Archivierte Einträge für Onlinejournalismus

Die Wahrheit über GMX

Falls Sie – den Montag vor Augen – das Wochenende nutzen, um zu überlegen, ob nicht berufliche Veränderung gut täte: Vielleicht wäre die Arbeit bei einem der reichweitenstärksten und zugleich meist unterschätzten deutschen Nachrichtenportale etwas? Gerhard Henschel verrät in der taz die ungeschminkte Wahrheit darüber, wie es im zentralen GMX-Newsroom in München zugeht (auch wenn es dem von ihm geschilderten Ortstermin natürlich nie gegeben hat).

In der Münchner GMX-Zentrale ergibt sich am Tag der offenen Tür zum ersten Mal die Gelegenheit, den Textern bei der Arbeit zuzuschauen. Sie sitzen, was wohl niemanden überraschen wird, in einem karg möblierten Großraumbüro vor ihren Rechnern und versuchen, die schlüpfrigsten der vorüberhuschenden News mit den im Sekundentakt eintreffenden Hintergrundinformationen der GMX-Außenkorrespondenten abzugleichen.

Denn bevor eine Nachricht über das Liebes-Aus in einem Schauspielerschlafzimmer oder über die Echtheit eines weiblichen Körperteils an die Öffentlichkeit geht, müssen Fakten gecheckt, Alibis überprüft und zahlreiche Augenzeugen befragt werden. Allein auf dem Set des jüngsten James-Bond-Films haben sich fast fünfhundert GMX-Reporter getummelt, um an Nacktfotos des neuesten Bond-Girls zu gelangen und eventuelle amouröse Verwicklungen hautnah miterleben zu können.

Süddeutsche.de-Redesign: Näher ans Mutterschiff

Neues Design von Süddeutsche.de

Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres hat süddeutsche.de an seiner Homepage geschraubt: Durch die zeitungsähnliche Optik, das „ü“ in Logo und Domain, und die Integration von jetzt.de und SZ-Magazin in die Homepage ist die Gesamtmarke „Süddeutsche“ gestärkt. Zugleich schärft die Online-Redaktion mit ihren neuen Social Media-Angeboten, dem neuen interessanten Digitalblog und der stärkeren Betonung des Selbstverständnisses als Live-Medium ihr eigenes Profil.

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Leserdialog und Transparenz – zwei Fundstücke

„Wir berichten per Liveblog aus unserer Redaktion„, schreiben die Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ („RN“) heute. „Erfahren Sie, an welchen Themen wir arbeiten. Schreiben Sie uns Vorschläge, Anmerkungen und Kritik. Wir freuen uns über Ihre Kommentare.“ (Gefunden via Twitter bei Philipp Ostropp, Redaktionsleiter der „RN“: PhilippOstrop). Noch sei das Ganze in der Testphase; die „RN“ sind schon öfter positiv mit solchen Versuchen aufgefallen.

Nicht onlinespezifisch aber dennoch erwähnenswert: Beim „Nordbayerischen Kurier“ aus Bayreuth interviewt ein Leser den Chefredakteur Joachim Braun zum Thema „Bild“/Wulff (Gefunden via Twitter bei der „Drehscheibe“ – „Aus Lokalredaktionen – Für Lokalredaktionen“: Drehscheibe.) Der Leser hatte in einer Mail moniert, dass in der Causa Wulff auch Medien manipulieren. Braun bot dem Leser daraufhin an, ihn zu interviewen.

„Texten fürs Web“ von Stefan Heijnk

Buchcover "Texten fürs Web" von Stefan Heijnk (Foto: Fiete Stegers)

Wer noch ein Very-Last-Minute-Geschenk für eine angehende Internet-Redakteurin sucht oder einen Journalisten kennt, der sich im kommenden Jahr erstmals neben seinem althergebrachten Print- oder TV-Geschäft mit diesem Online beschäftigen soll, kann bedenkenlos zu Stefan Heijnks kürzlichem erschienenem Buch „Texten fürs Web“ greifen.

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Visualisierung der „Maschsee-Mafia“ mit Gephi

Claus Hesseling hat in seinem Blog das Gephi-Projekt: Wulff und die “Maschsee-Mafia” begonnen, dass die Beziehungen zwischen Bundespräsident Christiain Wulff und anderen dem „Hannoverschen Klüngel“ zugerechnenten Politikern und Unternehmern visualisiert.

Die Daten beruhen nicht auf eigener Recherche, sondern auf einer Auswertung vorhandener Medienberichterstattung. Per Crowdsourcing werden Hinweise über das Beziehungsgeflecht auf in einer Google-Docs-Datei gesammelt. Die Informationen – wer wie mit wem verbunden ist – sind in der Grafik jedoch spärlich.

An einer eher klassischen Form der Visualisierung hatte sich bereits vor einigen Tagen die „Welt“ versucht (hier leider nur in klein).

