gemachten Reportagen aus Film und Fotos anzusehen, etwa über einen taxifahrenden Fußballtrainer, der alles macht, damit seine Kunden glücklich sind und seine Jungen Fußball spielen können.

Das Wintermärchen

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Begeisterung für Fußball und für Multimediajournalismus stand auch bei Christian Frey und Kai Schächtele im Vordergrund. Sie berichten in ihrem vor wenigen Tagen gestarteten Projekt wintermaerchen2010.com täglich aus Südafrika. Beide arbeiten als freie Journalisten und haben bereits einige Audio-Slideshows zusammen produziert. Und auch sie setzen auf freiwillige Unterstützung: Bereits 450 Euro kamen über einen einfachen Paypal-Link zusammen, das ist immerhin mehr, als die großen Verlage für einen Multimedia-Beitrag zahlen. Vielleicht ist es irgendwie ein schönes Gefühl für Rezipienten, einen Privat-Korrespondenten dort unten zu haben.

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Was mir auch hier gefällt: Das Geld interessiert die beiden gar nicht so sehr. Sie wollen in erster Linie dabei sein und schöne Geschichten erzählen. Aktuell zum Beispiel über den Ärger der Afrikaner, die in der Nacht auf Montag an den Ticketbuden umsonst gewartet haben.

Egal was aus den Projekten finanziell wird … journalistisch sind sie für mich jetzt schon eine Inspiration.

“Zeitung online” besser per Twitter verfolgen

Heute begann in Düsseldorf die Tagung “Zeitung Online”. Bei der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und World Association of Newspapers and News Publishers (WAN-IFRA) veranstalteten Multimediakonferenz werden “die neusten Online-Trends, E-Publishing-Lösungen und innovativen Vertriebskonzepte für mobile Endgeräte diskutiert”. RP Online bietet eigens dazu ein Dossier “Special zum Kongress “Zeitung online 2010″ in Düsseldorf” an, das neben Eigen-PR auch Informatives – zumindest für den nicht aus der Medienbranche stammenden Leser – bietet.

Erhofft hatte ich mir eine Live-Berichterstattung, doch der RP Online-Bericht “Zeitung Online ist eröffnet” lässt einen leider regelrecht gruseln – Bratwurstjournalismus vom Feinsten, garniert mit unzähligen Fehlern; als Kostprobe der inzwischen korrigierte Teaser:

Der Fachkonferenz”Zeitung Online” hat begonnen. Die Resonanz ist groß. Im Tagungsraum sitzen rund 300 Experten, Chefredakteure, Marketingstrategen dicht gedrängt. Richard Rebmann, Vize-Präsident des Bundes deutscher Zeitungsverleger begrüßte die Gäste im Saal.

Da ist man mit den Häppchen-Informationen via Twitter zumindest im Groben besser informiert – Hashtag #zo10.

Gegen BP – für Gauck

Ein leicht knollennasiger älterer Herr aus dem Osten ist zum Liebling von Leuten geworden, die sich ansonsten eher für Mate oder Ipads interessieren – stark vereinfacht gesagt. Aber von vorn:

In der letzten Woche geisterten einige Links durchs Web, die sich mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beschäftigten. Nicht nur mein Favorit: “If it was my home” projiziert die Größe der Verseuchung dank Google Maps auf eine beliebige Erdregion. Warum ist auf so etwas keine Online-Redaktion gekommen?

Weitere interessante Links, die eher in Richtung Aktivismus als Journalismus gehen und sich gegen den Verursacher der Ölpest wenden, hat Netzpolitik gesammelt: “Remix BP“.

Positiv versuchen hingegen in den letzten Tagen Unterstützer der Bundespräsidenten-Kandidatur von Joachim Gauck, die nicht in den Redaktionen von “Spiegel” oder “Bild am Sonntag” sitzen, ihrem Kandidaten Rückenwind im deutschprachigen Netz zu verschaffen. Nicht nur in den Online-Umfragen großer Sites – egal ob Bild.de oder heute.de – dominiert Gauck klar vor Wulff: Websites wie “Wir für Gauck” oder “Mein Präsident” zeigen, was mit minimalem oder ein wenig mehr Aufwand in Windeseile mit frei zugänglichen Social-Media-Tools zusammengebastelt werden kann. Das Pottblog bietet eine “Gauck-Ecke” zum Einbau in die eigene Website an. Die Webevangelisten sammeln Pro-Gauck-Tweets und bauen daraus ein Mosaik von mehr als 2.500 Unterstützern. Und die etablierten Medien thematisieren die Pro-Gauck-Welle auch schon – zuerst anscheinend Der Westen (ausgerechnet!), spätestens morgen dann sicher auch Spiegel Online.

Schließlich bringt es unter den diversen Pro-Gauck-Bekundungen auf Facebook eine Gruppe bereits auf mehr als 10.000 Mitglieder. Interimspräsident Jens Böhrnsen kann hingegen auf Facebook – soweit ich das sehe – nur auf etwas über 300 Freunde zählen. Immerhin sind das schon deutlich mehr als seine 24 Kumpane am Montag letzter Woche.
Jens Böhrnsen bei Facebook, Screenshot vom 31.05.2010

Update, 08.06.2010

q.e.d. – ein SpOn-Artikel

Weitere Links
… im Internet:

  • Das Altpapier fragt “What about the Gauck-Euphorie? Spannend an der Horst-Köhler-Nachfolge-Frage bleibt aus medialer Sicht, ob und wie es den Medien gelingt, die Gegenkandidat-Trunkenheit vom Wochenende (Altpapier von gestern) hochzuhalten.”

“Woran das Online-Portal der WAZ Mediengruppe scheiterte”

… wird ein Artikel auf dem Titel des aktuellen “Journalist” angekündigt. Im Heft (und online) heißt es dann ein wenig differenzierter: “DerWesten – oder: Woran regionaler Journalismus im Netz krankt”.

Die Autorin Svenja Siegert beschäftigt sich intensiv mit den Erwartungen und der Realität von DerWesten.de. Sie macht vor allem das Problem einer künstlichen “Web-Dachmarke” gegenüber den traditionellen Einzelmarken der Print-Titel und – trotz des jüngsten Relaunchs – die Mängel in der regionalen Ausrichtung der Website (auch bedingt durch die mangelnde Zusammenarbeit Print-Online) für Probleme des Westens verantwortlich. Interessant ist die Diskussion über die Rolle der überregionalen Inhalte – DerWesten-CvD Kathrin Scheib verteidigt sie, die es dann eben doch gibt. Denn sie ziehen – obwohl sie nicht nur Spiegel Online besser macht als DerWesten. Sollte die regionale Plattform konsequent darauf verzichten? Svenja Siegert meint: Ja, Scheib ist anderer Meinung. Auch darüber, ob es ein Gewinn oder ein Armutszeugnis ist, wenn 80 Prozent der Online-Nutzer keine Zeitung der WAZ-Gruppe lesen, gehen die Meinungen auseinander.

Dritter Streitpunkt: die Rolle von lokalen/regionalen Blogs. Pottblog und Ruhrbarone bekommen zumindest in der den Artikel begleitenden Grafik ganz schön Gewicht zu bekommen. Die Rolle des großen WDR wird hingegen gar nicht beleuchtet – dafür aber kurz auf die Relikte der historischen Sonderposition von rp-online eingegangen. Also auf alle Fälle lesenswert.


Weitere Links

Mehr über DerWesten bei onlinejournalismus.de

Für Hans J. Schiebener hat der Artikel seinen Finger nicht dahingelegt, wo es weh tut.

[Ich habe für WDR.de gearbeitet.]

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