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Leserkommentare zwischen redaktionellen Texten

Ich weiß nicht, ob es vielleicht übertriebene Sorgfalt ist, aber wie NDR.de die Leserkommentare in journalistische Texte einbindet, halte ich für nicht gelungen.

Ein Beispiel: „Maschmeyer-Erpresser forderte 2,5 Millionen“: Vor dem letzten redaktionellen Absatz sind per Überschrift „Kommentare der NDR.de Nutzer:“ in den Fließtext eingebunden; die Überschrift erscheint in der gleichen Schreibweise wie redaktionelle Zwischenüberschriften. Unter der Überschrift erscheint jeweils ein Leserkommentar auf deutlich vom redaktionellen Fließtext unterscheidbaren hellblauem Hintergrund. Der Nutzer bekommt einen Leserkommentar angezeigt, kann aber noch zwei weitere lesen (nach welchen Kriterien diese drei Leserkommentare ausgewählt wurden, erschließt sich mir nicht). Gut so? Nein, für mich stört es den Lesefluß enorm, das erscheint nicht nutzerfreundlich, das lenkt einfach beim konzentrierten Rezipieren des redaktionellen Textes ab; Information und Meinung verschwimmen mitunter. Am Ende des Textes diese Auswahl an Leserkommentaren (nach nachvollziehbaren Kriterien, etwa „die neuesten Kommentare“) zu platzieren wäre wohl sinnvoller.

Audio-Einsatz: Teenager-Tagebücher reloaded

Viel zu selten im Onlinejournalismus eingesetzt, in diesem Fall ein Muss und auch besser als Video: Im Artikel „Liebes Tagebuch, ich bin verliebt. Endgültig!“ bei Spiegel Online lesen Studentinnen und Studenten aus ihren einst geheimgehaltenen Pubertätstagebüchern vor und blicken so auf die eigene Jugend zurück.

Etliche der amüsanten wenngleich etwas ungelenkt vorgelesenen Zitate sind als Audio-O-Töne eingebunden: an promimenter Stelle, auch gleich im Teaser beworben („Mit Hörproben“) und deutlich mehr als die Text-Zitate.

Wolfgang Blau ist Chefredakteur des Jahres

Das Medium Magazin hat Wolfgang Blau von ZEIT ONLINE zum Chefredakteur des Jahres gewählt. Fernsehjournalist und Blogger Richard Gutjahr wurde zum Newcomer des Jahres gekürt. Lobend erwähnt wurde auch das digitale Engagement des Rhein-Zeitung-Chefredakteurs Christian Lindner.

Außerhalb der Web-Sphäre erfreulich: Die Rechercheurinnen Andrea Röpke (frei) und Christine Kröger (Weser-Kurier) wurden in anderen Kategorie ausgezeichnet, ebenso wie Arnd Zeigler (Sportjournalismus).

Gäbe es diese Kategorie, dann hieße es in diesem Jahr “Online” sei der “Journalismus des Jahres”.

stellt angesichts Preisträger 2011 Christian Jakubetz gleich erfreut fest.

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Preisverdächtige Webreportagen

Am 5. Dezember verleiht das Reporter-Forum wieder den Deutschen Reporterpreis. Nominiert ist in der Kategorie Webreportage u. a. eine grandiose halbstündige Dokumentation über Fußball-Fans in Argentinien, gedreht von Studenten mit Spiegelreflexkamera.

Los Cerveceros de Quilmes – Die Bierbrauer aus Quilmes von FirleFranz.

Besonders webspezifisch ist sie allerdings nicht, sieht man mal vom Einsatz von Standbildern wie in Audio-Slideshows ab. Sie hätte auch in einem – guten – Fernsehprogramm laufen könne. Das ist für die Nominierten symptomatisch.

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Reporter ohne Grenzen: Petition für ägyptische Blogger

Unser Mitstreiter Matthias Spielkamp fungiert auch als Vorstand bei Reporter ohne
Grenzen (ROG). Er bat uns, die folgende Petition für ägyptische Blogger, die ROG eben startete, weiterzuleiten.

Die Lage für ägyptische Online-Dissidenten verschlechtert sich zunehmend. Die Inhaftierung von Alaa Abdel Fattah am 30. Oktober in Kairo und die Situation des immer noch inhaftierten Maikel Nabil Sanad haben wir mehrfach kommentiert. Jetzt müssen wir aber selbst aktiv werden, und das soll in Form der Petition geschehen. Diese Petition ist nicht für eine Person, sondern für die Freilassung aller inhaftierten Blogger in Ägypten.

Die Petition soll Anfang Dezember 2011 an die ägyptische Botschaft in Berlin übergeben werden.

Weitere Informationen und zur Petition auf der Website von ROG.

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